Diekmann zum Abschuss freigegeben

BILDblog sucht jetzt ebenfalls Leserreporter. Aber mit einer eng umrissenen Aufgabe. Sie sollen BILD-Chefredakteur Kai Diekmann fotografieren. In allen Lebenslagen.

Zur Leserreporter-Aktion der Bildzeitung heißt es:

In einigen Fällen gingen die Fotografierten bereits mit Erfolg juristisch gegen die Veröffentlichungen vor.

Wieso das umgekehrt nicht klappen sollte, verrät BILDblog leider nicht.

Sperrfrist

So ganz durchschaut haben das mit dem Internet noch nicht mal Presseabteilungen:

ACHTUNG Sperrfrist: bis Freitag, 13.10.2006, 23.30 Uhr, für Fernsehen, Funk, Print und digitale Medien / ProSieben gratuliert! Christoph Maria Herbst wird mit Deutschem Comedy Preis 2006 ausgezeichnet

Quelle

(Link gefunden im Blog-Bistro)

Der Kollege mit der Nummer R298…

Wie ich gerade bei der Bearbeitung eines länderübergreifenden Falles sehe, sind die österreichischen Anwälte jetzt nummeriert. Der „RA-Code“ ist eine sechsstellige Ziffer und scheint eine Pflichtangabe zu sein. Jedenfalls taucht er sogar auf dem Briefbogen und auf Kanzleihomepages auf.

Vielleicht klärt uns der bloggende Kollege mit dem Code R298188 auf. Kann ja nicht lange dauern, bis jemand in Deutschland ein dringendes Bedürfnis für so was erkennt.

Die Achter

Wenn man ihr die Achtkilohanteln anbietet, sollte man sich vergewissern, dass man die Achter auch tatsächlich hat. Und nicht die Neuner. Sonst kriegt man eine etwas unterkühlte Antwort wie: „Danke, die habe ich schon. Sind bloß falsch einsortiert, wie immer.“

Aber immerhin haben wir jetzt schon mal miteinander gesprochen. Jetzt muss ich nur noch daran arbeiten, nicht mehr für eine dumme Nuss gehalten zu werden.

Die Vorgeschichte.

Drei Seiten

Anwaltsschreiben sorgen mitunter für Empörung. So heißt es in einer Antwort:

Mir fallen die Wörter aus, wenn ich Ihren Brief lese.

Die dann folgende Stellungnahme geht über drei Seiten.

Ansichtssache

„Teil der Vergütung der Klägerin war eine fette Prämie von monatlich 552,85 €.“

Ich bin mir nicht sicher. Aber ich glaube, ich habe „feste Prämie“ diktiert.

Übereifriger Ermittlungsrichter

Möglicherweise gab sich ein Rechtsanwalt in Aachen schon mal querulatorisch. Vielleicht glaubte der Jurist auch – mit den Behörden streitend – an sein gutes Recht. Jedenfalls parkte er dreizehnmal auf einem Sonderfahrstreifen vor dem Justizgebäude und machte jedes Mal geltend, er habe in dieser Ladezone nur kurz Akten abgelegt. Dass dem Anwalt aber deswegen die Kanzlei durchsucht und dort nach Beweisen gefahndet wurde, das war dem Bundesverfassungsgericht denn doch zu viel.

Weiterlesen

Grass zensiert seine Vergangenheit

Günter Grass hat gegen die FAZ tatsächlich eine einstweilige Verfügung erwirkt, berichtet Spiegel online. Der Zeitung wird es untersagt, aus zwei Briefen des Schriftstellers an den früheren Minster Karl Schiller zu zitieren. In den Schreiben hatte Grass Schiller gedrängt, sich zu seiner NS-Vergangenheit zu bekennen:

Die Diskussion um Grass‘ Mitgliedschaft bei der Waffen-SS rechtfertige kein „dringendes Bedürfnis an der wörtlichen Wiedergabe großer Teile der Briefe“, entschied der Richter, daher bestehe kein öffentliches Interesse an großen Auszügen aus den Briefen.

Wenn die Aufklärung der Lebenslüge eines Literaturnobelpreisträgers kein öffentliches Interesse begründet, was dann? Im Gesetzestext ist übrigens nicht von einem dringenden Bedürfnis die Rede, sondern nur von einem „Tagesinteresse“. Dieses rechtfertigt dann die Wiedergabe „in einem durch den Zweck gebotenen Umfang“.

Namenswechsel von oben

Da ist ein Mandant von mir zur Botschaft seines Heimatlandes gegangen, um sich einen neuen Pass ausstellen zu lassen. Zurück kam er mit einem neuen, dreiteiligen Namen. Nur der Bestandteil Mohamed ist geblieben.

Kann ja sein, dass dies Teil des Neuanfangs im Irak ist. Auf dem deutschen Ausländeramt wird es aber keine Begeisterungsstürme auslösen, wenn ein Antragsteller plötzlich ganz anders heißt.

Bisschen benebelt

Ein Fernsehmagazin hat – trickreich – 50 italienische Parlamentsabgeordnete auf Drogen getestet. Das Ergebnis: Ein Drittel der Überprüften hatte in den letzten 36 Stunden Cannabis oder Kokain konsumiert. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sind unter den Getesteten sicherlich auch welche, die erst vor kurzem Europas schärfste Drogengesetze verabschiedet haben. Aus dem Artikel:

Auch andere fühlen sich von dem Report bestätigt. „Ich habe immer gesagt: Wenn ein Drogenhund der Polizei an einige Orte der öffentlichen Politik käme, würde er erst durchdrehen und dann kapitulieren“, spottet ein Politiker der Radikalen Partei. Carlo Rienzi, Präsident des Verbraucherschutzverbandes Codacons, meint, die fragwürdige Recherche sei gar nicht notwendig gewesen: „Dass die Parlamentarier ein bisschen benebelt sind, wussten doch schon alle.“