29.3.2006

NICHTS ZU JAUCH

Ausgerechnet die Boulevardpresse soll um ein schönes Thema gebracht werden: Günther Jauch lässt von zwei Anwälten, die aber nicht zitiert werden wollen, mitteilen, er wünsche keine weitere Berichterstattung über seine geplante Hochzeit. So berichtet es Spiegel online.

Merkwürdig, dass selbst so ein guter Kommunikator es nicht erst mal im Guten versucht. Die Redaktionen und ihre Rechtsabteilungen kennen das Caroline-Urteil doch auch. Warum sollte da ein fairer Ausgleich zwischen Privatsphäre und Informationsbedürfnis nicht möglich sein?

Zum gleichen Thema die Berliner Zeitung: Bitte nicht weitersagen

29 Kommentare zu “NICHTS ZU JAUCH”

  1. Lurker meint: (29.3.2006 um 08:49) AntwortenReply to this comment

    Als Jurist bin ich strenger Verfechter der Meinungs- und Pressefreiheit, als Privatmann entschiedener Gegner jeglichen Boulevardjournalismus'. Ob der Zug Herrn Jauchs klug war, wird man sehen müssen – Verständnis habe ich dafür absolut.

  2. jjwin2k meint: (29.3.2006 um 09:17) AntwortenReply to this comment

    Wobei sich doch eher die Frage stellt, warum man überhaupt über die Heirat von irgendjemandem berichten sollte. Meines Erachtens sollte die Berichterstattung aus dem privaten Lebensbereich eh komplett entfallen.
    Die meisten Artikel über das Privatleben von unseren so genannten Prominenten, müsste nach meiner Meinung eh als „Anzeige“ betitelt werden.

  3. isdochegal meint: (29.3.2006 um 09:24) AntwortenReply to this comment

    ich verstehe herrn jauch voll und ganz!ich bezweifle auch, dass man bei der "volks"-zeitung mit einer netten Bitte weiterkommt…
    aber was ich mich frage was sind das für menschen, die diese artikel über die hochzeit von xy lesen?bin ich unsozial weil mich sowas nicht interessiert?

  4. Mike meint: (29.3.2006 um 09:27) AntwortenReply to this comment

    ich glaube, die Kirche, in welcher Jauch heiraten möchte, hat ein Problem, da die das einfach ohne seiner Zustimmung geschweige denn Kenntnis BILD, etc mitgeteilt haben, dass er heiraten wird.

  5. marcc meint: (29.3.2006 um 09:28) AntwortenReply to this comment

    De Spiegel schreibt: "Zudem teilten sie mit, dass ihr presserechtliches Informationsschreiben auch sinngemäß nicht zitiert werden dürfe."

    Und inwieweit ist diese Berichteerstattung nicht auch schon ein sinngemäßes Zitat?

  6. Fabian (Pseudoblog) meint: (29.3.2006 um 09:47) AntwortenReply to this comment

    Der Herr Jauch kennt vermutlich die Presse besser als Sie. Vielleicht weiss er, dass es bei der Boulevardpresse nichts bringt, es erst im Guten zu versuchen.

    Ich verstehe seine Gründe und halte sein Handeln für angebracht.

  7. marcc meint: (29.3.2006 um 09:59) AntwortenReply to this comment

    Es ist bei Prominenten immer zweischneidig. Einerseits ist der Ruhm und die Bekanntheit prima, beispielsweise bei Gagenverhandlungen und Honoraren für Werbeverträge, andererseits lästig, wenn mal keine Kontrolle möglich ist.

  8. uhu meint: (29.3.2006 um 10:10) AntwortenReply to this comment

    Jauchs Interesse am rein privaten Heiraten in allen Ehren – obwohl sein Reichtum (Millionär?) wohl ohne eine breite und überaus wohlwollende Öffentlichkeit kaum zustande gekommen wäre. Viel interessanter aber ist die Frage: worauf stützen diese Anwälte ihr Zitierverbot? Mit einem "Ich will das nicht!" ist es ja wohl kaum getan. Und wie verträgt sich das mit dem Anspruch, daß diese Verfügung sich an eine unbestimmte Vielzahl von Presseorganen richtet? Hoffentlich faßt sich eine/r ein Herz und veröffentlicht diese ominöse Schreiben mal!

  9. SvenR meint: (29.3.2006 um 10:35) AntwortenReply to this comment

    Das ist aber auch wirklich schwierig. Soll Herr Jauch sich z. B. in Wer wird Milionär hinstellen und sagen "Ich heirate bald, das ist aber privat, ich möchte nicht dass darüber berichtet wird"? Dann ist es ja schon nicht mehr privat. Und die Häme, die dann über ihn ausgebreitet würde, möchte ich mir nicht vorstellen.

    Natürlich ist er eine Person des öffentlichen Lebens. Seine jetzige Lebensgefährtin und die gemeinsamen Kinder, seine Eltern, zukünftigen Schwiegereltern, Verwandte und bestimmt auch manche Freunde, die Gäste sein werden eher nicht. Und nur weil er reich ist (wo beginnt das, ich bekomme auch jeden Monat wesentlich mehr Geld von meinem Arbeitgeber überwiesen, als ich für's nackte überleben meiner Familie brauche) soll er kein Privatleben haben.

    Ich hoffe, nicht unsozial zu sein, weil mich interessiert, dass er heiratet. Ich würde bestimmt auch gerne wissen, warum nach all' den Jahren. Wenn er mir das aber nicht sagen möchte, dann kann ich auch gut damit leben.

    Ob er gleich mit der Keule drohen muss, und dann anscheinden in einem nicht zitierfähigen Ton, wird Herr Jauch sich wohl überlegt haben.

    Wi gesagt: Alles sehr schwierig.

  10. Mike meint: (29.3.2006 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    Jauch ist mehrfacher Millionär, der hat vielleicht Kohle :) Pro WWM-Sendung mindestens 100TEU.

  11. eulerich meint: (29.3.2006 um 10:51) AntwortenReply to this comment

    Herr Jauch ist einer der wenigen "Showstars", der sehr
    konsequent sein Privatleben von der Öffentlichkeit fernhält,
    was ich uneingeschränkt begrüße.

    Da habe ich jedes Verständnis für diesen Schritt. Die dicke
    juristische Keule im Voraus dürfte das einzige mit einer gewissen Erfolgsaussicht sein, auch BLÖD und Artverwandtes da rauszuhalten.

    Ich könnte mir vorstellen, daß das (auch unter Berücksichtigung
    des Caroline-Urteils) anders wäre, wenn Herr Jauch einer von
    diesen Bunte-Homestory-Typen wäre.

  12. Jörg meint: (29.3.2006 um 10:51) AntwortenReply to this comment

    Eine "öffentliche Person" wird man ja nicht allein durch die Präsenz in der Glotze. Jauch setzt sich ja auch öffentlichkeitswirksam z.B. für Potsdam ein, und ist auch sonst nicht zimperlich wenn es um Publicity geht.

    Wer dann noch die Orangerie für eine Hochzeit mietet, der kann keinen Umhang drüber legen, der ihn unsichtbar macht, wie bei Harry Potter.

  13. Moxy meint: (29.3.2006 um 11:10) AntwortenReply to this comment

    Quiz-Sendungen, Sport und Werbekampagnen
    Irgendwann ist die Grenze des Erträglichen überschritten – da finde ich es schon angebracht, dass J.s Anwälte versuchen, mich vor ihm selbst zu schützen ;-)

  14. Christian meint: (29.3.2006 um 11:21) AntwortenReply to this comment

    @13
    Der Beitrag ist wirklich gut. So habe ich das bisher noch nicht gesehen.

  15. Ute meint: (29.3.2006 um 11:35) AntwortenReply to this comment

    Daß er BLÖD und den Paparazzi einen Maulkorb bzw. Fotoverbot verpassen möchte, kann ich sogar irgenwie verstehen. Demnächst wollen sie sonst womöglich noch die Geburt des ersten Kindes live dokumentieren?

    Was ich aber absolut nicht verstehe ist, daß er zu dem erteilten Maulkorb anschließend nicht steht und das Zitieren eben dieser Anwaltsmitteilung verbietet.

    Einen solchen "Fleck" auf seiner weißen Publicity-Weste will er dann wohl doch nicht haben; es soll nur ja nicht nach Verbot/Zensur aussehen, sondern nach außen den Eindruck erwecken, als würden alle Medien freiwillig auf die Berichterstattung verzichten.

    _Das_ finde ich einfach armselig.

  16. Hobbyjurist meint: (29.3.2006 um 11:40) AntwortenReply to this comment

    Vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet ist es verständlich, daß Herr Jauch bei seiner Hochzeit keinen Presserummel haben will. Allerdings: der Popularität hat Herr Jauch ja auch einiges zu verdanken. Eine durchaus zweischneidige Angelegenheit.

  17. A. John meint: (29.3.2006 um 11:42) AntwortenReply to this comment

    @1 Lurker:
    Dass wir mal einer Meinung sind, whow!
    Wenn die gesamte Presse über einen Kamm geschoren wird, ist natürlich ungerecht. Die seriösen Blätter, aber auch die gesamte Presse- und Meinungsfreiheit leiden unter den Auswüchsen weniger niveauloser Hetz- und Schmierenpostillen.
    Ich habe vollstes Verständnis, daß Jauch bezüglich seiner Hochzeit keine Schlagzeilen wie: "Hatte sie nichts drunter?" lesen will. Das Ganze garniert mit in Photoshop kunstvoll aufgepeppter Bilder aus dubiosen Quellen.
    Für Jauch ist es ein Dilemma. Wie er es macht, ist es verkehrt. Eine freundliche Bitte würde von den einschlägig berüchtigten Blättern schlicht ignoriert. Die reagieren nur, wenn es richtig teuer wird, wie z.B. Bayern München gegen "TZ" zeigt.
    Andererseits macht man sich durch die immer mehr in Mode kommende aggressive Rechtsanwendung in der Öffentlichkeit auch keine Freunde. Bei der Presse schon garnicht.

    Gruß A. John

  18. Hobbyjurist meint: (29.3.2006 um 11:46) AntwortenReply to this comment

    @ 16

    Das stimmt allerdings. Er will einfach alles verbieten. Auch das darüber reden. Vielleicht hätte er besser Ehtikbeauftragter werden sollen. ;-)

  19. Abi meint: (29.3.2006 um 11:49) AntwortenReply to this comment

    Wenn man die Leute nur nach ihrer Leistung beurteilen und ihr privatleben ausser acht lassen würde, wäre es doch viel einfacher. aber eben, man(n) (und frau) hat halt doch eine _voyeuristische_ ader und will möglichst alles über den promi wissen… und dann ist es auf einmal von öffentlichem interesse, mit wem der promi zusammen ist…
    wie man es dreht und wendet. schwierig…

  20. kid37 meint: (29.3.2006 um 12:23) AntwortenReply to this comment

    Darf man nun Anwaltsschreiben zitieren oder nicht? Die Frage stellte sich doch gerade auch beim Fall von TI-D.

  21. eco meint: (29.3.2006 um 12:49) AntwortenReply to this comment

    Auch ein Herr Jauch hat ein Privatleben. das scheinen viele zu vergessen. Natürlich könnte man auch sagen, er hätte es vielleicht erstmal im Guten versuchen können. Aber wer regelmäßig BILDblog.de liest, weiß dass zumindest BILD sich einen Scheiß um Privatsphäre kümmert.

  22. Harald meint: (29.3.2006 um 12:52) AntwortenReply to this comment

    Ähnlich geht Harald Schmidt doch auch vor. Wenn ich das mal richtig verstanden habe, wurde allen Redaktionen so genannter People-Magazine schon vor Ewigkeiten mit sehr hohen Geldforderungen gedroht, wenn sie Fotos von seiner Familie veröffentlichen (unabhängig von irgendwelchen Ereignissen).
    Ich glaube, es wurde auch nur ein einziges Mal von der Bunten vor langer Zeit ein Bild veröffentlicht (mit entsprechenden Folgen).

  23. Kauli meint: (29.3.2006 um 13:28) AntwortenReply to this comment

    Genausowenig wie eine Frau nach der Entjungferung sich zur Massenvergewaltigung freigegeben hat, genausowenig hat Günther Jauch durch seinen Beruf, den er in der Öffentlichkeit ausübt, sein gesammtes Leben den Medien zur Verfügung gestellt. Merke: nur weil ich einen unter gewissen Bedingungen rangelassen habe, hab ich nicht alle jederzeit rangelassen.

    Über die Form der Bekanntmachung kann man diskutieren, aber einige scheinen es sonst nicht zu begreifen, wenn man es ihnen nicht auf diese Art erklärt.

    Just my 2 Cent

  24. SvenR meint: (29.3.2006 um 13:40) AntwortenReply to this comment

    @16: [Demnächst wollen sie sonst womöglich noch die Geburt des ersten Kindes live dokumentieren?] Zu Deiner Info: AFAIK haben die beiden schon vier Kinder. Und ich finde es schön, dass nicht jeder das weiß, weil er ja anscheinend seine Familie aus der Yellowpress so weit wie möglich heraushält.

    Ich halte Ihn für intelligent genug, dass für und wider abgewogen zu haben. Und über das Anwaltsschreiben können wit nur spekulieren – herrlich.

  25. Ute meint: (29.3.2006 um 18:51) AntwortenReply to this comment

    @25: Oh, OK, vielen Dank – ich hab's dann auch irgendwo in einem der verlinkten Artikel entdeckt. :o) War ja auch nur ein Beispiel.

    Daß ich von den Kindern nicht wußte, ist aber wohl eher meinem Mangel an Interesse an G. Jauch zuzuschreiben als einem Mangel an Informationen über seine Familie. ;o)

  26. kid37 meint: (30.3.2006 um 11:45) AntwortenReply to this comment

    Irgendwie scheinen die "Bunte"-Themen hier doch sehr zu interessieren ;-)

    Daher noch mal die Frage von oben und zurück vom Formalen: "Darf man nun Anwaltsschreiben zitieren oder nicht?" Wie ich die Meldungen verstehe, wollten Jauchs Anwälte ja gerade das ebenfalls unterbinden.

  27. juenie meint: (2.4.2006 um 13:19) AntwortenReply to this comment

    Ich finde, wenn Herr Jauch eine Berichterstattung über seine anstehende Heirat nicht wünscht, soll ihm das zugestanden werden.

    Ich finde allerdings auch, er sollte nicht nur eine solche Berichterstattung zu unterbinden versuchen, sondern sein Augenmerk auch einmal darauf richten, dass ich die Anrufe, mittels derer mir "im Auftrag von SKL, RTL und Günter Jauch" ein Los der süddeutschen Klassenlotterie aufgeschwätzt werden soll, definitiv nicht wünsche und ich solche Anrufe weder jemals angefordert noch ihnen zugestimmt habe. Was berechtigt Herrn Jauch, irgendwem den Auftrag zu erteilen, mich anzurufen und mir irgendwas verkaufen zu wollen?

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