30.3.2006

HANDYS AN SCHULEN

Ein wirklich schöner Artikel:

10 Gründe gegen ein Handyverbot an Schulen

22 Kommentare zu “HANDYS AN SCHULEN”

  1. med maxx meint: (30.3.2006 um 11:00) AntwortenReply to this comment

    am besten sind die Forumsbeiträge: handy wichtig, weil es an die Einnahme der Pille erinnert…

    Wie war das verdammt nochmal mit dem Geburtenrückgang? Ob das der eigentliche Hintergrund war, den man im Bundesland von "Laptop und Lederhose" im Sinne hatte?

  2. Lurker meint: (30.3.2006 um 11:01) AntwortenReply to this comment

    Das eigentliche Problem ist aber ein ganz anderes: Der Wandel des Verständnisses von der Gefahrenabwehr.

    Ursprünglich ging es darum, konkrete Gefahren abzuwehren – der Polizist besänftigt (auf welchem Weg auch immer) die Randalierer, unterbindet Diebstähle etc. (die Trennung zur Strafverfolgung ist hier wg. des Präventionsgedankens m.E. nicht streng durchzuhalten).

    Dann ging man dazu über, auch erst zukünftige Gefahren abzuwehren – Polizei und Ordnungsbehörden kontrollieren einsturzgefährdete Gebäude, Überwachen gewaltbereite Hooligans etc.

    In den letzten Jahren drängt sich immer mehr Phase 3 in den Vordergrund: Abwehr von rein abstrakten Gefahrenquellen und "Entschärfung" von Situationen, in denen möglicherweise eine Gefahr entstehen könnte, diese Annahme aber nicht durch konkrete Umstände belegt ist.

    Es werden Gegenstände verboten, die zur Verwendung als Mordinstrumente geeignet sind (Butterfly-Messer), Straßenzüge überwacht, in denen es zu Delikten kommen kann und Daten von Personen gespeichert und ausgewertet, die theoretisch in der Lage sind, Gefahren zu begründen (Vorratsdatenspeicherung, Kontostammdatenauskunft etc.).

    Dabei wird völlig vergessen, daß jede Gefahrenabwehrmaßnahme nicht nur Sicherheit gibt, sondern auch Freiheit nimmt. Im Bereich #1 ist das in der Regel akzeptabel – die Freiheit, Menschen zu verprügeln, zugunsten der Gesundheit aller zu opfern, erscheint richtig.

    Im Bereich #2 wird die Abwägung schon kritischer, fällt in der Regel aber doch zugunsten der Gefahrenabwehr aus – wenn mein Haus schief steht, muß ich mich schon einmal fragen lassen, ob da nicht eine Gefahr für die Allgemeinheit droht.

    Im Bereich #3 aber entstehen Regelungen und Verbote, die überwiegend rechtmäßiges Verhalten betreffen und nur in einer minimalen Anzahl an Fällen überhaupt eine Gefahr verhindern können.

    In extremen Fällen ist auch hier die Gefahrenabwehr vorzuziehen – daß gelegentlich auch verdachtsunabhängig Atomkraftwerke auf ihre Sicherheit kontrolliert werden, ist durchaus sinnvoll und hilfreich.

    In nahezu allen anderen Fällen wird aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Bei Kontrollen mag man sich hier noch streiten ("wen stört schon die Überwachung, wenn er nichts zu verbergen hat" – ein dummes, aber verbreitetes Argument), bei Verboten aber wird es lächerlich.

    Deswegen gibt es diese Verbote auch nur in Bereichen, in denen die Betroffenen keine Lobby haben. Waffenverbote treffen v.a. Kampfsportler und Jugendliche, Aufenthaltsanordnungen Asylbewerber und sonstige Ausländer und die genannten Handyverbote Kinder und Jugendliche.

    Daß wir auf diesem Wege lediglich Scheuklappen aufsetzen und fremden Komfort und fremde Rechte einem nicht vorhandenen Sicherheitsgewinn opfern, stört die bayrischen Politiker dabei wenig – aber gut, diese Vorgehensweise hat ja Tradition. Wer einen Beckstein als Repräsentanten duldet, hat es wohl nicht besser verdient… (bezogen auf das Volk – wenn die Lemminge ihn wählen, bekommen sie ihn eben. Schade nur um die Minderheiten. Gleiches gilt – leider – natürlich auf auf Bundeseben für Schily/Schäuble).

  3. Alix meint: (30.3.2006 um 11:17) AntwortenReply to this comment

    Mein Handy benutze ich täglich mindestens einmal: als Erinnerung, endlich aufzustehen (6:15 Uhr). Das funkgesteuerte Weckerchen kriegt im Halbschlaf was auf die Mütze – und schweigt. Um das Handy zur Ruhe zu bringen, muss ich halt die Augen aufklappen, damit ich die richtige Taste drücken kann, um das verdammte Ding endlich tonlos zu machen.

  4. topas meint: (30.3.2006 um 12:09) AntwortenReply to this comment

    Verbote bringen gerade im Alter der betroffenen Schüler doch eh nichts. Wie war es "damals"? Dasunddas Computerspiel (C-64-Zeiten) war für Kinder/Jugendliche verboten – und schon kursierte das rum. Playboy etc. besaß man auch nicht erst als Erwachsener. Und trotzdem ist man weder Gewalt- noch Sexualstraftäter geworden. Genauso ist es mit den Handys: Einerseits hinken Verbote immer der aktuellen Situation hinterher (inzwischen gibt es IPod & Co, welche auch diese Filme abspielen), andererseits immer ein Vertrauensentzug. Wie sollen die Jugendlichen denn einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sachen lernen? Auch an der FH waren Handys acuh toleriert. Allerdings musste derjenige, dessen Handy sich akustisch meldete, auch damit rechnen, dass er sich somit selbst zur nächsten Seminaraufgabe gemeldet hat. Und wer nur mit dem Schreiben von Kurznachrichten beschäftigt war musste bei der Prüfung mit den Folgen leben. Wieso sollte das in der Schule nicht auch gehen?
    Und @ Nr. 3: Auch bei mir ist das Handy der wichtigere Wecker, da es mehrer Weckzeiten hat und kalendertagsweise eingestellt werden kann.

  5. A. John meint: (30.3.2006 um 12:59) AntwortenReply to this comment

    Und hier kommt der elfte Grund:
    http://focus.msn.de/bildung/gewalt-im-unterricht_nid_26892.html
    Zitat:
    "in bestimmte Klassen gingen sie" (die Lehrer!) "nur noch mit Handys, um Hilfe holen zu können"

    Ja, ja. Sie sind halt etwas lebhaft, die lieben Kleinen. Wenn man ihnen gut zuredet, wird sich ihr Verhalten bestimmt schnell ändern. Und wer nicht bereit ist, sich zusammenschlagen zu lassen, soll halt kein Lehrer werden.

    Gruß A. John

    (Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten)

  6. KLB meint: (30.3.2006 um 14:42) AntwortenReply to this comment

    BTW: Warum meldet der Internet Explorer 7 Beta 2 (schon zum zweiten Mal), das hier sei eine Phising-Suspicious-Website?

    Nicht, dass ich hier Angst um meine Daten hätte °° aber vielleicht solltest du dich mal darum kümmern?

  7. @ KLB meint: (30.3.2006 um 14:49) AntwortenReply to this comment

    vielleicht solltest du einfach firefox benutzen, oder ganz still sein… ;-)

  8. A. John meint: (30.3.2006 um 16:14) AntwortenReply to this comment

    # 5: [Und hier kommt der elfte Grund:]
    Ausführlicher in Spiegel- Online:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,408803,00.html
    http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,408808,00.html

    Guß A. John

  9. Thomas Bliesener meint: (30.3.2006 um 17:28) AntwortenReply to this comment

    @KLB: Ob Microsoft hier mitliest? Für 35 USD nimmt MS Deinen Fehlerbericht entgegen. Hier steht, wie's geht: http://weblog.timaltman.com/node/834

  10. Daniel meint: (30.3.2006 um 17:56) AntwortenReply to this comment

    @Lurker:
    Toller Beitrag, kann Dir da nur zustimmen. Man reisst ja auch keine Strassenbrücken ab, weil darauf jemand zu schnell fuhr.

    Medienwirksame Anlassgesetzgebung trifft jeden irgendwann, nie aber alle auf einmal. Das Volk wird säuberlich aufgeteilt in Hundebesitzer, Sportflieger, Schützen, Jugendliche… und das schlimme ist, die meisten Menschen unterstützen Anlassgesetzgebung und Freiheitseinschränkung, solange es sie nicht selber betrifft. Was kümmert es den Hundebesitzer, wenn Sportschützen unter 25 verdachtsunabhängig eine MPU machen müssen. Was kümmert es den Sportflieger, wenn eine Leinenpflicht erlassen wird.

    Divide et impera.

  11. Daniel meint: (30.3.2006 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    PS: In das Trageverbot für Taschenmesser, das jetzt in Hamburg droht, hat man ganz schlau gleich noch Reizgas mit reingeschmuggelt. Junge Mädchen, die seit 2003 endlich legal (ab 14) CS-Gas im Handtäschchen mitführen dürfen, machen sich dann strafbar… aber witzigerweise nur in Gegenden mit hoher Kriminalität, im Rest der Stadt dürfen sie sich verteidigen.

    Und einen Kriminellen interessieren Waffenverbote nicht die Bohne – Raub und Mord sind ja auch verboten.

    Diese "Sicherheitspolitik" ist in Wirklichkeit zutiefst Menschenverachtend.

  12. Andre Heinrichs meint: (30.3.2006 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    Soll mir das etwas sagen, dass der Link bei mir nicht tut?

  13. Cator meint: (30.3.2006 um 19:12) AntwortenReply to this comment

    Link geht wirklich nicht.
    :-(

  14. Herr Rau meint: (30.3.2006 um 20:01) AntwortenReply to this comment

    Der Link geht gerade tatsächlich nicht, ist aber der richtige – ich habe die Seite heute morgen gelesen, gebookmarkt und gespeichert.
    Man verpasst aber auch nicht viel. Ich bin ja auch gegen das Handyverbot, aber diese 10 Gründe nehme ich in der nächsten Erörterung als Beispiele für unsachliches und unlogisches Argumentieren.

  15. Cator meint: (30.3.2006 um 21:18) AntwortenReply to this comment

    O.K., der Link tut's wieder. Zu #10 kann ich aber (glücklicherweise) sagen, daß Handyklingeln hier von Profs weder ignoriert, eine mahnende Pause und strafende Blicke sind das Mindeste, noch von anderen als nicht störend empfunden wird.

    Und ein netter Seitenhieb auf den Spiegel. 8-)

  16. Andre Heinrichs meint: (30.3.2006 um 22:44) AntwortenReply to this comment

    So, jetzt konnte ich die 10 Gründe auch mal lesen. Durchaus interessant und nachvollziehbar. Jetzt würde ich mir aber trotzdem immernoch eine Begutachtung der rechtlichen Seite wünschen. Genaugenommen wünsche ich mir das schon seit gestern, wie ich auch schon geschrieben habe: http://www.compyblog.de/index.php?/archives/369-Handyverbot-in-Schulen.html

  17. Jossi meint: (31.3.2006 um 15:39) AntwortenReply to this comment

    Der jetzt-Artikel trifft ungeachtet des flapsigen Tons den Nagel auf den Kopf. Lurkers Beitrag (#2) ist allerdings noch besser.

  18. F.R. (Psycho-Blog) meint: (31.3.2006 um 17:04) AntwortenReply to this comment

    Zu den Meldungen über ein Handyverbot an bayrischen Schulen habe ich vorhin noch einen Beitrag geschrieben:

    Das erste, was ich beim Lesen feststellen konnte, ist, dass es nicht um ein generelles Handyverbot geht, sondern dass die Benutzung (allerdings nur in Notfällen) weiterhin gestattet sein soll.

    Wenn ich so die Beiträge und Kommentare in anderen Blogs lese, habe ich den Eindruck, dass manche die entsprechenden Artikel gar nicht so genau durchgelesen haben ;-)

    Was in dem Artikel steht, ist aus meiner Sicht nicht optimal. Aber es ist auf jeden Fall besser als ein allgemeines Handy-Verbot…

    Weiterlesen:

    http://home.arcor.de/psychoanalyst/200603a.htm#31_171

  19. Samira meint: (24.4.2006 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    der text is zu lang.wir haben keine probleme mit handys wir telephonieren sogar in der stunde!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!samira

  20. moni meint: (26.4.2006 um 15:28) AntwortenReply to this comment

    Also ich bin Jugendliche!
    und ganz ehrlich, ich kenn keine Sau der so einen scheiß auf dem Handy hat!!!!
    Aber auf der anderen Seite sind Handys im Unterricht machnmal echt störend! und brauchen tut man sie unter der schule auch nicht! also sollen sie machen was sie wollen, das volk kann es sowie so nicht ändern *g*

    liebe grüße an alle
    Moni

  21. Anny meint: (30.1.2007 um 14:34) AntwortenReply to this comment

    ICh schreibe gerade einen Artikel über ein Handyverbot an Schulen, ich wollte euch al Danken, für eure ganzen Gründe *smile*

    Eure Anny

  22. cucu meint: (28.1.2008 um 09:48) AntwortenReply to this comment

    Hey, ich finde es sinnlos, Handys in der Schule zu verbieten, weil das eh keiner einhält. Da gibt es nur unnötig Ärger. Aber jeder hat seine eigene MEINUNG!!!
    Gruß Juli

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