20.5.2006

MERKELN SIE NIX ?

Im Sportstudio verschenkt sich die FAZ, und auf die WELT klicke ich manchmal. In beiden Zeitungen, sogar im Feuilleton, stehen in letzter Zeit Sachen, die einer entspannten Lektüre abträglich sind. Zumindest Apolegeten der Großen Koalition, aber auch so manchem schweigenden CDU-Ministerpräsidenten, müsste eigentlich das Frühstücksbrötchen hochkommen. Oder der Lufthansa-Kaffee.

Um nur mal einen Kommentar von Konrad Adam zu zitieren:

Bisher funktionierte der Wohlfahrtsstaat deutscher Bauart nach dem Motto, mit dem naive Umweltschützer ihr Gewissen beruhigen: Der Strom kommt aus der Steckdose! Entsprechend nahmen die Sozialstaatsbürger ihre Zuwendungen in dem Glauben entgegen, das Geld komme vom Sozialamt. Eine wohltätige Illusion, denn sie verschaffte beides, ein gutes Gewissen und eine ungebrochene Anspruchsmentalität.

Wie immer sind die Finanziers des Ganzen – gewöhnliche, rechts- und gesetzestreue Steuer- und Beitragszahler – die Dummen. Damit sie das nicht ewig bleiben, sollten sie sich ein Herz fassen und es genauso machen wie die Gegenseite, die Anonymität also durchbrechen und ihre Klagen nicht länger ans System richten, sondern an Personen. Jeder von ihnen könnte und sollte jeden Arbeitslosen, jeden Rentner und jeden Studenten danach fragen, mit welchem Recht er davon ausgeht, daß er ihm den Lebensunterhalt, die Rente oder das Studium bezahlt. Das könnte etwas Licht ins Dunkel bringen.

Der Beitrag trägt den Titel: “Warum soll ich für Sie zahlen?”

Es gibt subtilere Betrachtungen, die weniger Klischees pflegen. Aber der Ton ist ruppig, und dieser Text ist nicht der einzige unverhohlene Aufruf zur Rebellion. Nur die Verzweiflung alter Männer an ihren Schreibmaschinen? Oder der Widerhall eines Sentiments, das gerade einen erheblichen Teil der Bevölkerung erfasst?

Wenn ich mir Angela Schröder und Peer Steinbrück so anschaue, war es vielleicht keine gute Idee, das Modellprojekt “Prozac ohne Rezept” ausgerechnet in Berlin zu starten.

84 Kommentare zu “MERKELN SIE NIX ?”

  1. Max meint: (20.5.2006 um 12:18) AntwortenReply to this comment

    Im Prinzip stimmt das schon.

    Nur mit den Studenten wäre ich vorsichtig: Schließlich werden fast alle, die man finanziert, später Steuerzahler.

    Das werden viele Arbeitslosen nie wieder.

  2. Udo Vetter meint: (20.5.2006 um 12:25) AntwortenReply to this comment

    Wie gesagt, das ist eher ein grober Klotz.

  3. Arnd meint: (20.5.2006 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    Neoliberalismus

    Die Verlierer ist der Mensch aus der durchschnittlichen Bevölkerung,
    der arbeitslos wird und nie mehr die Chance zum Arbeiten bekommt, um
    seinen Lebensunterhalt zu sichern. Und dann wird wie aus der Drecksschleuder Konrad Adam danach gefragt mit welchem Recht der ALGII-Empfänger sein Geld bekommen soll. Wie kurzsichtig und dumm,
    dass möglicherweise der Arbeitslose auch mal Steuerzahler war und
    lieber Geld zum Lebensunterhalt selbst verdienen möchte, anstatt
    ALGII bekommen will.

    Wir bewegen uns dort hin, wohin wir nicht wollen. Und das wird sich in spätestens 2 – 3 Jahren zeigen, wenn sich niemand mehr auf die Strasse traut, weil man zum Überleben bald kriminell wird, um überhaupt noch im Genuss von ALDI und LIDL zu kommen.

  4. tboley meint: (20.5.2006 um 12:32) AntwortenReply to this comment

    Wieder wird vergessen, daß das Arbeitslosengeld eine Versicherungsleistung ist. Viele Arbeitslose haben dafür jahrelang in die Kasse gezahlt. Was aus dem zitierten Artikel spricht, ist vor allem Dinge Kälte und eine enorme Portion Solzialdarwinismus. Ein weiterer Schritt Richtung Entsolidarisierung.

  5. Sansiba_New meint: (20.5.2006 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    Als ich klein war, wurde Kindergarten, Schule, Krankenversicherung, damals sogar noch Freibad und Bücherei zu den allergrößten Teilen vom Sozialstaat übernommen.

    Ich wurde größer, hab studiert. Bekam Bafög und Waisenrente. War für einen lächerlichen Betrag Krankenversichert. Und mit Studiengebühren hätte damals ich niemals gewagt, ein Studium zu beginnen.

    So und jetzt verdien ich. Soll ich zu den jetzigen Studenten, Kindern und Eltern gehen uns sie fragen, mit welchem Grund sie von meinen Steuern leben und weniger Krankenversicherung als ich bezahle?

    Irgendwann werd ich alt und krank sein. Und ich hoffe, dass mich dann auch niemand frägt, warum ich Geld von ihm bekomme.

    Es gibt wohl einige wenige, die schon in der Wiege so reich waren, dass sie niemals auf die Unterstützung anderer angewiesen sein werden. Diese sollten dem Schicksal für seine Güte danken und eben in dem Bewustsein, dass sie auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ihren Teil bezahlen.

    Alle anderen sind auf einen funktionierenden Sozialstaat angewiesen. Jetzt, wo es mir gut geht, tun die Steuern und Abgaben zwar weh, aber ich hab immer noch ein gutes Leben. Aber als Kind wär ich ohne Unterstützung eingegangen.
    Wenn ich und mein Nachbar in die Feuerversicherung einzahlen und es brennt beim Nachbarn: Dann bin ich doch froh, dass es mich verschont hat. Und motz nicht den Nachbarn an, warum er Geld von mir will…

  6. Nun-ex-Referendar meint: (20.5.2006 um 12:51) AntwortenReply to this comment

    Es ist wahrscheinlich (hoffentlich) weniger der Unmut gegenüber den Menschen, die Geld vom Staat empfangen. Eher ist der Unmut gegen die Daten- und Geldkrake Staat gerichtet, die von immer weniger arbeitenden (auch von nicht arbeitenden) Menschen immer mehr Geld bekommen will.

    Oft wird übersehen, dass nicht die bedürftigen Menschen (Sozialschmarotzer machen eher einen geringen Teil aus) Schuld an der horrenden Staatsverschuldung sind, sondern schlechte Politik von dummen oder korrupten oder irregeleiteten Politikern. Wenn Kurt Beck sich Stimmen kauft (jaja, ich weiß, pauschal), indem er immer mit einem Kuvert mit Geld zu Auftritten geht (hier ein neues Feuerwehrauto, da ein Fußballplatz), wird das auch nicht besser werden.

  7. hayom meint: (20.5.2006 um 13:10) AntwortenReply to this comment

    andersrum gefragt "Warum herr adam sollen wir ihre arbeitskraft kaufen ?"

  8. AC meint: (20.5.2006 um 13:19) AntwortenReply to this comment

    @1: Wenn es wirklich so ist, warum kann man dann nicht die Steuern entsprechend kuerzen und die Studenten nach Abschluss des Studiums als Kredit die Kosten abzahlen lassen? (Alternativ zum normalen Kredit koennte man die Universitaet oder ein Finanzinstitut auch direkt an allen kuenftigen Einkuenften des Absolventen beteiligen, aber da haetten wohl die meisten Leute verstaendlicher Weise etwas dagegen)

    @4: ALG1 ist eine Versicherungsleistung, aber darueber beschwert man sich doch im allgemeinen weniger. ALG2 ist das Problem, und das wird mit Steuermittlen bezahlt.

  9. Hootch meint: (20.5.2006 um 13:20) AntwortenReply to this comment

    Oh wie schön!
    Die Welt ist mal wieder schwarz und weiß!
    Die guten Leistungsträger und die bösen ALG2-Empfänger, Rentner und Studenten!

    Dass es Menschen gibt, die billigerweise immer nach den 'hau-druff'- (oder wahlweise dem 'Kopf-ab'-) Prinzip argumentieren, war mir klar – aber warum lässt es eine Zeitungredaktion zu, dass die Kommentare solcher altgewordenen Mittelschüler auch noch abgedruckt werden?

    Wann wird eigentlich K. Adam in Rente gehen? Ich weiß jetzt schon, welche Frage er sich gefallen lassen muss!

    Außerdem hoffe ich sehr für Herrn Adam, dass er niemals schwer erkrankt oder in einen Unfall verwickelt wird. Dann muss er sich nämlich die Frage gefallen lassen, warum ich für seine Behandlungskosten (Ein _Tag_ auf der Intensivstation kostet über 1000 Eur., ein Monat Dialyse (die meistens bis zum Lebensende erfolgen muss) kostet ca. 3000 Eur.) aufkommen muss.

    Wenn Herr Adam das Solidarsystem so ungerecht findet, kann er sich von mir aus gerne ausklinken – in allen Bereichen! Aber dann soll er bitte nicht jammern, wenn er plötzlich und unerwartet alt wird und Rente will (oder braucht) oder dem Chefredakteur die Kommentare nicht mehr gefallen und er gefeuert wird oder aber wenn Herz oder Niere nicht mehr mitmachen, der Arzt vor der Behandlung seine Kreditkarte sehen will!

    Grüße!

  10. A. John meint: (20.5.2006 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    @1: [Im Prinzip stimmt das schon.]
    Im Prinzip sind Politiker korrupte Schmarotzer.
    Im Prinzip sind Beamte faule Jammerlappen.
    Im Prinzip sind Kapitalisten raffgierige Kriminelle.
    Im Prinzip sind …..
    Im Prinzip machen diejenigen, welche als Sozialbetrüger die öffentlichen Kassen abzocken nichts anderes, als sich unsere Spitzenpolitiker zum Vorbild zu nehmen.
    Und grundsätzlich hat Konrad Adam keine blasse Ahnung, was er da schwafelt.

    @3: [Wir bewegen uns dort hin, wohin wir nicht wollen.]
    …. In Richtung Weimar. (hatten wir schon mal, ging gewaltig in die Hose).

    Gruß A. John

  11. ein Anonymus meint: (20.5.2006 um 13:22) AntwortenReply to this comment

    Sozialstaat funktioniert eigentlich so: Die, die grade genug haben, geben denen, die gerade brauchen. Und die, die jetzt genug haben, werden sicher irgendwann mal brauchen, gebraucht haben. Wenn ich studiere, werde ich erstmal kassieren (müssen, mangels alternativer Finanzierung), dann werde ich arbeiten gehen und blechen. Und im Alter mit ein wenig Pech wieder kassieren müssen (krank sein macht jetzt, mit nichtmal 20 schon keinen Spaß…).
    @Text: Das ist der Grund, warum ich mich niemand jemals bei einer politischen Betätigung finden wird, ich habe keinen Bedarf mich mit solchen Idioten respektive den Idioten, die denen zustimmen, abzufinden. Heute nörgeln sie, morgen fährt ihnen jemand in die Seite, und übermorgen haben wir einen querschnittsgelähmten Sozialfall. Und irgendwie bin ich mir sicher, dass wir dann etwas anderes zu hören/lesen bekommen werden.
    Leider gibt es noch keine "Brille" gegen geistige Kurzsichtigkeit. Ich glaube, das würde unsere Probleme schlagartig halbieren.

  12. DarthCopy meint: (20.5.2006 um 13:30) AntwortenReply to this comment

    @1: Nur ob die was dazu können ist eine ganz andere Frage (also die Arbeitslosen). Wie bereits gesagt wurde WOLLEN viele von ihnen ja wieder arbeiten – nur können sie nicht, weil sie nichts bekommen. Allerdings leben viele unserer Politiker und Reichen immer noch in der Mentalität einer Marie-Antoinette "Was, das Volk hat kein Brot mehr? Sollen sie doch Kuchen essen!" … das kann auf die Dauer nicht gute gehen, besagte Französische Kaiserin hat es den Kopf gekostet.

  13. Anonymous meint: (20.5.2006 um 13:45) AntwortenReply to this comment

    am besten wärs eh, wir geben mit 40 alle den Löffel ab…

  14. Heribert meint: (20.5.2006 um 14:10) AntwortenReply to this comment

    Das schöne: Ich habe das Gefühl, dass es langsam (zwar sehr langsam, aber immerhin) unter der Oberfläche das Brodeln anfängt. Politiker täten gut daran, die Sensoren dafür zu schärfen.

    Wenn ich mir die Kommentare und den Artikel so durchlese: Hey, Leute, es geht darum den Sozialstaat abzuschaffen. Es geht darum, ihn anders zu organisieren. Offensichtlich überfordert das aber alle, denn sofort kommen die grossen, dumpfen rhetorischen Keulen raus. Lasst einfach mal den Denkbalast beiseite und uns unvoreingenommen überlegen, wie man es besser machen kann.

    Dass es so nicht weitergeht, sollte langsam jedem klar sein. Auch wenn die Erkenntnis jetzt schmerzt. Wenn wir so weiter machen, dann schmerzt es später umso mehr.

  15. Heribert meint: (20.5.2006 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    zu 14: Natürlich meinte ich: "Hey, Leute, es geht _nicht_ darum den Sozialstaat abzuschaffen…"

  16. Gerhard meint: (20.5.2006 um 14:16) AntwortenReply to this comment

    Die Empfänger des Sozialstaates sind definitiv die falsche Adresse.
    Wer sich über die hohen Kosten des Sozialstaates aufregt, der soll doch einmal genauer hinschauen. Da ist zum einen ein Großteil Verschwendung zu Gunsten irgendwelcher Lobbygruppen und dann die Verschwendung innerhalb der Behörden selbst. Wie wäre es, wenn gesetzmäßig festgelegt werden würde, daß keine öffentliche Institution, die fremde Gelder verwaltet, mehr als 5% des Gesamtbudgets als eigene Kosten haben darf? Und die Instituionen, die es noch nicht einhalten, werden gezwungen, jährlich mindestens 2% der Kosten einzusparen.

    Ein anderes Beispiel sind Krankenkassen. Hier sorgt der Staat dafür, daß zum einen die Lohnanteile einen Mindestsatz nicht unterschreiben (ich glaube 12,5%). Krankenkassen, die effizient wirtschaften, werden zweifach bestraft. Zum einen dürfen sie nich so wie sie könnten und zum anderen werden ihre Überschüsse an die schlecht wirtschaftenden umverteilt. Dieses Verfahren schimpft sich Risikostrukturausgleich. Es gibt Krankenkassen in D, die würden bei einem Betragssatz von 4,5% noch im Plus liegen! Jetzt kommt die Argumentation, tjaa, aber die AOK hat so viele alte Menschen, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger. Die können die Beiträge gar nicht senken, daß ist eine Benachteiligung. Was passiert aber, wenn jede Krankenkassen, egal ob privat oder öffentlich, verpflichtet wäre, jeden Menschen aufzunehmen? Dann würde Oma Meier mit Sicherheit von ihrer Barmer, AOK o.a. zu der preiswerteren KK wechseln.

    Ein weiterer Gesichtspunkt, den unser Kommentator außer acht läßt, wäre der soziale Unfrieden. Die jetzigen Formen des Sozialstaates sorgen u.a. auch dafür, daß die Kriminalitätsrate einen neuen Tiefststand erreicht hat. Und der Sozialstaat sorgt dafür, daß Geld in den Umlauf kommt und eine gewisse Umverteilung stattfindet.

    Ich kann dem Herren (oder der Frau) nur empfehlen, deBono zu lesen und dann eine sogenannte PAMIR-Analyse zu machen. PAMIR ist eine Erfindung von meinen Schulungsteilnehmern und bedeutet:
    P = Plus – was spricht alles dafür, welche Vorteile
    A = Alternative – welche Alternativen bestehen
    M = Minus – was spricht dagegen, welche Nachteile
    I = Interessant – zu berücksichtigen, aber weder P noch M
    R = Risiko – welche Risiken liegen in der Entscheidung

  17. Sansiba_New meint: (20.5.2006 um 14:17) AntwortenReply to this comment

    @14 Heribert, Hey ich hab meine Keule noch in der Hand :-)

    Ich hab aber wirklich das Gefühl, dass Stück für Stück der Sozialstaat abgebaut wird.
    urd
    Ob man das jetzt Reform nennt, oder neu organisieren oder …
    Es geht doch immer darum, dass denjenigen, die gerade auf Hilfe angewiesen sind, ein Teil der Unterstützung weggenommen wird.
    Und wenn das klaglos ging, dann wird nochmals etwas weggenommen.

    Ich kann auch wahrhaftig keinen Fortschritt sehen:
    Hartz IV ist, für die betroffenen Arbeitslosen schlimm. Sie haben wirklich wenig, eigentlich zu wenig Geld. Und das ganze kostet mehr als vorher. Wo ist da die Verbesserung? Ich sag ja gar nicht, dass vorher alles gut war, aber jetzt wird es ja noch schlechter…

  18. lui meint: (20.5.2006 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    @gerhard(16): schönes System

    Ich will ja nicht lästern, aber den Reformwillen der Politiker kann mensch mit dem Vorschlag einer Begrenzung von Sozialleistungen auf Durchschnittseinkommen schnell testen ;-)

  19. Julius meint: (20.5.2006 um 15:04) AntwortenReply to this comment

    Mein Studium zahlen meine Eltern. Damit ich später auch mal meinen Kindern ein Studium zahlen kann und damit ich mal genug Geld verdiene um etwas zu ihrer Rente beizutragen.
    Sehr kurzsichtiger Beitrag. Zum Thema ALG wurde ja bereits genug gesagt.

  20. TH meint: (20.5.2006 um 15:04) AntwortenReply to this comment

    Sicher ist das sehr pauschal, es sind aber nunmal die Ausnahmen, die für Mißstimmung sorgen und weswegen man sich als "gewöhnliche, rechts- und gesetzestreue Steuer- und Beitragszahler" wie ein Depp vorkommt: Der ALG2-Empfänger, der keine Lust hat zu arbeiten, weil er dann nur unwesentlich mehr bekommt als für's Nichtstun oder weil er sich zu fein ist für "niedere Arbeiten"; der Student der Philosophie und Ägyptologie, den ich mit meinen Steuern mitfinanziere, obwohl schon zu 99% klar ist, dass er nach dem Studium nur die Arbeitslosenstatistik bereichern wird, nicht aber das Steuersäckel. Der Politiker, der mit seiner Steuerfreipauschale ohne Nachweispflicht und Dienstwagen überhaupt kein Problem damit hat, wenn diverse Steuervorteile beim Normalbürger gestrichen werden.
    Die Rentner, die ich mit meiner Rentenversicherung finanziere, obwohl ich genau weiss, dass ich dieses Geld eigentlich für meine eigene Altersvorsorge zurücklegen müsste, da bis ich in Rente bin das momentane Rentensystem eh kollabiert ist, und selbst wenn nicht, ich weniger von meinen Beiträgen wiederbekomme als wenn ich das Geld auf einem Festgeldkonto parken würde. Beamte, die mit meinen Steuergeldern um sich werfen können, ohne wirkliche Konsequenzen befürchten zu müssen
    Ich höre jetzt besser auf, mir kommt die Galle hoch…

  21. assassin meint: (20.5.2006 um 15:07) AntwortenReply to this comment

    Würde sich Herr Adam, wäre er benebelt vom Schleier des Nichwissens, auch noch gegen ein System von Transferleistungen aussprechen? (Lesetip: John Rawls "A Theory of Justice")

  22. Sansiba_New meint: (20.5.2006 um 15:12) AntwortenReply to this comment

    @19 Julius
    schön für dich.
    Und wenn deine Eltern sich's nicht leisten könnten?
    Wär's dann ok, wenn du eben nicht studieren könntest? Wär das wirklich gerecht?
    Und wenn du (was dir niemand wünscht) arbeitslos oder krank oder behindert wirst, ehe deine Kinder fertig sind: Sollen sie dann auch nicht studieren?

  23. Hootch meint: (20.5.2006 um 15:27) AntwortenReply to this comment

    @16: Völlig richtig!
    Hinzufügen möchte ich aber noch, dass die AOK (Ja, die arme, arme, 'Gesundheitskasse'), in jedem Kaff, dass mehr als 500 Einwohner hat, einen großen Neubau besitzt, wo hinter jedem Fenster ein Sachbearbeiter sitzt. Jedenfalls kommt es mir so vor.
    Warum brauchen wir in Deutschland eigentlich mehr als 300 (!) gesetzliche Krankenversicherungen? Jede mit einem riesigen Wasserkopf von Verwaltung? Und jede mit einem Aufsichtsrat, der mindestens 100000 Eur/a kassiert? (jetzt kommt bloß nicht mit dem Argument 'Arbeitsplätze' – das interessiert Opel, die deutsche Bank etc. auch nicht!)
    Sicher, wir brauchen einen Wettbewerb zwischen den KKs – aber dann bitteschön ohne gesetzliche Reglementierungen!
    Entweder der Risikostrukturausgleich ergibt Sinn (dann müssen ihn alle zahlen, also auch privat Versicherte) – oder der Wettbewerb soll entscheiden, welche die beste Krankenkasse ist.

    BTW, Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die weniger verdienen per Gesetz gezwungen sind, sich in einer der teureren (gesetzlichen) Krankenversicherungen zu versichern – im Gegensatz zu denen, die über der Beitragsbemessungsgrenze liegen und sich (günstig) privat versichern können! Das nur so am Rande…

    Grüße!

  24. Markus meint: (20.5.2006 um 15:33) AntwortenReply to this comment

    Was hier nur gelegentlich durchklingt, aber meines Erachtens sehr wichtig ist:
    Die Misswirtschaft mit den Geldern, die dem Staat bereits zufließen. Der jährliche Bericht vom Bund der Steuerzahler, eigene Erfahrungen, etc. sagen mir, dass wir unglaubliches Potential in schon vorhandenen Einrichtungen haben, das aber nicht sinnvoll eingesetzt wird.

    Hier in München gibt es ein ganz nettes Beispiel: Der Transrapid. Die Staatsregierung und die Bundesregierung wollen dieses Prestigeprojekt unbedingt durchdrücken. Die Argumente sind schwach, zumal die deutsche Industrie ja bereits bewiesen hat, dass sie das Teil konstruieren und bauen kann (in China).
    Die Finanzierung ist nicht gesichert, bewegt sich aber gerade nahe 2 Mrd EURO. Der Nutzen: Möglicherweise ein paar Minuten Zeitersparnis und möglicherweise mehr Ansehen für deutsche Ingenieurskunst.

    Die Umbenennung des Arbeitsamtes in Arbeitsagentur ist ebenfalls ein für mich völlig unverständlicher Vorgang.

    Jeder hier kennt sicher Beispiele aus seiner unmittelbaren Nähe (Straßenbau, sinnlose Förderung, etc.), die nur wieder ein Zeichen für fehlerhaftes Ausgabenmanagment sind.

    Das Problem: Niemand wird belangt. Und außerdem sind ja alles nur "Peanuts". Mal 5000 EUR hier, mal 1 Mio da…

    Ein zu großer Haufen Peanuts bringt aber auch das größte Schiff zum Kentern.

  25. Hootch meint: (20.5.2006 um 15:37) AntwortenReply to this comment

    Nachtrag zu #23:

    Wenn man die Anzahl der GKVen reduzieren würde und das damit einsparte Geld für die Versorgung der Kranken einsetzen würde, dann könnten sicherlich wieder mehr Medikamente verschrieben werden _und_ ein Assistenzarzt im Krankenhaus bekäme auch mehr Lohn als jetzt _und_ man könnte die Hausärzte für Ihre Papierarbeit angemessen bezahlen und, und, und….

    Grüße!

  26. Hootch meint: (20.5.2006 um 15:41) AntwortenReply to this comment

    @24 & für alle, die es noch nicht kennen:
    Die Vorteile des Transrapids in München, klar strukturiert und dargelegt von Edmund Stoiber:
    http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Audio/stoiber.mp3

    SCNR

    Grüße!

  27. Julius meint: (20.5.2006 um 15:42) AntwortenReply to this comment

    @22: Du hast mich glaube ich falsch verstanden. In dem Beitrag wurde die Frage aufegworfen mit welchem Recht ich das Geld bekomme.
    Für Leute deren Eltern sich kein Studium leisten können gibt es Bafög oder günstige Kredite.
    Ich arbeite übrigens auch während dem Studium um mir selbst Geld zu verdienen.
    Mich hat nur dieser pauschale Rundumschlag des Kommentators genervt gegen alle Nicht-Steuerzahler.

  28. Andre Heinrichs meint: (20.5.2006 um 16:08) AntwortenReply to this comment

    @23: Ich glaube, Du hast Dich nicht wirklich mit den GKVn beschäftigt. Ansonsten würdest Du jedenfalls nicht von einem Aufsichtsrat reden, den es meines Wissens nur(!) bei Aktiengesellschaften gibt. Mal ganz davon abgesehen, dass die Anzahl GKVn zuletzt bei 240 lag, was ich so gehört habe (aus der Branche).

    Der Risikostrukturausgleich ist so eine Sache für sich. Da werden teure Chronikerprogramme bezuschusst, die selbst aus Sicht der Kassen nichts bringen, aber durch die Zuschüsse lohnt es sich eben, möglichst viele Versicherte in solchen Programmen zu haben…

    Wer allerdings glaubt, die Fusion von Krankenkassen würde so schnell größere Geldmengen freisetzen, irrt. Immerhin müssten dafür einige hunderttausend Angestelle 'freigesetzt' (=entlassen) werden. Aber Arbeitslosengeld bekommen die dann ja nicht, und neue Jobs finden die sicher auch sofort. Nee, is klar.

    'nuff said.

  29. Hootch meint: (20.5.2006 um 16:52) AntwortenReply to this comment

    @28:
    Ich gebe zu, da hab' ich mich vertan!
    Ich ersetzte "Aufsichtsrat" durch "Chef von dem ganzen Gesumse".
    Außerdem mag es sein, dass es 'nur' 240 GKVen gibt. Die letzte Zahl, die ich in Erinnerung habe ist dreihundertirgendwas. Aber, wie dem auch sei, auch 240 KGVen sind ca. 200 zu viel!
    Und warum, mit verlaub, darf die deutsche Bank tausende von Stellen streichen (bei einem exorbitantem Gewinn), und die GKVen bei eventuellen Fusionen nicht? Wenn Marktwirschaft, dann doch bitte überall…

    Grüße!

  30. Holger meint: (20.5.2006 um 17:25) AntwortenReply to this comment

    Sowas macht mich sehr nachdenklich – und ich halte lieber nicht fest, an was mich der WELT-Artikel ansatzweise erinnert…

  31. genevainformation meint: (20.5.2006 um 17:31) AntwortenReply to this comment

    Ich frage mich ob diejenigen, die den Sozialstaat in Frage stellen, sich über die Alternativen klar sind.

  32. Anonymous meint: (20.5.2006 um 17:47) AntwortenReply to this comment

    Komisch dass immer so schnell mit "Argumenten" wie sozialer Kälte, der Abschaffung des Sozialstaates oder abstrusen Vergleichen argumentiert wird, wenn jemand das momentane System kritisiert.
    Kein Kritiker will den Sozialstaat abschaffen, es geht doch nur darum ihn wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzufahren, sich auf das Notwendige zu beschränken und nicht Geld rauszupulvern, welches der Staat nicht hat. Wo das ansonsten hinführt kann man sich doch leicht überlegen, das Geld wächst nun mal nicht auf den Bäumen. Falls doch bin ich der erste der sich den Forderungen nach einer Basisrente, einem Grundeinkommen, Studium mit staatlichem Taschengeld, Mindestlöhnen von 30 Euro/h mit automatischen jährlichen 25% Gehaltssteigerungen, Reichensteuer von 90% um die fiesen Geldsäcke endlich alle ins Ausland zu vertreiben, Managergehältern von maximal dem Durchschnittslohn eines Arbeites, Verbot von Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland und was es sonst noch so an naiven Forderungen gibt anschließt.

  33. Ben meint: (20.5.2006 um 18:21) AntwortenReply to this comment

    @32

    > Komisch dass immer so schnell mit “Argumenten”
    > wie sozialer Kälte, der Abschaffung des Sozialstaates
    > oder abstrusen Vergleichen argumentiert wird, wenn
    > jemand das momentane System kritisiert.

    Der einzige, der hier abstrus und herabsetzend argumentiert, bist doch du selber. Die meisten Kommentatoren hier haben Ihre Ansichten für einen Sozialstaat recht gut begründet.

    > Kein Kritiker will den Sozialstaat abschaffen,

    Ach? Wieso sollte ich dir das glauben?

    > es geht doch nur darum ihn wieder auf ein vernünftiges
    > Maß zurückzufahren, sich auf das Notwendige zu
    > beschränken und nicht Geld rauszupulvern, welches
    > der Staat nicht hat.

    Tja, dann erklär doch mal, warum der entsprechende FAZ-Mitarbeiter absolut gar keinen Verbesserungsvorschlag gemacht hat. Außer halt den, die Empfänger der Leistungen nochmals Pauschal anzugehen.
    Sorry, aber all dies erscheint mir auch deswegen unglaubwürdig, weil an den Leistungen seit Jahren gekürzt wurde, und dennoch immer mehr Leute arbeitslos werden. Werd mal konkret, wieviele der 5 Millionen Arbeitslosen sind deines Erachtens Schmarotzer? Und warum waren es vor 15 Jahren noch weniger, obwohl die damaligen Sozielleistungen besser waren? Über Druck auf Arbeitslose können wir gerne reden, aber erst in dem Moment, wo klar sichtbar ist, dass das Umfeld so gut ist, dass dieser Druck zu mehr führt, als zu Frust bei Leuten, die mangels Angebot dennoch nichts finden können.

  34. Andre Heinrichs meint: (20.5.2006 um 18:25) AntwortenReply to this comment

    @29: Ich persönlich finde es auch nicht gut, dass die Deutsche Bank bei riesigem Gewinn Stellen abbaut. Ich finde, man muss nicht unbedingt alles nachmachen, was andere (Firmen, Staaten etc.) vormachen.

    Wenn mich nicht alles täuscht, dann hat Deutschland doch immernoch eine 'soziale Marktwirtschaft'. Wobei ich im Moment das Gefühl habe, dass der Fokus immer weniger auf dem sozialen Aspekt liegt. Ich dachte, die Lektionen, die die Zeit der Industrialisierung gelehrt hat, wären verstanden worden. Aber scheinbar habe ich mich geirrt.

  35. Hootch meint: (20.5.2006 um 18:59) AntwortenReply to this comment

    @34:
    Lieber Andre,
    Wir liegen mit unserer Meinung gar nicht soweit auseinander, wie ich anfangs glaubte. Selbstverständlich möchte ich nicht, dass Arbeitsplätze verlogern gehen, weder bei Banken, noch bei Krankenkassen (oder sonstwo)! Vielleicht war ich da zu sarkastisch… sorry!
    Selbstverständlich bin auch ich ein Verfechter der _sozialen_ Marktwirtschaft. Nur ist es ein Fakt, dass die Marktwitschaft in Deutschland immer weniger sozialer wird.
    Ich bin nur der Meinung, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Einerseits regt sich kein Politiker (angemessen) darüber auf, wenn die Arbeitplätze eines Unternehmens irgendwohin ins Ausland verlagert werden, nur weil es dort billiger ist – Anderderseits darf man nicht eine von 240 GKVen dichtmachen, weil Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.
    Es reden immer alle von Marktwirtschaft – solange es ihnen passt. Aber sobald einige Lobbyisten einen Euro weniger in der Tasche haben, muss sofort umgedacht werden. Da läuft doch was falsch!!
    In diesem Sinne …

    Grüße!

  36. Sansiba_New meint: (20.5.2006 um 19:06) AntwortenReply to this comment

    @32 Anonymus:
    "Kein Kritiker will den Sozialstaat abschaffen, es geht doch nur darum ihn wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzufahren, sich auf das Notwendige zu beschränken und nicht Geld rauszupulvern, welches der Staat nicht hat."

    Vor fünf Jahren hätten wir gedacht, der derzeitige Zustand wäre schon jenseits von jedem vernünftigem Maß.

    Erst mal hat der Staat eine gewisse menge Geld. Bis zu einem gewissen Maß kann er sogar beeinflussen, wieviel Geld er bekommt. (Nicht beliebig, da die Leute einfach nicht mehr Geld ausgeben können als sie haben)

    Und dann geht es darum das Geld zu verteilen. Das hat etwas mit Prioritäten zu tun. Was ist wichtiger: Intakte Straßen oder intakte Kindergärten? Der neue Name der Bundesargentur oder eine sprachförderung für ausländische Schulanfänger? Viele Menschen hier wissen, dass eine Fehlentscheidung ihres Chefs reicht, und sie gehören auch zu den ALG II- Empfängern. Natürlich haben wir Angst, denn derzeit läuft jede Kritik am Sozialsystem darauf hinaus, dass zum Schluss die Ärmsten weniger bekommen. (Und ob ich da nicht auch mal dazugehöre hängt nicht ausschließlich von mir ab.)

  37. Ben meint: (20.5.2006 um 20:49) AntwortenReply to this comment

    Auch das mal wieder typisch: Nummer 32 lässt hübsch anonym eine kleine polemische Stinkbombe hochgehn, mit der erstmal alle, die teilweise sehr ausgewogene Argumente für den Sozialstaat gefunden haben, lächerlich gemacht und herabgesetzt werden.
    Sobald dann mal ein wenig fundierte Kritik an der Gestaltung der Aussage, sowie die Bitte erfolgt, auf konkrete Sachverhalte einzugehen (wie z.B. die unbestreitbare Tatsache, dass trotz wesentlich schlechterer Sozialleistungen als z.B. 1992 mehr Leute arbeitslos sind – alles Schmarotzer?), lässt sich Mr. Anonym nicht mehr blicken.

    Wozu auch, schließlich hat man polemisch ein wenig rumgepupst, seinen Müll abgelassen, und wird, so man es denn oft genug wiederholt, damit vielleich dennoch Erfolg haben. Wenn das der generelle Stil der sogenannten Sozialstaatskritiker ist, dann bin ich sogar eher für einen Sozialstaat Blüm'scher Prägung, als mich mit solchen Leuten in ein Boot zu setzen.

    :-(

  38. daFux meint: (20.5.2006 um 20:51) AntwortenReply to this comment

    Wenn ich zwischendurch bedenke, daß mich das Finanzamt letztes übelst abgezockt hat (jeder andere riskiert ein Verfahren wegen Wucher, will er sich das Achtfache des Zulässigen einsacken); ich eine Schlagzeile mitnehme, wonach wir gerade die höchsten Steuererhöhungen seit 1949 bekommen haben; ein Leiter einer anderen Abteilung beim Mittagessen von einem Mitarbeiter erzählt, der's hingeschmissen hat, weil er für 100 Euro weniger im Monat auch einfach zuhause sitzen kann … Da verstehe ich die Leute, die sich fragen, warum sie immer mehr Geld einwerfen sollen ohne einen gefühlten Gegenwert zu haben.

  39. SvenR meint: (20.5.2006 um 20:54) AntwortenReply to this comment

    Ach wie schön, lauter Gutmenschen. Ein paar (TH, Hootch, Anonymus, Heribert) nehme ich aus, die geben sich Mühe.

    Aber ansonste: Lauter Palow'sche Gutmenschen. Die vielen leidenden Armen und der böse, böse Konrad Adam, der denen alles weg nehmen will. Da muss man ja auch laut bellen.

    Ob nicht vielleicht ein Körnchen Wahrheit hinter dem stecken könnte, was Herr Konrad schreibt? Ob nicht Zynismus ein Stilmittel sein könnte?

    Also ich finde, man darf ruhig darüber nachdenken, ob alles, was mit dem Geld gemacht wird, dass man als Steuerzahler dem Staat zur Verfügung stellt, sinnvoll ist. Wenn es jetzt mit ALG II und Hartz IV allen so viel schlechter geht, warum wird dann viel mehr Geld gebraucht, als vorher. Und das, obwohl die Arbeitslosigkeit – wenn auch nur ein bischen – zurückgeht. Ich sage nur "Bedarfsgemeinschaft" – meiner Meinung nach sollten nicht die Steuerzahler die erste Wohnung eines 18 jähriger Arbeitslosen einrichten.

    Ich habe auch während meiner Ausbildungs- und Studienzeit bei meinen Eltern gewohnt, und wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, den Steuerzahler um eine Wohung inkl. Ausstattung zu fragen.

    Als ich mit meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau nach dem Studium zusammengezogen bin hatten wir einen Kleiderschrank, eine Bett, eine Couch, vier Stühle und eine Tisch. Unsere Küche war ein Kühlschrank und eine Doppelkochplatte (mit 220 V Anschluß). Alles zwischen 10 und 20 Jahre alt. Zwei Steroanlagen und einen Computer, die waren relativ neu. Nein, keinen Ferseher und keinen Videorekorder, keine Playstation, keinen DVD-Player etc. Auch keine Waschmaschine, da ist man halt zu den Eltern gegangen.

    Wenn man heute einer neuen Bedarfsgemeinschaft zur Verfügung stellen würde, käm er sofort wieder, der Pawlow'sche Reflex.

    Um es klar zu sagen – ich bin für den Sozialstaat: Es gibt auch keine Alternative! Starke Schultern müssen mehr tragen als schwache – aber wie viel mehr? Und dürfen schwache Schultern gar nichts tragen? Wo endet schwach, wo beginnt stark? Es ist soviel Geld in den Systemen vorhanden, es wird sogar immer mehr – und trotzdem soll es nicht reichen?

    Zum Thema Arbeitsplätze: "Ich persönlich finde es auch nicht gut, dass die Deutsche Bank bei riesigem Gewinn Stellen abbaut." Entschuldigung, aber Arbeitsplätze werden weder geschaffen, noch abgebaut, weil Sie oder ich das gut oder schlecht finden.

    Unternehmen schaffen einen Arbeitsplatz, wenn sie sich davon versprechen, dass der neu eingestellte Mitarbeiter den Gewinn absolut erhöht. Und umgekehrt. Das ist ein ganz einfaches Prinzip. Das geht natürlich nicht immer auf.

    Leider sind so viele Gutmenschen, Jammerlappen, Bedenkenträger und Geiz-ist-Geil-Ritter unterwegs – die verstellen einem die Sicht auf die wirklich Bedürftigen. Nochmal, die müssen unterstützt werden, auch von mir, sogar gern.

    Aber der Opelaner, der einen Neuwagen kauft, der kein Opel ist: Ich würde ihn 'rausschmeißen. (Achtung: Hier befindet sich wieder eine Überspitzung).

    Oder die Menschen, die angeblich für "gescheite" Lebensmittel kein Geld haben, die Ihre Kinder wegen der Praxisgebühr nicht zu Vorsorgeuntersuchungen zum Arzt bringen können – ich würde ihnen gern ihre Handies, Spielekonsolen, Premiere-Abos, Internet-Flatrates, Sonnenbrillen, Tattoos, breite Reifen, Spoiler und Subwoofer und ich weiß nicht was noch alles wegnehmen.

    Bevor sich ein Gutmensch aufregt. Ich weiß, das Kinder keine Praxisgebühr zahlen müssen. Und ich nehme keinem was weg.

  40. Udo Vetter meint: (20.5.2006 um 20:58) AntwortenReply to this comment

    Schmerzliche Einsichten zum Sozialstaat sogar bei der SPD – pünktlich nach der Steuererhöhung:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,417240,00.html

  41. SvenR meint: (20.5.2006 um 21:12) AntwortenReply to this comment

    @Udo Vetter 40: Sag ich doch. Übrigens: Sie sind aus der Liste der Gutmenschen ausdrücklich ausgenommen.

  42. Sansiba_New meint: (20.5.2006 um 21:59) AntwortenReply to this comment

    @39 SvenR:
    Naja, dass die Leute reihenweise von umziehen, liegt wohl vor allem an der seltsamen Denkweise der Harz-IV-Gesetze. Was erwartest du von jungen Arbeitslosen, denen du sagst, sie bekommen keinen Pfennig, auch keine Krankenversicherung, es sei denn sie zögen von zu Hause aus? Natürlich muss hier nachgebessert werden. Aber z. B. so, dass die Unterhaltspflicht von Eltern oder Freund/Freundin auch zu einer Mitversicherung bei der gesetzlichen Krankenkasse führt.

    Aber die Sichtweise muss anders herum sein.
    Zuerst wird festgelegt, was unantastbar ist. Das wird festgeschrieben und auch so kommuniziert. Dann, wenn die Sicherheit da ist, dass auch in schwierigen Lebenslagen die nötige Unterstützung kommt, kann man sich gern um die Auswüchse kümmern.

  43. Urmel meint: (20.5.2006 um 22:56) AntwortenReply to this comment

    Ich _werde_ solcherlei Fragen im übrigen tatsächlich gefragt. Allerdings nicht so höflich wie im Artikel nahegelegt. "Von meinem Geld leben" kenn ich genauso gut wie "sei wenigstens dankbar, dass wir dich mit durchfüttern".
    Mein möglichst frühes Ableben, damit "die Kassen" bzw. "wir" doch nicht mehr soviel zahlen müssen für so etwas wird nicht täglich, aber wöchentlich mindest einmal angemahnt.

    Ich arbeite 40 Stunden wöchentlich, mindestens. Sozialversicherungspflichtig.

    Allerdings bin ich Krüppel – ich fahre einen Rollstuhl. Und "sowas" kostet natürlich, die Kassen, die Gesellschaft, das Sozialamt. Mit welchem Recht eigentlich? Lohnt ja nichtmal, kriegt ja keiner was wieder ……

  44. Anonymous meint: (20.5.2006 um 23:00) AntwortenReply to this comment

    (Text gelöscht. Hart diskutieren ist o.k. Aber nur schimpfen und beleidigen – bitte woanders. U.V.)

  45. Rrabbit meint: (20.5.2006 um 23:23) AntwortenReply to this comment

    Das Problem ist doch ein ganz anderes:

    1.) Der Staat gibt Unsummen aus, ohne dass sich die Politiker ueber die Lenkungswirkung der entsprechenden Gesetze auch nur fuer 3 Euro Fuffzig Gedanken machen. Es waere nun wirklich keine Kunst gewesen vorherzusehen, dass bei Foerderung von geringfuegiger Beschaeftigung Vollzeitstellen in Teilzeitstellen umgewandelt werden, und dass sich dann diese Teilzeitstellen fuer viele nicht mehr lohnen, weil Hartz IV/Sozialhilfe oder wasauchimmer mehr Geld bringt.

    2.) Die Finanzen des Staates leiden unter der in den letzten 30 Jahren aufgebauten massiven Staatsverschuldung. Wobei zu der offiziellen Staatsverschuldung ja noch die praktisch gar nicht durch Rueckstellungen abgedeckten Pensionsverpflichtungen kommen.

    Es muesste also dem Waehler endlich gesagt werden: "so, auch wenn es sehr weh tut, ab sofort wird nur noch das ausgegeben, was hereinkommt. Sonst tuts spaeter noch mehr weh." Aber nein, bis jetzt hat noch jede Bundes- und Landesregierung weiter fleissig Schulden gemacht.

    Thomas

  46. Ben meint: (20.5.2006 um 23:28) AntwortenReply to this comment

    @45

    Tja, und wo soll gespart werden? Du siehst doch selbst, wie schwierig es ist – von der "weniger Staat"-Fraktion gibt es bis jetzt nur Pauschalbehauptungen und Beleidigungen, aber absolut keiner traut sich an eine *konkrete* und *allgemeingültige* Definition, was genau die neue Mindestsicherung sein soll, und wer sie bekommen darf.

  47. Anonymous meint: (20.5.2006 um 23:59) AntwortenReply to this comment

    @33,37

    Nochmal, auch wenn ich eigentlich dachte das wäre in meinem Ursprungsposting 32 deutlich geworden: Ich bin nicht _gegen_ einen Sozialstaat, genauso wie alle Kritiken am Sozialstaat, die ich bisher gelesen habe, nicht generell gegen den Sozialstaat sind. Ich will niemandem widersprechen, der für den Sozialstaat ist. Was mich nervt ist, dass Kritik an der momentanen deutschen Inkarnation des Sozialstaates sofort mit dem Totschlagargument "Wie kann man nur gegen den Sozialstaat sein????" abgebügelt wird, und man im Verdacht steht allen Menschen, die bisher schon wenig haben, noch mehr kürzen zu wollen, und wie man das nur wagen kann, pfui!
    Verbesserungsvorschläge liegen im Übrigen schon seit Jahren auf dem Tisch, diverse Gutachten von Sachverständigen und Experten gibt es haufenweise, nur leider ist die wirtschaftliche Realität eher unpopulär und wird lieber ignoriert.

    > Sorry, aber all dies erscheint mir auch
    > deswegen unglaubwürdig, weil an den Leistungen seit
    > Jahren gekürzt wurde, und dennoch immer mehr Leute
    > arbeitslos werden.

    Das eine hat mit dem anderen meiner Meinung nach nichts zu tun, weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Die Arbeitslosigkeitsquote ist ein Resultat der wirtschaftlichen Situation, nicht ob viel oder wenig Sozialleistungen gezahlt werden. Der Einflussfaktor ist auf der anderen Seite der Sozialleistungen, nämlich wo das Geld herkommt. Fakt ist, dass steigende Ausgaben im Sozialsystem nun mal irgendwie finanziert werden müssen. Wenn nicht genug Geld da ist, weil sich das Verhältnis von Einzahlern zu Beziehern verschoben hat, dann muss nun mal eingespart werden, ansonsten bleibt nur auf der Gegenseite eine höhere Abgabenquote, entweder jetzt über Steuern oder wenn die Schuldzinsen gezahlt werden müssen. Beides schadet der Wirtschaft und damit auch dem Sozialstaat. Das sind ganz simple Realitäten, die die Politik leider mit kurzfristigem Horizont und aus Populismus ignorieren kann. Kein Privathaushalt und keine Firma kann so wirtschaften, aber im Sozialsystem ist das okay?
    Nochmal zur Sicherheit: Ich will niemandem die Lebensgrundlage entzogen sehen, aber es gibt sicher genug Ecken, die Korrekturbedürftig sind, siehe die überspitzten Punkte aus 32.

    > Werd mal konkret, wieviele der 5 Millionen Arbeitslosen
    > sind deines Erachtens Schmarotzer?

    Wenige. Warum? Darum geht es doch gar nicht.

    > Und warum waren es vor 15 Jahren noch weniger, obwohl
    > die damaligen Sozielleistungen besser waren?

    Keine Ahnung, ob es vor 15 Jahren weniger waren. Ich sehe da keinen Zusammenhang. Vor 15 Jahren war allerdings mehr Geld da, da prozentual mehr ins Sozialsystem einzahlten, so dass Verschwendung nicht so ins Gewicht fiel.

    > Über Druck auf Arbeitslose können wir gerne reden,
    > aber erst in dem Moment, wo klar sichtbar ist, dass
    > das Umfeld so gut ist, dass dieser Druck zu mehr führt,
    > als zu Frust bei Leuten, die mangels Angebot dennoch
    > nichts finden können.

    Sicher sollte nicht pauschal mehr Druck ausgeübt werden, das macht keinen Sinn. Genauso wenig Sinn macht aber das Gießkannenprinzip, mit dem momentan Leistungen des Staates verteilt werden.

  48. TH meint: (21.5.2006 um 00:15) AntwortenReply to this comment

    @46:
    Du scheinst hier eine Simpel-Lösung zu erwarten, die sicher keiner liefern kann. Daraus kann man dann aber auch kaum schlussfolgern, das dann das momentane System besser so beibehalten wird.
    Aber um es mal sehr simpliziert zu sagen: Mindestsicherung wäre Nahrung, Wohnung, Gesundheit. Und dann wird geschaut, wieviel Geld im Sozialsystem danach noch vorhanden ist, und das wird ausgegeben bzw. verteilt. Das gilt für ALGII aber mehr noch für die Renten und vor allem für Subventionen aller Art. Und nicht andersherum denken: Wieviel Geld brauchen wir um Standard X zu erreichen, und dann schauen wir, wie wir das Geld eintreiben können. Das ist zu kurzsichtig und verschlimmert die Situation nur, auch wenn es erstmal im Moment allen besser geht, dank eines Schuldscheins auf die Zukunft.

  49. Sansiba_New meint: (21.5.2006 um 00:32) AntwortenReply to this comment

    @48
    Und wie sieht es aus mit Kleidung, (Schul-)Bildung, einem kleinen Taschengeld, Wasch- und Putzmitteln, Strom und Heizung?
    Wie mit Schulranzen, Beerdigungskosten? Braucht man eine Waschmaschine? Auch noch ein Telefon? Eine Busfahrkarte ?
    Naja, bald sind wir wieder da, wo wir jetzt schon sind.

    Würdest du dann den Beitragssätze der Nettozahler einfrieren ?
    Und das dann verteilen ?
    Oder lieber die Sparer, Arbeitnehmer, Arbeitgeber u.s.w
    fragen, wieviel sie denn gern geben würden? Dann seh ich erst mal schwarz allein für Nahrung,Wohnung, Gesundheit

  50. TH meint: (21.5.2006 um 00:48) AntwortenReply to this comment

    @49

    Wie gesagt, das war simplifiziert. Aber man kann nun mal nicht mehr ausgeben als man einnimmt, und die Einnahmenseite ist objektiv betrachtet nicht variabel sondern wird von der wirtschaftlichen Sitation vorgegeben (wieder vereinfacht: höhere Abgaben -> schlechere wirtschaftliche Situation -> mehr Ausgaben -> höhere Abgaben -> …; oder: Schuldenaufnahme = gleiches Problem, nur in die Zukunft verschoben).

    Beitragssätze einfrieren: Ja, das wäre wohl nötig. Oder direkt den Radikalschnitt: Alles aus Steuern finanzieren, bei entsprechender Besteuerung aller Einkunftsarten. Wozu brauchen wir getrennte System. Wir haben progressive Steuersätze, da müssen nur noch die Steuerschlupflöcher geschlossen werden…. okay, ich träume … :-)

  51. Markus meint: (21.5.2006 um 01:11) AntwortenReply to this comment

    @50 (TH)

    Tja, und der liebe Herr Kirchhof wurde abgeschossen, als man ihn nicht mehr als Werbeträger verwenden wollte.
    Jetzt spricht keiner mehr über ihn.
    Hab auch schon lange nichts mehr von der Merz'schen Steuervereinfachung gehört. Transparenz wäre der erste Schritt.

    Letztlich vermitteln Staat und Gesellschaft nur noch eines: Jeder ist sich selbst der Nächste. Traurig, aber dieses Gefühl hat sich wohl unter dem Volk ausgebreitet.

  52. Rrabbit meint: (21.5.2006 um 08:52) AntwortenReply to this comment

    @46: @49: es gibt jede Menge Staatsausgaben, die einfach nur Verschwendung oder voellig absurd sind. Damit kann man mal anfangen. Beispielsweise macht es ueberhaupt keinen Sinn, wenn Unternehmen Investitionen im Ausland in D steuerlich gewinnmindernd abschreiben koennen, aber die im Ausland angefallenen Gewinne dann in D nicht steuerpflichtig sind. Damit finanziert der Staat die Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland, dümmer gehts nümmer.

    Aber selbst wenn dem so waere, dass alles offensichtliche Einsparmoeglichkeiten ausgeschoepft waere: man kann nicht einfach dauerhaft mehr Geld ausgeben als man verdient. Die Zinszahlungen fressen heute schon 20% der Staatseinnahmen, und wenn die naechste Zinshochphase kommt, dann wird das richtig bitter.
    Es gibt fuer den Staat nur zwei Moeglichkeiten:
    - Steuern erhoehen
    oder
    - weniger ausgeben
    Die Moeglichkeit "weiter so verschwenden wie bisher" existiert nicht.
    Das fuehrt nur dazu, dass spaeter noch haerter gespart werden muss.

    Thomas

  53. Sansiba_New meint: (21.5.2006 um 09:54) AntwortenReply to this comment

    @52 Rrabbit

    Wenn ich ernsthaftes Bemühen sehen würde, jede Verschwendung und alle sinnlosen Ausgaben abzuschaffen, würde ich auch nicht so allergisch reagieren.
    Wenn einfach klar wär: Alle müssen sparen, wir fangen ganz oben an (bei den richtig großen Beträgen) und hören bei den Gullideckeln mit Stadtwappen noch lange nicht auf: Dann kann man in dem Zug auch gern den einen oder anderen Zopf in der Sozialgesetzgebung abschneiden.

    Aber so wie's jetzt ist: Uns geht das Geld aus, also suchen wir uns den, der sich am wenigsten wehren kann, und der bekommt dann halt weniger. Genau wie letztes Jahr, und vorletztes Jahr, also das geht nicht. Das macht mir Angst. Wie gesagt, wenn ich 50 bin, und kein Arbeitgeber meine Künste mehr will, kann es sein, dass ich unter genau den Bedingungen leben muss, die wir hier den (ironie) "Sozialschmarozern" (\ironie) aufzwingen.

  54. Jings meint: (21.5.2006 um 11:07) AntwortenReply to this comment

    Laßt bitte die Rentner aus dem Spiel. Wenn ein Rentner jahrzehntelang mit seinen nicht geringen Beiträgen die Renten anderer bezahlt hat, muß er sich für die eigene Rente nicht bedanken. Btw: Bin selbst nicht Rentner.

  55. M.D. meint: (21.5.2006 um 11:41) AntwortenReply to this comment

    @ 39 SvenR:

    Danke für deinen Beitrag.

    Er verdient vollumfängliche Zustimmung und und eigentlich dürfte man das auch noch etwas pointierter bringen. Ich bin nur zu faul so viel wie du zu schreiben.

    Oder doch zwei Beispiele als Anmerkungen:

    Letzthin auf einer Fete fragte mich einer, dass seine Bank mit der Zwangsversteigerung seiner Wohnung droht, da er seit zwei Jahren keine Zinsen und Tilgungen mehr geleistet hat. Was er denn machen könne. Es drängte sich aber gleich ein anderer ins Gespräch und meinte nur stolz, dass er es fünf Jahre und drei Monate geschafft hätte, bis die Bank ihn draußen gehabt hätte. Die ganze Zeit hat er sozusagen mietfrei gelebt. Heute hat ihn seine HartzIV Berarter als Sachbearbeiter bei einer VHS untergebracht. Er lebt glücklich und zufrieden mit seiner Verbraucherinsolvenz.

    Ich holte bei einem Mandanten einige Unterlagen ab. Er musste noch suchen und so machte ich Konversation mit seiner Mutter. Diese, einige ehemalige Managerin, erzählte mir stolz, dass sie acht Jahre Arbeitslosengeld bekommen hatte. Da gäbe es einen Verein in Bochum, der hätte tolle Tipps für sie gehabt. Augenblinzelnd sah sie mich an und hob hervor, dass das aber heute nicht mehr geht.

    Noch Fragen zu unser gesellschaftlichen Situation.

  56. TH meint: (21.5.2006 um 12:12) AntwortenReply to this comment

    @54

    Sicher muss sich kein Rentner für seine Rente bedanken, aber auch hier gilt nun mal: Das Geld muss irgendwo her kommen. Es ist ja leider nicht so, dass die damals eingezahlten Beiträge der heutigen Rentner angespart wurden und heute ausgezahlt werden. Es ist abzusehen, dass der heutige Arbeitsnehmer seine eingezahlten Beitrage nicht mehr herausbekommt. Und wenn nicht über Steuern querfinanziert würde wäre das System eh längst zusammengebrochen. Und es wird definitiv immer schlimmer, die demographischen Fakten bestehen schliesslich heute schon.
    Da kann ich kein Verständnis mehr dafür aufbringen, wenn meine RV-Beiträge steigen, oder gejammert wird dass die Renten nicht mehr automatisch steigen.

    PS: Da man ja hier vorsichtig sein muss: Natürlich sollten die Renten derjenigen Rentner, die am unteren Ende der Skala liegen, mit der Inflation Schritt halten.

  57. TH meint: (21.5.2006 um 12:24) AntwortenReply to this comment

    @53 Sansiba_New

    Da hast du sicherlich recht, dass eigentlich an anderen Stellen zuerst gespart werden müsste. Aber leider leider wird das real so nicht passieren, dass alles in einem großen Abwasch aufgeräumt wird. Es gibt Tausende von sinnvollen und dringend notwendigen Einsparmöglichkeiten und Reformprojekten, genau wie es passend dazu tausende Lobbygruppen gibt, die genau dort nicht sparen wollen, denn erstmal müsste schließlich an ganz anderen Ecken reformiert werden. Und so kommen wir kein Stück oder nur in Minischrittchen weiter, wie die letzten Jahre/Jahrzehnte deutlich gezeigt haben.
    Irgendwann in naher Zukunft sind wir dann völlig vor die Wand gefahren und dann ist das Geschrei groß, wie das denn sehenden Auges passieren konnte.

  58. Rrabbit meint: (21.5.2006 um 14:32) AntwortenReply to this comment

    @54: die deutsche Rentenversicherung ist leider ein Pyramidenspiel, dem der Nachwuchs ausgeht. Die in die Rentenkasse einbezahlten Beitraege sind bereits ausgegeben. Bist du heute erst 30, dann solltest du dich schonmal darauf vorbereiten, erst mit 70 in Rente zu gehen, und dann trotzdem deutlich weniger Rente zu bekommen als heute noch ueblich.

    Thomas

  59. Rrabbit meint: (21.5.2006 um 14:39) AntwortenReply to this comment

    @53 @57: Tja, und das alles mit der zaehlbaren Unterstuetzung der deutschen Waehler. Jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient, oder so.

    Thomas

  60. Tina meint: (21.5.2006 um 15:05) AntwortenReply to this comment

    Es gibt und gab immer schon Klevere ,die das System ausnutzen und andere,die das zu finanzieren haben.So kannte ich zu meiner Schulzeit keinen Lehrer,der krank geworden wäre(leider aus meiner damaligen Sicht),und keinen Arzt,der sich in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet hat-fast alle haben bis an ihr Lebensende gearbeitet!Heute kenne ich ,ohne viel nachdenken zu müssen ,auf Anhieb einige "Vorruhestandskollegen",die klevere Typen sind ,die aber bei einigem guten Willen noch arbeiten könnten-wenn,ja wenn die pekuniäre Verlockung nicht zu gross gewesen wäre.

  61. Gerhard meint: (21.5.2006 um 15:51) AntwortenReply to this comment

    Vielleicht sollten all diejenigen die Angst um ihr Geld haben, sich mal die wirklichen Zahlen anschauen:
    Die durchschnittlichen Rentenzahlungen betrugen 2004 monatlich:
    Arbeiter LVA 598,-
    Angestellte BfA 812,-
    Knappschaft 1.266,-
    (Quelle: Bundesamt für Statistik)

    Das Problem der gesetzlichen Rentenversicherung liegt hauptsächlich darin, daß sich bestimmte Personengruppen davon ausschließen können. Das sind diejenigen, die über der Betragsbemessungsgrenze liegen und die Beamten. Beide Gruppen leben in relativer wirtschaftlicher Sicherheit und beide Gruppen haben sich von der Gemeinschaft entsolidarisiert.
    Wir sollten uns wirklich mal Gedanken darüber machen, wie wir diese Gruppen der gesetzlichen Rentenversicherung zuführen. In meine Augen sind diese Gruppen die eigentlichen Schmarotzer am Sozialstaat. Jeder Beamte schädigt die Gemeinschaft auf mindestens zweifache Weise, einmal leistet der keinen solidarischen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung obwohl er abhängig Beschäftigter ist und dann schädigt der die Gemeinschaft dadurch, daß er Anspruch auf lebenslange Pension erhebt. Und das in einer Höhe, die im Verhältnis zu anderen abhängig Beschäftigten unverschämt ist.

    Und wenn wir nach Schweizer Vorbild jeden der Geld verdient, anteilig am gesetzlichen Umlageverfahren beteiligen würden, also auch Selbständige und Freiberufler, dann stimmt Norbert Blüms Aussage: "Die Renten sind sicher!"

    Ich würde sogar noch weitergehen und eine allgemeine Grundsicherung für alle festlegen. Jeder, der in dieser Gesellschaft zu Hause ist, hat das Anrecht auf durch Steuern finanzierte Grundsicherung – ohne wenn und aber.

  62. Holli meint: (21.5.2006 um 16:16) AntwortenReply to this comment

    Abgesehen davon, das ich selbst ALG-II Empfänger bin, habe ich auch schon über 20 Jahre in die Allgemeinkassen ein gutes Portiönchen eingezahlt. Als derzeitiger Aktivjobber – aus der Überzeugung heraus, das es gut ist durch diese Sozialtätigkeit der Gesellschaft etwas für die empfangene Leistung zurückzugeben – lerne ich viele andere ALG-II Empfänger kennen.
    Wer nun glaubt dort einen Pfuhl von arbeitsscheuem Gesindel zu finden, der irrt gewaltig. Vielmehr bewerben sich dort ALG-II Empfänger initiativ, um eine Arbeit (und ein wenig mehr Geld) zu bekommen. Sicher gibt es "Schnorrer", aber in welcher Firma sitzen keine Gehaltsempfänger die eher mitgeschleift werden, als das sie aktiv zum Betriebserfolg beitragen?
    Es stinkt mir ein wenig, wie aufgrund einiger schwarzer Schafe eine Millionengruppe(!) verurteilt wird.

    Ich frage mich auch warum es – wie immer – darum geht Abgaben einzuschränken: Bei der Heilfürsorge, in den Schulen und Universitäten und bei den Menschen die durch eine geänderte Arbeitsmarktsituation keine Arbeit finden. Teilweise definitiv NIE eine Arbeit finden, die es ihnen ermöglicht – menschenwürdig – selbst für ihr Leben zu sorgen.

    An der Arbeit liegt es nicht, nur wird diese – in der BRD unversteuert – hauptsächlich von Maschinen oder im Ausland (in allen Bereichen) von "Billigarbeitskräften" gemacht.

    Mir ist es absolut unverständlich weshalb VOLLZEIT-Arbeitskräfte in Deutschland ein Anrecht aus ALG-II Zuzahlung erwerben können. Nein, das Problem ist in diesem Fall nicht zuviel ALG-II Geld, sondern einfach ein Lohn der unter dem Existensminimum liegt. Auf der anderen Seite streichen Aktionäre und Vostände erbarmungslos stets steigende Renditen ein, welche – mit Geld ist vieles möglich – sogar weitgehend steuermindert weiter investiert (aber eben nicht verkonsumiert!) werden.

  63. TH meint: (21.5.2006 um 16:45) AntwortenReply to this comment

    @62 Holli

    Die Frage ist natürlich ob du als jemand der aktiv versucht sich aufzurappeln und Arbeit zu finden nicht auch hauptsächlich mit ALGII-Empfängern gleicher Art zusammen triffst. Die schwarzen Schafe bekommst du eventuell gar nicht zu sehen, da die sich diese Mühe nicht machen. Du hast wohl recht, dass das ein kleiner Prozentsatz ist, aber solange es diese Personen gibt und vor allem sich nichts am System ändert, obwohl die Defizite und Lücken bekannt sind, solange knirsche ich mit den Zähnen, wenn ich die Abgabenquote auf meiner Gehaltsabrechnung sehe.

    Auf Aktionäre und Vorstände zu schimpfen ist ja seit einiger Zeit groß in Mode, und ich bin der Meinung das Aktiengewinne genau wie "normale" Einkünfte den üblichen Steuern und Sozialabgaben unterworfen werden sollten. Ansonsten sind Firmen aber nicht mit dem Staat zu vergleichen. Firmen sind nunmal darauf ausgerichtet, Geld zu verdienen. Wenn ein entsprechender Vorstand mit entsprechendem Gehalt das Mittel dazu ist, dann ist das in einer freien Marktwirtschaft hinzunehmen. Das gleiche gilt für Investitionen statt Verkonsumierung. Die Investitionen sind ja nicht Selbstzweck sondern sollen größere Renditen in der Zukunft ermöglichen, was wiederum Arbeitsplätze erhält oder schafft. Von Firmen Handlungen zu erwarten, die bewusst nicht der Firma sondern der Gesellschaft nutzen ist realitätsfern. Das schöne ist aber, das eine erfolgreiche Firma letztendlich automatisch über Steuern, Arbeitsplätze etc. der Gesellschaft nutzt. Verkonsumierung dagegen nutzt der gesamten Gesellschaft langfristig überhaupt nichts, weder bei Firmen noch bei Einzelpersonen. Trotzdem geistert diese Vorstellung ja auch fröhlich immer wieder durch die Politik(er)landschaft.

  64. Holli meint: (21.5.2006 um 17:16) AntwortenReply to this comment

    @63 th
    Sicher gibt es AUCH unter den Arbeitslosen schwarze Schafe – nur wieviel Geld muss investiert werden, um diesen Personenkreis dazu zu bringen aktiv am Produktioneprozess teilzunehmen?

    Du schreibst von "freier Marktwirtschaft". Das halte ich fuer gefaehrlich, denn bislang war ich der Meinung mich in einer "sozialen Marktwirtschaft" aufzuhalten. Und in einer solchen erscheint es mir legitim mich an die Aussage "Eigentum verpflichtet" zu erinnern. Damit meine ich deutlich nicht das Heer der arbeitenden Bevölkerung, das es sich erlauben kann von dem mit eigenen Händen (Hirnschmalz) selbst erarbeitetetem Geld einen schönen Urlaub zu genehmigen, sondern eben den Personenkreis der ausschliesslich durch die imaginäre Ware/Dienstleistung Geld zu persönlichem Besitz gelangt.

    Auch deine Betrachtung zu Investitionen ist "kommentarwürdig" (nicht boese gemeint), denn wie kann es angehen, das Firmen (immer auch unter dem sozialem Gesichtspunkt betrachtet) auf den Aktionärsversammlungen sowohl die erhöhten Renditen als auch das Streichen von Arbeitsplätzen ankündigen? Weitere Arbeitsplätze werden auch geschaffen – aber dank Globalisierung eben nicht in der BRD, da hier die Kosten zu hoch sind.

    Bei dem Thema Konsum scheine ich die Volkswirtschaft so gänzlich missverstanden zu haben, denn bislang war ich der Meinung das gerade der Kosum (breite Kreislauf des Geldes) der Wirtschaft hilft. Geld, das bei dem _normalen_ Verbraucher _über_ ist, wird für einen Restaurantbesuch, neue Kleidung oder den Erwerb eines neuen Autos ausgegeben. Dieses Geld erhält Arbeitsplätze und führt zu einem Nachfrageverhalten bei den Zulieferern. Wenn diese Nachfrage gestillt ist, erst dann wird "investiert. Geld welches in Aktien, Rentenfonts oder ähnlichem geparkt wird, schafft keinerlei Arbeitsplätze oder Nachfrageverhalten bei Zulieferern. D.h. der Kreislauf ist unterbrochen und Kapital wird dem Kreislauf entzogen.

    Wenn immer weniger Menschen (in Deutschland) ihr Geld mit dem Herstellen von Autos verdienen, wo soll dann hier das Geld für neue Autos bei den Verbrauchern herkommen?

    Schönen Sonntag noch,
    Holli

  65. TH meint: (21.5.2006 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    @64 Holli

    Stimmt, "soziale Marktwirtschaft", sorry.
    Und bzgl. des von dir angesprochenen vermögenden Personenkreis abseits der arbeitenden Bevölkerung stimme ich durchaus zu, deswegen müßten eben alle Einkommensarten gleichermaßen den Abgaben unterworfen werden, egal ob Lohn, Mieteinnahmen, Aktien, Zinserträge etc.

    > denn wie kann es angehen, das Firmen (immer auch
    > unter dem sozialem Gesichtspunkt betrachtet) auf
    > den Aktionärsversammlungen sowohl die erhöhten
    > Renditen als auch das Streichen von Arbeitsplätzen
    > ankündigen?

    Die Firmen müssen nunmal wettbewerbsfähig bleiben. Was nutzt es, wenn die Arbeitsplätze nicht gestrichen werden, weil ja Geld da ist, welches dann eben nicht anderweitig investiert wird, und 5 Jahre später hat die Konkurrenz der Firma aufgrund niedriger Produktionskosten einen großen Marktanteil geklaut. Spätestens dann sind die Arbeitsplätze auch futsch.

    > Weitere Arbeitsplätze werden auch geschaffen – aber
    > dank Globalisierung eben nicht in der BRD, da hier
    > die Kosten zu hoch sind.

    Tja, das ist sicherlich ein Problem. Globalisierung hat eben nicht nur Vorteile wie z.B. billigere Waren aus dem Ausland. Wobei objektiv (oder provokant, wie man es nimmt) betrachtet und jenseits von Patriotismus und Eigennutz ja auch die Frage ist, ob das aus sozialer Sicht etwas Schlechtes ist. Außerhalb Deutschlands leben auch Menschen, die Arbeit möchten. Oder hört der soziale Gedanke automatisch an der Landesgrenze auf?

    Konsum: Du hast recht wenn es um den Sparstrumpf oder Bargeld im Bankschließfach geht. Bei Aktien oder Ähnlichem stimmt der Ausdruck "parken" aber nicht. Dieses Geld wird durchgereicht an Firmen, Banken und Gesellschaften, welche es investieren oder als Kredit an Staat oder Bürger weiterreichen, es liegt nicht irgendwo herum. Wenn von diesem Geld zu wenig zu Verfügung steht, dann wird es teurer (höhere Zinsen, wenn eine Firma Geld für Investitionen braucht oder jemand einen Baukredit), und die Wirtschaft wächst langsamer. Steht viel davon zur Verfügung ist es günstig, es kann viel investiert werden, die Wirtschaft wächst. Konsum dagegen ist ein Einmal-Effekt, der zwar kurzfristig sicherlich nutzt, dessen Effekt dann aber schnell verpufft. Aber für Politiker ist das natürlich eine prima Variante, den erstmal sieht es ja dann nach Aufschwung aus, wenn der Staat ein Konsumprogramm auflegt, z.B. irgendwo Gebäude bauen lässt damit die Bauwirtschaft brummt.

  66. Holli meint: (21.5.2006 um 18:26) AntwortenReply to this comment

    :) Wir sollten uns ein Getränk holen und unter 4 Augen diskutieren…

    Zu den meinen wirtschaftlichen Betrachtungen: Sicher haben wir das Problem das unsere nationale Wirtschaft eingebunden ist in die Weltwirtschaft – allen voran die USA.

    Zu Aktienkapital. Dieses Geld ist nicht real existent, denn Aktienwerte sind ausschliesslich ein Phantasiewert. Sicher gibt man reales Geld aus um Aktien zu erwerben, aber der Wert ist in der Wertsteigerungsphantasie festgeschrieben.

    Zu Konsum: Ein Büroblock macht keinen Aufschwung. Du scheinst aber zu übersehen, dass bei meinem Beispiel (Konsum) von dem erwirtschafteten Ertrag Zuliefererleistungen bezahlt werden, welche wieder Arbeitsplätze finanzieren. Diese Arbeiter konsumieren wieder – der Kreis schliesst sich. Inkl. Steuern und Sozialabgaben. Auch der Abbau von Abbau von Arbeitsplätzen, welche durch Automaten ersetzt werden "stiehlt" in diesem Kreislauf Konsummasse. Ein Geldautomat zahlt keine Steuern. Siehe dazu auch meine Betrachtungen in meinem Blog: http://hkhh.dyndns.org/blog/?p=13

    Gruss,
    Holger

  67. TH meint: (21.5.2006 um 20:09) AntwortenReply to this comment

    Mit dem Aktienkapital kann ich dir nicht ganz folgen. Wenn ich mir statt eines Konsumgutes Aktien eines Unternehmens kaufe, dann nutzt dieses Unternehmen mein Geld z.B. für Investitionen. Als Gegenleistung bekomme ich Dividenden oder profitiere (hoffentlich) beim späteren Verkauf von Kurssteigerungen.
    Der Kauf eines Konsumgutes finanziert sicherlich auch Arbeitsplätze beim Hersteller, aber anteilsmaessig deutlich geringer, da im Gegensatz zum Aktienkauf der Firma nicht mein ganzes Geld zur Verfügung steht, sondern nur der Überschuss.
    Versteh mich nicht falsch, es ist sicherlich gut wenn konsumiert wird (bevorzugt dann bitte inländische Produkte :). Sparen bzw. Investieren bringt der Wirtschaft aber im Vergleich mehr. Der Konsum kommt dann automatisch als Ergebnis einer wachsenden Wirtschaft, durch zusätzliche Arbeitsplätze, die Geld unter die Leute bringen, aber auch unabhängig davon: wenn die wirtschaftlichen Aussichten gut sind, dann wird auch mehr konsumiert, während bei schlechter Wirtschaftslage oder wenn klar ist, dass hier ein Sozialsystem auf Pump finanziert wird und die Schulden uns in nicht ferner Zukunft wieder als Steuererhöhungen einholen, automatisch mehr gespart wird.

    Jetzt guck' ich mal in dein Blog, ob ich da meinen Senf auch noch loswerde, bevor das Wochenende vorbei ist :-) Hier schweifen wir wohl mittlerweile auch etwas vom Ursprungsthema ab.

  68. holli meint: (21.5.2006 um 20:37) AntwortenReply to this comment

    Wenn diene Theorie stimmt, naemlich das Firmen das eingehendes Kapital nutzen um Arbeitsplätze zu errichten, wieso werden dann bei steigenden Gewinnen Arbeitsplätze abgebaut? Seltsam – oder?

    Bei Aktienkauf nutzt die AG dein Geld ausschliesslich dann, wenn Du als Erstzeichner kaufst. In jedem anderen Fall profitiert ein Aktienbesitzer und nicht die Firma von deinem Kauf.

  69. Rrabbit meint: (21.5.2006 um 20:40) AntwortenReply to this comment

    @67: nein, wenn du Aktien eines Unternehmens an der Boerse kaufst, dann bekommt nicht das Unternehmen dein Geld, sondern der vorherige Inhaber der von dir gekauften Aktien.

    Thomas

  70. me 2 meint: (21.5.2006 um 20:48) AntwortenReply to this comment

    "Wenn Herr Adam das Solidarsystem so ungerecht findet, kann er sich von mir aus gerne ausklinken – in allen Bereichen!" Zitat Hootch
    Geht ja nicht. Soviel Freiheit darf man den Deutschen nicht zugestehen. Denn wenn die Leute erst einmal merken wie überflüssig so ein Krakenstaat wie unserer ist, dann werden ja plötzlich auch die unzähligen Politiker und Beamten überflüssig. Und wer macht sich selbst schon gerne überflüssig?

    Davon das Solidarität die auf Zwang beruht ihren Namen nicht verdient, will ich gar nicht anfangen.

  71. TH meint: (21.5.2006 um 20:50) AntwortenReply to this comment

    @69 Rrabbit:

    Na gut, das stimmt wenn ich die Aktien nicht kaufe wenn sie ausgegeben werden. Dann hat aber der Vorbesitzer oder Vorvorbesitzer die Aktien vom Unternehmen gekauft. Worauf es mir ankam: Letztendlich sind Aktien ein Instrument für Unternehmen, um Kapital zu bekommen, welches sie für den Geschäftsbetrieb bzw. für Investitionen benötigen. D.h. in Aktien investiertes Geld ist nicht nutzlos für die Wirtschaft.

  72. TH meint: (21.5.2006 um 20:54) AntwortenReply to this comment

    @68 Holli

    > wieso werden dann bei steigenden Gewinnen
    > Arbeitsplätze abgebaut? Seltsam – oder?

    Ich würde da jetzt keinen direkten Zusammenhang sehen. Arbeitsplätze werden abgebaut, um in Zukunft konkurrenzfähig und rentabel sein, unabhängig davon ob man das im Moment ist oder nicht.

    > Bei Aktienkauf nutzt die AG dein Geld ausschliesslich
    > dann, wenn Du als Erstzeichner kaufst. In jedem anderen
    > Fall profitiert ein Aktienbesitzer und nicht die Firma
    > von deinem Kauf.

    Die Firma würde ihre Aktien gar nicht erst loswerden, wenn für den Käufer nicht die Möglichkeit bestünde diese auch wieder zu verkaufen.

  73. F.R. (Psycho-Blog) meint: (21.5.2006 um 21:48) AntwortenReply to this comment

    Ich habe jetzt keine Zeit, die Kommentare durchzulesen, aber was den einleitenden Beitragstext anbelangt: Volle Zustimmung!

    Insbesondere was von Peer Steinbrück oder von Wolfgang Clement an Äußerungen kommt, spottet jeder Beschreibung. Für Clement sind HartzIV-Empfänger pauschal verdächtig. Und Steinbrück begründet die Erhöhung der Mehrwertsteuer öffentlich (letzte Woche irgendwann im ZDF Heute Journal) damit, dass man es "von den kleinen Leuten" nehmen müsse und nicht "von den Großen" nehmen kann, weil diese ihr Kapital sonst aus Deutschland abziehen würden (Inhalt sinngemäß wiedergegeben). Sozialdemokraten? *lol*

    Zu Merkel mag ich mal nichts sagen. Von ihr selber hört man in der Sache ja relativ wenig. Was so oder so gedeutet werden kann.

  74. Rrabbit meint: (21.5.2006 um 22:34) AntwortenReply to this comment

    @71: dass bei einer Erstzeichnung das Geld ins Unternehmen fliesst, war mal so. Sieht heute haeufig anders aus.

    Thomas

  75. TH meint: (21.5.2006 um 22:46) AntwortenReply to this comment

    @73 F.R.
    Es ist natürlich eine bittere Erkenntnis und passt nicht zur populistischen Forderung, doch bitte erstmal Geld bei den Reichen einzusammeln, aber trotzdem steckt da eine wirtschaftliche Wahrheit drin: Auch die Besserverdienenden sind nur bis zu einer gewissen Grenze belastbar, bevor diese entweder abwandern oder die Mehrarbeit, mit der sie nicht selten ihr höheres Einkommen erwirtschaften, einstellen, weil sich diese aufgrund entsprechender Spitzensteuer und -abgabensätze nicht mehr lohnt. Warum soll ich mir an einem 14-Stunden-Tag den A… abarbeiten, um dann auf den dadurch erzielten Mehrverdienst soviel Steuern und Abgaben zu zahlen, dass sich das letzendlich kaum noch lohnt. Dann lasse ich es doch direkt ganz, bin mit weniger Einkommen, einem normalen 8-Stunden-Arbeitstag und dafür mehr Freizeit zufrieden. Verlierer ist dann unser Sozialsystem, in das ich dadurch weniger einzahle. Ist das dann sozial?
    Bevor jetzt das Argument mit den "starken Schultern" kommt, die auch mehr zu tragen haben: Es wird gerne ignoriert, dass genau zum Zwecke der Mehrbelastung von "starken Schultern" bereits progressive Steuersätze existieren, d.h. Besserverdienende zahlen prozentual bereits mehr Steuern von ihren höheren Einkommen. Es macht keinen Sinn, auf diese Steuersätze noch weiter draufzusatteln, es muss einfach sichergestellt werden, dass sich den jetzigen Steuersätzen keiner durch Steuertricks und -schlupflöcher entziehen kann.

  76. Sansiba_New meint: (21.5.2006 um 23:04) AntwortenReply to this comment

    @ 75 TH
    Wenn du nur mehr 8 Stunden arbeiten würdest, könnte ein Arbeitsloser die restlichen 6 Stunden arbeiten. Damit hätte er wohl sein Auskommen und wär nicht mehr auf das Sozialsystem angewiesen.
    (Und du hättest auch noch ein Privatleben :-) )
    Also wenn die Lenkungswirkung so wär, wär es ja optimal. Bin mir aber nicht ganz sicher, ob das dann wirklich so läuft.

  77. SvenR meint: (21.5.2006 um 23:59) AntwortenReply to this comment

    @55: Da könnte ich heulen. Genauso schlimm: Meine Mutter hatte auch mal eine Mieterin, großer Name, großes Auto, große Klappe, die hat die Mietzahlung im zweiten Monat eingestellt. Es stellte sich dann bald heraus, dass sie ofiziell von Sozialhilfe lebte, keinen Mietkostenzuschuss (oder wie auch immer das heißt) beantragt hatte und deshalb keine Miete zahlen könnte. Die Vermieterein kann natürlich keinen Mietkostenzuschuss für seinen Mieter beantragen. Wir mussten nur unangenehm, nicht einmal ungesetzlich werden, um Sie aus der Wohnung herauszubekommen. Wie die dann aussah, mochte ich am späten Sonntagabend nicht beschreiben.

    Ich frage mich manchmal auch, warum Menschen soviel Energie aufwenden, um ohne Arbeit Einkommen zu erzielen. Die könnten teilweise mit weniger Aufwand einen ganz normalen Job machen…

    (Sicherheitshalber schreibe ich es noch mal: Es gibt viele Bedürftige, und die müssen durch den Sozialstatt unterstützt werden)

    @61: Sie schrieben: "Das Problem der gesetzlichen Rentenversicherung liegt hauptsächlich darin, daß sich bestimmte Personengruppen davon ausschließen können. Das sind diejenigen, die über der Betragsbemessungsgrenze liegen und die Beamten."

    Also ich liege glücklicherweise auch über der Beitragsbemessungsgrenze und muss in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. Meines wissens nach können sich nur Selbständige, echte Freiberufler (also keine angestellten Anwälte oder Ärzte), Beamte und ganz "große" Angestellte, so ab Vorstand "drücken".

    Außerdem ist das ein zweischneidiges Schwert: Wenn man alle in die Rentenversicherung einzahlen lässt, dann erwerben alle auch Ansprüche. Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob das für die, die im System schon drin sind, von Vorteil ist.

    Sie schrieben: "Die durchschnittlichen Rentenzahlungen betrugen 2004 monatlich: Arbeiter LVA 598,-, Angestellte BfA 812,-, Knappschaft 1.266,-"

    Meiner Kenntnis nach sind in diesen Zahlen nur die Altersrentner, sondern auch Witwen- und Waisenrentner, Frührentner, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrentner enthalten. So eine isolierte Zahl ist auch nicht wirklich aussagekräftig. Richtig hilfreich sind nur Netto-Haushaltseinkommen.

    @68: Sie schrieben: "…wieso werden dann bei steigenden Gewinnen Arbeitsplätze abgebaut?"

    Ich schrieb: "Unternehmen schaffen einen Arbeitsplatz, wenn sie sich davon versprechen, dass der neu eingestellte Mitarbeiter den Gewinn absolut erhöht. Und umgekehrt. Das ist ein ganz einfaches Prinzip. Das geht natürlich nicht immer auf."

    @73: Sie schrieben: "…'von den kleinen Leuten' nehmen müsse und nicht 'von den Großen' nehmen kann, weil diese ihr Kapital sonst aus Deutschland abziehen würden".

    Wo wohnen Boris Becker, Michael und Ralf Schumacher, Claudia Schiffer, Thomas Gottschalk im Moment – um nur ein paar Namen zu nennen, die mir gerade einfallen? Wo wird "Milchreis"-Müller demnächst hinziehen? Ach so, das ist nur wegen der Sonne und der besserern Luft. IMHO gibt es nichts flüchtigeres als Kapital. Wieviele "kleine Leute" haben ein Konto in der Schweiz und/oder Liechtenstein?

    Wieviel Geld kommt zusammen, wenn Sie von jedem "richtig Reichen" 1000 EUR bekommen, wieviel, wenn Sie von jedem 1 EUR bekommen?

    @76: Ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Wir leben zwar in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, aber so kleinteilig ist es halt nicht, das man jeden Job mit Überstunden auf mehrer Menschen verteilen kann. Je qualifizierter, desto schwieriger – ist meine Befürchtung.

  78. Der Mann vom Gericht meint: (22.5.2006 um 08:31) AntwortenReply to this comment

    @ 61 (Gerhard):
    Willkommen am Stammtisch!

    Zuerst mal kann sich der Beamte gar nicht aussuchen, ob er in die gesetzliche Versicherung will oder nicht. Von einer Entsolidarisierung kann also gar nicht die Rede sein, da das eine bewusste Entscheidung voraussetzen würde.

    Zudem wird bei den Beamten eines gerne vergessen: deren Brottogehalt ist, da sie keine Sozialversicherung zahlen, niedriger als bei vergleichbaren Berufsgruppen in der freien Wirtschaft. Wenn der Staat diese Differenz nicht ordentlich verwaltet und dann das Geld für die Pensionen knapp wird, kann man das wohl kaum den Beamten anlasten.

    Und wo wir schon bei der "unverschämten" Höhe der Beamtenpensionen sind: Während das Gros der Rentenempfänger nach wie vor ihre Rente nicht versteuern muss, sieht das bei den Beamten anders aus. Die müssen ihre Pensionen nämlich versteuern, bis sie den Löffel abgeben. Wenn man Ihrer Argumentation folgt, könnte man also genausogut sagen, dass es eine Unverschämtheit sei, dass sich Rentenempfänger mit dem Beginn des Rentenbezuges aus der Solidargemeinschaft verabschieden. Das behauptet zu Recht allerdings – fast – niemand.

  79. Gerhard meint: (22.5.2006 um 09:29) AntwortenReply to this comment

    @78: Die Entscheidung, Beamter zu werden geschieht unbewußt??

    Weil das Bruttogehalt niedriger ist, ist auch der Steueranteil niedriger!

    Wenn verglichen werden soll, dann bitte die Nettogehälter!

    Aus dieser Perspektive ist eine Versteuerung der Pensionen gerechtfertigt. Denn die Renten von Angestellten und Arbeitern sind Versicherungsleistungen, deren Beiträge schon versteuert wurden. Und die Rentnereinkommen müssen später noch einmal versteuert werden!

    Und dann noch eins: Wie hoch ist das Risiko eines Beamten in Deutschland, arbeitslos zu werden?

    Und natürlich ist der Staat schuld, schließlich verwaltet er die Differenz nicht ordentlich.

  80. cmi meint: (22.5.2006 um 10:01) AntwortenReply to this comment

    @53: volle zustimmung, genauso empfinde ich auch. an die (aus bürgersicht) dicken fische traut man sich nicht heran, unnötiger bullshit wird finanziert, aber sozialausgaben werden wieder und wieder gekürzt. mein vater ist seit einigen jahren arbeitslos, über 50 und in unserer immer mehr alternden "jugend ist geil"-wirtschaft ist die chance, dass er jemals wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt wird, gleich null. mein vater verzichtet jetzt freiwillig auf algII, weil er mit einem kleinen nebenjob fast genausoviel kriegt, aber halt ohne den "käfig" hartzIV. soviel zum thema "warum arbeiten, wenn man doch auch algII kassieren kann".

    dieses geschreibsel gutverdienender kommentatoren hier kann man zum teil nicht ernstnehmen, da diese _nie_ die erfahrung machen mussten, algII zu beziehen. das ist nicht "ich geh mal zum amt und kassiere ohne aufwand fürs nichtstun fett kohle".

    es wird eine spaltung der gesellschaft herbeigeführt. da sind auf der einen seite die, die nicht mehr viel haben und auf der anderen seite die gutverdiener, die sich fragen warum sie eigentlich soviel abgaben zahlen müssen. die angehörigen der mittelschicht werden mittelfristig der einen oder der anderen seite angehören. der blick wird dabei immer wieder auf die schmarotzer gelenkt und der eindruck aufgebaut, dass die das problem unserer gesellschaft sind, nicht die lobbys und nutzlosen millionenausgaben.

    wieviel schmarotzer gibt es wohl? wieviel arbeitslose und algII-empfänger gibt es? und jetzt noch mal die frage: wieviel schmarotzer gibt es wohl objektiv?

    in diesem land wird nur herumrepariert und immer wieder darauf gehofft, dass es irgendwann mal wieder besser werden muss. den neuen gegebenheiten wird nicht rechnung getragen, frische ideen haben keine chance, stattdessen wird gekürzt, gekürzt, gekürzt. als ob dadurch 5mio. leute (oder auch nur 1mio) wieder in arbeit kommen.

    vielleicht sollte man den politikern mal verklickern, dass "reform" normalerweise kein synonym für "kürzung" ist.

  81. Der Mann vom Gericht meint: (22.5.2006 um 10:02) AntwortenReply to this comment

    "Die Entscheidung, Beamter zu werden geschieht unbewußt??"

    Sorry: Ich wusste nicht, dass Sie mich mißverstehen _wollen_.

    Es ging mir bei meinem Kommentar natürlich nicht um die Entscheidung, Beamter werden zu wollen, sondern darum, dass man als Folge dieser Entscheidung nicht mehr die Wahl hat, an der gesetzlichen Sozialversicherung teilzunehmen.

    Ich habe übrigens auch gar nicht gesagt, dass die Besteuerung der Pensionen ungerecht ist. Das habe ich nicht mel gemeint.

    Und mit der Unkündbarkeitskeule kann man natürlich immer alles rechtfertigen. Auch den seit Jahren stattfindenden Netto-Gehaltsschwund im Vergleich zur Wirtschaft. Von daher habe ich mit dem von Ihnen vorgeschlagenen Vergleich der Netto-Gehälter überhaupt kein Problem.
    Hier sei dazu ein kurzes Zitat erlaubt (Nr. 15 aus dem Threat "Richter fahren nach Lourdes"): "zum geld: ursprünglich war das system mal so gedacht dass der beamte bedeutend weniger verdient als in der industrie, aber dafür etwas vom staat bekommt das mit geld nicht aufzuwiegen ist – lebenslange soziale sicherheit."
    Da kann man sich mal überlegen, ob die große Schar der Kritiker im Stile von "der öffentliche Dienst ist komplett faul und liegt uns nur auf der Tasche" sich nicht langsam mal einig werden sollte, ob die Beamten jetzt zuviel verdienen – oder zu Recht zuwenig ;-)

    Ich denke aber, das alles ist ein Thema, über das man ewig lange diskutieren kann, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Letztlich wird man nie zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen.

  82. Björn meint: (22.5.2006 um 11:43) AntwortenReply to this comment

    Es ist schon erschreckend, wie viele Leute auch hier dieser mentalität folgen. eigentum ist nur vom staat unter gewissen voraussetzungen gewährt. und man muss moralisch die andere Seite anschauen, leute die großteils unschuldig sich ein leben lang keinen luxus leisten können. in einer gesunden gesellschaft gäbe es hier keinen einzigen kommentar, weil jeder der diesen artikel liest einfach nur den kopf schütteln würde und sich fragen, wer solche marktradikalen menschenverachtenden vollidioten überhaupt wählt. aber anscheinend macht die propagandamaschine mit INSM und co. gute gehirnwäschearbeit.

  83. thfkoch meint: (22.5.2006 um 12:29) AntwortenReply to this comment

    Tja, das kann man allenthalben beobachten: Die Verteilungsmasse wird geringer, also sinkt die Laune. Das Miteinanderumgehen wird deutlich kälter, Ichbezogenheit wächst. Wahrscheinlich ist es zu einfach, dies als "Neo-Liberalismus" oder "Fratze des Kapitalismus" zu bemänteln, denn in Wirklichkeit ist das wohl ein stammesgeschichtliches Problem, gewissermaßen genetisch. Nur, die in diesem Blog versammelten Kältedenker mögen eines bedenken: Wenn sich die epochale Kälte derer, die Verteilungsbedingungen bestimmen, wiederholt, wiederholt sich womöglich auch die Gegenbewegung der Betroffenen… Und ich fürchte, dass es dann schneller und schlimmer kommen wird als im vergangenen Jahrhundert. Also sollten wir lieber jetzt vernünftig sein. Manche nennen das auch christlich.

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