Gebremste Neugier
Mein Handy klingelt. Ich melde mich. Der Anrufer, Rufnummer unterdrückt, schweigt.
“Hallo? Was kann ich für Sie tun?”
“Ich wollte hören, wer Sie sind. Die Nummer in meinem Handy. Sie haben mich angerufen.”
“Schon möglich. Wenn Sie mir sagen, wer Sie sind, kommen wir vielleicht weiter.”
“Nö, lieber nicht.”
“Okay, dann eben nicht.”
Aber da hat er schon aufgelegt.
Ob das vielleicht ein eifersüchtiger Ehemann war?
.oO( was hat ein Strafverteidiger eigentlich mit Scheidungen zu tun? )
@2, Torsten: Du heißt Torsten, falls das deine Frage war.
Vielleicht hat ein ehemaliger Mandant sein Handy verkauft und unsauber seine Telefonliste gelöscht, gibt sicher viele Möglichkeiten….
Ich frag mich nur, wieso Udo Vetter (der ja zuerst angerufen hat), seinen Namen nicht sagen wollte. Wäre das Gespräch beim ersten Versuch zustande gekommen, hätte sich Udo Vetter doch auch namentlich gemeldet, denke ich.
Ich will mich nicht beschweren (ich finde auch diesen Blog spitze), aber ich habe das Gefühl, daß Anwälte auch im Alltag tendenziell alles juristisch wasserdicht halten, was darin resultiert, daß der juristisch ungebildete Normalbürger (wie ich) immer denken, sie machen alles falsch.
Würden Anwälte ihren Alltag nicht juristisch wasserdicht halten, wären sie sicher spätestens dann keine Anwälte mehr, wenn sie jemand in einem Prozess quer kommen.
Im Beitrag steht: "Ich melde mich." Das tue ich immer mit meinem Namen.
Klasse! Das hat etwas surreales, beinahe Monty-Python-haftes an sich.
Und wenn er diesen Text hier liest, weiß er nun, wer dran war.
@ Udo Vetter:
Ach so! Das rückt die Geschichte in ein völlig neues Licht. Ich hatte das "Ich melde mich" ein "Hallo?" oder was ähnlich anonymes interpretiert, was natürlich das ganze Gespräch völlig anders auf den Leser wirken läßt. Ein Alltagsmißverständnis also! :-)