Veronica Ferres schaltet auf Warp
Veronica Ferres möchte 10.000 Euro von einem Blogger. Und noch mal 1.500 für ihren Anwalt. Warum? Andreas Lazar hatte auf seiner Filmseite Moviebazaar auch seine 35 “Hasslinge” aus der Schauspielerzunft gewürdigt. Platz 3 bis 1 nahm Veronica Ferres ein.
Die dortigen Texte gefielen Frau Ferres gar nicht. Laut Andreas Lazar ging es bei seinen Äußerungen um Ferres “Aussehen, ihre Karriere, ihre Stimme und ihr Talent”. Das war, räumt Lazar selbst ein, “nicht freundlich, wohl auch beleidigend, darunter unter anderem ein Vergleich der Ferres mit William Shatner. Nackt.”
Den Wahrheitsbeweis wird Andreas Lazar hier gaaaaaaaanz sicher nicht antreten können. Aber es gibt ja auch noch andere Elemente der Meinungsfreiheit, die eine Rolle spielen könnten: Ironie und Sarkasmus sind bislang anerkannte Stilmittel, zumindest in der Vor-Ferres-Ära.
Unbekannt ist übrigens bisher noch, welches Schmerzensgeld William Shatner verlangt.
Nein, also der letzte Satz… – made may day!
Langsam muss man sich doch wirklich überlegen, ob man seinen Webspace/Blog nicht in den USA oder auf einer Südseeinsel hosten lässt… Würde das gegen Abmahnungen helfen?
Vielleicht würde gegen Abmahnungen manchmal auch ein wenig Reflexion helfen, um sich z.B. klarzumachen, dass man sich hier im öffentlichen Raum bewegt und dass Aussagen über eine Schauspielerin mit dem Wortlaut (Text editiert. U.V.) nunmal ganz veritable Beleidigungen darstellen.
Wer den kompletten abgemahnten Text lesen möchte, der klicke hier:
(Text editiert. U.V.)
Huch, warum editiert? Ihr Klient?
Wenn schon, möchte ich – grundsätzlich – wegen eigener Äußerungen verklagt werden. Deshalb habe ich die Zitate und den Link entfernt.
Anscheinend war der beanstandete Text schon Ende letzten Jahres zu lesen. Ohne die Abmahnung würde sich wohl kein Mensch dafür interessieren….:-)
@6: Zu erwähnen, daß es für die Neugierigen http://www.archive.org/ gibt, sollte aber ok sein!? ;-)
Ich finde die beanstandeten Zeilen sind in Anbetracht der Bekanntheit vollkommen in Ordnung. Kalkhofe ist seinerzeit auch nicht zimperlicher mit unseren "Stars" umgegangen.
Wenn ich mal eine Prognose wagen darf:
Diese Abmahnungen im Auftrag von Politikern, Promis, Firmen etc. könnten sich langfristig als Schuss ins Knie erweisen. Dann nämlich, wenn die Abmahnwelle einen neuen maritimen Trend kreiert: "Off-Shore-Blogging".
Denn spätestens mit einem auf den Caymans gehosteten Blog, registiert auf Kuddel Daddeldu, muß man nicht mehr die geringste Rücksicht auf Promis und ihre Anwälte nehmen, sondern kann in ungeahnten Dimensionen vom Leder ziehen…
Die archivierte Version ist nicht die abgemahnte.
Eigentlich hatte ich gerade die Headline "Jetzt auch noch die Ferres" getippt. Dann habe über Google die Äußerungen in einem Forum nochmal gefunden. Ich mag ja auch gern Deftiges – aber das sind zu platte Beleidigungen. Sicher, Abmahnen ist aus kommunikativ-strategischer Sicht immer dumm. In diesem Fall aber hätte Frau Ferres mein Verständnis, wenn sie dem Herrn mit körperlicher Gewalt begegnet wäre.
@ Andy-andreas-lazar.de
Äh Andi, wenn ich mir deine Seite so anschaue, und dass was ich mir so über das Netz besorgen konnte, dann wäre mein wirklich gutgemeinter Vorschlag: Weiterhin versuchen (und zwar ernsthaft) kontakt mit der Dame aufzunehmen und dich privat zu vergleichen. Diese Tour mit den Beleidigungen vermischt mit einer leicht verschämten Ironie muß nicht; kann aber durchaus auch nach Hinten losgehen.
Hab jetzt mal Briefe an alle drei Postadressen auf ihrer Website verfaßt und Mails in die entsprechenden Richtungen losgeschickt, vielleicht kommt eine ja durch. Neues dann bei mir.
@ Andy-andreas-lazar.de
Der Voyeur in mir ist begeistert.
Aber wenn ich die Dame wäre, dann würde es mir leichter fallen mit dir umzugehen wenn dieser Umgang nicht vor den Augen der öffentlichkeit stattfindet. Ich will wirklich nicht den moralinsauren Onkel spielen, aber im Zweifel hat die Dame (mit Geld) einfach den längeren Atem.
Nun ja, die Drohung mit den 10.000 schwebt jetzt ja schon einen guten Monat über meinem Kopf, ohne daß ich von der Ferres oder dem Anwalt gehört hätte. Und Kleinbloggersdorf ist hierzulande noch keine so große Öffentlichkeit, daß ein unverhältnismäßiger Druck entstehen würde, wie es bei traditionellen Medien wohl der Fall wäre, aber andererseits kann etwas Licht in die Sache nach meinem Dafürhalten nicht schaden, da es sonst nur ich in meinem kleinen Kämmerlein vs. Staranwalt in Berlin heißen würde. Auf diese Weise steigen wenigstens meine Chancen, nicht unweigerlich den Kürzeren zu ziehen.
> Und Kleinbloggersdorf ist hierzulande noch keine so große
> Öffentlichkeit, daß ein unverhältnismäßiger Druck entstehen
> würde
Das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Liest sich ansonsten in Kleinbloggersdorf eher umgekehrt. Scheint mir aber die durchaus zutreffendere Ansicht zu sein.
Wayne's interessiert, kann <a href="http://www.andreas-lazar.de/2006/10/das-thing.htm" rel="nofollow">hier</a> (http://www.andreas-lazar.de/2006/10/das-thing.htm) bei mir ein bißchen mehr von mir zu den verschiedenen Versionen meiner Äußerungen über die Ferres lesen.
Was passiert eigentlich, wenn man wie im obengenannten Fall jemanden verunglimpft, sich es dann besser überlegt, den Beiträg löscht und die Beleidigung etc. trotzdem für den Rest der Tage im Googlecache auffindbar ist??
Merkt sich Googles Cache nicht nur die jeweils aktuellste Version einer Seite?
Im Google Cache steht die jeweils letzte Version. Und die kann einige Jahre alt sein.
Ich habe in letzter Zeit einge Male Google dazu auffordern müssen, eine Seite ein zweites Mal zu besuchen. Das ist leider gar nicht so einfach: Anmeldung, robots.txt einige Tage warten…
Und die Male in denen die Suchbegriffe nicht auf der verwiesenen Seite vorhanden waren, kann ich gar nicht mehr zählen.
Manueller Trackback zum Abschluß des Falles: andreas-lazar.de/2007/01/fall-ferres-finis