26.3.2007

Adressen-Trödel

Telefon- und Handynummern dürfen an Kunden nur zugeteilt werden, wenn diese sich identifizieren. Dies gilt auch für Prepaid-Karten, obwohl die Mobilfunkbetreiber hier gar keine Kundendaten benötigen. Gegen die gesetzliche Regelung haben Bürger Verfassungsbeschwerden erhoben. In einer Stellungnahme ans Bundesverfassungsgericht verteidigt die Bundesregierung, wenig überraschend, den Adressenhunger der Behörden, berichtet beck-aktuell.

Die Kläger beanstanden dagegen, dass die Namen und Adresse der Anschlussinhaber ohne konkreten Verdacht abgefragt werden dürfen. Hierdurch würden sämtliche Anschlussinhaber unter Generalverdacht gestellt. Auch sei nicht ersichtlich, welchen konkreten Nutzen die Kompletterfassung biete.

Gerade letzterer Punkt erschließt sich mir auch nicht. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ein Beschuldigter bei Taten von einigem Gewicht in letzter Zeit eine Mobilfunkkarte verwendet hätte, die auf seinem Namen registriert war. Stattdessen stand die Polizei fast immer bei verdutzten Leuten vor der Tür, deren alte Prepaidkarten den Weg auf einen Trödelmarkt gefunden hatten.

21 Kommentare zu “Adressen-Trödel”

  1. Tribble meint: (26.3.2007 um 13:44) AntwortenReply to this comment

    Frage: Läßt sich in Durchsuchungsfällen bei die Polizei denn überzeugen, nicht den Kartennutzer vor sich zu haben? Wahrscheinlich wird ein Vielzahl von SIM-Karten nicht mehr von den ursprünglich Registrierten genutzt. Und von Kriminellen mit einer Mindestintelligenz bestimmt schon gar nicht.

  2. Andreas Klein meint: (26.3.2007 um 13:58) AntwortenReply to this comment

    Neben den Verbrechern und Terroristen gibt es ja noch andere Berufszweige, die ab und zu mal eine Handynummer brauchen, die nicht auf den eigentlichen Besitzer zurück zu verfolgen ist (z. B. Journalisten, Anwälte …) – und 5,00 € zahlen für eine neue Handynummer mit 10,00 € Guthaben ist doch ein gutes Geschäft! Natürlich ist keine Registrierung erforderlich, da die Karten bereits vom freundlichen Händler – nennen wir ihn mal Ali, Ümit oder Achmed – voraktiviert wurden … mir doch egal, wem die Schläger auf die Pelle rücken! ;)

  3. Udo Vetter meint: (26.3.2007 um 13:59) AntwortenReply to this comment

    Wenn sich die Straftat (Menschenhandel) in Düsseldorf zugetragen hat und die Karte – wie jüngst geschehen – auf einen weiblichen Azubi bei der Ludwigshafener Stadtverwaltung registriert ist, reicht schon mal eine Erklärung.

    Meine sonstigen Erfahrungen sprechen aber dagegen, Prepaidkarten weiter zu geben. Es sei denn, man mag es, wenn die eigene Wohnung durchsucht wird.

  4. Malte meint: (26.3.2007 um 14:05) AntwortenReply to this comment

    In Thailand ist es auch nicht besser: Konnte man damals noch Prepaid-Karten für 2 Euro an jeder Ecke kaufen (inkl. 50 Cent Guthaben), so muss man seit 2006 seinen Namen und Adresse angeben. Die alten – ohne Namen ausgegebenen – Karten mussten entweder nachträglich auf einen Namen registriert werden oder verfielen Mitte 2006.

  5. IB meint: (26.3.2007 um 14:11) AntwortenReply to this comment

    War nicht genau dieser "Mißstand" immer das Hauptargument, wenn es um so Gedönse wie IMSI-Catcher und deren Uuuuunbedingte ging? *kopfkratz* Irgendwie können die sich auch nicht entscheiden, was sie wollen – bzw. wollen "alles" und zwar von "allen", fürchte ich.

    Aber gut, daran zweifelt ja eigentlich eh keiner mehr. Könnte jemand mal ein paar Leutheusser-Schnarrenbergers mehr in die Quatschbude setzen?

  6. Mark meint: (26.3.2007 um 14:22) AntwortenReply to this comment

    Bei Computern mit Internetanschluss und DRM, wird es sicher auch bald so kommen. In DRM gegossene Filter machen dann auch eine Zensur super einfach.

  7. San Benschu meint: (26.3.2007 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    Im "ach so schlimmen" China kann man sich an jeder Strassenecke prepaid-karten kaufen, fuer die man sich nicht registrieren lassen muss. Anders waere es wahrscheinlich bei diesen Menschenmassen nicht moeglich…

  8. Klaas meint: (26.3.2007 um 14:38) AntwortenReply to this comment

    In England ist es möglich (zumindest 2005), Prepaid-Karten einfach so zu kaufen, z.B. von Virgin Mobile. Einfach hingehen, Karte verlangen, 10 Pfund inkl. Startguthaben zahlen und gut ist. Da fragt niemand nach irgendwelchen Daten, warum auch, dem Mobilfunkanbieter kann ja kein (finanzieller) Schaden durch Prepaid entstehen. Nur hier in D muss wieder alles reguliert und erfasst werden…

  9. wurstikus meint: (26.3.2007 um 15:33) AntwortenReply to this comment

    @8:

    Hätte vom Airstrip One anderes erwartet..

  10. Peter Fisch meint: (26.3.2007 um 16:25) AntwortenReply to this comment

    Statt zur deutschen Prepaid vom Trödel lieber gleich zur ausländischen Prepaid greifen, die problemlos in D roamt, wie beispielsweise eine (anonyme) spanische oder österreichische… dann haben die Ermittlungsbehörden noch eine weitere Hürde.

  11. Aldi meint: (26.3.2007 um 17:03) AntwortenReply to this comment

    Bei den Aldi Handys gibt es die Möglichkeit sich online registrieren zu lassen! Wer Onlineregistrierungen kennt weiss was da alles möglich ist!

  12. Glammy meint: (26.3.2007 um 23:51) AntwortenReply to this comment

    Gibt es denn wirklich anonyme Handynummern? Nicht für Straftaten, aber ich denke da zum Beispiel an Kontaktanzeigen etc. wo man ja auch nicht unbedingt rückverfolgt werden möchte.

  13. Kai meint: (26.3.2007 um 23:56) AntwortenReply to this comment

    @10: Aber wem will man zumuten, ausländische Handynummern anzurufen, wenn man womöglich in der gleichen Stadt wohnt. Wer das dann noch vom Handy aus tun muss….. oh je.

  14. Jo meint: (27.3.2007 um 05:57) AntwortenReply to this comment

    O2 löscht vorgeblich die persönlichen Daten ohnehin nach 1 Jahr.
    Zumindest hat mir das jemand bei der telefonischen Hilfe dort erzählt: mir war ein Handy mit prepaid-Karte geklaut worden; als ich darauf bei o2 anrief,um zu fragen, ob man die Karte sperren lassen oder sonst etwas unternehmen müsse, erhielt ich die Antwort, daß alle Daten, die eine Zuordnung ermöglichten, nur 1 Jahr gespeichert würden.
    Weiß jemand, ob das wirklich stimmt, und ob das alle so machen?

  15. Sonja meint: (27.3.2007 um 07:12) AntwortenReply to this comment

    Ich habe gerade gestern in Bremen in einem offiziellen Gemischtwarenladen eine SIM-Karte von debitel gekauft. Daten wollte keiner haben, auch auf Nachfrage nicht.

  16. natenido meint: (27.3.2007 um 10:58) AntwortenReply to this comment

    In diesem Zusammenhang sollte auch darauf hingewiesen werden, dass das Verfassungsgericht letzten Herbst der Verfassungsbeschwerde eines Prepaid-Kunden statt gab (<a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20061027_1bvr181199.html&quot; rel="nofollow">BVerfG, 1 BvR 1811/99 vom 27.10.2006</a>), der Vodafone bzw. D2 auf sofortige Löschung seiner Prepaid-Verbindungsdaten verklagt hatte. In der Begründung heißt es: "Auch eine nur kurzfristige Speicherung von Verkehrsdaten berührt das Interesse des Betroffenen an der Wahrung seines Fernmeldegeheimnisses in nicht ganz unerheblichem Ausmaß … (denn es) besteht die Möglichkeit eines staatlichen Zugriffs, etwa aufgrund des § 100 g StPO."

    Dieses Urteil hat merkwürdigerweise viel weniger Aufmerksamkeit als das BGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung bei Internet-Flatrates (Fall Holger Voss) gefunden, obwohl die Sachlagen sich ähneln.

  17. Malte meint: (27.3.2007 um 22:32) AntwortenReply to this comment

    Ich hab' meine "Graukarte" vor einiger Zeit über eBay erworben. Aber scheinbar gibt es bei eBay keine "Graukarten" mehr – alles nur noch mit Registrierung.

    Freuen sich halt der Flohmarktonkel oder sonstwer über das verdiente Geld.

    Ich sehe nicht ein, warum ich bei Prepaid meine Vita offenlegen soll.

  18. Johannes meint: (19.7.2008 um 21:09) AntwortenReply to this comment

    Hmmm, also diese "Graukarten", wenn man überhaupt von "Graukarte" beim einer anonymen Handynummer sprechen kann, da ja angeblich lt. Werbung alle Prepaidhandys OHNE VERTRAG und somit auch logischerweise ohne Namensbindung geben müßte gibt absolut anonym bei <a href="http://www.anonyphone.de&quot; rel="nofollow">http://www.anonyphone.de</a&gt; – gesalzener Preis, aber was tut man nicht alles für ein *Seitensprunghandy*

  19. where to buy cheap viagra meint: (6.8.2008 um 02:50) AntwortenReply to this comment

    rdux xatl gbrqocs ydfhlnm

  20. where to buy viagra in fayetteville meint: (6.8.2008 um 03:31) AntwortenReply to this comment

    elzbxn zatkho ivrnbap lfsmjx

  21. discount cialis levitra viagra meint: (6.8.2008 um 08:42) AntwortenReply to this comment

    ursp nudgfr iqpj jgfazv

Kommentar schreiben

Zulässige HTML-Tags:
Fett: <b> - Kursiv: <i> - Zitat: <blockquote>

Powered by WordPress - Impressum