Nicht bedürftig?
Anruf einer Mandantin. Sie ist besorgt. Ein Sachbearbeiter von der ARGE habe sich ihre Kontoauszüge angesehen. Eine Kontrolle, wie das halt so ist. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Mandantin meistens erst relativ spät an das überwiesene Arbeitslosengeld II gehe. Einmal habe sie erst nach zwei Wochen Bargeld am Geldautomaten geholt.
Der Mitarbeiter will jetzt prüfen, ob die Mandantin überhaupt “bedürftig” ist. “Wir können ja auch mal einen Monat aussetzen, wenn Ihnen das nicht weh tut.” Soll er gesagt haben. Dass die Frau, vor nicht langer Zeit eine ordentlich verdienende Angestellte, einfach panisch ist, nicht bis zum Ende des Monats auszukommen, wollte der Sachbearbeiter angeblich nicht glauben.
Was habe ich ihr geraten? Geld sofort nach Eingang abheben, unters Kopfkissen legen. Und wiederkommen, wenn der Beamte weiter auf der Schiene reitet.
Kriegen die eine Prämie, wenn die Nicht-Bedürftige enttarnen? Oder sind die von ihrem Job so gefrustet, dass die charakterlich zu den Arschlöchern mutieren, die sich den Kram ausgedacht haben?
Mann könnte den Sachbearbeiter auch zwingen, mit der Mandantin mal ein paar Monate die EC-Karte zu tauschen.
Vielleicht hilft das ein paar Hirnzellen in der Region für Menschlichkeit und Empathie nachwachsen zu lassen.
Meine Idee dazu: vielleicht kann Don Corleone helfen.
@1: Ja. Bei beidem ;-)
Was hat denn bitte AG II mit Bedürftigkeit zu tun? Das Ausmaß dieser Frechheit übersteigt wirklich alles. Kann man dem Kerl nicht irgendwie beikommen? Oder muß man sich als ALG II-Empfänger alles gefallen lassen?
Das scheint aber gängige Praxis zu sein. Ähnliches habe ich von ALG II-Empfängern hier in meinem Ort auch schon gehört.
Nicht, dass ich in meiner aktiven ALGZeit nicht mal unbeabsichtigt den Sachbearbeitern Infos gegeben habe, die ihnen gar nicht zustanden, aber die Kontoauszüge? Mir unklar, auf welcher Grundlage er die einsehen konnte.
Der Gatte einer Kollegin ist aus der eigenen Arbeitslosigkeit vor drei Jahren zum damaligen Arbeitsamt gewechselt und zwischenzeitlich zum Abteilungsleiter einer ARGE "aufgestiegen".
Ich glaube seinen Schilderungen, und danach gibt es scheinbar nur zwei Typen von ALG-II-Empfängern: Entweder habe man es mit "unbedarften bis lebensunfähigen armen Kreaturen" zu tun, oder aber mit "arbeitsscheuen Sozialschmarotzer mit dem Sozialgesetzbuch unter dem Arm".
Auf meine Nachfrage, ob es da nicht auch eine ganz normale Durchschnittskundschaft, Durchgangsarbeitslose, Interesierte in den falschen Berufen, Menschen, die sich anstrengen, aber trotzdem nicht vom Fleck kommen, gäbe, antwortete er "schon, die gehen nur gegenüber den 'Randbereichen' gnadenlos unter".
Manche seiner Mitarbeiter würden gnadenlos hinter jeden Unstimmigkeit, Regelabweichung oder Auffälligkeit ausschließlich Betrug wittern, da sie einfach schon zu oft betrogen worden wären. Andere hingegen würden kritiklos jedes Ammenmärchen glauben und versuchten die "armen, unschuldigen Sozialopfer" vorm Staat zu schützen.
Seit Juni probieren sie, Teams aus jeweils zwei sich auf gegensätzlichen Ausgangspositionen befindlichen Sachbearbeitern zu bilden, die einen Konsens über die Belange des jeweiligen "Kunden" finden müssen. Das dauert zwar wesentlich länger und ist für die Sachbearbeiter wesentlich "schmerzhafter", aber die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist auch wesentlich verbessert, dadurch die Stimmung gegebüber der Kundschaft.
Interessanterweise geben sie durchschnittlich jetzt etwas mehr Geld pro "Kunden" aus.
Es ist ein langer Weg…nichts desto trotz ist die Aussage des o.g. Sachbearbeiters ganz schön unverschämt.
Schön wenn ich lese, dass dies wohl gängige Praxis ist, kein Aufschrei, kein Protest! Betrifft ja nur die ALG II Empfänger.
Und in zwei drei Jahren wird diese gängige Praxis dann auf alle ausgedehnt – Stasi 2.0
@ 6:
es ist zumindest hier so üblich, dass man bei bezug von alg II immer wieder aufgefordert wird die kontoauszüge einzureichen, immer gleich schön verschickt mit der androhung von kürzungen. übrigens nicht nur die kontoauszüge des oder der bedürftigen sondern auch noch gleich derer, die in der lebensgemeinschaft wohnen; die könnten ja auch noch geld haben.
Unfassbar. Rechtlich gesehen dürfte die ARGE allerdings im Falle eines Falles schlechte Karten haben, solange diejenige welche unter den Vermögensgrenzen bleibt.
Vielleicht spekuliert da ja manch einer darauf, dass ARGE-"Kunden" sich nicht juristisch zu wehren wissen. An solchen Stories sieht man wieder mal, dass der Arbeitsplatz von manch einem doch entschieden zu sicher ist. Wie zum Beispiel der von ARGE-Mitarbeitern.
(@6: Einblick in die Kontobewegungen von ALG2-Antragstellern/Beziehern gibts meines Wissens "ganz normal" auf der Grundlage von SGB2)
Mal ein Beispiel für die Überheblichkeit der ARGE Mitarbeiter:
Mitglied einer Bedarfsgenmeinschaft ist Selbstständig. Arge fordert nun sämtliche Ausgabenbelege des Selbstständigen. Dieser verweigert die Herausgabe der Ausgabenbelege weil auf selbigen Kundendaten stehen und er die Daten seiner Kunden zu schützen hätte.
Reaktion der ARGE: Aufhebung der Leistung
Der Landesdatenschutzbeauftragte bestätigt, das der ARGE Kundendaten eines Selbstständigen nix angehen.
ARGE will dies nicht wahr haben und Argumentiert: Denken Sie halt ich sei das Finanzamt
@10: Bin leider nicht mehr so SGBII-fest. Im Rahmen der Mitwirkungspflicht sind bei Antragstellung sicher die Einnahmen offenzulegen, für mich auch OK wg. Interesse der Allgemeinheit. Die Ausgaben, also auch die Barabhebungen, stehen in keinem Zusammenhang mit dem Antrag auf ALG und haben daher die Sachbearbeiter nicht zu interessieren. Die Mandantin hier sollte also alle Kontoauszugseinträge schwärzen, die keine Einnahmen sind.
@4 (Streitberg):
ALGII ist eine Sozialleistung für die Bedürftigen, die Kosten trägt die Allgemeinheit, und daher steht sie nur "Bedürftigen" zu. Das ist auch richtig so, weil es nicht Aufgabe des Staates (=aller) sein kann für jeden zu sorgen.
ALG I ist eine Versicherungsleistung, die bezahlt man über die Beiträge selbst (per Umlageverfahren).
Die Mitarbeiter in den ARGE'n haben keinen leichten Job, "normale" Kunden wird es kaum geben. Wer wirklich auf Teuefel komm raus etwas arbein will, landet selten für längere Zeit bei der ARGE. Und übersteigerte Erwartungshaltung/ausgeprägtes (Un-)Rechtshalbwissen wie sich hier in den Kommentaren zeigt ist sicher Alltag!
Ich würde da wahrscheinlich einen unkalkulierbaren Wutanfall kriegen. Das würde heißen, daß dann in Zukunft jeder ARGE-Mitarbeiter mindestens 2 Bodyguards haben muß. Sorry, aber für dieses menschenunwürdige Verhalten habe ich überhaupt kein Verständnis. Ich bin heute nicht mehr bereit, mir von irgendwelchen von mir bezahlten Behördenfuzzis etwas bieten zu lassen. Auf Frechheiten und Unverschämtheiten reagiere ich inzwischen allergisch.
Randüberlegung:
Wenn die mir sowieso die Leistungen kürzen, wäre es vielleicht praktischer sich auf Staatskosten verpflegen zu lassen. Das hätte einige Vorteile:
1. der Typ wird nie wieder so entscheiden
2. die öffentliche Aufmerksamkeit ist da
3. Unterkunft und Verpflegung sind trotzdem garantiert
4. mindestens ein Anwalt hat ein neues Mandat
>Wer wirklich auf Teuefel komm raus etwas arbein will, landet selten für längere Zeit bei der ARGE.
Blödsinn.
> Die Mitarbeiter in den ARGE’n haben keinen leichten Job, “normale” Kunden wird es kaum geben.
Blödsinn.
>Die Mitarbeiter in den ARGE’n haben keinen leichten Job.
Richtig. Aber den hat niemand. Das ist keine Ausrede, Leute zu quälen und ihnen kriminelles Verhalten auf Grund von ABSURDESTEN und vollkommen unplausiblen "verdächtigen Aktivitäten" zu unterstellen.
@ Nr. 14 (gerhardq): Bitte etwas differenzierter!
ALG-II-Empfänger "bezahlen" keine Behördenfuzzis, die "kassieren" Leistungen. Und alles das zusammen bezahlen die Menschen, die kein ALG-II bekommen.
Nichts desto trotz: Die Aussage des Sachbearbeiters ist ganz schön merkbefreit. So wie Ihr Beitrag.
Das ist nur die Spitze des Eisberges. Ein wirksamer Schutz der persönlichen Daten ist bei Hartz-IV-Empfängern aufgrund einer unüberschaubaren Anzahl von Gesetzeslücken grundsätzlich nicht gegeben.
Eine Arge darf zum Beispiel auch Callcenter und Träger von ehemaligen MAEs damit beauftragen, eine Datenerhebung von Hartz-IV-Empfängern per Telefon durchzuführen. Nach Auffassung der Bundesagentur für Arbeit stellt dies keinen Eingriff in die Privatsphäre dar, sondern dient der Aufdeckung von Sozialmißbrauch.
Der angeblich unkontrollierbare Anstieg von Sozialmißbrauch ist aber nichts anderes als ein Mythos, eine von der Regierung und den etablierten Medien inszenierte Hetzkampagne gegen die sozial schwache Bevölkerung.
@4
Genau das ist der Punkt.
Warum mutiert der Anspruch auf eine Leistung zur Bittstellerei?
Das tut weder der Motivation noch dem Rückgrat gut; eine große Menge unterwürfiger Menschen waren schon mal Teil des Problems in Deutschland. Zudem ist es selbst finanziell gesehen Quatsch, wenn die Verwaltung des wenigen Geldes die Kosten verdoppelt.
@16 (SvenR)
Du müsstest das auch differenzierter sehen. ALG-II-Empfänger bezahlen sehr wohl "Behördenfuzzis". Meines Wissens nach wird die ARGE aus Bundesmitteln mitfinanziert, und selbst wenn ich dir zugestehe die direkte Zahlung von Mehrwertsteuer durch Konsum/Kauf auszunehmen, unterstützen ALG-II-Empfänger mit ihrem Konsum die Wirtschaft und sorgen mindestens indirekt für Steuereinkünfte des Bundes. Und sichern dir den Arbeitsplatz, wenn sie Güter/Dienstleistungen konsumieren/in Anspruch nehmen, die du oder dein Arbeitsgeber anbietet.
@gerhardq
Es wundert mich schon lange, dass trotz so vielen Leuten, die kaum noch etwas zu verlieren haben, noch eine so ruhige Lage in Deutschland herrscht. Die Menschen scheinen bei uns besonders gesittet zu sein und selbst grobe Ungerechtigkeiten demütig hinzunehmen. Ich erwarte eigentlich täglich, dass man hört, jemand wäre in einer ARGE ausgeflippt oder jemand hätte eine Tankstelle oder ein Finanzamt angezündet.
Mich packt, trotz einer (noch) einigermaßen entspannten Einkommenssituation, häufiger die Wut, besonders wenn ich es mit Behörden, Banken oder Versicherungen zu tun habe. Zum Glück konnte ich meinen Jähzorn bisher noch immer im Zaum halten.
NLX
Ich habe jahrelang in einem Sozialamt gearbeitet. So bitter wie das ist, aber der Job ist 1.) scheisse 2.) schlecht bezahlt 3.) ohne Perspektive 4.) ohne Rückendeckung der Führungskräfte 5.) der Politik durch schwachsinnige Verordnungen und Verwaltungsvorschriften ausgeliefert.
Wer "stark" ist, steht das durch. Wer das nicht ist, wird entweder a.) dauerkrank oder b.) zum Arschloch, um das Ganze zu kompensieren.
Ja, das ist bitter.
man kann doch mal fragen…
@ Nr. 19 (ethone):
…von dem Geld, was "die Allgemeinheit" ihnen gegeben hat. Nein, die zahlen ihre "Behördenfussis" nicht selbst, sondern alle nicht ALG-II-Empfänger.
Die von Ihnen dargestellte wichtige Rolle bzgl. Konsum ist natürlich richtig.
@ Nr. 20 (NLX):
Es geht meiner unmaßgeblichen Meinung nach deshalb so gut, weil nach wie vor das verfügbare Grundeinkommen ziemlich hoch ist. Das soll jetzt aber nicht heißen, das die ALG-II-Sätze zu hoch sind. Viele "verdienen sich was dazu", bekommen Zuwendungen von Verwandten (wenn man als junger Mensch immer bei den Eltern ißt, seine Wäsche dort gemacht bekommt, dann ist ALG-II besser als manches Auszubildenendeneinkommen) oder von Freunden, Lebensabschittsbegleitern oder anderen "Liebhabern".
Meine Schwägerin und Ihre Familie (Mann und drei Kinder) haben als Facharbeiter mit wirklich kleinem Fertighaus ein kleineres verfügbares Einkommen, als wenn sie ALG II + Wohngeld, Kindergeld usw. bekämen und gehen (zusammen) 60 Stunden die Woche arbeiten. Die nehmen das aber billigend in Kauf, damit ihnen keiner auf's Konto kuckt…
@21 Volle Zustimmung.
Aber auch, wenn ich lange Zeit im Sozialamt gearbeitet habe, fehlt mir jegliches Verständnis für die Äußerung des Kollegen.
Das läßt sich nur mit einer Betrugsparanoia erklären.
Und, @16: Dieter Nuhr.
Aufrufe zu Gewalttaten sind strafbar, das weißt du hoffentlich, oder?
Und, so ganz nebenbei:
Die Gewalt ist die letzte Ausflucht der Wortlosen.
Darf ich davon ausgehen, dass das Hirnschmalz nicht mehr ausreicht, um einem evtl. nötig gewordenen ARGE-Sachbearbeiter mit Worten beizukommen?
Ich denke, die Ausgaben gehen die ARGE nichts an. Wenn sie nun aber, wie auch immer, erfahren, daß erst nach zwei Wochen Geld benötigt wird, drängt sich schon die Frage auf, wovon die Mandantin dann lebt.
@ Nr. 25 (Kerstin): Habe ich unter Nr. 16 zu Straftaten aufgerufen? Wen meinen Sie?
Jetzt weiß ich auch warum bei räuberischen Überfallen oft ein paar hundert € erbeutet werden. Die müssen ihr Geld am Anfang des Monats abholen, ansonsten sind sie nicht bedürftig.
Na die Räuber wird es freuen. Dann müssen sie nicht so oft in Banken eindringen. So wie heute am frühsten Morgen bei Oebisfelde (LK Börde/Sachsen-Anhalt). Das wiederrum wird aber den VW-Konzern schwächen, immerhin ist diese Bande dafür bekannt den Banktresor mittels eines geklauten weißen VW-Pritschentransporters abzutransportieren, woanders aufzubrechen und dann das Auto abzufackeln. Und natürlich auch die Baumaschinenindustrie, denn mit solchen Fahrzeugen wird die Bank von dieser Bande geöffnet. Also solche Empfehlungen schwächen wirklich die Wirtschaft. ;o)
Fakt ist doch, dass die Unterstellung des Mitarbeiters der ARGE wirklich etwas heftig ist… Wer sparsam mit ALGII umgeht, ist anscheinend selber schuld. Ansonsten sehe ich ein grundsätzliches Problem darin, dass die Allgemeinheit über die Medien doch nur Extremseiten aufgezeigt bekommt. Da ist der Sozialschmarotzer an sich, den die Reporter aufgetan haben und der betrügt, wann immer sich die Möglichkeit findet und da gibt es den wirklich hilfebedürftigen Familienvater, der nichts bekommt, weil er auch noch eine ehrliche Haut ist. Ich denke, dass wir soweit sind, dass dieses Land extremer ist, als oben beschrieben (zum Thema ausrasten). Der Riss geht durchs Volk. Die Politiker können bei ihren Gehältern nicht wirklich abschätzen, was selbst ein sparsames Leben mit ALGII bedeutet. Das Schlimme ist, das einige Menschen schon direkt durch die Bundesanstalt für Arbeit blockiert werden und so gar nicht in den 1. Arbeitsmarkt zurückfinden.
Beispiel eine 47jährige AN wird nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit ausgebootet, immer Weiterbildung mitgemacht, flexibel, umzugswillig etc.
1. Kommentar: Sie kriegen wir unproblematisch unter. Aber hier ist ein Bildungsgutschein, machen Sie einen Buchführungslehrgang (die Frau ist gelernte Steuerfachangestellte und sollte nach 25 Jahren wissen, wie man bucht, oder??)
2. Kommentar: Und dann lernen Sie noch bei Firma xy, wie man Bewerbungen schreibt (Sie war gleichzeitig Personalchefin, sie sollte wissen, wie eine ansprechende Bewerbung aussieht…)
Nach über einem Jahr 3.: Tja, Sie sind überqualifiziert, wir konnten Sie nicht vermitteln…Ausserdem ihre Gehaltsvorstellung… und Sie sind zu alt.
Zum Schluss: Hier sind Ihre ALGII-Unterlagen. Ich hörte von dem Fall, habe die Dame eingeladen und bin nunmehr seit zwei Jahren hochzufrieden. Wenn diese Dame in der ALGII-Falle geendet wäre, dann hätte Sie aufgegeben und wäre gebildet und clever genug gewesen und hätte die Behörden wahrscheinlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen…
Fazit: Behördenwahnsinn überall!
@6.
Das Recht auf informelle Selbstbestimmung greift hier nicht.
Wenn man will das der Staat einem hilft muss man ihn ueber bestimmte Sachverhalte aufklaeren, sonst koennte ja auch Oberbonze"binsogeizig" ankommen und was verlangen.
Und selbst wenn das nicht der Fall ist.
Das Bankgeheimnis ist schon seit laengerem gekippt.
d.h. jeder Mitarbeiter koennte sich ohne nach richterlicher Erlaubnis fragen zu muessen deinen Kontostand anschauen(berichtigt mich mal wenn ich falsch liege).
@ Nr. 29 (Irgendjemand):
Sie haben ja grundsätzlich recht. Nicht nur
sondern alle die sparsam sind, bevor sie ALG II bekommen könnten. Das ist das perverse an der "Grundsicherung": Die, die alles rausgehauen haben, bekommen genausoviel, wie die, die bis zum letzen Heller sparsam ware. Ich weiß aber auch kein besseres Modell.
solche sachbearbeiter sollten öffentlich hingerichtet werden. etwas aggressiv die meinung, aber trotzdem gerechtfertigt. traurig, was heutzutage zum einen möglich ist, zum andren welch unmenschlichen gebaren an den tag gelegt werden.. hässlich.
@31: Sie haben es erkannt, es wird aber auch nie ein "besseres Modell" geben, da es nie möglich sein wird, alle zufriedenzustellen.
Allerdings müssen wir das derzeitige Modell "volkspsychologisch" gesehen überarbeiten.
Es gibt doch tatsächlich einen 1. und einen 2. Arbeitsmarkt.
Ey, wollste ne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder ´ne Dauerpraktikumsstelle sponsored bei Bundesagentur/ARGE?
Es gibt Arbeitslose und HARTZIV-Empfänger….
Es ist doch irrsinnig EIN Volk so untereinander zu teilen. Ein WIR, ein DIE… Wo soll das hinführen? "Friede den Hütten, Krieg den Palästen?? Nein! So lösen wir unsere Probleme auch nicht. Und als Hinweis: Wenn wir das eine Problem gelöst haben, dann kommen andere Probleme auf uns zu. Da hilft nur eines: nachbessern und nicht auf das Ei des Kolumbus hoffen….(denn wer putzt nachher den Tisch ab, der 1€-Jobber??)
Ich kann es nicht nachvollziehen. Aus Studentenzeiten weiss ich, dass es durchaus möglich ist (wenn Miete und Krankenkasse bezahlt sind) mit etwa 150 bis 200€ pro Monat auszukommen. Dass darunter die Qualität bspw. der Ernährung leidet, kann ich nicht nachvollziehen, man muss halt frisches Obst und Gemüse essen und auf edle Sachen verzichten.
Dass jemand dazu gezwungen ist, ist nicht schön, aber dass jemand, der von Hartz-IV abknapst um bspw. der Tochter die Klassenfahrt zu finanzieren oder am Ende des Monats mal in die Kneipe zu gehen, dafür bestraft werden soll, ist eine Unverschämtheit.
Ist das, was der Sachbearbeiter macht, nicht schon Nötigung?
@30: Habe meinen Kommentar in 12. relativiert und halte auch Auskünfte über Einnahmen im Rahmen der Mitwirkungspflicht für legitim.
Auf ihr Konto und insbesondere die Geldbewegungen hat die Arge sicher keinen Zugriff, schon gar nicht jeder Sachbearbeiter. Die Kreditinstitute müssen die Kenndaten (Name, Geb.-Datum,Anzahl) ihrer Konten vorhalten, doch nicht den Kontostand.
@34: Also das mit dem Obst und Gemüse ist teilweise nicht ganz richtig…. Gehe ich in den Supermarkt kaufe ich unter Umständen (!) schönes Obst mit viel Pestiziden oder ganz wenig Vitamingehalt. Kaufe ich bei unserem "Türken" um die Ecke, dann habe ich GESUNDES Obst/Gemüse, das auch noch so schmeckt, allerdings ist das nicht billig.
Müsste ich das von ALGII bezahlen, würde es nur ein bis zwei Mal im Monat GESUNDES Obst geben.
habe selber ALG2 bekommen, damit kann man NICHT sparsam umgehen. sobald miete und laufende und vielleicht rückläufige rechnungen bezahlt sind, ist kaum noch etwas übrig vom geld. wohl dem, der noch nebenbei unangemeldet pfuschen geht. ansonsten kann man froh sein, wenn noch pro woche 1,50€ für die tafel-lebensmittel übrig sind. oder 1,50€ pro person, je nach haushalt.
btw: die arge leipzig hat nie bei mir kontoauszüge gefordert. scheint wohl regional unterschiedlich geregelt zu sein.
Egal wie die Debatte hier im Bloog weitergeht, es ist als Harz IV- Empfänger empfehlenswert, grundsätzlich bei Besuchen der AGRG einen Zeugen mitzunehmen. Erstens sind somit Äusserungen von ARG-Mitarbeitern beweisbar, zweitens werden sich diese sichhüten, im beisein von Zeugen sich in ihrer "Gesetzesinterpretation" al zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Man muß den Mitarbeitern von der ARGE seine Rechte mitunter quasi in die Stirn einbrennen. Anders kapieren die das leider nicht. Eigene Erfahrung.
@ 6: Klar, man kann natürlich die Vorlage der Kontoauszüge verweigern. Allerdings ist es dann fraglich, ob und wann man dann überhaupt sein Arbeitslosengeld bekommt. De facto hast Du dann erstmal ein langwieriges Gerichtsverfahren vor Dir und rutscht möglicherweise auch noch in die Verschuldung ab.
@ 8: Als Außenstehender bekommt man die Zustände in den ARGEn nicht unbedingt mit oder glaubt sie nicht unbedingt, weil die Schilderungen von Betroffenen ja manchmal auch etwas überzogen sind oder die Medien bestimmte Fehlentwicklungen kaum thematisieren.
@ 10: Die Arbeitsplätze der ARGE-Mitarbeiter sind alles andere als sicher. Darum (und eventuell auch noch aus anderen Gründen) meinen manche ARGE-Mitarbeiter ja auch zum Nachteil ihrer "Kunden" über das Ziel hinausschießen zu müssen.
@ 13: Genau, die Arbeitslosen sind alles nur faule Säcke, können ja auch Spargel und Erdbeeren abernten – auch wenn sie promoviert sind, 30 Jahre lang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt haben und dieser körperlichen Schwerstarbeit überhaupt nicht gewachsen sind. So meintest Du das doch, oder? *kotz*
@ 14: In vielen ARGEn dürfte es bereits Wachleute geben. Und ja, hier und da dürfte es verständlicherweise auch zu Übergriffen gegenüber den Sachbearbeitern kommen. Jedenfalls sollen die Unfallkassen bereits einen Anstieg von derartigen Vorfällen zu vermelden haben.
@ 17: Die Aufweichung des Datenschutzes bei Hartz-IV-Empfängern ist meines Erachtens keine Folge von Gesetzeslücken, sondern von der Regierung genau so gewollt. Den von Dir erwähnten Telefonzauber versuchen sie bei mir übrigens auch gerade. Erfolg werden sie bei mir allerdings nicht haben, da ich grundsätzlich einen Anrufbeantworter vorgeschaltet lasse. Vermutlich werden sie mir das als unerlaubte Ortsabwesenheit wegen vermeintlicher Schwarzarbeit auslegen, ist mir aber egal.
@ 18: Die Regierung versucht den Hartz-IV-Empfängern halt das Leben so unangenehm wie möglich zu machen, um Kosten zu sparen. Da paßt es doch sehr gut ins Konzept, die Antragsteller zu Bittstellern umfunktionieren zu wollen.
@ 20: Daß alles noch so ruhig ist, wundert mich allerdings auch. Andererseits sollen ja in 100 deutschen Städten seit Einführung von Hartz IV regelmäßig Montagsdemonstrationen stattfinden. Das hat ja auch eine gewisse Aussagekraft.
@ 24: Wer als junger Mensch immer bei den Eltern ißt, muß dies auf seinem Antrag entsprechend angeben und bekommt aufgrund dessen einen Teil der Leistung abgezogen. Und ob einem ohne Alg II keiner auf das Konto guckt, da wäre ich mir nach Aufhebung des Bankgeheimnisses nicht mehr ganz so sicher. ;-)
@ 38: Dem kann ich nur zustimmen. Insbesondere wenn es um das Thema Eingliederungs"vereinbarung" geht, die ja oftmals eher eine Art Eingliederungsbescheid (um nicht zu sagen Knebelbescheid) darstellt, ist es wichtig, einen Zeugen dabeizuhaben.
"Er hat sich Ihre Kontoauszüge angesehen."
Ist das Standardprozedur?
Nachtrag: wenn ja, wie geht das? Automatisch oder muss man als Bedüftiger, diese mitbringen.
Da fällt mir ein, dass eine Freundin 6 MONATE kein Arbeitslosengeld/unterstützung bekommen hat, weil sie den vater ihres Kindes nicht benennen konnte.
Einfach so.
@ 40 und 41 (Don): So wie es aussieht, wird das Thema Kontoauszüge nicht bei allen ARGEn einheitlich gehandhabt. Bei mir lief das so: ich wurde dazu aufgefordert, die Kontoauszüge für den Zeitraum der zurückliegenden drei Monate zusammen mit dem ausgefüllten Erstantrag mitzubringen.
@26: sorry Tippfehler. Hab #14 gemeint. Im Eifer des Gefechts die falsche Taste erwischt ;)
Da würde mich mal interessieren ob Versicherungsleistungen wie Erstattung für eine Brille als Einkommen gelten und dem Amt gemeldet werden müssen…
@45: ja. mir wurden widerrechtlich nebenkostengutschriften, die ich aber verrechnen ließ mit offenen forderungen beim vermieter, als einkommen angerechnet. die nebenkosten habe ich übrigens mit leistungen beglichen, die ich nach Bafög bekam. wie die ARGE da auf die idee kommt, mir dann eine überzahlung getätigt zu haben, kann ich nicht nachvollziehen. mittlerweile hat die ARGE die forderung an das hauptzollamt (warum auch immer dieses dafür zuständig sein soll) weitergegeben. bis jetzt habe ich auf meinen antrag auf stundung keine antwort von dort bekommen. naja, keine antwort ist auch eine antwort.
@25: Darf ich davon ausgehen, dass das Hirnschmalz nicht mehr ausreicht, um einem evtl. nötig gewordenen ARGE-Sachbearbeiter mit Worten beizukommen?
Das hat nichts mit Gehirnschmalz zu tun.
Besonders die Bürokraten im Staatsdienst sind i.d.R. Kommunikationsverweigerer und nicht bereit, einer vernunftbegabten Argumentation zu folgen.
Zudem haben diese Leute leichtes Spiel, die Obrigkeitshörigkeit und Duldungsstarre des deutschen Michel gegenüber den Behörden ist legendär.
Nach meiner Erfahrung bringt es auch nichts, gegen dummdreiste Bürokraten zu klagen, oder sich zu beschweren.
Es ist zielführender, sie durch kreative Gestaltung des betreffenden Szenarios auszutricksen.
Das kann dann durchaus zu Lasten der Allgemeinheit gehen, aber wenn der Staat es unbedingt so will und es darauf anlegt, soll er es IMO auch so haben.
Man kann sich diesbezüglich ja unsere Politiker zum Vorbild nehmen.
@ Nr. 38 (Frank K.):
Ich finde das sowieso eine "lustige" Idee
Delinquenten, äh, Kunden einzubestellen und sie dan mündlich über dies, das und jenes zu "unterrichten".Was meiner Erfahrung nach immer hilft, ist nach dem "Gespräch" dieses zu protokolieren und mit der einleitenden Frage "Habe ich das so richtig verstanden, dass…" und "aufgrund welcher gesetzlichen Grundlage ist das noch mal so" per Post zu senden. Muss nicht mal ein Einschreiben sein, allein die Existenz des Schriftstücks wirkt Wunder.
Beim zweiten mal muss man sich i. d. R. nur noch Notizen machen, dass man einen schriftlichen "Bescheid" bekommt.
Leider lassen viel zu viele sich viel zu viel gefallen.
@ Nr. 39 (Hobbyjurist ):
Sie haben zwar grundsätzlich recht, wenn Sie schreiben
aber die Lebenswirklichkeit sieht häufig anders aus, oder? Das ist doch nur menschlich.
…und ich bin zu dumm, bei 27 und 47 meinen Namen hinzuschreiben…
@ 48 (Anonymous): man darf dabei aber auch nicht außer Acht lassen, daß die ARGE ggf. einen Hausbesuch zur Kontrolle der Lebensverhältnisse vornehmen kann und ein Kind, das Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft ist, ohnehin weniger Geld bekommt als eine alleinstehende erwachsene Person (wobei das Merkmal "erwachsen" nach der kruden Hartz-IV-Definition ja meines Wissens erst mit 25 Jahren zutrifft).
Drehen die jetzt ganz am Rad?
Manchmal frage ich mich echt, ob die Leute nix anderes zu tun haben, als grundlos rumzuschnüffeln.
@42
Sie kannte den Vater des Kindes nicht? Ist das Kind im Suff entstanden oder was?
@ 52 Sven C.
Wenn Du eine Dose Bohnen gegessen hast, weisst Du auch nicht, welsche Bohne bei Dir die Flatuenz ausgelöst hat.
@53
Zwar ist nicht alles, was hinkt, auch ein Vergleich, aber eine schöne Erklärung für lebensfremde Ignoranten ist das allemal.
erinnert mich an diese schöne zeit wo ich soviel geld verdiente. auf einmal, viele verspätete rechnungen von ein kunde auf einmal überwiesen und ich hatte mehr als 30.000 euro auf mein konto.
die dame die wochentlich anrief um mir zu sagen dass ich wieder mit meiner kredit karte mein konto überzogen habe (ausländer wie ich kriegen ungern bei meiner bank dispos) rief diesmal an mit einer unglaublich freundliche stimme.
-herr xxx sie haben so viel geld auf ihr konto
-ach was, echt?
-ja, das ist schön.
-ja, ich weiss, ich arbeite hart dafür
-ja, aber das ist zuviel für ihr konto
-glauben sie mir, es ist nie zuviel für mein konto. ich werde es schon ausgeben…
-nein, wir müssen irgendwas daraus machen
-nein. ich werde was daraus machen. auf jedem fall
-sie sollten vorbei kommen, wir müssen darüber reden, wir haben sehr viele interessante angebote
-au scheisse… total vergessen!
-herr xxx, gehts ihnen gut?
-ja, ich habs total vergessen, ich brauch das geld
-wie bitte? *ton stimme spontan verändert*
-ja, ich habs total vergessen, ich muss morgen was zahlen, ich brauch das geld, naja, nicht alles, sagen wir mal… mmmh. 28500.- ich komme morgen mittag. bitte 10er 20er und 50er scheine.
-…
-geht das?
-ja, das geht.
-danke schön, auf wiedersehen.
hab alles zuhause unter der matratze versteckt und langsam ausgegeben. seitdem mache ich so wenig wie möglich über banken.
@ 26 (Anonymus)
Ganz einfach: weil sie nur zweimal im Monat einen Großeinkauf mit(dem geleihenen Auto) einer Freundin unternimmt und die Gefriertruhe sowie die Speisekammer für den halben Monat füllt…
Die (zwingende) Logik mancher Menschen und ihrer Schlussfolgerungen daraus paart sich mit dem Drang, Macht über Menschen auszuüben; Macht über Menschen, nach viel Geld (verleiht auch Macht), ist die größte weitverbreitete Droge des Menschen.
Als ARGE-Sachbearbeiter platzt mir bei manchen Kommentaren hier wirklich die Hutschnur.
Zuerst will ich mal vorweg sagen:
Dieses Verhalten des Kollegen ist sicher nicht üblich.
Aber es ist ja immer so, dass die negativen Ausnahmen besondere Aufmerksamkeit erregen. Die zigtausend anderen Kunden, die keinen Grund zur Beanstandung haben, sieht bzw. hört natürlich keiner. Es geht ja auch keiner der Kunden, die zu ihrer vollen Zufriedenheit bedient wurden, mal ins Kundenreaktionsmanagement, um ein Lob zu äußern. Dorthin finden nur die Kunden, die sich über eine Entscheidung beschweren wollen.
Dann mal zu den hier angesprochenen Punkten:
Nein, wir haben keinerlei Einsicht in die Konten der Kunden über die Banken oder sonstwie. Deswegen sind wir auf Kontoauszüge angewiesen.
Es ist üblich, dass bei Stellung des Grundantrages die Kontoauszüge der letzten drei Monate angefordert werden.
Das ist auch notwendig, weil wir die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kunden prüfen müssen. Wie sonst sollte man mögliches Einkommen oder Vermögen prüfen? Alg II ist eine steuerfinanzierte Leistung, die die Allgemeinheit finanziell belastet (egal, ob davon ein Teil über irgendwelche Steuern wieder an den Staat zurückfließt, am Ende ist es ein Minusgeschäft). Die (steuerzahlende) Allgemeinheit will nicht für jemanden zahlen, der es nicht nötig hat. Also muss die Bedürftigkeit nachgewiesen werden. Daher müssen die Konten bei Antragstellung geprüft werden. Grundlage dafür ist § 60 SGB I in Verbindung mit zahlreichen Vorschriften des SGB II (§§ 7, 9, 11, 12). Zum Teil dürfen die Umsätze geschwärzt werden. Einnahmen aber nicht und Ausgaben dann nicht, wenn dafür zweckgebundene Leistungen erbracht werden (z.B. Miete, Betriebs- und Heizkosten). Die Schwärzung sollte also zumindest erkennen lassen, ob es sich um Soll- oder Habenbuchungen handelt.
Die Anforderung von Kontoauszügen während des laufenden Leistungsbezuges stellt dann eher die Ausnahme dar. Dies passiert immer dann, wenn es dafür einen konkreten Anlass gibt. Beispiele:
- Die Weiterleitung der Miete an den Vermieter ist zweifelhaft. Dann werden Mietquittungen oder eben Kontoauszüge angefordert, um zu prüfen, ob die Miete tatsächlich an den Vermieter gezahlt wird.
- Der Kunde teilt Einkommen mit, aber der Zuflusszeitpunkt ist zweifelhaft. Einkommen ist im Zuflussmonat anzurechnen, daher ist der Zeitpunkt des Eingangs des Geldes nachzuweisen. In aller Regel wird hier aber den Angaben des Kunden gefolgt ("Immer im Folgemonat").
- Der Kunde hat Einkommen, sagt aber, er kann seine Verdienstabrechnung nicht mehr finden oder der Hund habe sie gefressen. Wenn davon nicht nur die Höhe der Leistung abhängt, sondern ob er überhaupt noch einen Anspruch hat, ist der Kontoauszug vom Kunden schneller da als eine Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers mit Nachweis des gezahlten Lohnes. Die Vorlage des Kontoauszuges liegt damit also auch im Interesse des Kunden, weil er seine Leistungen schneller kriegt.
Möglichkeiten gibt es da unzählige.
Und nein, wir kriegen keine Prämie, wenn wir Nicht-Bedürftige enttarnen. Nach einer gewissen Zeit wird man aber latent misstrauisch, wenn man – eher durch Zufall – herausfindet, dass (vereinzelte!) Kunden nachweislich den Staat um mehrere tausend Euro betrogen haben. Beispiele hierfür könnte ich auch nennen.
Aber das sind Einzelfälle. Auf einen Betrüger kommen hunderte Kunden, die wirklich bedürftig sind. Es gibt sogar solche, die überzahlte Leistungen schneller zurück überweisen, als wir eine Sollstellung veranlassen können (was zwar wieder zusätzliche Arbeit macht, weil Verwahrgelder umgebucht werden müssen, aber immerhin).
Ich habe auch nichts gegen Kunden "mit dem Sozialgesetzbuch unterm Arm". Die sind sogar meist sehr angenehm, weil sie schon bei Stellung jedes Antrags genau wissen, was die Anspruchsvoraussetzungen sind, und die entsprechenden Nachweise dabei haben. Das spart viel Zeit und Nerven, weil man nichts mehr anfordern muss und sich langwierige Erklärungen sparen kann.
Zu den Nachweisen von Selbständigen:
Sicher muss der Kunde seine Betriebseinnahmen und -ausgaben nachweisen, weil diese in die Berechnung seines Einkommens und damit seiner Leistungen einfließen.
Es müssen ja nicht alle Rechnungen mitsamt Kundendaten sein. Es reicht auch eine Gewinn- und Verlustrechnung des Steuerberaters. Dann kommt aber meist das Argument, dass der Steuerberater ja Geld kostet. Sicher. Aber in irgendeiner Form muss der Nachweis erbracht werden. Eine selbst erstellte Excel-Liste reicht dafür sicher nicht aus. Und die Steuerberaterkosten können als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Was man als Sachbearbeiter hier präsentiert kriegt, ist teilweise wirklich absurd. Ich erinnere mich an einen handgeschriebenen Zettel mit dem Inhalt "Jahr 2006: Kein Gewinn, kein Verlust"…
Mehrtägige Klassenfahrten werden übrigens von der ARGE bezahlt. Die Antragsformulare dafür haben in der Regel die Sekretariate der Schulen, die diese auch ausfüllen. Die Bewilligung dauert keine fünf Minuten.
Manche Kunden, die so über uns meckern, würde ich gerne mal einladen, sich drei Tage neben mich zu setzen und "die andere Seite" zu sehen. Das ist aber leider nicht möglich. Immerhin haben wir inzwischen ein paar Auszubildende, die gezielt aus dem AlgII-Bezug eingestellt wurden. Deren Sichtweise hat sich ganz schnell gewandelt.
Insgesamt kann ich kefz (Nr. 21) beinahe voll zustimmen. Allerdings finde ich den Job an sich nicht scheiße, er macht mir sogar Spaß. Nur ist die Arbeitsbelastung durch die Anzahl an Fällen pro Sachbearbeiter bei uns so enorm hoch, dass die Arbeit selbst mit vielen Überstunden nicht mehr zu schaffen ist. Dazu kommt, dass die Anweisungen für die Bearbeitung immer weiter ausgebaut werden (noch eine Statistik hier, noch eine zusätzliche Prüfung da, noch ein Vermerk in der EDV dort) und die Fälle immer komplexer und umfangreicher werden.
Dabei nicht zum Arschloch zu mutieren, wenn wieder einer der "speziellen" Kunden einen völlig unsinnigen Antrag stellt, fällt wirklich manchmal nicht leicht.
Und mal ehrlich: Mich interessieren die persönlichen Daten im Grunde einen Dreck. Ich stelle nur Anspruchsvoraussetzungen fest und bewillige die Auszahlung von Leistungen oder fordere auch mal welche zurück, mehr nicht. Mich interessiert auch nicht, ob auf einem Kontoauszug eine Lastschrift von Beate Uhse ist. Für sowas habe ich einfach keine Zeit, und 90 % der Kunden kenne ich eh nicht persönlich. Die persönlichen Gespräche bzgl. Vermittlung, AGH u.ä. führen (bei uns) die Arbeitsvermittler, die wiederum keinen unmittelbaren Einblick in die Leistungsdaten haben.
So. Genug gejammert. Jetzt seid ihr wieder dran.
Interessante Interpretation des Mitarbeiters. Hab ich bisher auch noch nicht gehört. Grund für eine Annahme von nicht vorliegender Hilfebedürftigkeit gibts sicherlich nur, wenn der Alg-II-Empfänger überhaupt kein Geld für seinen Lebensunterhalt ausgibt. Dann kann man sicher mal nachfragen, wer ihm eigentlich das Essen etc. bezahlt. Der Zeitpuntk von Barabhebungen taugt da aber wohl nicht als Kriterium.
Den anwaltlichen Rat, das Geld abzuheben und zu Hause zu lagern, halte ich aber auch für Blödsinn. Man kann doch mal abwarten, ob der Mitarbeiter (Sachbearbeitern selbst dürfte man eher selten gegenüberstehen, das gemeine Fussvolk schimpft sich "Fachassistent") tatsächlich so dämlich ist und die Leistungen kürzt. Dann fix Widerspruch erheben, der Widerspruchs-SB greift sich kurz an den Kopf und gibts zur Stattgabe. Und der RA rechnet schön Kosten ab.
Leider gibts wohl überall in Behörden auch solch merkbefreite Mitarbeiter. Die meisten arbeiten einfach nur ihre Liste ab, was an Nachweisen verlangt wird. Es reicht aber zu, wenn es pro Arge einen solchen Hobbydetektiven gibt, der meint, nur noch Betrüger überführen zu müssen…
"Es müssen ja nicht alle Rechnungen mitsamt Kundendaten sein. Es reicht auch eine Gewinn- und Verlustrechnung des Steuerberaters. Dann kommt aber meist das Argument, dass der Steuerberater ja Geld kostet. Sicher. Aber in irgendeiner Form muss der Nachweis erbracht werden. Eine selbst erstellte Excel-Liste reicht dafür sicher nicht aus."
Aha. 'Lustigerweise' reicht die dem Finanzamt aber aus. Also halt doch den kompletten Ordner mit allen Belegen mitbringen …
Oder halt tatsächlich, wie angedeutet, den Steuerberater vom Grundsicherungsträger zahlen lassen …
@Jens
Dass das Finanzamt sowas ohne jegliche weitere Prüfung akzeptiert, wage ich zu bezweifeln.
Ohne die Einzelheiten zu kennen vermute ich, dass dann aus den sonstigen Unterlagen hervorging, dass ein bestimmter Freibetrag nicht erreicht wurde oder dass sonstige Prüfungsmöglichkeiten bestanden, z.B. irgendwelche Querabgleiche. Ich bin kein Finanzbeamter, daher weiß ich das nicht.
Aber wenn die solche Angaben ohne jeglichen Nachweis akzeptieren, frage ich mich, warum in meiner letzten Steuererklärung die Position "Fachliteratur" (mit Angabe des Titels und des Autors) nicht anerkannt wurde, nur weil ich die Quittung leider nicht mehr hatte.
Ich tippe eher auf den Freibetrag. Die Freibeträge sind aber im Steuerrecht nunmal etwas anders als im SGB II.
@ Nr. 60 (Angus):
Ich war lange Jahre selbständig und habe erst einen Steuerberater genommen, nachdem ich geheiratet hatte. Vorher habe ich dem Finanzamt immer nur "Eine selbst erstellte Excel-Liste" vorgelegt. Das hat immer gereicht, und solange die Gewinne jedes Jahr höher waren und ich netto haufenweise Steuern bezahlt habe wollten die nichts anderes sehen.
Zum Thema: Als ALG2-Empfänger muß ich doch auch für einige Dinge Geld ansparen, weil die Sonderzahlungen wegfallen, oder?
Wenn mein Fernseher kaputt geht, bekomme ich ja wohl keinen vom Amt…
@57: Pauschalisiert wird auf beiden Seiten. ARGE-Mitarbeiter sind doof, ALG2ler faul und betrügerisch. Allerdings ist der längere Teil des Hebels auf der ARGE-Seite.
Ich wage es mittlerweile auch, von überwiegend unfähigen Mitarbeitern in der Arge zu sprechen. Unter 7 Mitarbeitern waren 5 unwissend, unfähig, dämlich ("Mein Geld ist noch nicht auf dem Konto, ich wollte mal nachfra…"-"Ja und? Was können wir dafür? Wir werden heute dauernd mit Anrufen deswegen boykottiert!" sic!) oder alles zusammen. Ist eine schlechte Quote…
Ich denke, dass jemand, der ohne zu arbeiten Geld von der Allgemeinheit bezieht, sich Überprüfungen gefallen lassen muss. Es mag im Einzelfall zu hart sein – es gibt auch ehrliche und leistungswillige "Sozialhilfeempfänger". So lange aber die einzige Leistung, für die sich die Mehrheit interessierem, diejenige "vom Amt" ist, bin ich froh, wenn lieber einmal zu viel als einmal zu wenig überprüft wird.
Angus' Kommentar wird diese Diskussion schnell zum Erliegen bringen. Die Konfrontation mit der Realität abseits von Sozialromantik und "Böser Staat-Guter Bürger"-Zuspitzungen wurde hier noch nie gesucht.
Kann man eigentlich die einzelnen Posten – ohne Konsequenz – schwärzen? Müssten das die Beamten nicht eigentlich sowieso, denn man könnte ja zB mit Bankomatkarte zahlen. Da können ja auch ganz interessante Dinge draufstehen die niemanden etwas anzugehen haben…
Oder bedeutet ALGII in De den vollkommenen Verlust an Privatsphäre?
@63: Recht hast du! Ich finde, Ausländer sollten auch stärker auf kriminalität kontrolliert werden. Es mag im Einzelfall zu hart sein – es gibt auch ehrliche und gesetzesstreue Ausländer.
/ironie
@ 63: Überprüfungen an sich sind ja nichts Schlechtes – aber sie sollten dann doch bitte begründet, angemessen und sachdienlich sein und nicht einer allgemeinen Mißtrauens-Mentalität oder der Selbstherrlichkeit eines ARGE-Mitarbeiters entspringen.
@ 64: Ja, nicht leistungsrelevante Soll-Buchungen dürfen geschwärzt werden. Der springende Punkt ist aber doch folgender: selbst wenn Du per Gesetz sämtliche Buchungen schwärzen dürftest, hast Du in der Praxis erstmal das Nachsehen. Denn der ARGE-Mitarbeiter vermutet bei Schwärzungen unter Umständen, daß Du etwas zu verbergen hättest. Es nützt Dir nichts, wenn Du nach zwei Jahren von einem Richter Recht bekommst, aber in der Zwischenzeit hoch verschuldet bist, weil Du lange Zeit keinen Cent mehr ausgezahlt bekommen hast.
@Bert
Wenn die Argumente ausgehen, dann kommen die Verleumdungen. Wie kommst du von meinem Beitrag zu deiner (ich bleibe dabei: verleumderischen) Antwort?
Siehst du den Unterschied zwischen "Überprüfungen" von Ausländern und Überprüfungen von Sozialhilfeampfängern? Ausländer – wer immer das in deinen Augen sein mag – darf man nicht verstärkt überprüfen: Für's Ausländer-Sein gibt's kein Geld, dessen Verwendung man prüfen müsste. Sozialhilfeempfänger bekommen Geld – und diejenigen, die dieses Geld zahlen, möchten zu Recht verhindert wissen, dass dieses Geld nicht bedürftige Personen trifft.
Wer eine Leistung möchte (Geld vom Amt), der muss auch eine Gegenleistung erbringen (und sei es nur sicherstellen, dass er das Geld wirklich braucht). Das ist nicht zu viel verlangt. Das ist ganz selbstverständlich.
Schwing weiter deine Rassismus-Keule, mich triffst du damit nicht.
Wieso Kontoauzüge?
Bei meiner Tochter wird gleich von der Arge ein Kontoabgleich gemacht.
@Christian
Wenn du schreibst, daß lieber zuviel als zuwenig überprüft werden soll, kann man das doch auch auf die innere Sicherheit ausweiten, oder?
Und wenn du schreibst:"Es mag im Einzelfall zu hart sein – es gibt auch ehrliche und leistungswillige “Sozialhilfeempfänger”"
Ist das ja schon eine Vorverurteilung. Die meisten sind Betrüger, es gibt aber auch ehrliche. Und die können ja wohl mal den Anspruch auf Datenschutz, Würde und Höflichkeit ihnen gegenüber beiseite lassen, oder?
Lieber einmal zuviel diskriminiert, als einen durchschlüpfen lassen…
Wenn man mach ein Beitrag hier so liest dann kann einem nur schlecht werden.
Sicherlich gibt es Bedürftige die die Situation ausnutzen.
Man sollte sich heute im klaren sein das kein Job mehr sicher ist und jeder der momentan noch Arbeit hat ganz schnell ebenfalls ins ALG II rutschen kann.
Ich kenne viele die sich von ihrer Firma wo sie Arbeiten immer mehr und mehr ausnutzen lassen. Das fängt an mit Lohnkürzungen, Weihnachtsgeld gestrichen, Unbezahlte Überstunden, Wechsel zu unatraktiver Wechselschicht die die Familie den rest gibt etc. etc.
All das machen viel mit nur um die Arbeit zu behalten und seine Familie über Wasser zu halten. SIch noch was zu erlauben gibt es da schon nicht mehr.
Ich denke das es noch vielen zu gut geht und die keine Ahnung haben was es heist wirklich nur zu leben um Arbeiten zugehen.
Was hier in Deutschland derzeit vorgeht ist fast mit dem vor einigen Jahrzehnten zu vergleichen.
Man wird ausgegrenzt, darf am Öffentlichen Leben nicht mehr so teilhaben, alle schauen ein dumm an, ne sowas ist zum kotzen.
Ich hoffe das es mal so richtig knallt in Deutschland, damit endlich alle mal waufwachen wie schlimm es mit uns allen steht.
Ich hab ein wenig nachgedacht:
Eigentlich ist das ALG2Modell ja kontraproduktiv, es werden Leute dazu trainiert, Geld für Nebensächlichkeiten aus dem Fenster zu schmeißen ohne Sparen zu lernen – So wird ja keiner davon auf einen grünen Zweig kommen.
Deutsche Behörden und "grüne Zweige" sind 2 Dinge die nicht zusammen passen. Nach Logik darf man dort leider nicht fragen wie Erfahrungswerte immer wieder zeigen. Leider trifft man nur sehr selten auf Sachbearbeiter, die erst das Hirn einschalten und dann reden bzw. handeln.
@Angus.57:
wo finde ich im internet weiterführende informationen zum thema selbständig und H4? wo sind die freigrenzen etc? wie wird das einkommen über der maximalgrenze gerechnet etc.
in den gesetzbüchern steht genau dazu gar nichts drin :-(
wo gibt es weiterführende informationen…
Hallo,
ich würde gerne an dieser Stelle allen ein paar Worte sagen.
Unsere Gesellschaft und das Leben (inkl. Arbeitsbedingungen) haben sich in Deutschland (auch Europa, Welt) drastisch verändert. Es ist nicht mehr so, dass man nach seiner Ausbildung bei dem ein und denselben Arbeitgeber bis zur Rente arbeitet, sondern man wird heutzutage in mehrere Stellen wechseln müssen.
Im Moment tangieren sich drei Krisen: Finanzkrise, Energiekrise, Ernährungskrise.
1.) Finanzkrise: Grosse Investmenthäuser und Banken sind in Amerika zusammengebrochen. Viele Volkswirte oder Banker hätten sich gewünscht, bei einer der grössten Banken arbeiten zu können.
2.) Energiekrise: Der Preis für Erdöl, Erdgas wird in den nächsten Jahren noch mehr steigen. Benzin und Heizung wird teurer und vieles mehr.
3.) Es gibt viele Gebiete auf der Erde, wo gehungert wird. Es wird Getreide angebaut, aber nicht für die menschliche Ernährung, sondern für Energie.
Bei über 4 Mio Arbeitslosen und ca. 600.000 offenen Stellen ist es unmöglich, alle in Lohn und Arbeit zu bringen. Heutzutage kann jeder arbeitslos werden, egal ob er Handwerker, Akademiker oder Arbeiter ist. Grosse Unternehmen bauen weiter Stellen ab. Zuvor haben sie Subventionen (Steuergelder) erhalten und bauen dennoch Arbeitsplätze ab.
Die kleinen Unternehmen werden nicht gefördert, da die CDU/CSU (laut K.Sebastian Schulte) offensichtlich der Meinung ist, dass eine Förderung von kleinen Unternehmen suboptimal ist.
Kleine Unternehmen, die auf Mitarbeiter angewiesen sind, da die Firmeninhaber den Arbeitsaufwand allein nicht mehr bewältigen können, stellen die 30%-ige Pauschalabgabe und die Beiträge zur Berufsgenossenschaft ein Desaster dar. Bzw. der Weg in die Insolvenz ist vorprogrammiert.
Die Arbeitsagenturen machen Werbung damit, dass sich ein Arbeitsloser selbständig machen soll. Gut und schön. Aber eine Selbständigkeit ist in Deutschland ganz und gar nicht einfach. Zu komplexes Steuersystem. Minijobzentrale, Berufsgenossenschaft, GEZ usw. In den ersten 5-7 Jahren wird oftmals kein Gewinn erwirtschaftet. Das ist einfach betriebswirtschaftlich so und die Sachbearbeiter von der ARge haben keine Ahnung von Betriebswirtschaft, geschweige denn von Volkswirtschaft.
Übrigens: Arbeitslose haben nämlich ein Recht darauf, von geschultem Fachpersonal beraten zu werden. Seht auch hierzu Paragraph 13 – 16 SGBI Auskunftspflicht.
Am Anfang einer Selbständigkeit gibt es zunächst Ausgaben und um die Kunden muss man sich ständig bemühen. Das dauert eine gewisse Zeit.
Auch wenn sich alle Hartz IV-Empfänger 10 mal im Monat bewerben, werden trotzdem nicht alle einen Job erhalten.
Weil soviele Arbeitsplätze einfach nicht vorhanden sind oder in der nächsten Zukunft gar nicht geschaffen werden.
Ein Unternehmer wird nur einen Arbeitnehmer einstellen, wenn der Arbeitsplatz die Kosten deckt. Die Lohnnebenkosten in Deutschland sind zu hoch. Das schreckt viele Unternehmer ab, Leute einzustellen.
Auch ein Hartz IV -Empfänger zahlt STEUERN!
Wenn er sich ein Brot kauft, zahlt er Umsatzsteuer. Wenn er sich Kaffee kauft, ist darin eine Kaffeesteuer und Umsatzsteuer enthalten.
Wenn er mit dem Auto fährt und Benzin tankt, zahlt er Steuer. Nämlich die Mineralölsteuer.
Usw.
Ein Hartz IV-Empfänger gibt sein ganzes Geld aus und spart nichts, weil er nichts zum Sparen hat.
Ein Gutverdiener gibt auch nicht alles aus, aber spart mehr.
Der Staat erhält einen Teil des ausgezahlten Arbeitslosengeldes bzw. Transfers wieder in Form von Steuern zurück.
So, ich musste mir einfach mal Luft verschaffen.
Und Leute, unterschreibt nicht einfach eine Eingliederungsvereinbarung. Geht zu einem Anwalt, der auf dem Gebiet für Sozialrecht spezialisiert ist. Dieser soll für euch einen Beratungsschein beantragen, sodass für euch keine Kosten entstehen.
Wenn ihr beim Amtsgericht einen Beratungsschein holen wollt, wird dieser manchmal verwehrt. Oder es hat ein Anwalt Sprechstunde, der sich im Sozialrecht gar nicht auskennt, weil er sich für das Bauwesen spezialisiert hat.
Ich habe selbst sehr vieles auf diesen Gebieten erlebt und rate euch, trefft euch mit anderen Arbeitslosen und tauscht euer Wissen aus. Macht euch stark. Denn Wissen ist MACHT. Und diese werden wir alle brauchen.
Einen schönen Tag
wünscht euch
Yellow
… gemeinsam für eine bessere Welt …
- Nach Realschulabschluss gejobt, keine Ausbildungsstelle erhalten (schwere körperliche Arbeiten ausgeübt.. wollte auf keinen Fall Arbeitslos sein und mit dem AAmt nichts zu tun haben. Kein Geld "schmarotzen")
- Zivieldienst 13 Monate (Krebskranke zum teil sterbende Menschen mitbetreut, weil Pflegepersonal und Krankenschwestern dafür keine Zeit hatten. Viele Leute sterben sehen.. für beinahe nix, außer dankbaren Augen. War die beste Zeit.. obwohl "sehr" hart).
- Danach Arbeitsamt, man fragte als 19Jähriger nach einer Umschulung zum Krankenpfleger, Gärtner, Tierpfleger und Maler. Antwort der damals zuständigen Sachbearbeiterin, die dies zu bewilligen hatte. Das ist für sie nicht zukunftsträchtig… das bewilligen wir ihnen nicht. Hier machen sie eine Umschulung zum Mediengestalter für Printmedien.
- Umschulung katastrophal = 1 Jahr lang keine Rechner, kein Arbeitsmaterial und keinerlei Lehrpersonal außer einem verkoksten Grafiker, der nur an sein sicheres Gehalt dachte.
Der Bildungsträgerchef deckte ihn und deckelte das Ganze.
Zusammen mit 2 Leuten beinahe täglich beim Arbeitsamt um dies zu Melden.. man wollte unbedingt diese Chance nutzen und endlich erfolgreich Arbeiten an der Gesellschaft mitwirken und an Kultur teilnehmen (kostete Geld was man als Arbeitsloser nicht hatte).
Nach einem weiteren halben Jahr kam einmal ein Mitarbeiter des Amtes und einer der IHK, welche später die Prüfungen abnehmen sollten. Alles auf Hochglanz poliert.. kurz zuvor 2 weitere Dozenten eingestellt (unfähige Studenten die nix kosteten aber auch von den Programmwelten wie Photoshop und QuarkXPress nichts wussten), eine Woche vor Besuch Computer Zimmer eingerichtet. Alles super.. Beschwerden waren nicht handlungswürdig! lol
Dann weiter kein richtiger Unterricht.. nichts ging voran. Weiter Beschwerde beim Amt.. keine Reaktion, kein Interesse. Weiter gezahlt für alle Teilnehmer und an den Träger der Schulung.
Meldung an Zeitung und TV.. nix kein Interesse.
Teilnehmer die gewillt waren es trotzdem zu schaffen.. sich für ihr weniges Geld alle möglichen teuren Bücher gekauft, gelernt wie wenn es um das eigene Leben ging (gings ja auch) und wie bekloppt geacktert sich alles selbst beigebracht wie wenn einem gleichzeitig einer eine Pistole an die Strin hält.. Praktikum kurz vor der Prüfung gemacht.. hier noch netter Weise Hilfestellung bekommen.
Kleines Familienunternehmen wollten einen sofort übernehmen hat beinahe Zeitung allein rausgebracht und viel gelernt.
Chef kann nicht halbes Jahr warten (Prüfung noch soweit entfernt). Entscheidung wieder ohne Abschluss arbeiten oder Abschluss machen. Entscheidung = Abschluss ! Falsch. lol
Firma nix mehr = Chef heute tot. :D
Zu Sicherheit das Klassenbuch beim Schulungsträger kopiert.. = Beweismaterial. Man weiß ja nie..
Chef schon jedes Datum jeden Tages der Schulungszeit mit Datum und Namen der Dozenten versehen + vorunterschrieben.. dann einfach kurz vor der Prüfung alles mögliche frei erfunden oder aus einem der Berichtshefte die jeder so gefüllt hatte wie er es wollte nachgetragen.
Jeder Teilnehmer hatte ein anderen Stundenplan jeder an jedem Tag etwas anderes gemacht.
Interessierte keinen.. nicht vom Amt. Nicht von der IHK oder sonst wen. Alle Teilnehmer durchgekommen. totlach..
Jedoch bei vielen kein ausreichendes Fachwissen vorhanden.
Nun top Ausbildung im Sack, sich den Arsch aufgerissen und gekämpft wie eine Verrückter.. gegen Windmülen.. keinen hats interessiert. Egal geschafft. Stolz..
- Anschließend: 200Absagen.. kein Bedarf. Weitergemacht.. beim Amt erstmal n Team gegründet worden für diese neue unbekannte Berufsgruppe. loool.. (obwohl jede Woche vor Ort 2,5 Jahre lang um Hilfe gebeten).
Nicht verzagen wird sich schon was finden.. man ist ja motiviert, schlau und weiß wie man kämpft.
Bewerbungen in ganz Deutschland verschickt.. Absagen!
- Gesundheitliche Probleme.. kann nichts mehr körperlich machen, schwer krank = Arbeiten fallen weg, die man gerne statt des gelernten Jobs gemacht hätte.
- 5-6 Zwangsmaßnahmen vom Amt mitgemacht bei verschiedenen Trägern. Alkoholiger und Drogenfreaks kennengelernt. Sich ferngehalten.. es aber beinahe nicht mehr ausgehalten.
Was in der Maßnahme gemacht wurde = 8 Stunden freies Internetsurfen = NICHTS ! An den Kopf lang.. ab und an anderen bei Bewerbungsschreiben geholfen, da man es besser konnte, wie die Leute welche als Dozentend vor Ort arbeiteten.
Gaben diese auch unter 4 Augen zu und sprachen einem Mut zu mit seinen Fähigkeiten durchzuhalten. Man wollte sogar dem Amt klar machen, dass man hier Fehl am Platze war… keine Chancen.. Aber wie gesagt.. jede Weiterbildung und Umschulung fleißig abgelehnt. Immer wieder neues Bewerbungstrainig absolviert. Dozent für lauf als Job. Personal sich solange die Eier geschaukelt.
- Später = Amt meldet sich gar nicht mehr.. man ruft an.. keiner geht ans Telefon.. man wird ignoriert. Geht persönlich hin, man will sich weiterbilden, zusammenarbeiten und raus aus der Kacke.
Wird von Sicherheitsleuten angemahnt nen schriftlichen Termin zu vereinbaren.
- Termin nach Termin nach Termin.. keiner weiß weiter.
Interessiert auch keinen beim Amt.
- Brille, Zähne gehen langsam kaputt.. weiß nicht wie zahlen. Anfrage ans Amt wie wo was nun? Antwort: Sind nicht zuständig in Raten zahlen. Keine Ratenzahlung möglich = Zahnarzt nimmt keine Raten unter 70Euro. Geht nicht, da Strom und Gas selbst zahlen + Essen, Kleidung und Friseur usw.
- Verliert Freunde.. muss immer absagen wenn Leute weggehen, da kein Geld. Kinopreise steigen. Lebensmittelpreise steigen.
Nur noch zuhause.. aber nicht mehr viel TV guckern möglich, da Stromnachzahlung droht = selbst zahlen. Kein Geld für Bücher.. Wand angucken angesagt.
- Weiter bewerben.. nichts!
- Amt meldet sich.. Unterstellt man hätte Geld. Kein Geld da.. lol.
Ruft Finanzamt usw. zu Hilfe.. Glück gehabt… ein Mensch findet sich bei einem AMT. Niemals mehr dran geglaubt. Bestätigt einem, dass keine Gelder da.
Bitte um Entschuldigung = Fehlanzeige! Nochmals wütend angeschrieben.. = fehlanzeige!
Bittet Finanzamtmitarbeiterin um hilfe.. sie schreibt an = bekommt keine Antwort!
- Egal alles kopiert und abgeheftet. Man sucht weiter nach Job der gesundheitlich zu bewältigen. Arzt schüttelt Kopf über Gesundheitszustand.
Findet nix.. keine Hilfe kein Interesse bei der "Glashausagentur".
- Trifft alten Arbeitskollegen.. Schwede. Schwester vom Schweden = Arbeitslos.
Schwester nix gelernt.. 1 Monat arbeitslos. Neuer Job.
Freundin von Schweden Schwester arbeitslos. Nix gelernt.. 3 Wochen = neuer Job.
Alles übers AAmt dort!
Fragt nach wie kann das sein beim Exkollegen.
Antwort: Sachbearbeiter bei Ämtern extrem freundlich und zuvorkommend. Arbeitsloser und Mitarbeiter treffen sich auf Augenhöhe. Nur kleine Kabinen mit Abgrenzungen zum arbeiten für dortige Mitarbeiter, keine Glashäuser und neue Büros mit Sicht auf den Park.
Kaffe wird Arbeitslosen gereicht und freundlich Hand wird geschüttelt. Beide Seiten fühlen sich wohl.
Provision für jeden vermittelten Arbeitslosen! ahhhh licht aufgeht.. :D
Deutschland = Keine Arbeitslosen = kein festbezahlter, abgesicherter Job mehr für Agenturboss und dessen Mitarbeiter. Noch Fragen?
Ich nein.
- aktuell nicht mehr laufen.. andauernde Nachfrage nach Umschulung, Weiterbildung etc. = Fehlanzeige.
- Das Beste. Auf freie Stelle bei Arbeitsagentur beworben (Mediengestalter gesucht). Bewerbung mit Zeuge persönlich sofort abgegeben. Niemals eine Antwort erhalten. Keine Absage.. nix!
Nachfrage.. = Keine Ahnung = Nix bekommen.
Medienhetze und Co. Ja wir sind alle nur Blutsauger. Demnächst kommen auch noch die Blutsauger vom Opelwerk aus Bochum dazu und wer weiß.. bald geht Mercedes evtl. mit seinen Werkshallen nach Osteuropa.. da gibts dann wieder ein paar Blutegel.. diesmal sogar mit Stern eingebrannt.
Oh man.. erst gestern hab ich meinen Vorgesetzten gesehen. Er wurde arbeitslos wie es jeder werden kann. Früher war ich da als Mensch ganz anders, aber heute muss ich sagen: ich wünsche es heute beinahe schon jedem zweiten, dass er mal erfährt was es heißt alleine vor sich hinzuleben, alles zu verlieren was man als normal erachtete und kannte und dann zu hören, dass man auch noch zuviel hat und einem noch mehr abgenommene gehört, weil man nicht will (es gibt viele körperlich sehr kranke menschen darunter die nicht mehr alle arbeiten ausführen können, manche tun es trotzdem und gehen dabei sogar drauf, weil sie ihren gesundheitszustand verschweigen nur weil sie das ganze gehetze und wenige geild nicht mehr ertragen).
Nein ich werfe keine Steine und verprügele niemanden, obwohl ich über "die Agentur" oft genug mit Leuten zwangszusammengeführt wurde, welche für solche Straftaten schon des öfteren im Knast saßen und dahingehend keine Hemmschwelle hatten.
Mein Bankgeheimnis nehmen sie mir (können sie auch, denn ich bescheiße nicht und habe noch nie beschissen um keinen verdammten Euro!), meine Gesundheit geht drauf, aber meine Selbstachtung werden sie mir nicht nehmen (kurz hatten sie mich schonmal soweit mit ihren vergleichen). Die Selbstachtung und das Wissen was da wirklich vor sich geht, nehme ich mit ins Grab.. nein ich erschieße mich nicht.
Wäre ja noch schöner wenn ich "manchen" Menschen diesen Gefallen tue.
Eine Chance wäre schön gewesen.. wäre sie immer noch. Aber ich werde sie mir nicht erkämpfen können und von jemanden erhalten. Das weiß ich heute..
Man darf sich ab einer gewissen Zeit auch nichts mehr vor machen. Geschenkt bekommt man eh nichts (wollte ich eigentlich aber auch nie).
Hartz4 (Hartz.. Prostitution armer osteuropäischer Frauen.. Geld verprassen..). Da war doch mal was in der Art. Egal der – die darf das.
Ich will es gar nicht.. bin da doch ein anderer Mensch. Nur interessiert das niemanden und muss es auch nicht. Menschen lieben und pflegen ihre Vorurteile.. ich habe viel als Mensch gelernt und habe heute so gut wie keine mehr.
Das wohl einzig positive daran.. .
Alles gute für jeden hier! Ciao..