StA Düsseldorf: Die Spitze ist erstmals weiblich
Über den Dächern der Staatsanwaltschaft Düsseldorf weht weißer Rauch; sie feiert, sie hat erstmals eine Frau an der Spitze: Seit gestern, 11 Uhr, leitet Petra Berger-Zehnpfund die Strafverfolgungsbehörde der Landeshauptstadt.
Die 52-jährige hat zunächst eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, dann das Abitur am Abendgymnasium gemacht. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften war sie bei den Staatsanwaltschaften Essen und Bochum sowie in der Strafrechtsabteilung des nordrhein-westfälischen Justizministeriums tätig.
Nach dieser Erprobung wurde sie Oberstaatsanwältin, vor 6 Jahren dann Leitende Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm. Vor knapp einem Jahr wurde sie zur Leitenden Ministerialrätin im Justizministerium ernannt, dort war sie als ständige Vertreterin des Leiters der Personalabteilung tätig.
Mit ihrer gestrigen Ernennung durch Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) nimmt Petra Berger-Zehnpfund den Platz von Gregor Steinforth ein – er wurde vor fünf Monaten zum Generalstaatsanwalt in Düsseldorf berufen. (pbd)
Die Witwe Strunz-Zitzelsberger gratuliert allen genannten Trägerinnen bemerkenswerter Doppelnamen zu was auch immer.
Ich gratuliere dann auch mal zum Doppelnamen! ;-)
offenbar kann man als frau nur was werden, wenn man einen Doppelnamen hat, der nur auf DIN A 3 Briefpapier passt.
Solange das Geschlecht einem noch als besonders erwähnenswert erscheint, sind wir auch mit dieser Berufung einer Frau in ein hohes Amt in Bezug auf die Gleichstellung nicht wirklich weiter gekommen.
3/Rotkäppchen
Harms, Monika
4/Detlev T.
Richtig, aber vermutlich gibt es irgendwo schon Kommentatoren, die sagen Frauen wären sowieso besser für den Job geeignet, aufgrund bestimmter biologischer Dispositionen.
Zum Thema Gleichstellung gibt es auch andere Meinungen: http://www.manndat.de/
Insbesonde die Seite »Mythen und Fakten« http://www.manndat.de/index.php?id=38 ist aufschlußreich.
Bleibt die Frage, wie die Dame vorher hieß, Berger oder FünfKilo. Einige möchten ja nicht, daß der eigene bekloppte Name ausstirbt…
Gender mainstreaming mutiert in der öffentlichen Verwaltung zu female bevorzuging, weil man Angst hat vor Klagen. Die Damen müssen nur annähernd so gut sein, das reicht. "Gleiche Eignung und Befähigung" gilt nur auf dem Papier. Bei Schwerbehinderten kann ich es verstehen, bei den Mädels nicht. Heutzutage werden Jungs in der Schule rigoros benachteiligt, in zehn bis zwanzig Jahren gibt es dann _den_ Gleichstellungsbeauftragten…
Ja wenn´s nur das Geschlecht wäre: Mittlerweile muss man wohl als Frau schon adlig sein, um Karriere zu machen. Bei der "Wahl" der neuen Bundesrichter wurden bei nur wenigen Frauen gleich zwei "von" gewählt:
Bundesgerichtshof
Richterin am Oberlandesgericht Karlsruhe Vera von Pentz
Bundesfinanzhof:
Richterin am Finanzgericht Rheinland-Pfalz Dr. Ulrike Banniza Edle von Bazan
Ich muss doch mal nachsehen, wie hoch die in der KJB nachgewiesene Veröffentlichquote dieser beiden Damen ist. (Von den restlichen Kandidaten/Kandidatinnen sehe ich ab.)
Ich will gute Staatsanwälte*. Dabei ist es mir egal, welches Geschlecht, welches Aussehen, welche sexuelle Orientierung, wieviele Kinder oder welche Frisur sie haben. Auch ist mir egal, wie oft sie schon verheiratet waren.
*) Gilt auch für Freunde, Politiker, Richter, Manager, Ärzte, Anwälte oder Putzfrauen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Zum Thema Doppelnamen:
Ich kann es mir an dieser Stelle jedoch nicht verkneifen, auf unsere Landesjustizministerin hinzuweisen. Roswitha Müller- Piepenkötter (nicht FDP(!)). Sie hat ja schon des öfteren zur Heiterkeit des ein oder anderen Kommentators beigetragen. ;-)
Grüße!