GBL-Razzia: Durchsuchungsbeschlüsse mangelhaft
In der letzten Woche wurden rund 600 Wohnungen durchsucht. Gemeinsam war den Betroffenen nur, dass ihre Namen in der Kundendatei zweier Chemikalienhändler auftauchen und dort auch Bestellungen verzeichnet sind.
Es geht unter anderem um die Industriechemikalie GBL, aber auch um andere Substanzen. Das Amtsgericht Verden (Aller) hat eine Vielzahl der Durchsuchungsbeschlüsse erlassen. Soweit sich Betroffene an mich gewandt haben, ist festzustellen: Die Beschlüsse sind wortgleich, kurz und nach meiner Meinung schon deshalb rechtswidrig.
Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts an Durchsuchungsbeschlüsse sind eindeutig:
1. Die Tathandlung muss, wenn auch nur kurz, konkret dargestellt werden.
Die Durchsuchungsbeschlüsse enthalten lediglich nur die Feststellung, der Beschuldigte habe an einem genannten Datum online Stoffe bezogen, die zur Herstellung von Betäbungsmitteln in nicht geringer Menge geeignet und bestimmt seien.
Der Beschluss nennt keinerlei Einzelheiten zum Bestellvorgang, zur Art und Menge der bestellten Chemikalien und zu den Modalitäten der Lieferung. Diese Angaben wären aber notwendig. Ebenso notwendig wäre eine Darlegung, warum und unter welchen Umständen die Stoffe zur Herstellung von Betäubungsmitteln geeignet sind.
2. Es muss dargelegt werden, warum sich der Beschuldigte mit der Tathandlung strafbar gemacht haben könnte.
Das Amtsgericht sagt lediglich, die Stoffe seien zur Herstellung von Betäubungsmitteln bestimmt. Hierdurch wird wohl ausgedrückt, der Beschuldigte habe den notwendigen Tatvorsatz gehabt. Aus welchen tatsächlichen Anhaltspunkten sich dieser Vorsatz aber ergeben soll, wird mit keinem Wort erklärt und schon gar nicht individuell ausgeführt.
Das ist in den vorliegenden Fällen aber unbedingt nötig. Der Kauf der Chemikalien als solcher war – soweit absehbar – legal, da diese Stoffe keiner Verkaufsbeschränkung unterliegen. Es gibt lediglich das sogenannte “Monitoring”, in dessen Rahmen die Personalien der Kunden überprüft und die Bestellmengen festgehalten werden. Den Betroffenen war also bekannt, dass ihre Bestellungen festgehalten werden.
Woraus sich aus einer legalen Handlung und dem Wissen, dass man erfasst ist, nun herleiten lässt, der Kunde wolle mit den Chemikalien Drogen herstellen – hierüber findet sich im Durchsuchungsbeschluss kein Wort.
3. Der Durchsuchungsbeschluss muss erkennen lassen, dass sich das Gericht mit dem konkreten Fall auseinandergesetzt hat.
Hiervon ist nichts zu bemerken. Außer dem Bestelldatum, dem Lieferort und dem Namen des Verkäufers finden sich keine individuellen Angaben im Durchsuchungsbeschluss, der insgesamt noch nicht einmal eine Textseite ausmacht. Es sind offensichtlich Textbausteine verwendet worden.
4. Letztlich muss der Beschluss erkennen lassen, dass die Verhältnismäßigkeit geprüft wurde.
In dem Beschluss findet sich noch nicht einmal die sattsam bekannte, aber ebenfalls ungenügende Floskel, die Verhältnismäßigkeit sei gewahrt.
Dabei hätte es hier besonderen Anlass für eine Prüfung gegeben. Immerhin wird aus einer legalen Handlung der Verdacht einer Straftat, noch dazu eines Verbrechens (!) hergeleitet. Wie das gehen soll, müsste dem Betroffenen schon erklärt werden.
Es spricht vieles dafür, dass die Durchsuchungsbeschlüsse schon aus den dargelegten Gründen angreifbar sind. Das kann insbesondere für Betroffene wichtig sein, bei denen “Zufallsfunde” gemacht wurden, die mit dem eigentlichen Vorwurf gar nichts zu tun haben.
Möglicherweise führen die Mängel der Beschlüsse zu Verwertungsverboten. Aufgefundene Beweismittel, insbesondere Zufallsfunde, könnten dann nicht gegen den Beschuldigten ins Feld geführt werden.
Wir haben bereits in mehreren Fällen Beschwerden gegen die Durchsuchungsbeschlüsse eingelegt und gleichzeitig bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Akteneinsicht beantragt. Über die Beschwerden muss das Landgtericht entscheiden. Möglich sind dann letztlich auch Verfassungsbeschwerden.
Die Akteneinsicht wird zeigen, ob es neben den mangelhaften Durchsuchungsbeschlüssen noch weitere Kritikpunkte gibt.
Und abgesehen von einem bösen "Du, du" und der Nichtverwertbarkeit gefundener Beweismittel hat das Ganze wieder keine Auswirkungen, oder?
Schäuble hat Recht: Die Terrorgefahr in Deutschland wird immer größer… :-(
"Bin ich eigentlich der einzige, der norgendwo Terroristen findet – außer Schäuble?" O-Ton irgendwo auf dem Campus…
Wie ist denn das Aktenzeichen des BVerfG-Urteils – das leißt sich ja richtig schön :)
Es muss doch irgendwelche Möglichkeiten geben solche Richter und Staatsanwälten aus dem Amt zu entfernen. Die sind doch nicht so inkompetent dass die nicht wissen, dass diese Durchsuchungsbeschlüße rechtswidrig sind.
Das wird doch in dem vollen Bewusstein gemacht das es
es erstens kein generelles Beweisverwertungsverbot in Deutschland gibt und ihnen zweitens nicht das geringste passiert.
Lassen Sie mich raten. Die Beschwerden sind ebenso wortgleich wie die angegriffenen Durchsuchungsbeschlüsse?
Als der Koelner Chemikalienhaendler "Chemonline" 2005/2006 hochgenommen wurde, war es das gleiche: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21622/1.html
Den Text hat wohl jemand anders geschrieben und sich auf die durch vorangestellte Nümmerkes erkennbaren Leitsätze (oder deren sinngemäße Wiedergabe) aus einem BVerfG-Urteil bezogen.
Zum Thema: Ich finde sowas einfach zum Kotzen, insbesondere die Tatsache, dass sowas in einem Rechtsstaat vermutlich weitestgehend folgenlos bleibt. Das ist eine Einladung, es immer und immer und immer wieder auf diese Tour zu probieren und den Heuhaufen einfach anzuzünden, statt die Nadel zu suchen.
ich bekomme gerade immer weniger lust, chemiestudent zu sein und mit chemikalien zu hantieren …
Sagt mal, habe ich was versäumt? Hier wird so oft von unrechtmäßigen Durchsuchungsbeschlüssen gesprochen. Seit wann wurde der denn wieder eingeführt? Werden deutsche Gerichte und Polizeibeamte etwa wieder korrekt? Das lässt ja hoffen, ich bin beruhigt.
Fall 1:
Ein Mitschüler berichtet der Lehrerin, mein Sohn (10J. damals), hätte einen Pornofilm im Kinderzimmer. Fünf Beamte stürmen darauf das Haus, bedienen sich seines Haustürschlüssels, Begründung: Gefahr in Verzug. Kein schriftlicher HD. Gefunden wurde ein TV Beitrag von Sat1, wo eine Bollywood Schickse oben ohne Hula-Hula tanzt. Verfahren eingestellt.
Fall 2:
Sohnemann, nun 19, bestimmt kein Draufgänger, kachelt ein parkendes Auto versehentlich an (1.900€ Schaden). 0,0 Alkohol, 1,1ng THC (zum Vergleich, wer zugekifft ist, hat zwischen 45 und 75ng). HD am Sonntag morgen, ohne schriftlichen Beschluss. Begründung: Gefahr in Verzug. Wer 1,1ng im Blut hat (er ist bisher nicht aufgefallen oder vorbestraft), der wird vermutlich auch dealen.
eigentlich sollte man da doch mal genau umgekehrt reagieren und en masse gezielt auch solche Listen draufkommen. Nach dem Motto "600 Durchsuchungen oder auch 6.000 kriegen sie hin… aber ob ihnen bei 60.000 oder 600.000 nicht IRGENDWANN die Kapazitäten ausgehen….?
Ach ja, sind wir eigentlich noch ein Rechtsstaat oder hab ich den Übergang zum Richter-Staat bloß nicht mitgekriegt?
Lassen Sie mich raten: Heute abend steht (nicht nur) auf BLÖD-Online: »Fahnder des BKA lassen Bomben-Online-Händler auffliegen – Riesenerfolg: 600 Hausdurchsuchungen!«
Wozu die Aktionen letztlich dienen – ob da jetzt nur ein "dummer" Amtsrichter sitzt oder dieser als Teil von etwas größerem agiert – das wissen wir wohl erst hinterher. History repeats itself…
Die moderne Rasterfahndung. Schauen wir überall mal rein – finden wir Mörder und Totschläger, greift das Verwertungsverbot nicht. In anderen Fällen vielleicht auch nicht – schauen wir mal.
Oder anders: es greift niemals. Denn das BVerfG wird einfach überfordert sein (evtl wird noch ein weiterer Senat wegen unpässlicher Entscheidungen suspendiert), so dass die Opfer der illegalen HD schon längst ihre aufgebrummten Strafen abgesessen haben, wenn ihr Fall zur Entscheidung kommt.
Das ist der natürliche Lauf, wenn solche Rechtsbrüche lediglich gekippt, aber eben nicht geahndet werden.
hoffentlich habense irgendwo 0.5g haschspritzrauschraubmordkopieroffeneswlanstörergift sichergestellt, damit deutschland sicherer ist.
-> man kann nur kotzen.
mit cdu und hündchen spd wird sich daran aber auch nichts ändern. und das ist garantiert.
Was ich nicht verstehe ist, warum die Zufallsfunde nicht verwertet werden dürfen, wenn die Durchsuchungen sich als illegal herausstellen. Ich dachte, die Sache mit dem poisonous tree gibt's nur in den USA.
@13: Wenn die verwertet werden dürfen, käme das doch einer Aufforderung zu unberechtigten Hausdurchsuchungen gleich.
Schlimmer: ein beliebiger Polizist ist sauer auf dich, meinetwegen weil du sein Auto versehentlich angefahren hast oder du mit seiner Tochter im Bett warst… also lässt er einfach mal deine Wohnung durchsuchen, irgendwas wird man schon finden, weiche Drogen, Raubkopien, etc. Dann würde es dir überhaupt nichts bringen, wenn die Durchsuchung hinterher als nicht rechtmäßig deklariert wird.
Bei meinem Freund war auch die Polizei vorstellig. Nach lesen des Durchsungsbefehls musste ich erstmal schlucken.
Keine Begründung. Wegen der Bestellung einer LEGALEN Substanz die man, man mag es kaum glauben, auch zum Putzen verwendet werden kann.
Erschreckend das selbst die Polizei sich nicht über solcherart Beschlüsse beschwert. Immerhin wurden hier 3 Polizeibeamte über einen längeren Zeitraum aufgehalten.
In unserem kleinen 12000 Seelen Dorf gibt es immer weniger Polizei. Mehr Kameras, mittlerweile ein Alkohohlverbot in der Stadt, usw., aber Zeit für solche Scherze bleibt wohl immer. Lieber streicht man die Stellen und wundert sich wenn Nachts vor der Tankstelle ein 18jähriger ins Koma geprügelt wird.
Deutschland. Ich liebe dich!
Vielleicht sollte man doch nur noch unter falschem Namen auf Nachnahme bestellen oder die Überweisung über einen Freund tätigen. Wer weiss was als nächstes für einen Durchsungsbeschluss ausreicht!
Noch mehr seltsame Durchsuchungsbeschlüße (inkl. unverhältnismäßigem Gewalteinsatz)
http://www.sueddeutsche.de/,tt8m1/deutschland/artikel/83/186494/
Es gibt einem schon zu denken, daß man sich von Seiten der Polizei genötigt sah, dieses SEK aufzulösen (vgl. WDR-Berichterstattung):
"Die Elitepolizisten schlugen in Gummersbach einen Rentner krankenhausreif, der Tod eines Jägers bei einem Einsatz in Hennef ist bis heute nicht aufgeklärt, und bei einer Übung Anfang letzten Jahres wurde ein SEK-Beamter von einem Kollegen erschossen."
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=766&sid=141
Bin ich schon paranoid? Ich mache mir ernsthafte Gedanken über meine nächste Bestellung bei Conrad, vielleicht kann man mit einem Teil das ich bestelle zufällig auch eine Bombe basteln? Was dann? Wie schütze ich mich? Surfen darf ich nicht mehr (Himmel…), in Onlineshops für Gärtner bestellen geht nicht mehr, Chemikalien auch nicht… mit etwas Pech wird eine Kundendatei in der ich stehe auch demnächst durchgearbeitet?
Also am besten an Packstationen liefern lassen…
Bald hilft echt nur noch eins: auswandern.
Fragt sich bloß, wohin.
Es gibt bei uns schon Beweiserhebungs- und Beweisverwertungsverbote. Allerdings ist es eben nicht so, dass bei rechtswidrigem Handeln der Ermittlungsbehörden automatisch so ein Verbot eingreift. Vielmehr muss nach der Rechtsprechung immer im Einzelfall abgewogen werden. Die Abwägung geht leider zumeist gegen den Beschuldigten aus.
@10: Schon vor einer Woche passiert. War anscheinend alles höchst erfolgreich. Oder nicht.
http://steiermark.orf.at/stories/291602/
http://news.google.de/news?hl=de&ned=de&q=drogenherstellung&btnG=News-Suche
Rechtswidrige Durchsuchungsbeschlüsse interessieren nachher niemanden: Sobald von der Polizei problemlos durchsucht wurde, ist das Ziel schon längst erreicht.
Wie fühlt man sich eigentlich als Anwalt, der doch eigentlich für den Rechtsstaat kämpft oder sich zumindest dessen bedienen sollte, wenn man doch an allen Ecken und Ende ständig feststellen darf, daß es diesen sogenannten "Rechtsstaat" nur noch als Phantom gibt? Wie fühlt man sich, wenn man ständig mit einer Aushöhlung des GG konfrontiert wird, daß das Recht auf freie Selbstentfaltung, auf Unversehrtheit der Wohnung, etc. nicht das Papier wert ist, auf dem es gedruckt wurde?
Was denkt man so, über seinen Job als RA, wenn die Exekutive der Legislative einfach mal so jeden Tag wieder und wieder und wieder eins überzieht und man außer einem weinerlichen "Jetzt aber.. !?! bitte aufhören…!" nichts gestammelt bekommt. Wie ist das, wenn der Staatsschützer Nr.1 in Wahrheit Demokratiefeind Nr. 1 ist?
Versteht mich nicht falsch: ist ja nett, was ihr da schreibt. Aber wenn vorne getretten wird, ist das Verteilen von Entshcudligungszetteln hinten nur bedingt interessant.
Die Exekutive ist in diesem Land außer Kontrolle. Die Legislative ist entmachtet. Das ist die Voraussetzung für Totalitarismus.
Ist es möglich eine HD zu verhindern, wenn zu Anfang der Durchsuchung der Durchsuchungsbefehl "angefochten" wird oder hat man ab dem Zeitpunkt "verloren", wo die Polizei an der Tür klingelt?
@15. Ich hab auf anderen Namen bestellt… Deswegen haben sie mal zur sicherheit auch noch die Wohnung meiner Eltern durchsucht die Schweine!!!
@ 18. & 19
köstlich… ihr habt ja sowas von Recht!!!
Ich bin für Spanien
schwarze milch der frühe wir trinken sie abends
@24: Sie müssen es einfach tun. Verhindern sie die Durchsuchung, wenn Sie davon überzeugt sind, dass sie willkürlich und/oder grob unverhältnissmäßig ist. Brennspiritus oder Küchenmesser werden Sie ja hoffentlich besitzen. Wenn Sie ihre elementarsten Grundrechte aufgeben, nur um der "Sicherheit" willen, dann haben sie sowieso schon verloren. Dann sind Sie Teil des Systems. Überzeugen sie auch alle die sie kennen davon, dass
1) Die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung an Gesetz und Recht gebunden sind,
2) Der Ausschluss jeder Form von Gewalt- und Willkürherrschaft und Sklaverei (-> geistiges Eigentum, geistige Sklaverei) Verfassungsgrundsätze sind.
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
@25
War viele Jahre in Spanien und fühle mich dafür bestraft, so dumm gewesen zu sein, nach Deutschland wieder zurückzukommen.
Deutschland ist unerträglich!
Grund und Rechtfertigung rücken in den Schatten, wenn man die Folgen für die so genannten "Vergewaltiger" bedenkt. Das manche Menschen auf mehrere ml GBL täglich angewiesen sind, geht natürlich über die Vorstellungskraft unserer "Repressionskräfte" und über die der "Gesellschaft" hinaus. Zwei meiner Freunde mussten sich direkt im Anschluss zur medikamentösen Behandlung ins Krankenhaus begeben und auch ich hätte im Falle eines "Überfalls" in den Morgenstunden sofort ärztliche Betreung gebraucht. Ein "kalter Entzug" von GBL kann sehr schnell tödlich enden. Delir und Atemdepressionen sind die natürlichen Folgen. Da hätte sich unsere Polizei ruhig mal herablassen können und sich vielleicht auch mal mit den Leuten unterhalten, anstatt nur zu Fragen, ob man nicht vielleicht eine Waffe unterm Kopfkissen versteckt hält. Auch die Behauptung aus dem GBL Koma "gerettet" ist mehr als nur lächerlich. Ich und viele andere kriegen ohne dieses "Koma" nicht mal mehr ein paar Stunden schlaf. Da ist man froh, wenn man mal für vier Stunden pro Nacht ins "Koma" fallen darf und will dann auch ganz sicher nicht "gerettet" werden.
Aber über sowas wird ja in den Medien kaum berichtet und dürfte wohl auch kaum Anklang finden. Lieber hebt man Wörter wie "Todesfälle" und "Vergewaltigung" hervor. Wenn ich jemanden Vergewaltigen wollte, würde ich sicherlich ein besseres Mittelchen als das nicht gerade geruchsarme GBL finden. Klar gibt es tragische Einzelschicksale, die sicherlich auch nicht einfach "unbeachtet" vergessen werden sollten. Aber wie immer geht die Kehrseite der Medaille wieder mal im in der populären Hetzjagd der Medien unter.
Ich finde es richtig, dass bei solchen Konsumenten mal nach dem Rechten gesehen wird. Es kann doch nicht angehen, dass solche Leute in unserer Gesellschaft freies Spiel haben. http://news.google.de/news/url?sa=t&ct=de/2-0&fp=4881504244243b2d&ei=cpCBSLipMZyCxAGQxcS5Bw&url=http%3A//www.blick.ch/news/schweiz/aargau/in-seiner-kueche-braute-er-toedliches-gift-95397
Erschreckender Artikel!
Gegen diese schwerstkriminellen Drogenabhängigen sollte mit alle Härte des Gesetzes vorgagangen werden! Denn wir sind es, die mit unseren Steuern sowas mitfinanzieren! Das kann doch nicht sein!
jaja …
"wunderschön" der artikel:
"…Fakt ist: Im Kanton Aargau findet die Polizei bei 13 Hausdurchsuchungen 8 Liter GBL, 2 Dezi Flüssig-Ecstasy, 6 Kilo Natriumhydroxid sowie andere Drogen. …"
wird natriumhydroxid als droge gezählt? wusste ich gar nicht … habs aber auch zu hause, sollte es mal wohl lieber entsorgen.
Kann es sein, dass die Richter pro ausgestellter Verfügung bezahlt werden?
@Werner:
Leider ist Volksverdummung nicht strafbar, sonst könnte man schreiben: "Erschreckender Artikel! Gegen diese schwerstkriminellen Zeitungsschreiberlinge sollte mit alle Härte des Gesetzes vorgagangen werden!"
Ich vermute, "BLICK" ist die Schweizer Version der "BILD", richtig?
@Phil:
Für Logik und gesunden Menschenverstand offenbar nicht…
Aber die ganze Geschichte ist ja schon wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Der Erfolg: man hat eine knappe Handvoll potentieller "Drogenpanscher" und "Hobbyterroristen" erwischt – und der Rest läuft halt unter Kollateralschaden. Ist ja nichts dabei, mal 600 Leuten auf Verdacht die Bude auf den Kopf zu stellen, nur weil sie dummerweise mit in der falschen Kundenkartei standen. Schließlich ging es gegen Terroristen, Dealer und Vergewaltiger – da kann man doch auf ein paar Einzelschicksale keine Rücksicht nehmen. Und solange es jemanden anderen trifft ("Welcher normale Mensch beschäftigt sich denn in seiner Freizeit mit Chemie? Die sollen lieber Kaninchen züchten!"), interessiert die rechtliche oder auch nur moralische Legitimation niemanden.
Was mich bei solchen Geschichten wirklich erschreckt (ich bin in der DDR aufgewachsen und habe inzwischen ein heftiges Deja-Vú), ist, daß der Großteil der Bevölkerung unbesehen jeden Mist glaubt, den ihm die Medien vorsetzen – und eine Aufmerksamkeitsspanne von ein paar Stunden hat… Jeder Goldhamster ist da lernfähiger.
"In einem freien Land muss erlaubt sein,
was Erwachsene in ihren eigenen vier Wänden
einverständlich und ohne Außenwirkung tun."
Vorfall: http:// http://www.netzeitung.de/vermischtes/1082617.html
Problem: http:// http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/07/18/gbl-razzia-durchsuchungsbeschlusse-mangelhaft/
Aktion: http://land-der-traeume.de/forum.php?t=19138
Lasst uns verhindern, dass unsere Kinder
in einer Welt voll von Angst aufwachsen,
in der wir selbst niemals leben wollten.
Jetzt Mayham unterstützen!
@32
[...]Ich vermute, “BLICK” ist die Schweizer Version der “BILD”, richtig?[...]
Ich vermute her noch einige Stufen drunter, wenn man mal nach dem Namen des Autors und dem Wort Blick bei der Bildersuche von google sucht, besonders die letzten Seiten zeigen die Header diverser Artikel von dem Typen….
Warum habe ich nur das Gefühl, das die Figur von "Horst Schlämmer" http://de.wikipedia.org/wiki/Hape_Kerkeling in dem Typen eine reale Ausgabe gefunden hat…..
bombjack
Edit: 2. Versuch
An Matthias Sch. (Beitrag 9). Eine gute Idee. Nur leider gibt es so wenig Solidarität in unserer Biedermeier-Gesellschaft.
Vielleicht in diesem Kontext interessant: In Österreich sitzen seit 2 Monaten 10 Menschen in Haft, weil sie angeblich einer kriminellen Vereinigung angehören. Es sind Tierschützer, denen man trotz zweijähriger Überwachtung (inklusive Peilsendung am PKW!!) nichts nachweisen kann. Dennoch schmoren die noch immer und wissen nicht, was ihnen konkret vorgeworfen wird. Begründet wird dies mit dem §278a, dem österreichischen Bruder von 129a STGB. Unglaublich erschreckend! Zum Glück gibts aber Solidaritätsaktionen aber meiner Meinung nach viel zu wenig. Infos unter http://www.antirep2008.tk
@34 Viola
Also ich weiß nicht. Ich habe mit mal diesen "Tierschutzverein" angeschaut und die machen da allesamt einen recht radikalen Eindruck. Tierschützer treten in der Tat sonst etwas moderater auf. Das sieht mir mehr nach einem getarnten Chaotenhaufen aus.
ich empfehle eine neue Volkszählung zu machen und ausnahmslos jeden mindestens einmal im Jahr zu durchsuchen, dass schafft neue Arbeitsplätze, gibt den Medien einen ungeheuren Aufschwung und würde die Terrorgefahren mindern…würde, wenn die executive nicht so inkompetent wäre. Einzige Bedingung: die HDs gelten ausnamslos für alle, auch Bundestagsabgeordnete, ich bin mir sicher dass man auch bei denen Laichen im Keller finden würde die U-Haft rechtfertigen…ich denke da an mehr als einen 5-Liter Kanister Benzin (enthält das verbotene Benzol und verstösst zudem gegen die Lagervorschriften), GBL im Nagellackentferner der Frau (die dealt mit Drogen, wobei GBL oder GHB genau genommen trotz des Namens Liquid-Extasy keine Droge ist sondern eben KO-Tropfen mit der gleichen Wirkung wie früher Diethylether aufm Taschentuch) oder Domestos mit der Anschuldigung einen Chemischen Angriff vorzubereiten wenn in der Küche auch noch Essig zu finden wäre.
@36
Der letzte Journalist, der die Bundestagsabgeordneten Toiletten auf Koks positiv getestet hatte, bekam ein Jahr Hausverbot.
Worauf wurden die Durchsuchungen eigentlich gestüzt also waren die Betroffenen hier selbst beschuldigte oder ging es hier um das Auffinden von Beweismitteln in dem Verfahren um die "großen Chemikalienhändler"?
Endlich wird den Schweinen mal das Handwerk gelegt! Natriumhydroxid spritzen und mit flüssigen Ex-Stasi hantieren, ekelhaft! Und dann in einer solchen Verfassung auch noch ein Kind auf dem Arm haben und grinsen!
Alle ab ins Lager. Zack, gleich mitnehmen, garnicht erst groß rumdiskutieren! Am besten allen in einen großen Sack und dann mit dem Panzer drüber rollen!
@39
Zweimal drüber rollen. Man kann nur gutes damit tun. Bestimmt ist auch ein Pädo dazwischen.
Ich kenne die Durchsuchungsbeschlüsse nicht und kann daher auch wenig dazu sagen, ob diese ausreichend/ gut/ was auch immer war. Ich weiß allerdings, dass Durchsuchungsbeschlüsse bei Gericht – gerade in solchen Großverfahren – oft "Massengeschäft" sind und vielleicht nicht immer so sorgfältig geprüft wird, wie man das machen könnte, wann die Belastung bei Gericht etwas geringer wäre.
Aber nur mal so als kleines Szenario:
Chemikalienhändler ist bekannt, Kunde durch die Kartei auch. Staatsanwaltschaft beantragt Durchsuchungsbeschluss, dieser wird von dem zuständigen Richter abgelehnt, weil die Anforderungen an einen Durchsuchungsbeschluss nicht ausreichen. Drei Tage später explodiert in einer beliebigen deutschen Fußgängerzone ein chemischer Sprengsatz, 200 Tote. Die Ermittlungen schreiten schnell voran, nach zwei Tagen weiß man: Sprengstoff aus Chemikalien gebastelt, von o.g. Chemikalienhändler bezogen, Terrorist war als Kunde bekannt, Durchsuchungsbeschluss war beantragt, wurde aber vom Richter abgelehnt … was dann wohl los wäre?
Ich will damit nicht sagen, dass man wegen dieser Gefahr die rechtsstaatlichen Anforderungen absenken sollte, dann wären wir nämlich bei Schäuble und Schily und die Terroristen hätten jedenfalls teilweise erreicht, was sie wollten – aber viele von denen, die hier jetzt auf den Richter einschlagen, weil er die Durchsuchungsbeschlüsse erlassen hat, sollen vielleicht mal überlegen, ob sie in einem solchen Fall nicht auf den Richter einschlagen würden, weil er die Durchsuchungsbeschlüsse NICHT erlassen hat (die Medien – insbesondere eine große markante BoulevardZeitung – würde es mit Namensnennung und Foto des Richters ziemlich sicher tun).
also ich vermute mal eher, dass die für diese Aktion verantwortlich zeichnenden Staatsanwaltschaften rein persönliche Motive hatten. Die haben sich schlichtweg nur für die erlittene Unbill im Verlaufe ihrer Schulkarriere gerächt.
Denn wenn ich mal so meine ehemaligen Schulkameraden anschau, die größten Nieten in Chemie oder andren Naturwissenschaften sind später Juristen oder Beamte geworden…
;-)
@41
…und ein Dealer verkauft tödlich gepanschtest Crack welches in Alufolie eingewickelt ist. Nun durchsuchen wir alle Leute, die mal Alufolie gekauft haben.
@41: Ja, und wenn mal wieder irgendwo jemand unbemerkt verstirbt, muss man ab da regelmäßig jede Wohnung nach Leichen durchsehen, oder was? Diese Argumentation führt nur zu dem Verhalten, was man in USA sehen kann: Leute, die bedroht werden, weil sie Fotos von öffentlichen Gebäuden machen (es könnte ja sein, dass Terroristen Fotos machen), Leute die wegen einer Handytasche durchsucht werden (das könnte ja auch eune Waffe sein), und so weiter. Bruce Schneier nennt das ganz passend CYA (Cover your A**), weil sich niemand weigert, so sinnlose Maßnahmen zu machen, es könnte ja sein, dass das vielleicht doch etwas ernstes sein könnte, und wer wäre dann Schuld? Dummerweise hilft all das überhaupt nichts. Es gibt immer Möglichkeiten, Anschläge machen zu können, und ich bin nicht bereit, den Überwachungsstaat zu unterstützen, nur weil es eine verschwindend geringe Chance gibt, dass jemand einen Anschlag durchführen könnte.
Ich hatte zum Zeitpunkt, an dem ich angeblich etwas bestellt habe nicht einmal Internet; selbst 2 Monate danach noch nicht. Da frage ich mich schon wie das gehen soll. Hab selbst nie dort bestellt, aber einen Anwalt kann ich mir leider nicht leisten :\
Lieber "Doc"… bitte beachte immer die sog. "Verhältnismäßigkeit. In deiner Post begehst du denselben Fehler.
Z.B. bei dem Abschuß von Passagierflugzeugen: Im ersten Fall haben Terroristen einen Anschlag verübt. Im zweiten, verlangten Fall, hat der Innenminister das getan. Daß der dann mit einem Rücktritt eine Verantwortung übernehmen soll ist dann marginal denn er muß ja nicht dafür einstehen.
Der Gesetzgeber steht nicht über dem Gesetz, er hat es genauso zu beachten wie der Gesetzesbrecher.
"..bei 13 Hausdurchsuchungen 8 Liter GBL, 2 Dezi Flüssig-Ecstasy, 6 Kilo Natriumhydroxid sowie andere Drogen. …"
Wozu braucht man Natriumhydroxid?
Das wird benötigt um GBL in GHB "umzukochen". Insbesondere die Kombination der Bestellung von GBL und Natriumhydroxid ist verdächtig. Noch Eindeutiger wird es, wenn du bei dem Chemikalienhandel auch ein Thermometer bestellt hast..
grüße,
m.
@41: du hast vergessen, dass es einen unterschied macht, ob substanzen gekauft worden sind, die wirklich explodieren können, oder ob es nur vorläufer-substanzen sind für berauschende mittel.
da kommen keine leute um. sowohl gbl als auch natriumhydroxid sind legale substanzen.
und dieser unterschied ist auch aus kaufbelegen, wenn du sie denn auf den plan rufst, auszumachen.
grüße,
m.
>Aber nur mal so als kleines Szenario:
>Chemikalienhändler ist bekannt, Kunde durch die Kartei auch.
Was bekannt ist, ist lediglich, dass die Kunden nur vollkommen
legal Chemikalien verkauft hatten! Dabei sind viele dieser
Chemikalien nichtmal minimal zu missbrauchen! Es geht vielfach um so belanglose Dinge wie Soda (selbst als Lösung!) oder
Marmorpulver. Damit kann man weder Sprengstoff herstellen
noch sonst etwas illegales. Die Ermittler hatten sich 2004/05
nach Feststellung des Chemikaliensortiments des
ersten Händlers einfach per Suchmaschine im weltweiten Internet zusammengegoogelt, was für sie als Laien auf dem Gebiet der Chemie illegal klang. Dabei fand man auf der
WWW-Seite eines Kanadiers mit zig-tausend Rezepturen für
pyrotechnische Sätze genug Pseudo-Begründungen
für Substanzen wie Calciumfluorid (für einen Höhenleuchtsatz,
der NASA, der erst vielen km Flughöhe an Raketen richtig funktioniert!), bei Lithiumcarbonat stammte die Anleitung
auf dieser kanadischen Seite für ein extrem ausgefallenes Foto-Blitzlichtpulver damit aus einem Artikel der Scientific American Cyclopedia von 1873, bei Soda die Anleitung zur Herstellung eines zersetzlichen Salzes offenbar aus einem US-Forum mit einer Diskussion über eine Anleitung aus einer tschechischen Fachzeitschrift von 1957 in Tschechischer Sprache, die den Diskutierenden soweit nachträglich
festzustellen war, gar nicht vorlag.
Deshalb werden in Deutschland 2008 alle Bürger durchsucht,
die solche Chemikalien wie Soda, Natriumhydroxid (=Rohr-Frei)
usw. kaufen, die ansonsten in jedem Supermarkt herumstehen. Das ist ein Skandal ersten Grades.
Andere (falsche) Informationen stammten von der Scherz-Seite eines Berliner Journalisten, fehlerhaften Patentschriften
zu nicht existierenden Phoron-Peroxiden oder WWW-Seiten irgendwelcher Laien in den USA.
Und wo man keine Begründung fand wie z.B. bei sämtlichen Natriumsalzen, schrieb man einfach "Flammenfärbung" (damit meinte man pyrotechnische Flammen), wofür diese vielfach stark hygroskopischen Substanzen gar nicht geeignet sind.
Die Händler sind vielfach
nur durch eine schändliche PR-Kampagne eines Lobbyisten,
eines totalen Laien, ins Visier der Behörden geraten.
Das geht schon seit 2004 so.
Und damit es so weitergehen kann, wird das gerade gesetzlich
noch unterfüttert und alle Abgabe solcher Stoffe verboten. Die Industrie kann einpacken, wenn es so hysterisch weitergeht.
In Deutschland haben die Terroristen dann ihr Ziel erreicht,
ohne dass es auch nur ein einziges Terroropfer gab.
Stattdessen gibt es bereits rund 3000 Opfer dieses sinnlosen Aktionismus mit zerstörter Karriere, z.B. Chemiestudenten,
die ihr Studium abbrechen mussten und nun als Pizza-Boten ihren Lebensunterhalt verdienen können.
>Staatsanwaltschaft beantragt Durchsuchungsbeschluss, dieser >wird von dem zuständigen Richter abgelehnt, weil die >Anforderungen an einen Durchsuchungsbeschluss nicht >ausreichen.
Ja und? So wäre das in einem Rechtsstaat. Die Sorge brauchst
Du Dir aber nicht zu machen, da alle Durchsuchungsbeschlüsse akzeptiert wurden, so fehlerhaft, sinnlos und rechtswidrig
sie auch waren.
Nimm mal dieses alte Beispiel von 2004, was abgeschlosen ist:
http://img151.imageshack.us/img151/4427/dscf00092qz.jpg
Der enthält gleich 3 dicke Fehler, trotzdem wurde fleissig
durchsucht. Ätznatron (=Rohr frei) ist genausowenig
wie Kupfersulfat (in Chemiekästen für Kinder enthalten) oder Dieethyl-(äther =Hoffmanns-Tropfen) explosionsgefährlich. Die Stoffe sind deshalb auch nicht nach § 27 SprengG erlaubnispflichtig und deshalb lag beim
Erwerb auch keine Straftat vor. Trotzdem wurde durchsucht.
Von dieser Qualität sind all diese Durchsuchungsbeschlüsse.
Wirklich ernste Verstösse hat man kaum entdeckt.
Trotzdem hat man das so dargestellt, als sei es ein
grosser Erfolg gewesen und forderte zig Gesetzesverschärfungen
in noch weiterem Vorfeld, die aufgrund dieser falschen Darstellung gerade verabschiedet wurden oder in Vorbereitung sind.
>Drei Tage später explodiert in einer beliebigen deutschen >Fußgängerzone ein chemischer Sprengsatz, 200 Tote. Die >Ermittlungen schreiten schnell voran, nach zwei Tagen
>weiß man: Sprengstoff aus Chemikalien gebastelt, von o.g. >Chemikalienhändler bezogen, Terrorist war als Kunde bekannt, >Durchsuchungsbeschluss war beantragt, wurde aber vom Richter >abgelehnt … was dann wohl los wäre?
Es ist vollkommen abwegig, davon auszugehen, dass normale
deutsche Bürger, darunter vielfach 14-jährige Ministranten
oder promovierte Chemiker oder andere Berufsgruppen,
die teure reinste Chemikalien benötigen, mit 50 Gramm Kupfersulfat oder Kaliumnitrat als Islamisten Terroranschläge verüben würden, die noch dazu viel weniger geeignet sind als anderes Material, das zu Silvester jeder
so kaufen kann. In jeder einzelnen Silvesterrakete und jedem Knallfrosch sind 10 Gramm fertiges Schwarzpulver bester industrieller Qualität enthalten,
eine Packung enthält bereits mehr, als man aus 50 Gramm
Kaliumnitrat überhaupt prinzipiell herstellen könnte,
wenn man dies ohne Stundenlanges Mahlen in einer tonnenschwere Spezialmühle überhaupt schafft.
Trotzdem wurden sie mit dieser Begründung tausendfach durchsucht. Die zwei Möchtegern-Kofferbomber,
die direkt vor der Tür der bei den Durchsuchungen federführenden Polizeibehörden lebten, hat man so jedenfalls
nicht gefunden, obwohl 3000 unbescholtene Bürger behelligt
wurden.
Was hier passiert ist rein hysterischer Aktionismus, der die Sicherheit nichtmal minimal steigert, aber immer gewaltigere Schäden anrichtet.
Deutsche Politiker haben im Rahmen dieser Aktion, die einzig darauf abzielt, obigem Lobbyisten den Wind aus den Segeln zu nehmen, durchgesetzt, dass die EU nun zig Stoffe, darunter
Substanzen wie Salzsäure oder Zitronensäure ohne jeden
Sinn 2009 für Privatpersonen komplett verbieten will und
selbst Industrieunternehmen, die sie benötigen, kaum noch
Zugang dazu erhalten sollen. Forschung wird dann in der
EU kaum mehr möglich sein. In den USA, Japan, China und
Indien wird man sich ins Fäustchen über so eine kurzsichtige Politik lachen, dass das rohstoffarme Deutschland nun
auch noch seine ehemals für blühendes Wirtschaftswachstum sorgende 200-jährige private Forschungs- und Innovationstradition so vor die Wand fährt, indem es
alle möglichen bislang haushaltsüblichen Materialien
für tabu erklärt und strenger reguliert als in EU-Nachbarstaaten (wie Österreich) fertige Explosivstoffe reguliert werden.
Hier droht ein wirtschaftlicher Schaden im vielstelligen Milliardenbereich, der letztlich
(über weniger Steuereinnahmen und dadurch beeinträchtigte Sozialsysteme) alle Bürger trifft. Nutzen hat der Unsinn
überhaupt nicht. Gelackmeiert ist einzig mal wieder der Bürger, dessen Rechte beschnitten und mit Füssen getreten
werden. Alles nur, weil Politik und Bürokraten so irrational
ohne wissenschaftlich-fundierte Risiko-Nutzen-Betrachtung
mit Verboten um sich werfen, wein ein einziger Laie laut
genug Zeter und Mordio schreit.
Es geht auch in erster Linie gar nicht um Terrorismus, sondern darum den vor 5 Jahren nach dem Unfall nach Brandstiftung im niederländischen Enschede mit 400 Tonnen Grossfeuerwerk extrem verschärften Strafparagraphen in Bezug auf Feuerwerkskörper umfassend durchzusetzen. Deshalb verfolgt man jetzt mit grossem Elan jeden noch so vagen Verdacht auf Experimente zur Herstellung einer Wunderkerze, da dieser Lobbyist dem BMI Untätigkeit vorgeworfen hatte, obwohl dies vollkommen überzogen ist, da dies nichts und niemanden gefährdet und
bis 1976 erlaubt, von 1977-2003 nur Ordnungswidrigkeit war.
Was hier geschieht, ist alles vollkommen absurd und derart unglaublich, dass man dies kaum glauben kann.
Hallo zusammen,
bei mir in Hamburg waren sie auch und nun wirds heftig. Ich persönlich hatte nie Chemikalien dort bestellt. Ein Bekannter von mir schon und wurde auch telefonisch überwacht. Am Fon haben wir wohl rumgealbert so das die Bullen nix verstanden haben. Das war Grund genug bei mir einzufliegen und ein paar Hanfpflanzen mitzunehmen "Konspirative Telefonate" haben sie das genannt. Im Durchsuchungsbeschluß steht aber ich hätte bei der Firma bestellt.
Kleine Korrektur, da sich beim Kommentar Nr. 51 ein paar
Tippfehler eingeschlichen hatten. Es muss natürlich heissen:
Was bekannt ist, ist lediglich, dass die Kunden nur vollkommen
legal Chemikalien gekauft hatten!
…
Alles nur, weil Politik und Bürokraten so irrational
ohne wissenschaftlich-fundierte Risiko-Nutzen-Betrachtung
mit Verboten um sich werfen, wenn ein einziger Laie laut
genug Zeter und Mordio (in der Presse) schreit.
Noch ein Nachtrag: Wir sind keineswegs umgeben von 83 Mio.
potentiellen Bombenlegern, Terroristen und Schwerkriminellen,
die Geldautomaten sprengen, wie es die Strafanzeigen 2004
unter Hinweis auf die Kriminalstatistik suggeriert haben. Es
ist deshalb unerhört, so vorzugehen und ein Skandal, ganz
normalen Bürgern, die vielfach bei Händlern mit amtlicher
Handelserlaubnis für Chemikalien legal kleine oder kleinste
Mengen harmloser Chemikalien gekauft haben, vielfach jetzt
sogar sofort die Begehung von Sprengstoffanschlägen zu
unterstellen.
Dass die Bundesregierung voll hinter diesem Unsinn steht,
(siehe BT-Drs. mit Antwort des Staatssekretärs im BMI
Altmaier im Mai 2006 auf eine Anfrage des Abgeordneten
Ströbele) und meint, das sei zur Verhütung von Unfällen
geboten, ist einfach unglaublich.
@DOC Post Nr. 42
[...]
Aber nur mal so als kleines Szenario:
Chemikalienhändler ist bekannt, Kunde durch die Kartei auch. Staatsanwaltschaft beantragt Durchsuchungsbeschluss, dieser wird von dem zuständigen Richter abgelehnt, weil die Anforderungen an einen Durchsuchungsbeschluss nicht ausreichen. Drei Tage später explodiert in einer beliebigen deutschen Fußgängerzone ein chemischer Sprengsatz, 200 Tote.
[...]
Dein Szenario ist unwahrscheinlich, da es sich nicht um große Mengen gehandelt hat, desweiteren gibt es dann auch noch den Händler der ungefähr wissen dürfte wieviel da jemand bestellt hat bzw. dem es dann doch aufällt, wenn größere Mengen bestellt worden sind.
Und sorry aus meiner Erfahrung (Chemiestudium, Pyrotechnik u.a.) ist ein Anschlag mit 200 Toten rein aus Selbstlaborat nur recht bedingt möglich; das Laborieren, das Herstellen fällt einfach zu stark auf bei größeren Mengen. Wenn man Sebstlaborate ausklammert gibt es genügend andere Möglichkeiten die zum Teil wahrscheinlich noch heftiger wären als das von Dir beschriebene Szenario….
Btw. nette Detail am Rande: Das Wasserstoffperoxid-Trio was da im Sauerland aufgeflogen ist hat bei einem der Händler eingekauft. Laut jemanden der mit dem Händler gesprochen hat ist dies so abgelaufen: Händler bekam eine Anfrage für ein Faß H2O2 und hat das auch verkauft, der Typ (einer vom Trio) holte es dann auch ab. Dazu muß allerdings gesagt werden daß H2O2 eine Industriechemikalie ist die in großen Mengen eingestzt wird d.h. auch mal 50 l oder gar mehr sind nicht so auffällig. Der Herr Pseudo-Terrorist kam dann noch ein paar mal…. Der Händler bekam dann Besuch vom BKA und die wiesen ihn auf den vermeintlichen Terrorhintergrund der Bestellungen hin, außerdem [b]bekam er vom BKA das grüne Licht, diese Leute weiter zu beliefern[/b], allerdings unter der Bedingung, das das 35% H2O2 gegen schwächeres ausgestauscht wird. Mit anderen Worten das BKA hat nicht in der Bude der Terroristen in einer perfekten Aktion die Chemikalie ausgestauscht, sondern der Händler hat mit Wissen des BKA ihnen das verdünnte Zeug untergeschoben.
Mir stellen sich da die Fragen,
-ob der Händler wirklich ihnen 750 kg H2O2 verkauft hätte, weil nach einer gewissen Menge dann doch Fragen aufgetaucht wären…
-ob der Händler nicht dann doch Meldung an die die Behörden gemacht hätte, weil ihm das spanisch vorgekommen wäre…
-warum es in den Medien so dargestellt worden ist, als gäbe es Händler die skrupelos mal 750 kg H2O2 verkaufen würden?
Zusätzlich soweit ich weiß waren die 3 Jungs alles Hartz IV Empfänger oder zumindest nahe an Hartz IV, stellt sich die Frage woher haben die die Kohle für 750 kg H2O2 genommen?
Ehrloch gesagt mich würde esnicht wundern wenn die Sache ähnlich wie in dem Zitat abgelaufen wäre:
[...]Deckname: Reiser – sorgte für den nächsten Skandal. Seit Anfang der siebziger Jahren war er V-Mann des Verfassungsschutzes in der Neonazi-Szene und vermittelte mit Wissen der Behörde Waffengeschäfte. Unter anderem orderte er Faustfeuerwaffen, Maschinenpistolen, Handgranaten und Plastiksprengstoff im Wert einer halben Million Mark. [...] aus http://www.heise.de/tp/r4/artikel/11/11682/1.html
Wer weiß vielleicht stammt die Kohle für das H2O2 gar aus Steuermitteln mit freundlichen Grüßen vom BKA, BND und Co.
Aber das sind natürlich Fragen die nicht ins Konzept passen….
Mit nachdenklichen Grüßen
bombjack
"Also am besten an Packstationen liefern lassen…"
nö bringt nichts! ein freund von mir hat das so gehandhabt und dort seine päckchen abgeholt. aber die pollizei ist dennoch aufgekreuzt. die post hat kurzerhand die daten der polizei ausgehändigt.
Im Zuge der Durchsuchung, die bei mir in der Wohnung stattgefunden hat, wurde unter anderem auch mein PC beschlagnahmt mit der Begründung, relevante Daten (emails, etc.) sicherstellen zu müssen.
Der Verdacht des Handels mit oder der Umwandlung von GBL zu GHB konnte sich bei mir nicht erhärten, jedoch wurde mir mitgeteilt, dass es wohl fraglich sei, ob ich mein Eigentum – PC und Monitor – jemals wieder zurückbekommen würde.
Seit der HD fühle ich mich zuhause nicht mehr wohl und sicher, rechne mit weiteren willkürlichen Durchsuchungen. Die Anschaffung eines Ersatz-PCs war aus meiner Sicht notwendig, jedoch dreht sich mir bei dem Gedanken, erneut teures Geld ausgegeben zu haben, der Magen um.
Im besten Falle, so wurde mir mitgeteilt, könne ich mein Eigentum nach ca. 4 – 5 Wochen wieder abholen, allerdings sind mir Fälle bekannt, bei denen Eigentum erst nach 36 Monaten wieder freigegeben wurde.
Ich bin immer noch geschockt ob der Tatsache, dass ich mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühle, aus Angst vor Willkür eines Organs, das unter anderem die Aufgabe hat, seine Bürger zu beschützen.
Bei mir sind sie mit einem Durchsuchungsbeschluss eingelaufen, der auf Verdacht des Handels mit nicht zugelassenen AM lautete (insbesondere GBL sic!). Also "nur" wegen des Verdachts auf einen AMG-Verstoß, nicht mal Verdacht der Herstellung von BTM…
@Nr. 54, 42:
Es kommt noch etwas hinzu: Diese Bürger haben gar kein
MOTIV, Bombenanschläge zu verüben. Schon die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde eines Händlers derartige Absichten hegt, geht gegen Null!
Betrachten wir mal die Chemikalie, weshalb man momentan
mit Abstand am hysterischsten reagiert: >12% (geplant waren 10%) Wasserstoffperoxid.
Selbst die Bundesregierung wies in der Begründung der aktuellen Verschärfung der ChemVerbotsV darauf hin,
dass mehrere hunderttausend Bürger (genannt wurde eine Zahl
von 160000, 200000 oder 300000) pro Jahr 30% Wasserstoffperoxid für die Desinfektion ihrer Aquarien (und Swimming Pools) in Mengen von 1 Liter erwerben.
Mit Wasserstoffperoxid kann man auch andere Dinge desinfizieren. Z.B. in der Medizin als Mundwasser.
Man kann damit bleichen (z.B. Haare), reinigen und ätzen und z.B. Elektronikplatinen ätzen (das ist das wichtigste, umweltfreundlichste und beste Verfahren dafür). Man braucht es als Oxidationsmittel zum Beispiel in der Analytik, in
der organischen Chemie z.B. zur Herstellung von Sulfonen
oder in bekannten chemischen Demonstrationsexperimenten
z.B. zur Gewinnung kalten Lichts durch Chemolumineszenz
etwa mit Luminol (->Chemiekästen), Oxalaten
(-> Bestandteil von "Knicklichtern", in der Glasampulle
ist 98% Wasserstoffperoxid in einem Lösungsmittel enthalten) oder mit Pyrogallol (Trautz, Schorygin-Reaktion von 1905),
in oszillierenden Reaktionen wie der Bray-Reaktion,
oszillierender Sauerstoffentwicklung mit Jodid oder an
Quecksilber. Es gibt zig hochinterssante Anwendungen dafür.
Wie kann man dann so tun, als gebe es nur eine einzige
Anwendung dafür, daraus ein, zwei explosive Peroxide herzustellen (die man auch auf andere Weise etwa
mit Luftsauerstoff als Ausgangsstoff gewinnen könnte) um damit herumzuknallen? Einseitiger kann man die Bürger doch wohl
nicht mehr betrachten.
Hier wird aber sogar unterstellt, ALLE Kunden der Händler hätten derartige Absichten. Abwegiger geht es wohl nicht mehr.
Ich habe selber mit 19 mit diesem Zeug rumgepanscht – vermutlich vom selben Händler bestellt. Irgendwann kamen die Herren von der Polizei und haben mich mitgenommen. Bis auf eine kleine Geldstrafe und das das ganze Dorf mich in Handschellen gesehen hat ist nichts bei rausgekommen.
Dennoch halte ich die Aktion – ob nun rechtlich einwandfrei oder nicht – für berechtigt, denn dieses Zeug tötet Menschen. Ich selber bin deshalb mal mit einem Schlauch in Hals und Rachen auf der Intensivstation aufgewacht. Um ein Haar wäre es um mich geschehen und jetzt kommt nicht mit sprüchen wie "wer nicht aufpasst etc." – Fakt ist: solche Dinge PASSIEREN. Darum: Hart durchgreifen gegen GBL und GHB!
@ Nr. 59
sie halten es also für sinnvoll rechtwidrige und kaum begründete hausdurchsuchungen (stichwort "staatliche willkür") durchzuführen um die bürger "vor sich selbst zu schützen".
"… denn dieses Zeug tötet Menschen."
genug des selbstmitleids… dass sie im krankenhaus landeten ist einzig und allein ihre eigene schuld (sie dürfen natürlich auf dummheit plädieren). oder hat man es ihnen gewaltsam eingeflößt oder in den drink gerührt ?? (gbl soll übrigens widerlich schmecken, ghb dagegen "nur" salzig… aber gut, so mancher schnaps schmeckt auch widerlich genug, vielleicht merkt man es dann nicht mehr)
ein gesteigerter vergleich dazu:
wenn man unter alkoholeinfluss einen verkehrsunfall baut und es dabei zu personenschaden kommt, ist dann auch das "gefährliche auto" schuld?
Ihre Aussage sollte vielmehr lauten: "es soll idioten geben, die es sogar schaffen, sich mit diesem lösungsmittel umzubringen!". tatsächlich schaffen das aber nur sehr wenig leute. eine überdosis lässt sich zwar leicht "erreichen" – mit entsprechend unangenehmen folgen für den konsumenten – aber die akute toxizität von GBL ist ausgesprochen gering. gefahr besteht vor allem bei mischkonsum. vergleichen sie dazu aber bitte die anzahl der durch alkohol, tabak und medikamente verursachten todesfälle und suchterkrankungen mit der von GBL. es wird dabei schnell offensichtlich wo das wahre gesellschaftliche problem liegt.
Fakt ist: solche Dinge PASSIEREN. Darum: Hart durchgreifen gegen Alkohol und Tabak! o_O
generell gilt: gefahren lauern überall im alltag und bei bestimmten aktivitäten. sie lassen sich nie vollständig verhindern, entscheidend ist daher wie man mit ihnen umgeht
nur ist es immer dasselbe: fetthändige trottel bauen mist (fühlen sie sich bitte angesprochen!) und die allgemeinheit darf mit die folgen tragen.
in diesem fall scheinen die folgen aber außer kontrolle geraten zu sein. dabei deprimiert mich am meisten, wie leicht dieses skandalöse vorgehen an der öffentlichkeit vorbeigeht bzw. wie es sogar noch als erfolg verkauft wird. ja ich fürchte die verantwortlichen entscheidungsträger sind wirklich davon überzeugt, einen wichtigen beitrag zur bekämpfung des internationalen terrorismus und zum schutze der bürger vor "vergewaltigungsdrogen" geleistet zu haben. vielleicht hab ich etwas nicht mitbekommen, aber soweit ich weiß ist alkohol noch immer die "date-rape drug" nummer eins. übrigens bekommt man aus der apotheke diverse dinge die weitaus besser als "ko-tropfen" geeignet sind als gbl jemals sein wird (rezeptpflichtig, aber nicht schwer zu beschaffen).
noch ein konstruktiver beitrag: persönlich wäre ich dafür eine erhöhte altersgrenze für die abgabe von gefahrstoffen an privatpersonen einzuführen, zB. 21 oder auch 25 Jahre. dazu eine liste mit stoffen die davon nicht betroffen sein sollen. darin könnte man dinge aufführen wie soda (…), natriumhydroxid (zum seife sieden) oder kupersulfat (für kristallzucht) usw.
der gewerbliche umgang und das inverkehrbringen von chem. erzeugnissen blieben dabei unberührt
PS. an dieser stelle mein beileid an alle personen die unter dieser polizeilichen "aktion" zu leiden hatten. ich wüsste nicht wie ich damit umgehen würde/könnte. der ruf der polizei als wichtiges staatliches organ leidet unter solchen ereignissen leider auch schwer. ich hoffe ihr trefft dir richtigen entscheidungen. dieses ereigniss darf nicht folgenlos in vergessenheit geraten.
Nachtrag: ich vertrete keineswegs die ansicht das gbl "harmlos" ist, aber m.E. ist die akute toxizität ähnlich anzusiedeln wie die des alkohols und der wird gemeinhin als "massentauglich" betrachtet… wesentlicher unterschied mag sein dass alkohol idR verdünnt ist und größere mengen konsumiert werden müssen. dadurch wird die aufnahme einer letalen dosis zumindest erschwert.
eine persönliche anmerkung: der vater eines freundes meinerseits ist vor vielen jahren an seinem erbrochenem erstickt. auf dem boden in einer kneipe zu sterben, das ist wohl die gesellschaftlich akzeptierte art in deutschland. gewiss ein tragischer vorfall! aber zum glück war ja kein teuflisches rauschgift oder lösungsmittel im spiel…
Ich habe Aufgrund einer Bestellung auch eine Vorladung bei der Polizei bekommen (ohne HD oder sonstiges), wohlgemerkt als Zeuge. Da ich mich selbst nicht im Zusammenhang mit Btm-Erzeugung oder sonstiger AmG sachen sehe, habe ich die Aussage verweigert. Daraufhin wurde ich mit der Begruendung ich haette Etwas zu verbergen als "Beschuldigter" einkategorisiert. Nur weil ich meine Privatssphaere gerne als diese belassen wuerde? Fuer mich ein Witz mit Anlauf. Sorry all denen, deren Steuergelder fuer so einen Muell draufgehen muessen, dass Buerger fuer die Moeglichkeit eines Verdachts als Kriminelle einkategorisiert werden. "Ich warte auf eine Vorladung wegen Verdachts auf die Herstellung von Flaggen mit verbotenen Symbolen, weil ich eine Naehmaschiene besitze?". Leider sind die meisten Betroffenen nur dem oben angedeutete "Kollateralschaden" zuzuordnen, sodass es praktisch nichts gibt außer auf Einstellung des Verfahrens zu warten.
Zum Thema GBL ansich: es ist gefaehrlich, kann Abhaengigkeiten erzeugen, aber das ist alles nichts wovor man den Buerger schuetzen muesste, zumindest nicht aktiv. Praevention, Aufklaerung etc waeren alles wesentlich bessere Methoden. Stattdessen forderte ein andere Kommentargeber hier eine Art von "Der Staat bestimmt ueber den Buerger zu seinem besten". Wenn der Buerger nichtmehr faehig ist ueber sich selbst zu entscheiden, was tut er dann bitte noch hier? Wenn jemand soetwas nicht selbst entscheiden kann, sollte er sich in eine betreute Wohneinrichtung begeben, und nicht seine Fehler durch andere ausbaden lassen.
Danke
- gruss.
Ich sage da einfach nix mehr zu.
Trauriges Deutschland… traurig..
http://www.suedkurier.de/nachrichten/bawue/Konstanz;art1070,3247770
Mein Verfahren wurde eingestellt, was ja klar war. Hatte Akteneinsicht, die Ermittlungen und die Durchsuchungsaktion haben locker einige tausend Euro Steuergelder verschwendet.
ich bin schockiert über das Ausmaß der Razzia.
Ich wurde ebenfalls durchsucht, wobei die Polizei sogar in das Haus meines Freundes gekommen ist, wobei dafür kein Grund vorlag. Als braver Bürger, hab ich diese natürlich reingelassen und sie durften sich auch umgucken. Ich bin eine Künstlerin und benutze dieses spezielle Lösemittel zum lösen und lavieren von Acrylfarben und zum lösen von bestimmten Klebstoffen.
ich war an dem morgen ganz schön erschrocken als die Kripo bei mir auftauchte. mein Freund war auch garnicht erfreut.
Ich finde es ist eine Frechheit, dass diese Menschen einen so tiefen Einblick in mein Privatleben bekommen konnten ohne dazu einen wirklichen Grund zu haben.
Es ist traurig wie man in Deutschland in seiner freien Entfaltung eingeschränkt wird. Ich selbst bin Autolackierer mit viel Spass an meinem Beruf und experimentiere sehr gerne mit Stoffen (Lacke, Lösemittel,…u.s.w.) zwecks kreativer Farbgestaltung. Neuerdings beschäftige Ich mich mehr und mehr mit der Aufbereitung von Pkw´s. Hierzu sind eine vielzahl von Reinigern und Lösemittel erforderlich wozu auch das Lösemittel GBL zählt! Ich würde mir gerne zum ausprobieren eine Flasche 99,99% GBL bestellen um dessen Reinigungskraft bei verschmuzten Felgen zu testen. Nach all dem was Ich bisher über HD´s lesen musste, fühl Ich mich jetzt schon als Straftäter. Wie weit ist es schon gekommen das man sich als normaler, fleißiger, steuerzahlender Bürger nicht mehr vor HD´s sicher sein kann. Es ist kaum zu glauben wie eingeschränkt man in diesem Land lebt!!!
Stasi 2.0!!!
Armes Deutschland!!!
Es gilt immer noch das Unschuldigkeitsprinzip, dh. man hat die Unschuld des Buergers anzunehmen, bis das Gegenteil zweifelsfrei erwiesen ist. So sieht es vor allem die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, so sieht es auch die deutsche Justiz. Wenn es Leute gibt, wie der ehemalige Praesident Bush, der versucht, Buergerrechte zu umgehen, indem er Personen gegen ihren Willen und gegen den Willen des souveraenen Staates Kuba ausserhalb der US – Justiz festzuhalten, und wenn es weiterhin Leute in prominenten Positionen wie Herr Schaeuble gibt, die das rechtfertigen wollen, dann ist das unverstaendlich. UNd das heisst noch lange nicht, dass ich den Konsum von GBL oder Rattengift oder aehnlichem Zeug fuer ok halte.
leider ist es nur in England möglich
In klassischen Demokratien wie den USA oder GB sind solche Razzien nicht denkbar. Es ist auch in Deutschland juristisch bedenklich, dass das Meldepflichtgesetz, aufgrund dessen Hausdurchsuchungen ohne weitere Indizien angeordnet werden koennen, behoerdlicherseits dem GG uebergeordnet wird. Im historischen Zusammenhang gesehen, haben Verordnungen und Buergerpflichten verordnet von Buerokraten schon mehrfach die deutsche Demokratie in Gefahr gebracht. Razzien wie diese zeigen wieder mal, wie leichtsinnig deutsche Buerokraten mit der Verfassung der Republik umgehen.
ich hab alles verloren durch diese razzia! job, lebenssinn,freunde