Narrenzoll = räuberische Erpressung?
In Düsseldorf hat der Narrenzoll Tradition. Am Wochenende vor Rosenmontag “sperren” Kinder und Jugendliche in allen Stadtteilen die Wohnstraßen. Weiter fahren darf nur, wer Süßigkeiten oder ein bisschen Kleingeld spendiert – oder sich mit deutlichen Worten den Weg freikämpft.
Dieser Brauch brachte jetzt zwei damals 14-Jährige vor den Jugendrichter. Sie waren wegen räuberischer Erpressung angeklagt, weil sie gegenüber einem Busfahrer ihren Wunsch nach Narrenzoll mit einer Spielzeugpistole untermauerten. Übrig blieb eine Nötigung. Die Jugendlichen müssen jeweils 30 Arbeitsstunden leisten.
Wie die Westdeutsche Zeitung berichtet, sorgt das Urteil bei den Düsseldorfer Karnevalisten für Unmut. Sie halten das Urteil für übertrieben.
Für 30 Sozialstunden müssten Yussuf und Mehmed bei einem Raubüberfall das Opfer "anpieksen" – und bereits 30 Einträge in der Strafakte haben.
Ja, genau, wird Zeit, dass mal wieder Zucht und Ordnung einkehrt … wo kaemen wir denn dahin …
Wie sagte doch Volker Pispers sinngemaess so schoen: "Wenn Sie glauben, die Randale bei den Chaostagen in Hannover sei schlimm, dann stellen Sie sich mal vor, die Duesseldorfer Polizei bekaeme an Rosenmontag den Auftrag, alle betrunkenen Maskierten der Stadt zu verweisen."
Es gibt 14-Jährige, die haben ne echte HK oder Sig-Sauer am Start. Als Waffenexperte kann der Busfahrer das bestimmt unterscheiden. Und er wäre ja auch der erste Busfahrer gewesen, der von 14-Jährigen überfallen wurde.
@1: Vielleicht nicht ganz so krass, aber ansatzweise richtig. Schwere Kindheit=alles OK.
Karneval ist eine ernste Angelegenheit! :D
… wo sich aber auch mal wieder die Frage nasch dem Augenmaß der StA stellt, die es offensichtlich für erforderlich erachtete, derartigen Kinderkram anzuklagen.
Das erinnert mich an einen Halloween Zwischenfall vor ein paar Jahren in Palm Springs. Ein zehnjähriger Latino wurde an der Haustür vom Hausherrn erschossen, weil er seiner Forderung nach ein paar Süssigkeiten mit einem Pistolenimitat Nachdruck verleihen wollte. Fazit: Auch Spielzeuge können Waffen werden. Ergo: Urteil korrekt.
Sofort loskommentieren ohne die Quelle zu lesen:
"Einer der Jugendlichen hatte eine Spielzeug-Pistole in der Hand, die der Busfahrern auch als ehemaliger Soldat sofort als harmlos identifizierte. Sein Freund fand das närrische Spiel so spannend, dass er es mit dem Handy fotografieren wollte. Aus dem Spiel wurde aber sehr schnell Ernst, als nämlich der Busfahrer ausstieg, sich einen der Jungen griff und die Polizei alarmierte. So landete die Sache vor Gericht."
ALso nichts von wegen der Busfahrer hatte Schiss vor der Waffe…
Der Busfahrer konnte die Waffe sofort als Imitat identifizieren?
Ob er diese Fähigkeit wohl den Polizisten vermitteln kann, die vor einiger Zeit sich immer darüber beschwerten, dass Waffenimitate nicht erkennbar seien?
@3: Wenn man den Artikel durchliest findet man dieses Zitat: "Spielzeug-Pistole in der Hand, die der Busfahrern auch als ehemaliger Soldat sofort als harmlos identifizierte.".
In diesem Fall war es also klar, dass es sich nicht um eine echte Waffe handelte. Insoweit finde ich das ganze schon übertrieben. Erinnert auch irgendwie an diese Rundmail mit den Vergleichen "in den 70er machte XXX folgende Dummheit und bekam dafür YYY Strafe, heute drehen alle durch…"
*grrr* Notebooktastaturen, viel zu schnell kommt man auf Enter…
Nachtrag:
Weil es im Blogeintrag missverständlich formuliert worden ist. Das Verfahren wurde – wenn auch gegen die Sozialstunden – eingestell. Es gibt also – im streng formellen Sinne – kein Urteil, was die Karnevalisten für übertrieben halten können.
bin ich der einzige den es nicht wundert, da ein busfahrer die ganze sache angeleiert hat?
eine mürrischere sippe scheints in deutschland nicht zu geben.
@3
[quote]Einer der Jugendlichen hatte eine Spielzeug-Pistole in der Hand, die der Busfahrern auch als ehemaliger Soldat sofort als harmlos identifizierte. (…) Aus dem Spiel wurde aber sehr schnell Ernst, als nämlich der Busfahrer ausstieg, sich einen der Jungen griff und die Polizei alarmierte.[/quote]
Möglicherweise bestand die Nötigung (von §§ 253, 255 StGB ist im Urteil ja sowieso nicht mehr die Rede) ja gar nicht in dem objektiv untauglichen Gefuchtel mit der sog. Scheinwaffe – die als solche vom Busfahrer ja auch erkannt wurde. Sondern darin, dass die Jugendlichen rein physisch dem Bus den Weg versperrten. Derlei Verhalten (Stichwort: Sitzblockaden) wurde (und wird) von der Rsp. als Nötigung qualifiziert.
@8: Waffenimitate != Spielzeug-Pistolen
Hat das sein müssen? Den Narrenzoll kenne ich aus meiner karnevalsbefreiten Gegend zwar nicht, aber es gibt bei uns einen ähnlichen Brauch bei Hochzeiten und Taufen. Auch dort spannen Kinder eine Schnur über die Straße, und alle, die zur Gesellschaft gehören, müssen einen Obolus entrichten. Das gehört einfach zum Brauchtum, und keiner drückt sich, auch wenn man ihn ließe. Ob das Gericht da wirklich auf Zwang und Drohung mit einem empfindlichen Übel erkennen muss? Nicht immer sind es die Regeln die schlecht sind, manchmal sind es die Hausmeister, die sie auslegen.
@8
Wenn man sich von einer Schusswaffe bedroht fühlt, ist die Grenze sicher überschritten. Ich kann mir das aber nur schwer vorstellen: Es ist Karnevalszeit in einer Karnevalsgegend, zwei verkleidete Kinder stehen vor dem Busfahrer und versperren ihm mit einer Schnur den Weg. Und der Busfahrer glaubt an eine Räuberbande, die ihm ans Leder will?
Das wundert mich nicht. Wenn man eine ganze Schicht lang durch die Stadt hin und her kurvt, es mit besonders vielen Narren im Verkehr zu tun hat und dann auch noch alle paar Haltestellen wieder ein paar augeweckte Kinder auf dieselbe brilliante Idee kommen, da kann man schon mal unwirsch reagieren.
@8 (zf.8): In einigen Fällen kann man vom Spritzguss vielleicht noch eine Naht erkennen oder eine entsprechende Markierung, manchmal sind die Teile aber komplett aus Metall oder so hochwertig, dass es eben nicht klappt.
@1 Fincut: "…Yussuf und Mehmed "
Scheinbar hat da jemand einen gehörigen Schluck aus der Rechten Flasche getrunken, den weder über Namen, noch über Nationalität der beiden Jugendlichen kann ich nichts finden. :(
Das Urteil find ich ziemlich heavy. Ein klärendes gespräch mit den Jugendlichen und den Eltern beim zuständigen Staatsanwalt hätte aller Wahrscheinlichkeit vollkommen gereicht, um der Sache gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang dan zeitnah vor karneval eine Entsprechende Presseerklärung hätte sein übriges getan.
Einfach nur schade. :(
Aachen scheint in Bezug auf Brauchtumspflege toleranter zu sein.
Vor einigen Jahre klagte dort ein Belgier, weil ihm am Weiberdonnerstag Schlips und Schnürsenkel gekürzt wurden.
Die närrische Dame bekam recht und musste die Textilien nicht ersetzen ;)
@18 / Frank:
Das absetzen der dogmatischen Schönfärberbrille ist nicht gleichzusetzen mich Schlucken aus rechten Fläschchen…
Warum ist so etwas eigentlich Nötigung und kein "Eingriff in den Straßenverkehr"? Ich meine, die Jungs springen da auf gut Glück auf die Fahrbahn bzw. hindern Fahrzeuge am vorbeikommen. (In FFM seinerzeit sogar erlebt, dass da mal eben Nagelbretter ausgelegt werden, damit ja keiner vorbeifährt…) Warum wird DAS nicht geahndet?
Darüber hinaus muss ich zugeben, dass ich es als durchaus befremdlich empfinde, von jemandem (egal wie alt) mit einer Waffe (egal ob echt oder unecht) bedroht zu werden. Gegen die Kiddies, die im Wohngebiet den Nachbarn anhalten, um was Süßes zu bekommen, habe ich ja gar nichts. Aber an Hauptverkehrsadern den Verkehr zu behindern und mit Sturmhaube und Pistole GELD (nein, Süßigkeiten wollen die nicht) zu fordern, dass hat imho mit Karneval nicht das geringste am Hut.
Früher hätts dafür vom Busfahrer ne klatschende Ohrfeige gegeben und jeder hätte ihm dafür stehend applaudiert. Wieso muss man mit solchem Dummfug die (ohnehin schon überforderten) Gerichte belästigen?
@20:
Volle Zustimmung.
@Thema:
Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Dieser unsägliche "Brauch" ist gefährlich und extremst störend, wobei letzteres auch auf viele andere deutsche Karnevalssitten zutrifft. Es gibt ja nichts Schlimmeres als an Weiberdonnerstag von alternden, durch übermäßigen Alkoholkonsum enthemmten Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts unter dem Deckmantel des Brauchs und belästigt zu werden. Abstoßend!
Daher:
Die Entscheidung ist gut, wird sich aber wohl leider nicht unter den Jugendlichen herumsprechen. Mehr davon bitte, liebe Richter in Deutschland!
ach ja, die guten alten Zeiten! Was für eine Schande daß Prügel nicht mehr als Erziehungsmittel gilt
Neulich habe ich in der Hamburger S-Bahn ein junges französisches Paar mit Kleinkind (ca. 4 jahre) gesehen. Der Junge fing an zu plären und gegen den kleinen Abfalleimer zu treten. Auf französisch wurde das Kind mehrmals ermahnt, mit dem lautstarken Getrete aufzuhören.
Kurz darauf kassiert er von seiner Mutter einen Klapps auf den Po, welcher ihn aber nur Sekunden vom lärmen abhielt. Nach einer abermaligen, fruchtlosen Ermahnung, gab der Vater dem Kind eine Ohrfeige.
60 Sekunden Geheule, danach herrliche Ruhe und ein verschämtes Kind, welches brav auf dem Platz hockte.
Keine Beschimpfungen, kein asoziales Gegröhle wie von deutschen hartz IV – Muttis… und absolut erfolgreich.
Das war eine wunderbare Demonstration für die Sinnhaftigkeit physischer Ermahnungen.
Edit: mein letzter Eintrag galt natürlich Daniel / #24.
@22 Weil die Menschheit vernünftiger geworden ist …
Wann wirds hier mal ne Ignore-Funktion für User/Beiträge geben?
… ja ja ein "Ordnungsbatsch" wirkt manschmal Wunder …
@27
Ich habe immer den Eindruck, daß das Gegenteil der Fall ist.
Seine Kinder nicht zu schlagen bedeutet nicht notwendigerweise auf Erziehung zu verzichten; ich neige eher dazu das Gegenteil anzunehmen.
Ich sehe da gar keinen Zusammenhang, es deutet ja auch nicht auf Erziehung hin, wenn ein Kind noch nie geschlagen wurde.
Aus dem narrenfreien Norden kommend habe ich mal wieder was dazugelernt: Narrenzoll… So, so. Bin ich froh, nicht im Karneval-Einzugsgebiet zu wohnen. :) Ich krieg ja immer schon bei Halloween die Krise und frag mich, ob die Lütten zuhause nix zu naschen bekommen.
Dass der Busfahrer die Jungs angezeigt hat, finde ich überzogen, aber wer weiß schon, was genau vorgefallen ist. Vielleicht waren die einfach zu dreist. Und mit 14 ist man vielleicht auch einfach zu alt für solche Späße?
Ich hoffe übrigens inständig, dass alle, die sich hier für Prügelstrafe aussprechen, keine Kinder haben und auch keine bekommen können. Wie kann man bitte gutheißen, wenn ein 4(!) Jahre altes Kind geschlagen wird?
@12(Tano):"Derlei Verhalten (Stichwort: Sitzblockaden) wurde (und wird) von der Rsp. als Nötigung qualifiziert."
Nach meinem Eindruck aber nur dann, wenn dies aus politischen Gründen geschieht (Krieg, Kernenergie etc.). Geht es um eigene, wirtschaftliche Interessen (Spediteure, Landwirte) kommt es eher selten zu Anklagen und Verurteilungen, oder?
Ich bin auch für die Wiedereinführung der Prügelstrafe. Wir brauchen dringend ein bisschen mehr Gewalt in unserer weicheiigen Gesellschaft. Lasst uns unseren Kindern doch endlich wieder beibringen, dass es richtig ist, auf Schwächere einzudreschen, damit sie uns nicht mit ihren unwerten Lebensäußerungen den letzten Nerv rauben. Wär ja noch schöner, wenn so ein Blag in der U-Bahn mal "piep" sagen dürfte.
@25 (Fincut): "Das war eine wunderbare Demonstration für die Sinnhaftigkeit physischer Ermahnungen."
Das war eine wunderbare Demonstration des Recht des Stärkeren. Ich hoffe, das Kind merkt sich diese Demonstration und schlägt, wenn es älter ist, zurück, um seinen Eltern zu zeigen, daß es sich von ihnen nicht länger zum Opfer machen läßt.
Ist allerdings unwahrscheinlich. Gewalt führt nur selten zu Gegengewalt, sondern meistens dazu, daß die früheren Opfer zu späteren Tätern werden.
Gruß,
Kristine
Das Urteil und die 30 Arbeitsstunden werden den Jugendlichen guttun, vorausgesetzt, es handelt sich um eine sinnvolle und jugendgerechte Tätigkeit.
@36 / Kristine:
Exakt. Als Krönung empfand ich es, als uns "nahegelegt" wurde, unseren Kleinen (noch keine 3 Jahre alt) mittels Schlägen davon abzubringen, daß er andere Kinder schlägt (was Kleinkinder nach meinen Beobachtungen in einem gewissen Alter nun einmal tun. Schläge zur Unterbindung von Schlägen. Applaus.
Der Kleine prügelt nun nicht mehr. Ohne daß er geschlagen worden wäre. Und Zustände wie von "Fincut" beschrieben habe ich mit unserem Kurzen auch noch nicht erlebt. Da braucht es keine Ohrfeigen.
@38 (Roman): "Der Kleine prügelt nun nicht mehr"
Wie ist das gekommen? War es wie bei mir und meiner Schwester, wo es irgendwann einfach zu weh getan hat, weshalb wir von selbst aufgehört haben?
Interessierte Grüße,
Kristine
Gegen eine erzieherische Watsche (Schell´n, Ohrfeige, je nach Bundesland variieren die Bezeichnungen) ist nichts einzuwenden.
Das "WIE", das "WANN" und das "WOFÜR" freilich immer im Auge behalten. Muss halt verhältnismäßig sein.
Die Alternative ist das schon erwähnte Aso-Gemaule, á la:
"Ja-Ke-Lihin, du blöde Kuh, hör auf deinen Bruder (vermutlich "Ronnie" o.ä.) zu schlagen, sonst komm ich dir da rüber hin"
(Frei zitiert) Und wichtig ist auch zu erwähnen, dass Mami sich nach dem Satz erst mal ne Fluppe anmacht und ein Bier auf…
Kann sich jeder selbst überlegen, was ihm besser gefällt :)
wenn der Busfahrer den beiden eine gescheuert hätte, wäre er mit sicherheit derjenige, der jetzt sozialstunden ableistet. ich weiß ja nicht, wie lange das ging, aber möglicherweise war polizei rufen die einzige chance, mit dem bus in absehbarer zeit durchzukommen. ob aber die polizisten nun unbedingt die personalien hätten aufnehmen müssen, ist eine ganz andere geschichte. ich denke, alleine die polizeipräsenz wär den beiden lehre genug gewesen.
Wie man aus diesem Vorfall eine Empfehlung ableiten kann, Kinder durch Schläge zu erziehen ist mir ein Rätsel. Das französische Paar ist natürlich ein tolles Beispiel. Dort gab es unlängst eine Unterschriftenaktion von Eltern gegen die Bestrafung eines Lehrers, der ein Kind geschlagen hat (ja … gegen – nicht für …), flankiert von entsprechenden Kommentaren aus dem Elysee. Ist Frankreich nicht das Land mit den häufigen Ausschreitungen von Jugendlichen ? Sind wahrscheinlich alles Kinder aus nicht-schlagenden Familien …
@ Kristine:
Mütter wie Du (eine wärst?) sind der Grund dafür, warum anständige Menschen unter dem generve unerzogener Kinder leiden müssen.
Eine richtige Ohrfeige zur rechten Zeit ist absolut angebracht und auch notwendig. Die Alten, die früher noch den Rohrstock erfuhren, fallen idR nicht in den Bahnen als misserzogene Wesen auf.
@42:
Hier meine Ohrfeige an Dich – hoffe es wirkt vielleicht jetzt noch!
Nach Deinen Worten ist Sie jedenfalls notwendig und angebracht!
Make my day
:-))
"Notebooktastaturen, viel zu schnell kommt man auf Enter…"
Wenn ich in einem Textfeld bin und an meinem Notebook die Enter-Taste drücke, macht der nen Zeilenumbruch.
Ich demonstriere das mal hier…
klappt sehr gut.
Danke.
Genau, dazwischen gibt es gar nichts. Schlagen oder asozial!
weia…
@Daniel #25:
natürlich gibt es dazwischen noch den Vater, der ohne jede Autorität seinen Edelmund-Balthasar zum guten Benehmen animieren möchte, aber als einzige Sanktion bei Misserfolg ein hilfloses Grinsen aufsetzt.
Deren Kinder sind es dann, die pseudo-elitär auf das Gymnasium kommen und am ersten Schultag mit Nasenbluten nach Hause kommen.
Gott, wie ich dieses Gutmenschentum verachte!
@38
Und wie viele Schwächere hat er damit erwischt, bis er an jemand geraten ist, der so zurückschlagen konnte, das es weh tat? Wie hätten sie reagiert, wenn Ihr Kind regelmäßig von Schlägen (durch andere, eventuell größere Kinder) berichtet hätte und deren Eltern sich mit dem lapidaren Hinweis "Das gibt sich von selbst, irgendwann." nicht darum gekümmert hätten? Hätten Sie Ihrem Sohn auch erklärt, daß das nur so eine Phase ist, und daß der Kevin irgendwann damit aufhört?
Ich gehe jetzt nicht von den kranken Menschen aus, die Freude daran haben, Kinder zu schlagen. Aber gerade im dem Fall sollte man vielleicht auch mal das Interesse der anderen Kinder in Betracht ziehen, die auch nicht geschlagen werden wollen.
@46
Ich nehme an von Menschen wie Ihnen möchte ich lieber verachtet als bewundert werden.
Die Qualität der Kommentare in diesem Blog scheint mir auch nur noch bergab zu gehen.
Trauriger Tiefpunkt bis jetzt bildet "Fincut". Aber ich bin sicher mit der Zeit werden noch einige aufkommen die selbst das Niveau unterbieten.
Ich finde das wirklich schade, da ich früher diesen Blog gerade wegen des zivilisierten Umgangs im Kommentarbereich sehr mochte.
Herr Vetter,
können Sie nicht bitte Ihren Spamfilter so einstellen, dass Kommentare, die neofaschistisches Vokabular wie "Gutmensch" oder "Gutmenschentum" enthalten, automatisch rausfallen?
Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Gestern Sexismus, heute völkische Kindererziehung, was kommt morgen?
@42 Fincut
"Die Alten, die früher noch den Rohrstock erfuhren, fallen idR nicht in den Bahnen als misserzogene Wesen auf."
Genau, die haben die Gewalt in der Familie oder im Dienste der Volksgemeinschaft an Außenstehenden ausgelebt. Was für herrliche Zeiten.
@50 Morgen kommt allen Anschein nach die Zensur. Laßt uns filtern was uns nicht passt …
Autofahrer auf der Straße nach Kleingeld zu fragen, egal ob zur Karnevalszeit oder nicht, ist für mich einfach nur Betteln. Erstaunlich und bedenklich, dass die Kids heutzutage sich nicht zu schade für sowas sind.
die Prügelstrafe ist eine unnütze erzieherische Maßnahme. Sie kommt meist zu spät und / oder ist nicht Angemessen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das das Ziel, ein gewisses Verhalten zu fördern/unterbinden, eher nicht durch Prügel erreicht wird.
Aber:
Eltern müssen (auch bei jungen Kindern) Konsequent sein und bereit die gesetzten Konsequenzen auch einzuhalten. Das französische Kind in dem Beispiel wurde mehrfach angewiesen sein Verhalten zu ändern. Die Ignoranz führte dann zu einer (hoffentlich angedrohten) Konsequenz: die (EINE!) Ohrfeige.
IMHO ist dies keine Prügelstrafe und hat anscheinend ihr Ziel erreicht. Geholfen hat mEn hier auch die zeitliche Nähe zu den Ermahnungen und dem akuten Fehlverhalten des Kindes.
Ich verstehe nur leider nicht, warum es so schwer fällt die Grautöne zwischen dem Schwarz (Prügel) und Weiß (Keine körperliche Züchtigung) zu sehen. Ich bin froh über jede erfolgreiche Erziehung ohne körperliche Züchtigung. Aber gegen eine Angedrohte Ohrfeige, einen Klaps auf den Hintern oder auch mal ein "Seitenpieksen" ist manchmal nichts einzuwenden.
@54: Das ist eine schön relativierte Sicht, evtl. wird es dadurch dem ein oder anderen Leser klarer als durch meine doch recht plakative Darstellung. (Statt mit dem Zaunpfahl bloß zu winken, kann man auch mit dem gesamten Zaun um sich prügeln – wird oft schneller verstanden)
Aber das ist ja genau der Punkt. Als ultima ratio (um mal beim Thema Recht zu bleiben, dem dieses Blog gewidmet ist) und unter vorheriger Androhung … why not?!
Niemand plädiert hier für sinnlose Züchtigung, jeder der es so verstanden hat, kann anscheinend nicht richtig lesen.
Aber diese neoliberale Weichspüler-Pädagogik führt doch zu nichts. Die so "erzogenen" Kinder sind so lange ein furchtbares Problem für sich und andere bis sie erwachsen werden und kapieren, was sie tun – die meisten so erzogenen sind im übrigen später dann wenn sie selbst Eltern werden recht streng und greifen durch, weil sie nämlich WISSEN, was passiert wenn man es nicht tut.
Natürlich, auch "durchschnittlich" erzogene Kinder lernen irgendwann selbst dazu, aber wenigstens gehen sie anderen Menschen in der Zwischenzeit nicht so sehr auf die Nerven.
Vielleicht liegt das Problem aber einfach auch schon eine Stufe weiter "vorn", nämlich darin, dass sich zur Zeit insbesondere asoziale überproportional stark vermehren, ein Trend, der schon einige Jahre anhält …
Wer heutzutage einen Schritt weiterdenkt, der wird nicht mit 19 zum vierten Mal Mutter… sondern überlegt sich, ob er nicht vorher lieber erst mal sein eigenes Leben in den Griff bekommt, um sich um ein etwaiges Kind auch angemessen kümmern zu können…
Wenn also Lausbuben generell fuer Schabernack statt langgezogener Ohren eine Anzeige mit Gerichtsverfahren bekommen: Werden die dadurch verursachten Kosten vom ausgebliebenen seelischen Schaden mit Langzeitwirkung fuer die Gesellschaft ausgeglichen, oder muss eine aufgeklaerte Zivilisation einfach in der Lage sein, jedem Apfelklau ein moeglichst unmittelbares* und gerechtes Verfahren folgen zu lassen?
*schnell ist natuerlich wichtig. Watschen oder Sozialstunden – sechs Monate nach der Missetat duerften beide nichts mehr bewirken.
54, 55 etc. – philosphiert ihr hier ruhig weiter. ich werde weiterhin gut damit fahren, meine dreijährige Tochter unter keinen umständen jemals zu schlagen. allerdings habe ich auch nicht die absicht, sie so zu erziehen, dass sie niemandem auf die nerven fällt (was euch ja sehr wichtig zu sein scheint), sondern, dass sie ein selbstbewusster, reflektierter, mitfühlender und – soweit ich dazu beitragen kann – glücklicher Mensch wird. Habt ihr schon mal überlegt, dass es an einem selbst liegen kann, wenn einem andere auf die Nerven gehen ? Nur mal als Anstoß …
Und übrigens – die von euch so genannten "Asozialen" sind in der Regel nicht diejenigen, die durch besondere "Weichspüler-Pädagogik" auffallen.
Findet hier heute ein Betriebsausflug der verhaltensgestörten Elterngruppe "Claudia Roth" statt? Einfach mal die täglichen Polizeiberichte von der jugendlichen Prügelfront lesen. Das sind übrigens diese völlig gewaltfrei erzogenen Egomanen, die plötzlich feststellen, dass sie entgegen Muttis Versicherung mitnichten die Größten sind. Verbale und körperliche Gewalt sind abzulehnen, ordentliche Erziehung nicht.
@57 (aussenminister): Full ACK! Danke!
Gruß,
Kristine
Ausser weniger Ausnahmen scheint aber derzeit zu guter Erziehung niemand in der Lage zu sein, man muss sich die verkorksten Kids ja nur mal anschauen.
Und "auf die Nerven fallen" bitte nicht falsch verstehen. Natürlich machen Kinder Schabernack und Unsinn – es geht doch hier beim besten Willen nicht um 3-Jährige, die eine Blumenvase umstossen. Aber 14(!!!)-Jährige mit (Schein-)Waffen sind ein ganz anderes Kaliber und da gehört ganz schnell und nachdringlich dazwischengehauen (Das mag man jetzt so wörtlich verstehen wie man möchte…)
@56: Die zeitliche Fortwirkung ist tatsächlich ein großes Problem. Die Jugendgerichte legen mit ihrer Terminierung gern mal 9 bis 12 Monate zwischen Tat und Verhandlung. Ist doch klar, dass der pädagogische Effekt nicht eintreten kann, wenn man für etwas bestraft wird, was man schon gar nicht mehr im Hirn präsent hat. Wenn´s aber gleich nach dem Fehlverhalten eine Reaktion gibt, dann kann das Kinderhirn den Zusammenhang zwischen "Falsch gemacht" und "Bestrafung" noch herstellen und merkt es sich für die Zukunft…
…ist wie bei Hunden.
Türken werden in der Familie geschlagen.
Deshalb sind sie braver und weniger kriminell als andere Kinder.
Was ist der Unterschied zwischen Köln und Düsseldorf?
In Köln feiert man Karneval, in Düsseldorf Fasching! ;)
@60
Bitte bei den Fakten bleiben. Von Scheinwaffen war keine Rede sondern von einer Spielzeugpistole, die auch als solche erkannt wurde.
In Österreich gab es mal den Fall eines Maibaumdiebstahls.
Üblicherweise wird der gestohlene Maibaum mit Bier ausgeslöst, doch diesmal landete der Fall vor Gericht. Unter Berufung auf das Brauchtum und der Konsultation eines Sachverständigen für eben genau dieses wurden die Maibaum-Diebe freigesprochen.
Hätte man sich in Düsseldorf nicht auch auf ebensolches berufen können?
@40 [...]Gegen eine erzieherische Watsche (Schell´n, Ohrfeige, je nach Bundesland variieren die Bezeichnungen) ist nichts einzuwenden.
Das “WIE”, das “WANN” und das “WOFÜR” freilich immer im Auge behalten. Muss halt verhältnismäßig sein.[...]
Hm, bloß blöde daß wer in der Kinder- und Jungendarbeit (sog. Ferienfreizeiten, Kinderbetreuung) tätig ist eben das nicht darf (und das ist gut so) und somit andere Wege finden muß so ein Problem zu lösen……und damit zeigt sich für mich daß letztendlich die "Watsche" nur eine Kapitulation darstellt und der eigentliche Verlierer der Austeilende ist.
bombjack
@ 66 Zitat: "und damit zeigt sich für mich daß letztendlich die “Watsche” nur eine Kapitulation darstellt und der eigentliche Verlierer der Austeilende ist."
Wieso das denn? Was ist denn das für eine Logik?
Tatsächlich liegen zwischen Zitat "erzieherischer Watschen" und "Verprügeln" Welten. Und wer das nicht versteht, sollte eigentlich nix mit Erziehung zu tun haben. Wie kann man nur so naiv sein, Kinder für so intelligent und (zumindest theoretisch) verständig wie Erwachsene zu halten?
Der Busfahrer hat die Spielzeugpistole des Jugendlichen sofort als solche entlarvt? Man oh man, der muß aber ein scharfes Auge gehabt haben. ;-)
Also ich wäre da auch für Prügelstrafe. Dem Busfahrer und dem Richter mal tüchtig den Hintern versohlen.
Diese Form von Wegelagerei ist ganz ganz furchtbar, an Halloween, an Fasnacht, an den Ampeln oder wann und wo auch immer. Es IST Nötigung und mir persönlich wahnsinnig unangenehm.
Ich habe dann immer eine ganz grosse Wut, manchmal auch Angst. Ich werde zu Entscheidungen gezwungen (geben oder nicht geben), zu denen ich nicht gezwungen werden möchte in einem freiheitlichen Land. Deswegen ist es notwendig, solchen Blödsinn den Kindern abzugewöhnen, aber natürlich nicht über das Rechtssystem sondern daheim…
@42, Fincut: Die Herrschaften mit dem Rohrstock haben 2 Weltkriege angefangen und sich auch sonst nicht mit Ruhm bekleckert. Die Watschn, Schellen, Ohrfeige kann nur im ausnahmefall richtig sein. Ansonsten ist Erzeiehung eine schwere Kunst und erfordert vor allem Anwesenheit und Interesse. Und zwar nicht erst wenn sich andere im Zug oder sonstwo belästigt fühlt.
Zum Rest der Diskussion: Es ging um eine Spielzeugwaffe, nicht um ein Imitat. Und Spielzeugpistolen sind oft wirklich aus 100 m Etfernung als solche zu erkennen.
@68 / Hobbyjurist
So behauptet es der verlinkte Artikel, ja:
Unglaublich! Ich dachte in DÜsseldorf haben sie eine besondere Art von Humor. Scheint für die Justiz nicht zu gelten.
Bei uns nennt man sowas "Mit Kanonen auf Spatzen schießen".
Der Fall passt in die heutige Zeit, wo chemiebegeisterte Schüler wegen Terrorismusverdachts eine Hausdurchsuchung verpasst bekommen und 10g Kaliumnitrat als gefährlicher Sprengstoff konfisziert wird.
Der Fall passt allerdings nicht nach Düsseldorf, wo ich erwartet hätte, dass der Richter – mit Pappnase bekleidet und todernstem Gesicht – die Jugendlichen freispricht.
@Fincut schade das man nicht die Eltern verprügelt hat, schlagen egal wie/wen in welchem Alter is unmenschlich (ausser man steht drauf *g*)
zum Thema, 30 Arbeitsstunden sind ein bissl wenig man stelle sich eine Alte Frau am Steuer vor die deswegen einen Herzinfarkt bekommt usw, eine Waffe egal ob ein billiges Spielzeug oder eine echte auf jemand zu richten is zumindest für den betroffenen in dem Moment kein spiel mehr..^^
@57 (aussenminister_fischer):
Ja, das Gefühl kenne ich. Ein Kind (oder: Jemanden) zu schlagen als nicht akzeptables Mittel anzusehen ist wunderbar. Mir ging es genauso, bis ich einen Jungen kennen lernte, der auf Worte und (Androhungen von) diversen Konsequenzen nicht ansprach.
Er hat die Konsequenzen nicht gemocht aber ertragen und es war ihm ziemlich egal. Teilweise lebte er so in seiner eigenen Scheinwelt, dass man seine Aufmerksamkeit nur durch physikalische Reize, festhalten reichte meist, erhalten konnte.
Natürlich ist eine Ohrfeige eine Kapitulation. Aber manchmal hat man eben leider keine andere Möglichkeit.
Bitte versteht mich nicht falsch. Es gibt genügend Kinder, die ohne physikalische Reize (NICHT prügeln!) auskommen. Aber es gibt leider auch Situationen wo eben diese notwendig sind.
Wichtig bei einer physikalischen Züchtigung ist die emotionale Nähe. Denn eine Erziehung ohne Nähe funktioniert nicht.
@71 (MTK) Ja, genau. Erziehung ist nur mit einer Beziehung zu dem Kind möglich. Ohne Anteilnahme und Respekt dem Kind gegenüber kann man nicht "gewinnen". Und in Ausnahmefällen KANN eine Ohrfeige richtig sein. Da stimme ich voll zu. Aber diese Art der Erziehung allgemein zu verteufeln halte ich nicht für richtig.
Zu guter Letzt: Ich bin der Meinung dass körperliche Züchtigung nur von den Eltern ausgehen darf. Lehrer, Erzieher, oder sonstige "Aufsichtspersonen" haben es tunlichst zu unterlassen ein Kind zu schlagen. Allerdings gehört dazu auch, dass die Eltern den Lehrer ein wenig Vertrauen entgegen bringen und nicht blindlings alles glauben, was der Nachwuchs ihnen Vorsetzt. Sonst hat ein Lehrer es sehr schwer gegen "Störer" vorzugehen.
Wie MTK es so schön sagte: Erzeiehung [ist] eine schwere Kunst und erfordert vor allem Anwesenheit und Interesse. (Danke für das Zitat. *g*)
da kann man ja froh sein das der Grossteil hier nicht den Rosenmontag in der Düsseldorfer Altstadt verbringt… die ganzen Anrufe bei der polizei das man Osama bin Laden, Al Capone und grössere Anzahl bewaffneter Cowboys gesehen hat, würden wohl das Telefonnetz zusammen brechen lassen.
bin ich vielleicht froh, dass es diesen karnevalsquatsch hier oben im norden nicht gibt.
@ Fincut: Ohrfeigen sind lediglich ein Zeichen dafür, dass die Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind.
Fehlt doch nur noch, dass diese Jugendlichen jetzt als Terrorverdächtige vom Verfassungsschutz überwacht werden.
Die haben bestimmt nur mal gecheckt, ob mal mit 'ner Plastikpistole was erreichen kann. Sowas weckt unmissverständlich Erinnerungen an London und Madrid.
@fincut
Ich denke, solche Diskusionsteilnehmer wie Fincut qualifizieren sich durch die Art und den Inhalt ihrer Meinungsäusserung hinreichend selbst.
In Köln gab es mal eine Kneipe, Lommertsheim. Der Wirt schmiss ungebührliche Gäste nicht raus, ihre Bestellungen wurden einfach ignoriert, quasi wurden sie, auch für alle anderen Gäste sichtbar, zu "Geächteten". diese Methode fand ich sehr effizient. Währe vieleicht auch für einen Blog zu überlegen. :)
M.E. sind staatliche Maßnahmen durchaus angemessen, wenn die Narren sich beharrlich weigern einzusehen, daß ihr Gegenüber mit ihren närrischen Bräuchen ernsthaft und partout nichts anfangen kann.
Diese Bräuche beruhen auf einer gegenseitigen Akzeptanz. Wenn der eine Beteiligte diese nicht akzeptiert, ist er kein Teilnehmer für dieses Spiel und zügig in Ruhe zu lassen.
Aber ich bin humorloser Preuße.
@82: Nach dem Staat zu rufen, halte ich für völlig übertrieben. Bei einer in Deutschland lebenden Amerikanerin klingelten letztes Jahr ein paar Kinder und wollten "Süsses oder saures". Darauf rief sie in deutlichem Amerikanisch "We are in Germany, not the USA. You don't have Halloween. F*** off." Hat wunderbar funktioniert. Kein Klopapier, keine Goldfarbe am Briefkasten.
Also nichts für ungut aber "Narrenzoll" nervt …
Und in 99,5% aller Fälle fällt es mir schwer dahinter irgendeine Form des Brauchtums zu erkennen – maximal noch eine Perücke oder ein auf die Wange gemaltes Herzchen als Verkleidung und dann die Schnur über die Straße gespannt … super Brauchtum
Und überhaupt waren die beiden Täter ja auch eigentlich schon etwas alt für die Nummer … was wäre denn die nächste Idee gewesen ? Vielleicht direkt die Erkrather Str. sperren – ist immerhin 2-spurig da lohnt sich das ja direkt (und evtl. kann man die U-Bahn ja auch zum anhalten motivieren)
Und die Ansichten irgendeiner "Venetia" (manchmal wünscht man sich sogar als Düsseldorfer als Kölner geboren zu sein … Venetia …. das ist so genauso möchtegern wie vieles zwischen Kö und "der längsten Theke der Welt" – da doch lieber ein Dreigestirn) haben viel mit dem sprichwörtlichen Sack Reis in China gemeinsam.
@82 … naja streng genommen sind die Rheinländer auch Preußen
Da stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Ich persönlich halte 30 Stunden für zu wenig!
Diese müssten dann in einem Altenheim abgegolten werden.
Aber zu den Hosenscheißern. Wie kommen den die beiden überhaupt auf diese "Schnapsidee" mit der Spielzeugwaffe?
Das Fernsehen z.B. liefert jeden Tag zur besten Zeit dutzende Vorlagen.
Meine Erfahrung als Vater von 3 Kindern, von Elternhäusern gibt es keine Wertevermittlung, keinen Halt und wohl auch keine Erziehung! -> nicht nur Hartz IV aber dort eben gehäuft..
Ich hoffe das dies bei uns anders ist! Übrings es gibt bei uns keine Schläge! Wer Schlägt hat keine Argumente…
Jugendliche müssten einfach mehr, sinnvolle, intelligente Freizeitbeschäftigung geboten werden.
Hier sind aber alle gefordert, Eltern, Sportvereine, Vereine im allgemeinen, Bund, Länder und Gemeinden….
Im übrigen KÖNNEN "Spielzeugwaffen" wirklich wie echt aussehen. Nachbauten wie das G36, P8 usw sprechen für sich, diese können zum Teil dann auch "Munition abfeuern…
Das gehört an erster Stelle völlig verboten!
KEINE WAFFEN IN KINDERHÄNDE AUCH KEINE SPIELZEUGWAFFEN!!!
@67 (wundert sich): "Tatsächlich liegen zwischen Zitat “erzieherischer Watschen” und “Verprügeln” Welten."
Deine Meinung. Kannst du die belegen?
"Und wer das nicht versteht, sollte eigentlich nix mit Erziehung zu tun haben."
Derjenige, der meint, schwächeren, abhängigen Menschen Gewalt antun zu müssen, sollte nichts mit Erziehung zu tun haben.
@76 (5nafu): "Er hat die Konsequenzen nicht gemocht aber ertragen und es war ihm ziemlich egal. Teilweise lebte er so in seiner eigenen Scheinwelt, dass man seine Aufmerksamkeit nur durch physikalische Reize, festhalten reichte meist, erhalten konnte."
Schon mal ADHD gedacht?
"Natürlich ist eine Ohrfeige eine Kapitulation. Aber manchmal hat man eben leider keine andere Möglichkeit."
Kannst du das beweisen?
"Wichtig bei einer physikalischen Züchtigung ist die emotionale Nähe."
Dieses "ich liebe dich doch" ist die Generelausrede von prügelnden Eltern, Ehemännern, Ehefrauen …
Gruß,
Kristine
In meinem StGB steht "zweifelhaftes Humorverständnis" nicht als Rechtfertigungsgrund – insofern halte ich es eigentlich für eine Selbstverständlichkeit, daß die Gesetze völlig normal angewendet werden.
In der Gegend hier z.B. werden an irgendeinem Tag im Jahr traditionell Krawatten abgeschnitten – für mich ein klarer Fall eines deutlichen "NEIN" und für den Fall, daß das nicht verstanden wird, eine Notwehrsituation.
Daß selbstverständlich der Kontext gesehen werden soll – also z.B. an einen Erlaubnistatumstandsirrtum bei Schlipsschneidern, die (vor dem "Nein") von einer Einwilligun g ausgehen, zu denken ist, ist ebenso klar; auch der Mangel der Ernstlichkeit bei vielen "Drohungen" ist zu beachten.
Wenn aber tatsächlich ein "Narrenzoll" nach den Buchstaben des Gesetzes erpresst wird, dann bleibt es eben eine Erpressung – daß der Gesetzgeber hier nicht an eine Geringwertigkeitsklausel gedacht hat, muß man ihm eben (notfalls im Rahmen einer Richtervorlage etc.) unter die Nase reiben.
@86
"Deine Meinung. Kannst Du die belegen?"
Deine Gegenfrage, hat die einen argumentativen Wert?
@88 (Bombur): Natürlich. Behauptungen kann jeder aufstellen, ohne Belege sind die wertlos.
Gruß,
Kristine
P.S: Auf deiner Schulter sitzt ein Snorg.
@ 85: Sie haben Recht, auch Spielzeugwaffen sind Mist. Allerdings hatte der Busfahrer die "Bewaffnung" der Jugendlichen als unecht identifiziert.
@ 86: Volle Zustimmung.
@ Freunde der Züchtigung: Davon mal abgesehen, dass auch "wohlbedachte" Ohrfeigen ein völlig unzulängliches Erziehungsmittel sind, ist es in Deutschland auch einfach (gottseidank) verboten, seine Kinder zu schlagen. Das ist nicht Ansichtssache, das ist Körperverletzung und wird von der Justiz auch als solche behandelt. Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung und "fast" gewaltfrei gibt es eben nicht.
Es gibt tausend gewaltfreie Möglichkeiten, ein Kind zu erziehen. Die Eltern in der S-Bahn hätten beispielsweise auch aussteigen und warten können, bis sich das Kind beruhigt. Aber Schlagen ist da halt einfacher…
Kinder, die offensichtlich eine psychische Störung haben, gehören zum Kinderpsychologen und nicht geschlagen. Das ist doch eigentlich ganz einfach.
Schön, dass hier so viele Eltern sind, die ihre Kinder nicht schlagen und nicht "nur" mal ne Ohrfeige geben. Es gibt also noch Hoffnung. :)
@ Striedel / #90:
Klar, die Eltern hätten aus der S-Bahn aussteigen und abwarten können, bis sich das Kind von selbst beruhigt :D :D
Ich lache mich kaputt, noch weiter könnte man vor seinem Kind nicht einknicken, ROFL!
Abgesehen davon war das französische Paar auf dem Weg zum Flughafen. Aber selbstverständlich hätte man halt ein paar Flieger später nehmen müssen, bis sich das Kind halt beruhigt hätte…
Sie würden ihren Sohn sicher auch auf die Flurbank tadeln, wenn er Ihre Frau schlagen und als kleine Fotze beschimpfen würde, hm?
Kein Wunder, dass die Kinder heute sich maßlos selbst überschätzen, keine Grenzen kennen und schlicht kackfrech sind.
Solches Verhalten und solche Ausdrucksweisen gibt es doch nur in deiner Fantasie, fincut. Kinder sind von Natur aus gut, lieb, stets folgsam, bedürfen keinerlei Zurechtweisungen und erziehen sich praktisch von selbst.
Wie kannst du nur auf die Idee kommen, es genüge NICHT, das verzogene Blag (natürlich mit der gebotenen Rücksicht und Sanftheit!) zur Seite zu nehmen, aus der Bahn zu tragen und es sich in aller Seelenruhe austoben zu lassen. Du musst schon etwas Verständnis dafür aufbringen, wenn die Mutter nun mal eine kleine Fotze ist!
So, genug des Ernstes:
Gottseidank gibt es hier auch noch Menschen, die nicht ideologisch verblendet sind und indoktriniert wurden, sondern auch bei solchen Themen noch die Realität wahrzunehmen imstande sind!
@91
Die Kinder. Alle. Ausnahmslos.
Vielleicht liegt es ja an dem Milieu in dem Sie sich bewegen daß sie Kinder so wahrnehmen.
@92
Niemand hat das behauptet (interessanterweise behauptet Ihr Vorredner und Bruder im Geiste das Gegenteil). Aber Schlagen ist keine Zurechtweisung und erst recht keine Erziehung.
Ja, volle Zustimmung soweit. Unglücklicherweise habe ich dabei nur andere Menschen im Auge als Sie.
Bleibt die Hoffnung daß Sie weder jetzt noch in Zukunft Kinder haben.
vielleicht fehlen menschen wie fincut oder nr. 92 einfach die worte, um sich argumentativ auseinanderzusetzen. da greift man ersatzweise lieber auf schläge zurück. ist aber auch frustrierend, wenn einem die kleinen schon intelektuell überlegen sind …
Ich befürchte, da ist jemandem das Verständnis für überspitzte Äußerungen (man könnte auch Ironie sagen) verloren gegangen… ;-)
Im Übrigen habe ich Kinder im Teenageralter, und was soll ich sagen:
Es geht ihnen bestens, und was nun ganz und gar unglaublich ist:
Im Gegensatz zu manch anderen hier wissen sie sogar, wann sie in der Öffentlichkeit den Mund zu halten haben, damit sie keinen geistigen Dünnpfiff von sich geben – egal, in welch hübsche Worthülsen er auch verpackt ist. Das können hier leider nicht viele Kommentierende von sich behaupten.
Und noch unglaublicher:
Bis auf ein paar Klapse auf den Po im Kleinkindalter hat es nie solcher Maßnahmen bedurft, wie sie hier thematisiert werden.
@94:
Geh ein paar Polizisten prügeln und troll nicht rum, das nervt. Dir hat auch noch niemand gesagt, dass man nur dann persönlich wird, wenn einem selbst die Argumente fehlen?
Hachja. Urschade, dass es wohl nur die zwei Seiten "Kinder blutig schlagen" und "Torben-Kevin, ab in die Boese-Worte-Ecke" gibt.
@MTK: Die Rohrstockgeneration hat zwei Weltkriege angefangen — die Generation der Ermahnungen will dagegen nur unser bestes und beschuetzt uns vor den boesen Terroristen, wa? ;)
@89
"Natürlich. Behauptungen kann jeder aufstellen, ohne Belege sind die wertlos."
Genau, jetzt denken Sie noch mal zehn Zentimeter weiter.
"P.S: Auf deiner Schulter sitzt ein Snorg."
Ja und, soll das Ihrer Meinung nach auch verboten sein? Sich hier als große Kinderschützerin aufspielen, aber mir kein Haust9ier gönnen.
@96 guter gag, immerhin. polizisten prügeln ist aber nicht so mein ding, ich war noch nicht mal auf ner demo bis heute. man muss keine raf-poster zu hause haben, um für eine gewaltfreie erziehung einzutreten.
@95 / N.N.
Hach, wie simpel. Wenn man genug Unsinn von sich gegeben hat deklariert man das ganze einfach im nachhinein als "überspitzte Äußerungen" und Ironie?
Die arme Ironie, was in deren Namen für ein Mist erzählt wird…
…wenn sich die Sache schon so hochschaukelt, warum gesellen sich nicht ein paar Narren hinzu und helfen solidarisch, die 30 Sozialstunden abzuarbeiten?
oder noch besser; kann man diese Sozialstunden nicht auch bei einem karnevalistischen e.V. (gemeinnützig!)abarbeiten, z.B. als Prinz, Bauer oder Jungfrau – oder gar als Elferrat?
..wegduck..
Um es noch einmal aufs juristische runterzudestillieren … Erpressung ist Erspressung :) Mit den "Scheinwaffen" (OK, OK, er hats erkannt, egal!) wäre das sogar schwere räuberische Erpressung. Wenn die Jungs nicht 14 sondern 18 Jahre alt und verstandesreif (18 und verstandesreif in Kombination ist meiner Meinung nach nicht möglich… aber egal) gewesen wären, sind das im Erwachsenenstrafrecht nicht unter 3 Jahren. OK, kein Erfolg, daher nur Versuch, daher ggf. Milderung über § 49 StGB
Aber auf der anderen Seite gelten die Strafrahmen im Jugendstrafrecht nicht und dann kriegt man halt 30 Sozialstunden. Wow! Eine Woche nach der Schule halbtags arbeiten, wie furchtbar!
Der Fehler liegt also wieder einmal in der viel zu laschen Weichspüler-Handhabung des Jugendstrafrechts der deutschen Gerichte. Für "Fahren ohne Führerschein" (Ohne Unfall, ohne Schaden, ohne Problem) bekommt man im Zweifel mehr aufgebrummt als für "Zu fünft auf einen allein einprügeln bis man keine Lust mehr hat".
Danke, liebe deutsche Jugendrichter. Mit der Qualifikation hättet ihr auch Lehrer werden können…
@Darkstalker
Nach den Buchstaben des Gesetzes mag Deine Einschätzung richtig sein, aber nach dem was zu dem Fall zu lesen war ging es nun wirklich nicht um eine räuberische Erpressung "im eigentlichen Sinne". Daß es andere Fälle gab und gibt in denen tatsächlich schwerwiegende Taten zu mild (oder gar nicht) bestraft werden sei dahingestellt, spielt aber doch hier keine Rolle; das war schlimmstenfalls Unfug. Und dann sind die dreißig Sozialstunden – IMO und IANAL – mehr als ausreichend.
@Darkstalker
"Erpressung ist Erspressung :)" Genau !
Zu Kommentar 85, »Im übrigen KÖNNEN “Spielzeugwaffen” wirklich wie echt aussehen. Nachbauten wie das G36, P8 usw sprechen für sich, diese können zum Teil dann auch “Munition abfeuern…
Das gehört an erster Stelle völlig verboten!«:
Seit dem 1.4.2008 _ist_ das Führen von Anscheinswaffen in der Öffentlichkeit verboten.
@105: Richtig. Sie vergassen aber zu erwähnen, dass es sich bei der Regelung um puren legislativen Aktionismus ohne jeglichen Sinn und Verstand handeln dürfte. Wer eine Bank überfallen will, dürfte sich um die Ordnungswidrigkeit wenig kümmern. Und wenn die Anscheinswaffe verdeckt getragen wird, ist das Risiko auf dem Weg zur Bank um die Waffe erleichtert zu werden auch extrem gering.
Ein Polizist wird sich in der häufig beschworenen Gefahrensituation "Konfrontation mit bewaffnetem Kind" sicher nicht darauf berufen wollen, das Führen von Anscheinswaffen sei ja verboten, so dass er davon ausgehen musste, es handele sich um eine legal geführte scharfe Schusswaffe.
@106: Über Sinn oder Unsinn der Regelung habe ich mich (absichtlich) nicht geäußert. Es ging mir nur darum, dass hier etwas gefordert wurde, was bereits Gesetz ist.
@legens, das habe ich gestern auch erfahren. (Es gab dazu auf Pro7 einen sehr interessanten Bericht)
Ich halte dies aber immer noch nicht für ausreichend.
Es gibt auch Forderungen das diese "Spielzeugwaffen" nur noch in Neonfarben produziert werden.
Jetzt könnte man dagegen halten das man diese umlackieren kann…
Mir verschliesst sich der Sinn das Kinder/ Jugendliche Waffen tragen / damit spielen (!) sollen leider völlig!
Deswegen mein Vorschalg, keine (Spielzeug)Waffen in Hände von Kindern/ Jgendlichen bis zum Alter von 18 Jahren.
Im Übrigen halte (auch) ich das Gesetz für totalen Quatsch.
@108: Die Frage ist nicht nach dem Sinn, warum Kinder Spielzeugpistolen tragen wollen. Es macht auch keinen Sinn wild hinter einem Lederball hinterherzurennen oder befederte spitze Pfeile auf eine runde Scheibe zu werfen. Die Frage ist, ob es irgendwem und insbesondere dem Kind schadet, wenn Kinder Spielzeugpistolen tragen. Aus eigener Erfahrung muss ich letzteres verneinen.