Polizisten: Sport während der Dienstzeit
Laufen, Springen, Schwimmen, – mit genau messbaren Leistungen in diesen und vielen anderen Disziplinen soll den rund 40.000 Polizeibeamten NRW künftig Beine gemacht werden. Sie haben die Pflicht, so sagt es Innenminister Ingo Wolf (FDP), sich bis zur Pensionierung körperlich fit zu halten. Deswegen müssen sie alle zwei Jahre nachweisen, dass sie die Forderungen zum Deutschen Sportabzeichen erfüllt haben und ausgebildete Rettungsschwimmer sind.
Die doppelte Zeit dafür haben lediglich schwerbehinderte Beamte und welche mit gesundheitlichen Einschränkungen. In der Sprache der Bürokratie heißt die Weisung „Gewährleistung der körperlichen Leistungsfähigkeit“. Sie wird momentan mit den Personalvertretungen abgestimmt, heißt es im Ministerium. Dabei wird gefeilscht und gefeilt. Denn so gut grundsätzlich die Absicht sein mag: Schon der Entwurf des Ministerialerlasses stößt auf heftige Diskussion.
„In dem Papier steckt zu wenig Sport und zu viel Bürokratie“ , kritisiert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. „Wir brauchen flexible Regelungen“, fordert Wendt, “keine gigantische Kontrollbürokratie“. Der Entwurf listet auf 7 Seiten mit 14 Punkten und vielen Unterabschnitten auf, welche Verpflichtungen, besondere Maßnahmen und Kontrollen es für wen gibt.
Für stark übergewichtige Beamte etwa wird eine Sporttauglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Anschließend folgt womöglich eine „Verpflichtung zur Teilnahme an einem Seminar zur Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit“. Selbstverständlich wird auch geregelt, wie viel Dienstzeit in Anspruch genommen werden darf, um an die erforderlichen Nachweise zu kommen: 24 Stunden im Jahr. „Viel zu wenig“, schimpft Gewerkschafter Wendt.
Er verlangt beispielsweise ab dem 40. Lebensjahr mindestens vier Stunden wöchentliche Sportzeit . Wer im Schichtdienst arbeite, solle ab dem 50. Lebensjahr wöchentlich noch mehr Stunden trainieren dürfen. Außerdem: Ab dem 50. Lebensjahr soll jährlich eine vierwöchige Kur dabei helfen, „den stressigen Schichtdienst ertragen zu können“.
Davon ist im Erlass-Entwurf keine Rede. Er setzt zwar betont auf die „Eigenverantwortung“ aller Beamten, am Ende aber steht der Zwang. Denn wer die verlangten Nachweise nicht erbringt, begeht eine Dienstpflichtverletzung. Die Folge wäre ein Disziplinarverfahren. (pbd)
Polizisten und Fitness? Muhahaha!
Hab mal vor ein paar Jahren nen Fahrradpolizisten abgehängt, der mich für ne Knolle wegen ausgefallenem Rückklicht stoppen wollte. Nach fünf Minuten Fahrt bei 45 Km/h rief er mir dann hinterher, er wüsste wie ich aussehe und hat die Verfolgung gestoppt (ist jetzt schon sechs Jahre her und ich hab immer noch nix gehört).
Und wann wird die Prüfung der geistigen Leistungsfähigkeit eingeführt? Alle zwei Jahre nachweisen, daß sie imstande sind, elementare Zusammenhänge zu erkennen und einfache logische Schlußfolgerungen ziehen können. Wäre das nicht notwendiger?
Polizisten sind doch im Grunde Lehrer mit Pistole. Und körperliche Fitness der Polizisten vergleichbar mit fachlichem Wissen der Lehrer.
Und wir wissen alle, wie man mit Lehrern umspringt: es werden einfach Maßstäbe festgelegt. Die Umsetzung erfolgt in der Freizeit. Lehrer haben keine Lobby und (die verbeamteten) dürfen nicht streiken. Außerdem tun die ja nix, spielen einen halben Tag mit Kindern und haben die meiste Zeit im Jahr ohnehin Urlaub.
4 wochen kur für schichtdienst? ich lacht mich tot. was würde dazu wohl ein krankenhaus-arzt mit teils >90 wochenstunden sagen?
btw: als die jetzt ü-50-übergewichtler der polizei noch mal auf sportabzeichen-niveau getrimmt werden können. zum einen dürfte das nahezu unmöglich sein, zum anderen wären die konsquenzen doch bestimmt überschaubar.
also wenn ich mein stresslevel im studium mit dem eines lehrämtlers oder sozpäds vergleiche, wobei die die gleichen 500€ studiengebühren und einhundertirgendwas semesterbetrag zahlen müssen, will ich von der uni bitte eine woche karibik pro jahr gesponsort haben!
@3: stimme zu, außer dem punkt mit den lehrern. um es mit graf lamsdorffs worten zu sagen: "der bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer voller lehrer." :)
sorry, ersetze "lehrern" durch "lobby". ich brauche eine edit-funktion!
@6: Denk nochmal über Deine Vorurteile bezgl. Lehrern nach; eventuell sollte man nicht alle in einen Topf werfen.
Mir sind genügend Lehrer bekannt, die ausgesprochen fleißig sind. Als "Belohnung" dürfen sie in ihrer – knapp bemessenen – Freizeit noch unsinnige "Fortbildungen" machen, die Punkte einbringen. 50 Punkte im Jahr muß man haben.
Leider sind diese Fortbildungen so angesetzt, daß berufstätige Mütter, die keinen oder einen berufstätigen Partner haben, da meist nicht teilnehmen können. Denn in der Schulzeit finden diese Fortbildungen natürlich nicht statt.
Wer behauptet, Lehrer hätten ein süßes, einfaches Leben, sollen sich mal ein paar Wochen vor eine Klasse stellen.
Zu Otto Graf Lambsdorf sage ich nichts. Was der angerichtet hat, kann man heutzutage am stetigen Sozialabbau bewundern.
@7: dann les doch mal meinen beitrag durch. auch wenn ich es nicht explizit geschrieben habe, meine ich hier den vergleich der belastung während dem studium.
sich ergebend aus zeitaufwand, studiendauer, durchfallquoten, schwierigkeitsgrad.
aber selbiges lässt sich auch im späteren beruf vergleichen. dann lassen wir doch die vorurteile beiseite und diskutieren mit fakten:
1. >60 tage urlaub
2. wochenstundenzahl ca. 25-27. 1 lehrerstunde = 45 minuten
mit zunehmender lehrerfahrung nimmt vor- und nachbereitungszeit exponentiell ab. zu meiner schulzeit bekam ich des öfteren die kopie der kopie der abschrift der kopie des matrizenauszuges der kopie ausgeteilt. tolles arbeitsblatt!
3. verbeamtung auf lebenszeit
4. privatversicherung (bei garantiertem burn-out nützlich!)
5. gute bezahlung
6. keine konsequenzen. dickes ausrufezeichen. wenn eine klausur schlecht ausfällt, hat nie der lehrer schlechten unterricht gemacht, sondern im zweifel sind die schüler kumulativ/alternativ dumm bzw. faul.
Bla bla – wenn's dir nicht passt, dann werd doch Lehrer und mach alles besser? Immer diese Nörgler, die unseren Fachbereich in Verruf bringen, weil sie im Grunde genommen mit sich selbst unzufrieden sind.
Der Lehrerjob hat gewiss einige große Vorteile, der 2. und 6.Punkt von studiosus (8) sind ganz dicke batzen die das Belegen, denn es ist nunmal wirklich so.
Ab dem 50. Lebensjahr pro jahr ne 4-Wöchige Kur…
Da lebt jemand an der Realität vorbei. Ich habe schon lange nichtmehr so einen Blödsinn gelesen.
Ich möchte der Polizei nicht absprechen einen stressigen und anspruchsvollen Beruf zu haben, mein Bruder ist selber einer von denen ^^, aber pauschal ne 4 Wochen Kur ist ziemlich daneben. Auch Polizisten haben einen Vorteil in Ihrem Beruf: Unkündbar weil Beamte. Ein sicherer Arbeitsplatz wird heutzutage immer seltener, das kann man garnicht hoch genug anrechnen.
Nebenbei bemerkt: Warum zur Hölle wechselt hier das Thema eigentlich innerhalb von nur 6, 7 Beiträgen von Polizisten zu Lehrern? Naja …
Ja, aber der STRESS! ;-)
Werter studiosus juris,
wenn man von Fakten verspricht, soll man sich daran halten:
1. > 60 Tage Urlaub
Wo steht das geschrieben? I.d.R. ist das schulfreie Zeit in der man seine Vorbereitung oder Nachbereitung durchführen kann. Als Lehrer kann man hier auch zu Schularbeit einberufen werden.
2. wochenstundenzahl ca. 25-27. 1 lehrerstunde = 45 minuten
Ihre Erfahrung scheint veraltet bzw. auf schlechten Erfahrungen zu beruhen. Es gibt Stunden, die erfordern viel Vorbereitung, andere Stunden erfordern wenige. Pauschal erfahrenen Lehrer wenig Vorbereitung zu unterstellen ist m.E. respektlos.
3. verbeamtung auf lebenszeit
Verbeamtung hat Vorteile, aber auch Nachteile.
4. privatversicherung (bei garantiertem burn-out nützlich!)
Wo ist der Vorteil? M.E. ist, daß die Privatversicherung nicht unbedingt als Vorteil gesehen wird (Rechnungen vorbezahlen, kontrollieren, mit diversen Stellen streiten, etc.). Burn-out ist ein Phänomen, dass allgemein bei stressigen Berufen á-la-Hamsterlaufrolle auftritt
5. gute bezahlung
Was heißt gute Bezahlung?
M.E. divergiert diese stark von Grundschulen bis zur Universität.
6. keine konsequenzen.
M.E. ist Konsequenzlosigkeit nicht ein Merkmal, dass nur bei Lehrern auftritt. Ich denke speziell an Ihr vermutliches Studium. Wie immer, auch bei Lehrern kann mit engagierten und intelligenten Auftreten Änderungen erreicht werden.
Letztendlich behaupte ich, dass es – wie in jeder Berufsgruppe – auch bei Lehrern Flaschen gibt. Ich würde hier die Schuld eher bei den Leuten suchen, die diese einstellen.
Ich bin kein Lehrer aber mit einer GS-Lehrerin verheiratet und sehe deswegen die andere Seite.
Naja.. Wenn ein übergewichtiger und leistungsunfähiger Polizist den Streit zwischen zwei Parteien auf der Straße schlichten will, lachen den doch beide Seiten aus. Polizisten müssen körperlich fitt sein, damit sie überzeugend auftreten können.. So einem Fettklops verliert doch seinen Schlagstock wenns drauf an kommt, und dann guckt er doof. Sowas darf nicht sein. Dazu hehört nun mal dass der Herr Polizist fitt ist und auch eine vernünftige Kampfsportausbildung hat. Alle anderen gehören nicht auf die Straße.
Blub
@ franz # 13:
zu 1: kann. eben. KANN ;) und mal ehrlich: bei 6,5 wochen sommerferien eine halbe woche in der schule verbringen wäre auch nicht die welt, oder?
zu 2: so lange bin ich noch nicht aus der schule draußen, denke ich. wenn ich mir den unterricht von meist >45 jährigen lehrern ansehe, muss man nicht selbst lehrer sein, um zu wissen, dass dazu nicht viel vorbereitung gehört.
pauschalisieren möchte ich nicht, es gibt sicher engagierte lehrer, die einiges an zeit aufwenden, keine frage. die frage ist aber, wieviele das prozentual sind. ich schätze einfach mal wohlwollend max. 20%.
zu 3: aber welche seite überwiegt? allein der vorteil, dass man (nach verbeamtung) niemals um sein festes geld und anschließende pension fürchten muss, kompensiert doch sicher den großteil der nachteile?
zu 4: nun ja, ich denke, dass die vorteile einer privaten KV wohl auf der hand liegen.
zu 5: wenn sie sehen, was z.b. ein staatsanwalt leisten muss und welche verantwortung dahintersteht und dafür mit R1 gegenüber einem gymnasiallehrer kaum mehr verdient, sehe ich das im verhältnis (jetzt innerhalb der BBesO, vergleich mit der freien wirtschaft wären ein anderes thema) doch als gute bezahlung an.
zu 6: nun ja, die konsequenzen mögen sich im staatsdienst ebenfalls in grenzen halten. aber es ist nunmal fakt, dass der überwiegende großteil der jurastudenten später nicht im staatsdienst, sondern als rechtsanwalt arbeitet. und da gilt das leistungsprinzip wie wie überall in der freien wirtschaft.
und wer keine leistung bringt (was natürlich nicht mit gewonnenen fällen verwechselt werden darf), gehört nicht zur blüte des standes und hat dementsprechende mandate – oder eben nicht.
abschließend gebe ich ihnen aber recht, dass die lehre nichts "dafür" können. sie haben höchstens das system durchschaut ;)
spaß beiseite – auch ich finde, dass anders sondiert werden muss, wer eingestellt wird.
vielleicht finden sie diesen artikel auch lesenswert:
http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Lehrer-Burn-Out;art122,2398507
Müssen Polizisten wirklich alle Sportler sein ?
Bei gefährlichen Situationen müssen sie sich lt. Anweisung eh zurückhalten und ein SEK anfordern, die Verfolgung per Fuss ist eher die Ausnahme. Körperliche Gewalt in der Regel auch.
Bevor man bei den Streifenpolizisten auf die körperliche Kondition schaut, sollte man eher alle andere Eigenschaften welches einen guten Polizisten auszeichnet überprüfen und ggf. nachschulen. Die körperliche Verfassung ist nur eine von vielen Eigentschaften und sollte nicht im Mittelpunkt stehen eines Polizisten stehen.
Warum muss der Sport überhaupt in der Dienstzeit stattfinden? Ein normaler Arbeitnehmer hat im weit überwiegenden Regelfall auch keinen Betriebssport und muss dennoch dafür sorgen, dass er arbeitsfähig bleibt. Sinken seine Leistungen – ob sportlich oder in anderen Bereichen – droht im irgendwann die Kündigung. Gleiches hat für Polizisten zu gelten.
@Malte/17: zumindest mein Arbeitgeber verlangt von mir aber nicht, daß ich irgendwelche Sportabzeichen mache ;-)
Und wegen sinkender sportlicher Leistungen habe ich auch keine Kündigung zu befürchten.
Insofern habe ich schon Verständnis für den Wunsch der Polizisten. Wenn ich die sonstigen Faktoren dazurechne (miese Bezahlung etc. pp.), umso mehr.
Jedes Jahr 4 Wochen Extra-Urlaub ähm Kur?
Ich glaube es hackt.
Hallo,
man sollte das Stöhnen der Lehrer über den Stress schon ernst nehmen, sie empfinden ihn sicherlich. Woher sollten sie auch wissen, wie hart die 40-60 Stunden Woche eines "normalen" Arbeiters aussieht, der sich auch noch regelmässig Sorgen um seine Zukunft machen muss.
Wer nie echten Stress erlebt hat, stöhnt natürlich über jede Belastung, und sei sie noch so gering. Ich höre das regelmässig, habe Lehrer in der Verwandtschaft und in deren Bekanntenkreis. Oft frage ich mich, ob man ihnen schon als Kind einen Stein auf den Bauch gelegt hat, damit Sie das Stöhnen früh genug lernen.
Grüsse,
Hans.
Na, vielleicht üben ja schon bald Polizei und Bundeswehr zusammen im Wald "haltet den Dieb": Ein gut trainierter Kollege wird als "Dieb" im Wald ausgesetzt und die Kollegen der Polizei nehmen die Verfolgung auf – gefolgt von den Soldaten, die aber nur mit dem üblichen 20-Kilo-Sack auf dem Rücken. Wenn der "Dieb" zu langsam ist und sich fangen läßt, wird er zur Strafe kräftig durchgekitzelt.
Das macht fit, gibt bestimmt blendende Geschichten zum Weitererzählen und erhöht dadurch Motivation und Leistungsfähigkeit.
@Malte S.
in welchen beruf muss man denn alle 2 jahre das DSA sonst noch ablegen ? man kann ja auch körperlich fit sein wenn man nur 3.80m springt und für die 3km laufen 15minuten braucht. ausserdem ist zuberücksichtigen das man gerade bei der sportlichenleistung die sache nicht gerade 22monate schleifen lassen kann und sich dann für den test mal 2 monate anstrengt, was jedoch gerade in vielen anderen bereichen möglich ist. ausserdem zahlt doch für gewöhnlich auch der arbeitgeber lehrgänge oder seminare wenn er denn möchte das man als arbeitnehmer dort hin gehen soll.
und 2.
"4 wochen kur für schichtdienst? ich lacht mich tot."
so ne aussage kann eigentlich nur von jemanden kommen der noch nie in seinem leben im schichtdienst gearbeitet hat. die arbeit im schichtdienst ist eine enorme belastung für den körper daher ist sind die 4 wochen kur gar nicht mal so weit hergeholt. und naja die 90std der KH-arztes… wieviel stunden sind denn davon bereitschaft ? also stunden in denen der arzt schlafen, lesen, fernsehr gucken oder sich sonst wie erholen kann ? seit dem ich letzte woche den bereitschaftsarzt im KH um 3uhr nachts aufsuchen musste und dort geschlagene 90minuten warten musste bis der arzt mal auf getaucht ist, glaube ich nicht so wirklich daran das ein arzt die komplette zeit auf einem stuhl sitzt und wartet das sein einsatz kommt und inner halb von ein paar minuten "einsatzbereit" ist.
Über soviel Vorurteile über Lehrer bin ich echt geschockt.
- Lehrer benötigen für jede Unterrichtsstunde Vor- und Nachbereitungszeit. Da ist der Lehrplan, Klassenarbeiten, Hausarbeiten, Weiterbildung, Konferenzen etc etc. Da niemand danach fragt, wieviel Zeit sie dafür benötigen, wird ihnen diese Zeit generell in die Nicht-Unterrichtszeit verlegt. 20 Wochenstunden sind also nur die Hälfte der Wahrheit und die Hälfte der Zeit.
- In den Ferien müssen sie Weiterbildungen und diversen anderen Kram erledigen. Bei 6 Wochen Sommerferien bleiben evtl. 3-4 Wochen Urlaub übrig
- Verbeamtet wird nur noch selten, schon gar nicht im Osten unseres Landes. Der beamtete Lehrer ist dort zunehmend die Ausnahme.
- eine private KV ist dann auch nicht mehr möglich
- die gute Bezahlung ist ein Witz. Meine Mutter ist nach 40 (!) Jahren ununterbrochener Lehrertätigkeit mit einer Rente von knapp 1300 EUR dran. Das lässt wohl auf ihr Gehalt schließen. (PS: Davon gehen noch diverse Steuern und Versicherungen ab)
- Angesichts der zunehmenden, gerichtlichen Klagen seitens unzufriedener/unfähiger Eltern nicht gerade ein fürstliches Auskommen
- Mit sinkender Schülerzahl und daraus folgend auch sinkender Stundenzahl sinkt übrigens auch das Gehalt! Wehren können die LehrerInnen sich dagegen nicht.
- Keine Konsequenzen? Heutzutage müssen sich nicht die Schüler verteidigen, wenn der Notendurchschnitt schlecht ist, sondern die Lehrer. (s.a. Bemerkung zu den zunehmenden Klagen)
- Die Kinder werden zunehmend stressiger, wenn man älter wird. Ob dies die objektive Wahrheit ist, darüber mag man streiten. Aber ältere LehrerInnen empfinden so.
Alle die hier so über Lehrer schimpfen, sollten 4 Wochen in eine Haupt- oder Realschule gehen und dort vor 20-30 Schülern 5 Stunden täglich lehren, inkl. Vor- und Nachbereitung und Schülerbetreuung. Danach dürft ihr abfällige Kommentare gerne geben.
man muss sicherlich bei lehrern und auch polizisten differnzieren. es gibt lehrer die bereiten sich vor und nehmen an fortbildungen teil. Und es gibt lehrer die Machen unterricht im stil der Lenkrad pädagogik, des interview stils oder des situativen lernen(*1).Die frage die ich mir immer stelle ist: jeder gute und gewissenhaft leher wird sehen das sich an seiner schule auch einige auf dem beamtenfell ausruhen, warum stellen die sich dann schützend vor alle ? warum wird nicht zugegeben wenn ein paar faule eier dem kuchen verderben und versucht diese auszusortieren ? Gerade die verlegenheitsleher sollten da mal betrachtet werden, sonst leidet auf dauer weiter das image aller leher.
*1:
Lenkradpädagigik: ich überlege morgen am steuer aufm weg zur schule was ich in den nächsten 6 stunden mit den kindern mache.
Interview Stil: ich frage zu beginn der stunde einen schüler aus was ich letzes mal gemacht habe und baue darauf auf.
Situatives Lernen: Ich betrete die klasse und das was mir als erstes einfällt wird im unterricht besprochen. ("Ihr habt doch sicher alle von der börsenkriese gehört, dann können wir ja jetzt was zinsrechnen üben"
@16 Gerti…
…wenn es "spontan" gefährlich wird, dann geht oft genug der Schutzmann voraus.
…die Verfolgung zu Fuß kommt auch relativ häufig vor. Und meistens als Mischung aus Sprint und Hindernisparcour bei völligem Kaltstart mit voller Montur.
…körperliche Gewalt ist dankenswerterweise nicht Alltag – allerdings in manch einem Vierteil droht sie es schleichend zu werden. Und wenn körperliche Gewalt angewendet wird, geht es um die eigene Gesundheit.
…andere Eigenschaften sind auch sehr wichtig. Vollkommen richtig. Aber körperliche Leistungsfähigkeit kann einem das Leben retten. Und man ist keine Katze mit 9 Leben und kann mal eben eines vergeuden.
Es stimmt mich schon nachdenklich, wie unqualifiziert hier teilweise über Lehrer und Polizisten hergezogen wird. Beides m.E. ehrbare und schwere Berufe. Diese Laffen mit scheinbar viel Tagesfreizeit, die sich hier negativ ereifern, wären sicher nicht in der Lage, diese Berufe auszuüben. Aber es scheint ja hip zu sein, über Polizisten herzuziehen. Vor allem von Leuten, die sich nicht an Gesetze halten und von der Allgemeinheit leben.
@Roman & MCDynamo: Aber in vielen Berufen wird von den Angestellten erwartet, dass sie sich fortwährend fortbilden und auch ihre Grundfähigkeiten aktiv halten. Bei nicht erfolgender Fortbildung – sei es durch Seminare oder Literatur – steigt rapide die Wahrscheinlichkeit für eine Entlassung.
Das ist selbstverständlich von Beruf zu BEruf unterschiedlich. Insbesondere wird natürlich nicht von einem Innendienstler erwartet, dass er dauerhaft die Qualifikation für den Außendienst erfüllt – warum auch.
Soweit aber Polizisten noch (dienstrechtlich) im Außendienst eingesetzt werden können – und das sind die allermeisten – sorgen sie selbst durch mangelnde sportliche Betätigung dafür, dass sie die an sie gesetzten Anforderungen nicht erfüllen. Je nachdem wie weit polizeiliche Tätigkeit grundsätzlich noch (überwiegende oder starke) körperliche Tätigkeit voraussetzt, muss die Qualifikation dazu sichergestellt werden.
Hierfür gleich das Sportabzeichen zu verlangen mag übertrieben sein und dagegen kann man sich auch gerne wehren, aber Arbeitszeit für den Erhalt von Grundqualifikationen einsetzen zu wollen, das ist Unsinn.
"Aber in vielen Berufen wird von den Angestellten erwartet, dass sie sich fortwährend fortbilden und auch ihre Grundfähigkeiten aktiv halten. Bei nicht erfolgender Fortbildung – sei es durch Seminare oder Literatur – steigt rapide die Wahrscheinlichkeit für eine Entlassung."
diese fortbildungen werden aber doch, wenn es wunsch des arbeitgebers ist, auch von diesen bezahlt ( also so kenne ich das nur) alternative gibt es dafür freistellungen z.b. beim besuch einer abendschule bzw bildungsurlaub. desweiteren sind für gewöhnlich diese fortbildung ja eben auch eine weiterbildung was bedeutet das man dadurch ja auch bessere chancen z.b. hat. ich wüsste jetzt kein beispiel wo man ein und die selbe prüfung wiederholen müsste und der arbeitgeber die kosten nicht übernimmt. eventuell hast du ja mal ein beispiel für mich
OT, ueber Lehrer: Der Lehrerberuf ist zweifellos einer der ehrenwertesten und wichtigsten Beschaeftigungen, die man in Deutschland haben kann. Ein Lehrer hat eine immense Verantwortung! Schliesslich ist seine Unterrichtsausfuehrung entscheidend fuer Interessenausbildung und Wissenserwerb der Schueler–auch wenn er sich ueber dessen Gelingen nicht rechtfertigen muss.
Insofern sind die von studiosus juris in Punkt 8 angegebenen Punkte allesamt gerechtfertigt. Im Gegenteil: Um bessere Leute fuer den Lehrerberuf zu gewinnen, waere es vielleicht sogar angebracht, die Vorteile auszubauen. Denn eines ist Fakt: Momentan sind es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, definitiv *nicht* die besten Leute, die in den Lehrerberuf gehen:
Waehrend der ersten Semester meines Physikstudiums war es in allen Veranstaltungen, die von Diplomstudenten und Lehramtsstudenten gemeinsam besucht wurden[1] so, dass sich unter dem Drittel der Scheinklausuren mit den schlechtesten Punktzahlen 80% aller Lehramtsstudenten befanden. Es ist mehrfach vorgekommen, dass Studenten, die das Vordiplom in Physik nicht geschafft haben, einfach zu Lehramt Physik+Mathematik gewechselt haben… Ich habe ganz aehnliche Geschichten auch von Chemie und Mathematik an anderen Universitaeten gehoert.
Und nun die grosse Frage: Kann es da wundern, dass so wenige Schueler interesse an Natur- und Ingenieurwissenschaften haben? Wenn das nicht einmal die Lehrer selbst haben, die dieses Interesse vermitteln sollen?
Aufgrund meiner Schulwahl hatte ich selbst fast ausschliesslich gute und sehr gute Lehrer, und davon habe ich im Leben sehr profitiert. Es tut mir in der Seele leid, dass so vielen Schuelern diese Erfahrung vorenthalten wird.
[1] Z.B. Experimentalphysik I. Besonders das war fuer mich schockierend, weil man die Klausur selbst mit reinem Schulwissen /ohne Probleme/ haette bestehen koennen–was dennoch 2/3 der Gymnasiallehramtsanwaerter nicht gelungen ist.
@13
zu 5.
Um an einer Universität hauptberuflich zu lehren, bedarf es auch einer etwas höheren Qualifikation als man mit einem Lehramtsstudium erreicht.
@MCDynamo: Anwälte müssen zwangsläufig durchgängig die aktuelle Rechtssprechung und Rechtsentwicklung beobachten. Dies dürfte gerade bei den unteren Ebenen schon aufgrund der Arbeitsüberlastung nur in der Freizeit erfolgen können – man kann es natürlich auch als üblicherweise nicht bezahlte Überstunden verstehen, kommt aber aufs gleiche raus.
Ebenso müssen sich Mediziner nicht nur fortbilden – das wird tatsächlich oft noch übernommen -, sondern sich auch einsatzfähig halten. Das bedeutet z.B. auch im privaten Rahmen sicherstellen, dass sie ihre Hände nicht übermäßig belasten und damit langfristig ihre Einsatzfähigkeit reduzieren.
Manager, gerade in den mittleren bis oberen Ebenen, müssen auch außerhalb einer regulären Arbeitszeit zu Veranstaltungen gehen, um Kontakte aufrecht zu erhalten oder neu zu gründen. Auch das sind bestenfalls unbezahlte Überstunden.
Ein großer Unterschied dürfte zu den Polizisten und dem Sporttest darin liegen, dass diese unbezahlte Tätigkeit nicht wirklich gemessen wird. Sie ist aber dennoch Grundvoraussetzung.
Die von der Polizei hier aufgestellten Forderungen gehen aber davon aus, dass man zwar bei Berufsaufnahme sportliche Anforderungen erfüllen muss – für die im Übrigen ja auch keine Bezahlung oder Freistellung erfolgt -, solche Anforderungen während des Dienstverhältnisses aber übertrieben seien.
Es ist mir völlig unverständlich, wie man davon ausgehen kann, dass nach Dienstantritt andere Bedingungen herrschen als vor der Einstellung.
@malte S.
also zu den anwälten würde ich jetzt sagen das polizisten sich ebenso um die aktuelle rechtsprechung kümmern müssen weil es sonst mal ein böses erwachen geben kann. bei den ärzten bin ich mir jetzt nicht so sicher in wie weit angestellte ärzte vorgaben bezüglich ihrer freizeit gestaltung bekommen. bei den managern weiss ich aber das beziehungen in dieser branche das a und o sind, wodurch man durch bessere kontakte auch besser job chancen bzw höhere verdienste hat… dadurch wird diese freizeit irgendwie ja auch bezahlt… wenn auch erst im nachhinein.
einzige in meinen augen vergleichbaren "kurse" wäre der ADR-Schein für kraftfahrer wo die selbe qualifikation in gewissenabständen erneuert werden muss ( was aber bei ordentlichen arbeitgebern aber auch von diesem übernommen wird) oder eben irgendwelche erste hilfe kurse für ersthelfer oder (afaik) rettungssanitäter welche alle 2 jahre erneuert werden müssen… aber auch diese werden vom arbeitgeber bezahlt.
meiner meinung nach führen alle anderen beispiele zu einer verbesserung des eigenen profils
VORGABEN bekommen die allerwenigsten. Erfüllen sie die Erwartungen aber nicht, weil sie z.B. sich nie für die Einführung des neuen Schuldrechts interessiert haben und nun auf die Nase fliegen, sprich ihren Job nicht mehr richtig machen können, dann fliegen sie auch schnell raus.
Der Chirurg, der in seiner Freizeit übermäßig seine Fingergelenke verschleißt wird – sobald das zu Abnutzungerscheinung und damit Fähigkeitminderung führt – auch nicht mehr als Chirurg arbeiten dürfen und können.
Der Manager – auch in kleineren Betrieben ohne große Gehälter – wird auch nicht großartige Erfolge verbuchen können, wenn er gar keine Kontakte hat.
Sicherlich ist das – teilweise – mitbezahlt. Hier kommt man aber wieder in den Streitbereich um das Gehalt von verschiedenen Gruppen, den ich außen vor lassen möchte. Ich gehe davon aus, dass Polizisten ihren Dienst in dem Wissen aufnehmen, dass sie auch körperliche Arbeit leisten müssen und für Möglichkeit einer derartigen Leistung auch Sorge zu tragen haben. Dann aber ist auch das Fit-Halten mitbezahlt – egal, ob sie Lust darauf haben oder sich in ihrer privaten Lebensführung beeinträchtigt sehen.
btw: Bei angestellten RAen in diversen Kanzleien ist das Gehalt garantiert nicht groß genug, um auch noch die private Aufrechterhaltung des relevanten Wissensniveaus abzudecken.
Die Lehrerschelte, in der sich hier einige gefallen, ist zunächst mal schlicht off topic.
Darüber hinaus zeugt sie von totaler Unkenntnis der Sachlage… (Lehrer arbeiten nur 24 mal 45 Minuten und haben 13 Wochen Ferien… warum redet keiner von uns PFarrern, die nur Sonntags mal ne Stunde arbeiten und dafür auch A13 kriegen, in Deutschland zumindest? Die Nachteile der PKV-Pflicht sind deutlich aufgezeigt worden, aber Herr studiosus iuris, der sicherlich mal Beamter werden will, wischt sie einfach vom Tisch. Machen Sie das im Gerichtssaal später auch so, werter Herr?
Unterricht braucht Vorbereitung. Diese Vorbereitung geht in ihrem Zeitaufwand wesentlich über die Unterrichtsdauer hinaus – eine Unterrichtsstunde braucht i.d.R. und gemittelt zwei Zeitstunden Vorbereitung. Übrigens haben die so hochgelobten Lehrer in PISA-belorbeerten Ländern wie Frankreich und v.a. Finnland deutlich weniger Unterrichtsstunden pro Woche: 14 bis 16 Wochenstunden sind da die Regel. UND die Bevölkerung benutzt sie nicht als Fußabstreifer.)
Zur Sache: Beamte sind leider immer im Dienst, gewissermaßen. Auch Polizisten. Und so wird ihnen nur übrig bleiben, von ihrem A10 das Fitness-Studio zu bezahlen; die Kosten können sie dann von den Steuern absetzen und dadurch dreifuffzich zurückbekommen – wenn sie nicht grad mit Anwälten oder Medizinern verheiratet sind.
Re,
sehr geehrter Herr Pfaffer Loco, gibt es Finanzämter, die die Kosten für das Fitnessstudio bei Polizeibeamten als Werbungskosten anerkennen?
Trotz meiner ausführlichen Begründung möchte mein Finanzamt dies nicht tuen.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen.
Finde es amüsant, wie doch der BEAMTE immer wieder unter Beschuss gerät.
Herrscht nicht in Deutschland freie Berufswahl? Alle meckern sie über Lehrer, Polizisten…, nur keiner will deren Job machen? Komisch komisch….
Sind es vielleicht doch keine Traumberufe?
Was hier für ein Schwachsinn geschrieben wird, ist die Bestätigung, dass unser Land größtenteils von Neidern und Ahnungslosen durchwandert ist.
Fakt ist, dass der Job des Lehrers grundsätzlich ein schwerer und z. T. sehr belastender ist. All die sich hier pauschal negativ äußern, sind meines Erachtens hirnlose Dünnbrettborer.
Der Beruf des Polizisten ist heutzutage ungleich schwerer, da sich das polizeiliche Gegenüber in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat. Ich will das hier nicht weiter ausführen, da es einfach zu umfangreich wäre. Des Weiteren
ist die Ausbildung zum Polizeibeamten mittlerweile in vielen Bundesländern ein Studium (Bachelor läßt grüßen).
Hier scheinen aber einige mit Haupschulabschluß (wenn überhaupt?)über die heutige Situation des Polizeibeamten
ihren überflüssigen Senf abgeben zu müssen. Wenn das unsere Zukunft ist, dann gute Nacht Deutschland. Lieber G… wirf Hirn vom Himmel. Mich wundert gar nichts mehr!!!!!
Woher diese Arroganz? Ich war vor kurzem auf der Hochzeit eines Juristen eingeladen. Ich kam mit vielen Kollegen des Bräutigams ins Gespräch. 60-Stunden-Woche, drei Zimmer Wohnung in einer Großstadt für die vier-köpfige Familie, gebrauchter Golf und bereits die ersten streßbedingten Anzeichen. Nee, nee, nee. Dann lieber Büttel mit leichtem Übergewicht auf dem Land…
was für freaks ihr seid !!!!!!
98 prozent der beiträge hier sin ABSOLUTER schwachsinn!!!!
schaut euch erstmal den alltag eines polizisten/lehrers an, und überdenkt eure sinnlosen kommentare dazu!!!
und denkt mal dran, meckern kann man immer leicht!!!!
Zum 3. Kommentar:
Polizisten sind Lehrer mit Knarre (und Knüppel)? Bitte was?!
Einen Lehrer als etwas zu definieren, dass dir nichts beibringt, außer bedingungslos zu gehorchen, ist schon echt eine verschrobene und beängstigend steinzeitliche Vorstellung von Bildung…
____
Zum Thema des Artikels:
Wenn der Dienstherr bestimmte, klar definierte Anforderungen an die körperliche Fitness seiner Polizeibeamten stellt, soll dieser auch gewährleisten, dass dieses Ziel innerhalb der bezahlten Dienstzeit einigermaßen realistisch zu erreichen ist. 24 Stunden Sport pro Jahr, um die Anforderungen für ein Deutsches Sportabzeichen und Rettungsschwimmer zu erfüllen sind echt schlechter ein Witz. Zynischer wird es noch, wenn dieser Dienstherr zugleich dafür sorgt, dass haufelweise (unbezahlte) Überstunden anfallen. In welcher "Freizeit" soll dann noch Zeit für regelmäßigen Sport bleiben? Insbesondere für Polizist/innen, die auch familiäre Verpflichtungen haben, welche ohnehin schon auf der Strecke bleiben, ist das so gut wie unmöglich.
Beamtenstatus hin oder her – aber man kann von keinem Menschen erwarten, dass er sich und sein komplettes Leben für einen Staat oder ein Unternehmen aufopfert.