23.4.2009

Perfekter Kreislauf

Per E-Mail habe ich einen Text erhalten, der als “Klausurtext Referendar-Anfänger-AG” betitelt ist. Ich bin im Urlaub natürlich viel zu faul, mir auch nur ansatzweise über die rechtlichen Aspekte Gedanken zu machen. Aber die beschriebene Idee des perfekten Wirtschaftskreislaufes ist schon interessant.

Vielleicht wagt ja der eine oder andere Leser einen Lösungsansatz.

Es ist April in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Es regnet wie fast immer, die Stadt ist leer. Alle haben Schulden und leben auf Kredit.

Zum Glück kommt ein reicher Russe ins Interconti. Er will ein Zimmer und legt 500 Euro auf dem Tisch, danach geht er, um sich das Zimmer anzuschauen. Der Hotelchef nimmt schnell die Banknote in die Hand und läuft eilends,, um seine Schulden bei seinem Fleischlieferanten zu regulieren. Dieser nimmt die Banknote in die Hand und läuft sofort los, um seine Schulden bei seinem Schweinezüchter zu regulieren.

Dieser nimmt die 500 Euro in die Hand und beeilt sich ebenfalls, um bei dem Futterlieferanten seine Schulden zu reduzieren. Dieser nimmt mit großer Freude das Geld in die Hand und gibt es der Hure, bei der er letztens war und bei der er die Dienstleistungen auf Kredit genommen hat (Finanzkrise!).

Die Hure nimmt das Geld froh in die Hand und flitzt sofort los, um ihre Schulden bei dem Hotelchef im Interconti zu regulieren, wo sie auch letztens öfters war und bei dem sie Kredit hat (Finanzkrise!).

Und in derselben Sekunde kommt der Russe nach ausgiebiger Betrachtung des Zimmers und der Aussicht in den regenverhangenen Himmel zurück und sagt, dass ihm das Zimmer nicht gefiele. Er nimmt seine 500 Euro, die (wieder) auf der Theke der Rezeption liegen, in die Hand und verlässt die Stadt.

Niemand hat verdient, aber die ganze Stadt hat keine Schulden mehr und schaut optimistisch in die Zukunft! So lassen sich Finanzprobleme lösen, wenn sich Schulden in nichts auflösen.

Prüfen Sie die Strafbarkeit der Beteiligten!

117 Kommentare zu “Perfekter Kreislauf”

  1. RA S meint: (23.4.2009 um 07:07) AntwortenReply to this comment

    Wieso ist Herr Steinbrück nicht beteiligt?

    Sind doch eh alles Scheingeschäfte.

  2. sm meint: (23.4.2009 um 07:10) AntwortenReply to this comment

    "So lassen sich Finanzprobleme lösen, wenn sich Schulden in nichts auflösen."

    In diesem Kreislauf lösen sich nicht nur die Schulen sondern auch Vermögen (in Form ausstehender Forderungen) auf. Das Nettovermögen aller Beteiligten ist danach genau derselbe wie vorher, weil sich Forderungen und Verbindlichkeiten um denselben Wert reduziert haben.

    Dasselbe wäre übrigens auch möglich gewesen, wenn alle Beteiligten von den Forderungen und Verbindlichkeiten der anderen gewusst hätten. Dann hätten sie das direkt gegenseitig verrechnen können, ohne der Banknote als "Verrechnungswerkzeug" zu bedürfen.

  3. Glasfisch meint: (23.4.2009 um 07:15) AntwortenReply to this comment

    Für alle die verwirrt sind:

    In der Summe war "die ganze Stadt" schon schuldenfrei. Jeder hatte Schulden, aber auch jeweils einen Schuldner.

    Im Grunde hätte auch einer den Schuldschein seines Schuldners an seinen Gläubiger weiterreichen können (und damit seine Schuld beglichen). Der Schuldschein hätte dann weiterwandern können bis er bei dem Schuldner angelangt wäre, der ihn unterschrieben hat. Der hätte ihn vernichtet und wir wären beim selben Ergebnis.

    Keine Ahnung ob das strafbar wäre :P

  4. Thomas R. meint: (23.4.2009 um 07:19) AntwortenReply to this comment

    Strafbar wäre höchstens, sich den Geldschein widerrechtlich anzueignen in der guten Hoffnung, dass er nach einem Durchlauf durch die halbe Stadt wieder zurück kommt. Wobei dann die Frage im Raum steht, ob das Mietgeschäft nicht als abgeschlossen betrachtet werden kann, wenn das Geld auf dem Tisch liegt.

    Aber oben wurde ja schon ausgeführt, dass es für die Verrechnung gleichwertiger Schulden kein Bargeld braucht.

  5. fdaw meint: (23.4.2009 um 07:26) AntwortenReply to this comment

    Die Frage sollte eher sein, warum ein Russe, der sich ein Zimmer bei einem verschuldeten Hotelier ansieht, dafür 500€ auf den Tisch legen sollte, bzw warum ein Hotelier in Geldnöten einen Kunden einfach so gehen lassen sollte weil er kleinere Mängel an einem Zimmer hat.

    Dass viel Geld das Schuldner schulden bereits auf Konten von Menschen liegt, die keine Gläubiger zu bedienen haben weil keine Opfer der Finanzkrise waren, mal ganz ausser acht gelassen.

    Was anderes als "Schulmädchenrechnung" kann man darauf wohl nicht erwidern. Ist einfach in zuvielen bereichen zu falsch…

  6. Schmidt meint: (23.4.2009 um 07:28) AntwortenReply to this comment

    Wo soll denn hier ne Strafbarkeit sein? Das sich der Hotelchef 500 Euro aus seiner eigenen Kasse nimmt, wohin der Russe ja gerade eingezahlt hatte, kann ja wohl nicht strafbar sein.

  7. RA Munzinger (Link) meint: (23.4.2009 um 07:35) AntwortenReply to this comment

    Die 500 EUR waren gerade keine Einnahme, sondern sind als Kaution zu behandeln und daher treuhänderisch zu verwahren.

    Hiervon ausgehend kann man den Knoten auflösen.

  8. Michael meint: (23.4.2009 um 07:41) AntwortenReply to this comment

    Soll da wirklich das Verhalten aller geprüft werden?
    -Alle verknacken und wegen Steuerbetrug lebenslänglich einsperren
    -den Russen abschieben, weil er kein Visum hat (oder weitere 200 500Euro-Scheine und die bei der Einreise dem Zoll nicht angegeben hat)
    -oder bei der aktuellen Diskussion um die Sperrung der KiPo-Seiten: alle bis auf den Futterlieferranten einsperren, weil sie vermutlich pädophil sind (der Futterlieferant hat ein Alibi: Er geht regelmäßig zur Hure).

    Viele Möglichkeiten :)

  9. markus meint: (23.4.2009 um 07:49) AntwortenReply to this comment

    @Michael:
    Falsch, die Hure macht sich Zöpfe und lutscht einen Lolli -> Anscheinskinderpornographie. Also Hure und Futterlieferant auch einsperren. Alles Perverse da draussen!

  10. Dirk meint: (23.4.2009 um 07:56) AntwortenReply to this comment

    ein 500-Euro-Schein, ist das schon szenetypische Stueckelung?

  11. alterjakob meint: (23.4.2009 um 08:03) AntwortenReply to this comment

    @10: Das wollte ich auch grade Fragen. Denke aber auf jeden Fall. Daher unbedingt den Russen einsperren. Der dealt!

  12. MeinerEiner meint: (23.4.2009 um 08:04) AntwortenReply to this comment

    @10
    In der Reiche-Russen-Szene wahrscheinlich schon.

  13. keiner meint: (23.4.2009 um 08:21) AntwortenReply to this comment

    Wenn man Steuern und Zinsen außenvor läßt, mag das so funktionieren. Ansonsten: So funktioniert Kapitalismus, ein einziger Kettenbrief von Versprechungen, Dinge in der Zukunft zu bezahlen, ohne sichere Aussicht, es wirklich tun zu können. Wenn da nicht die Zinsen wären!

    Rechtliche Aspekte: Das sollen mal andere klären!

  14. WerAuchImmer meint: (23.4.2009 um 08:44) AntwortenReply to this comment

    Ich bin kein Anwalt sondern Naturwissenschaftler und nenne sowas Katalysator.

  15. SvenK meint: (23.4.2009 um 08:49) AntwortenReply to this comment

    Der Bearbeitervermerk passt nicht zum Sachverhalt, "Stellen Sie den Sachverhalt juristisch dar" würde zumindest etwas Sinn ergeben.
    Die Anhaltspunkte für eine Strafbarkeit sind beim Hotelier schon mächtig dünn, bei den anderen Beteiligten sehe ich keinerlei Veralanlassung eine Strafbarkeit überhaupt in Betracht zu ziehen.

  16. Detlev T. (Link) meint: (23.4.2009 um 08:54) AntwortenReply to this comment

    IANAL. Ich halte die Beschreibung für nicht ausreichend präzise gestellt. Was bedeutet "er legt 500€ auf den Tisch"? Hat er sie dort nur abgelegt oder wollte er sie damit (vorübergehend) der Verfügungsgewalt des Hoteliers übergeben mit dem Anspruch auf Rückgabe. Ich denke, an diesem Punkt entscheidet sich wohl auch die Beantwortung der Frage.

    Es gibt jedoch keinen Grund, den Geldschein auf den Tisch zu legen, wenn er das Geld damit nicht der Verfügungsgewalt des Hoteliers übergeben wollte. So schwer ist ein Geldschein ja nicht. Demnach konnte der Hotelier darüber verfügen und hat sich nicht strafbar gemacht. (die anderen nie, da sie stets in gutem Glauben gehandelt haben, dass der Hotelier über dieses Geld verfügen durfte)

    Stimmt's? Darf ich jetzt Jura studieren? :)

  17. Martin (Link) meint: (23.4.2009 um 08:54) AntwortenReply to this comment

    In diesem System fehlt den Menschen der Antrieb "mehr zu haben, als andere" – ist das nicht ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaft-Motors?!

  18. Matthias Sch. (Link) meint: (23.4.2009 um 08:56) AntwortenReply to this comment

    der Schluss-Satz erinnert mich irgendwie stark an die Kinder-Rätsel, die beginnen mit:

    "Du bist Busfahrer. An der ersten Haltestelle steigen 17 Leute ein…."

    … und nach 10 Minuten eifriger Addition und Subtraktion von Fahrgästen enden mit "Welche Augenfarbe hat der Busfahrer?"

    Weiß auch nicht warum ;-)

  19. Thomas meint: (23.4.2009 um 08:57) AntwortenReply to this comment

    1. Der Direktor ist im Normalfall nicht Besitzer des Hotels sondern nimmt nur für diesen dessen Interessen wahr. Er benutzt das Geld aber selbst
    -> Unterschlagung
    2. Niemand führt Steuern ab
    -> Steuerhinterziehung
    3. Hoteldirektor lässt die Bordsteinschwalbe im Hotel ihre Dienste verrichten
    -> Begünstigung der Prostitution

    Aber der Gedanke dahinter ist schon richtig.
    Die ganze Welt hat bei jedem Schulden.
    Diese sich gegenseitig zu erlassen, würde für Aufschwung ohne Grenzen sorgen.
    Ade, Finanzkrise.

  20. Chak meint: (23.4.2009 um 09:00) AntwortenReply to this comment

    @Thomas und die anderen, die hier Steuerhinterziehung annehmen: Bei der Rückzahlung von Schulden fallen keine Steuern an.

  21. Matthias Sch. (Link) meint: (23.4.2009 um 09:01) AntwortenReply to this comment

    Ach ja: Den beschriebenen Kreislauf würde man übrigens – ginge es um Banken, nicht um Schweinezüchter, Hoteliers und Huren – im Fachjargon als "Deleveraging" bezeichnen.

    Faktisch haben alle Beteiligten ihre Schulden und Forderungen (deren Werthaltigkeit ja möglicherweise fraglich war) reduziert, also "ihre Bilanz verkürzt". In punkto Bonität wäre das tatsächlich für alle von Vorteil, auch wenn sich für niemanden das Vermögen geändert hat.

  22. hasmin meint: (23.4.2009 um 09:26) AntwortenReply to this comment

    Es sind doch wohl alle schuldenfrei, außer das Hotel. Die Einzahlung der Nutte kann das Hotel ja nicht verbuchen. Wichtig ist immer das letzte Glieder in der Kette…

  23. HaraldJ meint: (23.4.2009 um 09:48) AntwortenReply to this comment

    ne, das hotel hat nur keine euros am russen verdient

    wenn jeder ne bilanz von 0 hat…
    einfacher: anstatt 500 euro, schuldscheine zur zahlung nehmen

  24. Dr. rer. oec. (Link) meint: (23.4.2009 um 09:57) AntwortenReply to this comment

    Einen schönes Beispiel der volkswirtschaftlichen Saldenmechanik von Wolgang Stützel: Die Summe aller Geldvermögen ist gleich Null, da es keine Geldgläubiger ohne entsprechende Schuldner gibt.

    Das Beispiel funktioniert nur deshalb, weil der der Hotelchef vorher (und nachher) ein Vermögen von null hat: 500 Euro Forderungen stehen den 500 Euro Verbindlichkeiten gegenüber.

  25. akbwl meint: (23.4.2009 um 10:11) AntwortenReply to this comment

    Die Finanzkrise hat ihren Ursprung darin, dass den Schulden kein Vermögen gegenübersteht.
    Interessant wäre es gewesen, ween der Russe übernachtet hätte. Es wären für den Hotelier weitere Kosten angefallen (Wurst fürs Frühstück des Gastes), und damit wäre die Kette hinfällig gewesen. Es hat also eine dritte Person, die mit den Ursprünglichen Verflechtungen nichts zu tun gehabt hat, Geld bereit gestellt, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, sie hat ein zinsloses Dahrlehn gewährt. Dies ging in der Wirtschaftskreislauf. Und nur weil dort alle selbst wiederum ihren Verpflichtungen dadurch nachkommen konnten, gab es keine Pleite. Es bleibt hier zum Beispiel vollig unberücksichtigt, dass in diesem Kreislauf weitere Kosten entstanden sind, die durch diese Einnahme nicht gedeckt wurden, z.B. Abnutzung der Schuhe/Kleidung für den Transport des Geldes, Stromkosten für das Klingeln an der Türe, evtl. Fahrtkosten,… Es kam kein zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf, wenn das Geld also immer im Kreis läuft und nicht mehr wird, gehen alle durch diese zusätzlichen Ausgaben pleite.
    Irgendwann gibt es eine Kettenreaktion der Pleiten, wenn einer in der Kette seine Schulden nicht zurückzahlen kann, weil er kein entsprechendes Vermögen hat und nichts zusätzliche erwirtschaftet wird.

  26. Thomas meint: (23.4.2009 um 10:15) AntwortenReply to this comment

    Lassen wir doch mal den 500-Euro-Schein aus dem Spiel und sagen wir, der Hotelchef stellt einen Schuldschein aus, der auch weitergegeben werden darf. Letztenendes landet der Schuldschein wieder beim Hotelchef, der ihn dann zerreißt.

    Ich – als juristischer und betriebswirtschaftlicher Laie würde sagen, daß sich keiner Strafbar gemacht hat. Es ist zu einem einvernehmlichen Ausgleich von Forderungen gekommen.

  27. RA S meint: (23.4.2009 um 10:17) AntwortenReply to this comment

    Derelektion des 500 Euro Scheins würde ich mal sagen. Ober der nun ne Zeitung weglegt oder nen Schein – ist doch egal – beides aus Papier.

  28. res meint: (23.4.2009 um 10:22) AntwortenReply to this comment

    halte ich für absoluten blödsinn. in der story hat jeder 500eur forderungen und 500 schulden. dann sind natürlich alle von vorn herein sauber bei zero. da braucht es keinen russen für. in der realität haben aber alle schulden bei einer bank.

  29. mez meint: (23.4.2009 um 10:32) AntwortenReply to this comment

    Na das ist doch die super Geschäftsidee für das nächste Web 2.0 Startup. Ein Online Portal auf dem jeder seine Schuldner und Gläubiger einträgt. Das System überprüft automatisch solche Ketten wie in obigem Beispiel, und schwups: Schon ist man einen Teil seiner Schulden los, bzw. hat Außenstände eingetrieben.

  30. Olav meint: (23.4.2009 um 10:35) AntwortenReply to this comment

    @9 "Alles Perverse da draussen!":

    Und das, obwohl der Begriff "Internet" gar nicht auftaucht …

  31. Sergeij Sergeijowitsch meint: (23.4.2009 um 10:37) AntwortenReply to this comment

    Russki war sich mein Freund Iwan XXIV Wassiliewitsch (Ur-ur-ur usw. – Enkel von Iwan IV Wassilijewitsch), ist heute grosses Tier bei GAZPROM (Gazprom – heizt du noch oder frierst du schon?). Kann verstehen kein Spass.
    Hat sich gerade abgeholt Abzockprämie bei deutschem Gasversorger.
    Hat sich Zimmer nicht geholt, weil ihm nicht gefällt, sondern weil Minibar nicht voll.

  32. abc meint: (23.4.2009 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    @Schuldschein:
    Es wäre natürlich nicht das gleiche, wenn der Hotelchef einfach einen Schuldschein ausgestellte hätte. Den Schuldschein müsste/hätte natürlich nicht jeder in der Kette angenommen, da hier ja die Gefahr eines Ausfalls besteht. Bei Bargeld ist das nicht der Fall. Es ist also selbstverständlich entscheidend, dass das Bargeld in den Kreislauf eingeführt wurde.

  33. Jean meint: (23.4.2009 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    @29: Die Euronoten sind aus Baumwolle, die sind nicht aus Papier.

  34. p.fuchs meint: (23.4.2009 um 10:48) AntwortenReply to this comment

    Das ist die reinste Mangelverwaltung.
    Hier werden nur Aktiv- und Passivposten ausgeglichen. Es haben zwar alle keine Schulden mehr, aber kaufen kann sich keiner was. Die Bilanz bei allen ist 0 (den Russen aussen vorgelassen).
    Es findet keine Wertschöpfung statt. Die funktioniert erst wenn auch die GuV-Rechnung ins Spiel kommt.

  35. suki11 meint: (23.4.2009 um 11:00) AntwortenReply to this comment

    Das funktioniert auch nur dann, wenn keine (unterschiedlich hohen) Kredit-Zinsen ins Spiel kommen. Schätze ich mal.

  36. Christian meint: (23.4.2009 um 11:05) AntwortenReply to this comment

    Ich möcht auch mitraten: der Hotelier hat eine Untreue begangen, die mit Weggabe des Scheins beendet war – damit hat sich sein Zueignungswille objektiv manifestiert. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Schein später wieder auftauchte. Zwar dürfte der Russe während der ganzen Rumreicherei sein Eigentum nicht verloren haben, eine Vermögensverschlechterung ist durch die Weggabe gleichwohl eingetreten.
    In Betracht kommt auch ein Diebstahl, wenn man davon ausgeht, dass der Russe sein Gewahrsam nicht aufgegeben hat. Dafür spricht, dass er wusste, wo der Schein war. Ob er einen entsprechenden Willen hatte, ist allerdings zweifelhaft, da der Schein ja wohl als Sicherheit hingegeben wurde. Dieser Zweck würde verfehlt, wenn man ein andauerndes Gewahrsam annähme.
    Also: Untreue.

    Ach ja, die Vermögensbetreuungspflicht folgte wohl aus dem Sicherungsvertrag.

    Aber ob das wirklich eine Assessorklausur war? Im Strafrecht prüft man sich doch normalerweise dusselig – und hier müsste ich mich schon arg strecken, um weitere Tatbestände zu entdecken…

    Was meint Ihr?

  37. ganzvielkeineahnung meint: (23.4.2009 um 11:06) AntwortenReply to this comment

    Tach.

    Schon lustig, daß die meisten sich nur Gedanken über den wirtschaftlichen Aspekt machen. Geld, Schuldschein, fehlt noch was? Achja, der gute alte Wechsel.

    Die einzige relevante Rechtsfrage wäre aus meiner laienhaften Sicht: Hat der Direktor das anvertraute Geld unterschlagen, weil es nur eine Kaution war? Oder hat der Kunde, der dann doch keiner wurde, sich eines simplen Diebstahls schuldig gemacht?

    Förderung der Prostitution könnte nur dann in Frage kommen, wenn der Hotelchef weiß, warum die Dame das Zimmer gemietet hat.

    So, nun dürfen andere weiterdenken.

  38. RA S meint: (23.4.2009 um 11:12) AntwortenReply to this comment

    Bis auf den Russen sind da eh alles Hehler. Der 500er stammt bestimmt aus einer rechtswidrigen Vortat des Russen. Und die rechtswidrige Vermögenslage wird perpetuiert. Wäre nur die Frage beim Hoteldirektor ob der neben der Hehlerei durch die Annahme durch die Weitergabe unterschlagen kann. Der Hehler ist ja kein Stehler. Vorsatz ist wohl das Problem…

    Ich rate dem Bearbeiter sauber zu subsumieren…Dann gehts. Die Aufgabe stellt erkennbar auf saubere juristische Arbeit ab.

  39. Chef meint: (23.4.2009 um 11:28) AntwortenReply to this comment

    So, jetzt aber alle wieder an die Arbeit.
    Habt Ihr denn nichts Besseres zu tun, als den ganzen Tag im Internet zu surfen?

  40. RA Munzinger (Link) meint: (23.4.2009 um 11:33) AntwortenReply to this comment

    An alle, die es noch nicht gemerkt haben:

    Dem Hotel fehlen zum Schluss 500 EUR, weil das Geld vom Russen außen vor bleiben muss, da es nur eine Kaution war und daher nie in das Vermögen des Hotels übergegangen war.

    Am Ende zahlt zwar die P ihre Schulden an das Hotel, aber dadurch dass der R das Geld an sich nimmt, fehlt es dort in der Kasse.

    Kontrollrechnung: Würde P statt des Hotels den Fleischer bezahlen, um ihre Verbindlichkeit gegenüber dem Hotel zu tilgen, der den Futterfritze und der damit die P hätte sie am Ende 500 EUR und der Russe auch !

  41. RA Junghans meint: (23.4.2009 um 11:34) AntwortenReply to this comment

    Den Diebstahl des Geldscheins am Ende durch den Russen dürfte man wohl noch prüfen können:
    Eigentumsverlust durch gutgläubigen Erwerb, Widerrechtlichkeit bei Anspruch auf Rückgabe usw usf, beim Vorsatz ist das dann aber wohl spätestens auch am Ende.

  42. Gast meint: (23.4.2009 um 11:35) AntwortenReply to this comment

    Bzgl. des Eigentums an dem Geldschein ist § 935 II BGB zu beachten!

  43. p.fuchs meint: (23.4.2009 um 11:42) AntwortenReply to this comment

    @43: Hier helfen T-Konten ;-)
    Aktiv 500 Forderung : Passiv 500 Vblk

    Kasse an Kundenanzahlung (der "unterschlagene" 500er)
    Vblk an Kasse (hier wird die Bilanz gefälscht)
    Kasse an Forderung (der Prostituiertenreturn)
    Anzahlung an Kasse (der Russe hat sein Geld wieder)

    Aktiv 0 : Passiv 0

    Das System ist zwar schuldenfrei, aber keinen Deut weiter – so wirken "Subventionen"

  44. RA Junghans meint: (23.4.2009 um 11:44) AntwortenReply to this comment

    @45
    Eben, der Russe ist ja nicht mehr Eigentümer, soweit ein gutgläubiger Erwerb in der Weitergabekette stattgefunden hat.

  45. p.fuchs meint: (23.4.2009 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    Fahrlässig ist allerdings die Formulierung der Aufgabe. Die impliziert nämlich eine Verschuldung des Systems ("Alle haben Schulden und leben auf Kredit").
    Dem ist aber gar nicht so. Im Falle der Verschuldung müßte die Passivseite des Systems größer als die Aktivseite sein. Ist sie aber nicht, denn auch ohne den Eingriff des Russen ist das Systemvermögen exakt = 0.
    Das ist es allerdings auch hinterher. Es findet kein Zuwachs am working capital statt, der Cash Flow ist 0 und der Gewinn auch.
    So eine Fragestellung im Zentralabitur und das Geschrei ist wieder groß. ;-)

  46. Haco meint: (23.4.2009 um 12:27) AntwortenReply to this comment

    Ich würde sagen, niemand macht sich strafbar, da niemand zu schaden kam.
    Funktioniert nicht unser Finanzsystem nach diesem Prinzip? Ich pack Geld auf die Bank, die macht irgendwas damit, in der Hoffnung, dass zum Schluss genug übrigbleibt, um es mir zurückzugeben. Meist klappt das, aber wie wir gesehen haben, nicht immer.

  47. Mary meint: (23.4.2009 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    Der Russe hat so sein Geld gewaschen – klar ist das strafbar !!

    ;-))

  48. suki11 meint: (23.4.2009 um 12:30) AntwortenReply to this comment

    @49 Haco
    Zuerst hab ich das auch so gesehen.
    Aber hätte der Hotelchef nicht auf jeden Fall das Geld erstmal für den Fall verfügbar halten müssen, dass der reiche Russe das Zimmer nicht und sein Geld zurück haben will?

    Oder ist das Zimmer mit der Übergabe des Geldes (+ Trinkgeld) fest gebucht und eigentlich kann der Russe sein Geld nicht ohne Weiters sofort zurück verlagnen?

  49. R.A. meint: (23.4.2009 um 12:39) AntwortenReply to this comment

    @18, Martin:
    > In diesem System fehlt den Menschen der Antrieb
    > “mehr zu haben, als andere” – ist das nicht ein
    > wesentlicher Bestandteil des Wirtschaft-Motors?!
    Nicht im Kapitalismus. Da schaut jeder, was er selber hat bzw. haben will.

    Der ständige Vergleich mit dem, was die anderen haben, ist der sozialistische Ansatz.

  50. M Vervier meint: (23.4.2009 um 12:46) AntwortenReply to this comment

    @43: Nicht unbedingt. Die eigentliche Frage ist ob der Hotelchef seine privaten Schulden bezahlt oder nicht.

    Bezahlt er private Schulden, fehlen dem Hotel am Ende 500 €, wie Du es sagst, da ja das Geld der Prostituierten nicht mehr in der Kasse ankommt, sondern wieder dem Russen ausgezahlt wird. Dessen Geld ist ja schon beim Fleischlieferanten gelandet.

    Hat das Hotel Schulden beim Fleischlieferanten und eine Forderung gegenüber der Prostituierten, fehlen die 500 € nicht, da ja die Kette weitergeht bis zur Prostituierten. Das Hotel hatte Schulden von 500 € und eine Forderung über -500 €, ergibt am Ende 0 €. Der Schein des Russen spielt da keine Rolle, außer dass er die Liquidität herstellt. Quasi als zinsloser Kredit.

  51. R.A. meint: (23.4.2009 um 12:47) AntwortenReply to this comment

    Meiner Ansicht nach ist zwischen dem Hotelier und dem Gast ein vollständiges Geschäft zustande gekommen.
    Der Russe wollte ein Zimmer, der Hotelier hat ihm eins angeboten, das Zimmer wurde bezahlt, der Schlüssel ausgehändigt, das Zimmer wurde bezogen (zumindestens ist der Gast reingegangen).
    Der Knackpunkt dabei ist, daß schon bezahlt wurde – es war keine unverbindliche Besichtigung des Zimmers mit anschließender Entscheidung, es nicht zu nehmen.

    Jetzt ist es eine reine Frage der Kulanz oder der Geschäftsbedingungen, ob der Gast wegen Nichtgefallens von diesem Geschäft zurücktreten und sein Geld zurückbekommen kann.
    Wir wissen nicht, ob ihm dies zustand, aber der Hotelier war einverstanden – damit ist auch die Rückabwicklung ok.

  52. Haco meint: (23.4.2009 um 13:30) AntwortenReply to this comment

    @51 suki11
    Angenommen es war eine Art Kaution (und kein Geld für eine Buchung), und der Hotelier hätte das Geld zurückgeben müssen, dann hätte er natürlich Schwierigkeiten bekommen, wäre das Geld nicht mehr da. Und dann wäre vielleicht noch die Frage: müssen bei einer Kaution exakt die gleichen Geldscheine zurückgegeben werden, oder nicht. Aber der Hotelier hatte Glück, das Geld kam wieder, der Russe hat nicht gemeckert.
    Und wo kein Kläger ist…. ;-)
    (vielleicht hat die Strafbarkeit irgendwas mit Steuern und Abgaben zu tun?)

  53. Dummkopf meint: (23.4.2009 um 13:37) AntwortenReply to this comment

    Für mich haben sich alle außer dem Russen wegen Steuerhinterziehung schuldig gemacht. Oder hat da einer seine Einnahme versteuert? 500,- -19% -> 420,17 beim nächsten wieder -19% usw …
    Gruß

  54. Justus meint: (23.4.2009 um 14:06) AntwortenReply to this comment

    @ 26 (Dr.rer.oec)

    " … Einen schönes Beispiel der volkswirtschaftlichen Saldenmechanik von Wolgang Stützel: Die Summe aller Geldvermögen ist gleich Null, da es keine Geldgläubiger ohne entsprechende Schuldner gibt…"

    Bzw. auch ein schönes Beispiel dafür, wie eine vernünftige deflationäre Entwicklung, trotz hoher Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, hätte in Gang gesetzt werden können:

    Hätte der Hotelier den Zimmerpreis nämlich auf 250,00 € gesenkt und vernünftigerweise die Hure als Serviceleistung mit angeboten, wäre der Russe trotz schlechten Wetters sicherlich geblieben, während der Hotelier die Hure von seiner Einnahme mit beispielsweise 50 € hätte entlohnen können. Die Hure hätte dann von ihrem Lohn ihren weiteren Unterhalt finanziert, und der Hotelier ginge nicht pleite, sondern hätte neben seiner verbliebenen Einnahme von 200 € auch seinen Forderungsbestand gegen die Hure ausgebaut.

  55. drz meint: (23.4.2009 um 14:08) AntwortenReply to this comment

    Typische Juristensauerei so eine Klausur, so sie tatächlich gestellt worden sein sollte. Wie ein Vorredner schon sagte hier ist genaues durchprüfen von in Betracht kommenden Tatbeständen angesagt.

    Ein Geschäft zwischen Hotel und Russen kam sicherlich nicht zustande, da er sich laut Sachverhalt das Zimmer nur ansehen wollte -> kein Vertrag.
    Davon muss man auch ausgehen, da man sich sonst Probleme abschneidet -> juristische Klausurtaktik!
    Sieht also nach Unterschlagung / Untreue aus -> anprüfen
    Außerdem noch Betrug gegenüber dem Schweinezüchter

    Beim Schweinezüchter -> Hehlerei anprüfen -> aber kein Vorsatz

    Für den Futtermittelhersteller fällt mir auch nur irgendwas mit Prostitution ein oder auch Eingehungsbetrug, da er kein Geld hat aber Schulden macht… Hmm dem steht aber die Forderung gegen Schweinezüchter ggüber.

    Ebenso bei der Prostituierten.

    Beim Russen müsste man ebenso die Diebstahls- und Unterschlagungsdelikte anprüfen, da er nicht mit der Rezeption spricht sondern einfach seine "Kaution" wegnimmt -> Gewahrsam hoch und Runter…

    Typisch Juristenklausur, weil man durch die merkwürdige Auflösung der Schulden in nichts so abgelenkt ist, dass man die juristischen Probleme aus den Augen verliert.

    "Sauerei" mit zwinkerndem Auge und dickem, knapp am Sadismus vorbeischrammendem Grinsen im Gesicht des Korrektors. ;)

  56. RA S meint: (23.4.2009 um 14:30) AntwortenReply to this comment

    Mir fällt da grad noch ein wegen einer möglichen Untreue: War der Hoteldirektor in seiner Aufgabe als Direktor bei der Prostituierten? Dann wäre es möglicherweise keine Privatschuld… Im Zweifel ist das nur eine harmlose Privatentnahme…wir wissen ja nicht, ob der Direktor auch Eigentümer und Besitzer des Hotels ist.

  57. Rockafella (Link) meint: (23.4.2009 um 14:31) AntwortenReply to this comment

    @RA S, Dereliktion, wenn überhaupt…

  58. aloa5 meint: (23.4.2009 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Na ja :-D … lustiger Fall.

    Ich kann nur einen potentiell straffälligen erkennen. Und zwar so wie in @20 beschrieben der Hoteldirektor wenn er wissentlich an eine Prostituierte zur Ausübung des Gewerbes vermietet hatte (und das Konzessionslos).

    Das mit der Kasse ist schon richtig. Der Hotelchef zahlt "seine" Schulden so wie die Hure hinterher Schulden bei "ihm". Hier ist eindeutig Hotelchef=Hotel gesetzt. (Es sei denn der Hotelchef hat noch einen Nebenjob als Callboy und die Hure… na ja)

    Aber: kann mir jemand erklären was ein Hotel in einer Landeshauptstadt bei einem Schweinezüchter gekauft haben soll?? Halten die Schweine in der Lobby? Schlachten ohne Konzession? Das muss es wohl sein… :P

    Grüße
    ALOA

  59. Taurus (Link) meint: (23.4.2009 um 14:35) AntwortenReply to this comment

    Eine schöne Parabel, die aber mit Falschgeld genauso funktionieren würde, weil Forderungen und Verbindlichkeiten in der Summe gleich groß waren. National oder global kann es jedoch nicht funktionieren, weil unser Geld nicht als Wert, sondern als Schuld „geschöpft“ wird! Lt. Otmar Issing, Ex-Chef der Bundesbank, geschieht die Geldschöpfung grundsätzlich als Kredit! Einzige Ausnahmen sind die Prägung von Münzen und die Erstausstattung nach einer Währungsreform, also die berühmten 40 DM, die jeder Deutsche 1948 bekommen hat. Der „Haken“ ist jedoch, daß die für das Kreditgeld fälligen Zinsen von den Banken nicht mit „geschöpft“ werden, d.h. gesamtwirtschaftlich können Schulden immer nur mit noch mehr Schulden getilgt werden, weil die Zinsen auch nicht in Naturalien, sondern ausschließlich mit Geld bezahlt werden können, das jedoch – gesamtwirtschaftlich betrachtet – gar nicht existiert! Ganz davon abgesehen, daß aus diesem Grund eine Tilgung aller Schulden sowieso vollkommen unmöglich wäre, würde eine Tilgung aller Schulden zwangsläufig dazu führen, daß alles Geld, das durch Kredit geschöpft wurde, wieder verschwinden müßte, also im Geldkreislauf fehlen würde! Eine insgesamt schuldenfreie Gesellschaft wäre nur möglich, wenn man mit der „kreditweisen“ Geldschöpfung auch die darauf zu zahlenden Zinsen mit schöpfen und in Umlauf setzen würde, doch das ist noch nie geschehen! Ich meine aus gutem Grund nicht, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Zinsen auf Schulden, die mit keiner Geldschöpfung einher gehen, sind dagegen unbedenklich.

  60. rw meint: (23.4.2009 um 14:36) AntwortenReply to this comment

    @48: Weder steht da, noch wird impliziert, daß die Beteiligten überschuldet seien. Am Anfang steht, daß alle Schulden haben (was stimmt) und am Ende steht, daß keiner mehr Schulden habe (was jedenfalls dann stimmt, wenn durch die Zahlungen jeweils Erfüllung eingetreten wäre – was aber zu prüfen wäre).

    Den Bearbeitern dürfte es helfen, zunächst mal den Sachverhalt dahingehend zu verkürzen, daß der Hotelier nur seinen Fleischermeister bezahlt hat. In diesem Fall dürfte nämlich bereits eine Unterschlagung/Untreue zum Nachteil des Russen und ein Betrug zum Nachteil des Fleischers vollendet gewesen sein, da durch die Leistung mit dem Hehlergut keine Erfüllung eingetreten ist. Wenn man erstmal so weit ist, kann man sich ja überlegen, was das spätere Geschehen an der Bewertung des oben verkürzten Sachverhalts ändert – vermutlich wenig.

  61. Toldi meint: (23.4.2009 um 14:43) AntwortenReply to this comment

    Und (fast!) jeder der Kommentatoren "spinnt" in den Fall, so wie er als Klausur vorgelegt wird, noch ein bisschen hinein, und erweitert damit den Sachverhalt……
    auf seine Weise,
    dass haben doch die meisten anders gelernt,
    n i c h t s
    zusätzlich in einen Fall hinein zu interpretieren.
    Back to the roots
    Zitat Prof. Flume, Uni Bonn, 1968

  62. Ernst August meint: (23.4.2009 um 14:45) AntwortenReply to this comment

    Welche Nutte arbeitet auf Kredit?????

    OT:

    Finanzkrise, 2 Nutten treffen sich, meint die eine:

    "Läuft bei dir das Geschäft auch so schlecht? Mein Umsatz ist total eingebrochen!"

    "Wem sagst Du das, ich habe grade eben einem Kunden umsonst einen geblasen, nur um mal wieder was warmes im Magen zu haben."

  63. Bernhard meint: (23.4.2009 um 14:52) AntwortenReply to this comment

    Steuern kommen nicht vor. Volks- und betriebswirtschaftliche Ansätze auch. Woher der Russe die Kohle hat, ist auch dahingestellt. Also: Hotelier hat sich des Diebstahls strafbar gemacht, da die 500 Euro – wenn überhaupt – dem Hotel zugeflossen wären. Dann kann auch dahingestellt bleiben, ob die 500 Euro als Vorauszahlung und damit als Willenserklärung des Russen gilt.

  64. aloa5 meint: (23.4.2009 um 14:55) AntwortenReply to this comment

    @63
    Das geht nur wenn der Russe die 500 Euro ohne jede rechtliche Beziehung (=Buchung) "einfach so" auf einen Tresen gelegt hat. Das ist eine absurde Annahme. Niemand geht sich etwas vor dem Kauf anschauen und gibt einem wildfremden Menschen Geld. Oder haben Sie schon einmal einem Autohändler vor der Probefahrt einen fünfstelligen Betrag hingelegt? :D

    Grüße
    ALOA

  65. p.fuchs@t-online.de meint: (23.4.2009 um 14:57) AntwortenReply to this comment

    @ 63: impliziert schon. "Alle leben auf Kredit" – Wenn ich Schulden nur aufnehme um einen Vermögensgegenstand in exakt gleicher Höhe zu erwerben und zu verwalten, dann "lebe" ich nicht vom Kredit, sondern bin Broker und lebe von Gewinnerwartungen anderer Leute.

  66. aloa5 meint: (23.4.2009 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    @66
    Das halte ich für nicht richtig. Ich habe das in @61 schon dargestellt. Das würde folgerichtig bedeuten, das auch die Schulden der Hure gegenüber dem Hoteldirektor privater Natur sind — und das sind sie nicht:

    Es steht nämlich da:
    "ihre Schulden bei dem Hotelchef"
    und dann
    "im Interconti zu regulieren, wo sie auch letztens öfters war"

    Somit ist die Leistung "übernachten im Interconti" gemeint und die Schulden "bei dem Hotelchef" sind dann Schulden beim Hotel. Wenn hier aber der Hotelchef=Hotel gesetzt wird nicht *kann* sondern *muss* man auch zu Beginn der Aufgabe davon ausgehen.

    Grüße
    ALOA

  67. rw meint: (23.4.2009 um 14:59) AntwortenReply to this comment

    @66: Ich denke, an dieser Stelle ist der Sachverhalt schlecht gestellt. Wörtlich genommen, begleicht der Hotelchef offenbar tatsächlich seine persönlichen Schulden. Lebensnäher und daher wohl noch zulässig wäre aber auch die Auslegung, daß er die Schulden des Hotels begleicht.

    Am Ende macht es aber keinen großen Unterschied.

  68. aloa5 meint: (23.4.2009 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    @70
    Es macht durchaus einen Unterschied. Ich halte die Aufgabe insgesamt für undurchsichtig. Wenn ich Ihre Interpretation nehme geht es nämlich so weiter:

    "Der Russe geht vom Hotel zum Porsche-Händler und legt 150.000 Euro auf den Tisch. Nachdem er eine Probefahrt unternommen hat und die 150.000 Euro inzwischen mehrfach in der Stadt die Runde gedreht haben (Entschuldung wie zuvor) entscheidet er sich gegen einen Kauf und nimmt die 150.000 Euro wieder mit."

    Ich denke der Mann käme in diesem Falle wohl eher aus Absurdistan denn aus Russland. ;)

    Grüße
    ALOA

  69. rw meint: (23.4.2009 um 15:11) AntwortenReply to this comment

    @67: Der Einwand erschließt sich mir nicht. Warum der Russe das Geld auf den Thresen gelegt hat, kann man nur vermuten. Aber nach lebensnaher Betrachtung war es nicht in der Absicht, eine Forderung des Hotels zu begleichen.

    Wer den Sachverhalt aber so verstehen will, daß die 500 Euro eine Anzahlung auf das Zimmer waren, kann sich viel Zeit und Mühe sparen. Die Klausur wäre dann in einem Satz mit "Hier hat sich offensichtlich niemand strafbar gemacht." hinreichend beantwortet. Jedes Wort mehr wäre eigentlich als abwegig zu bemängeln.

  70. Westfale meint: (23.4.2009 um 15:13) AntwortenReply to this comment

    Im Rheinland bleiben alle straflos. Nächster Fall.

  71. aloa5 meint: (23.4.2009 um 15:14) AntwortenReply to this comment

    @72rw
    Sehen Sie – und schon sind wir uns einig: "kann man nur vermuten"

    –> Und somit hat sich diese Aufgabe disqualifiziert.

    Grüße
    ALOA

    Edit: Nur um das mit dem "lebensnah" noch einzubauen. Es ist lebens*ferner* anzunehmen der Russe würde 150TSD Euro beim Porsche-Händler hinlegen ohne einen Kauf getätigt zu haben.

  72. Thomas Ruppel (Link) meint: (23.4.2009 um 15:18) AntwortenReply to this comment

    Wenn es denn so schön einfach wäre!

    Aber liest sich wirklich nett.

  73. Noch ein Kommentar meint: (23.4.2009 um 15:28) AntwortenReply to this comment

    Der Autor hat den Sachverhalt nicht vollständig wiedergegeben.
    Bei dem obigen Sachverhalt handelt es sich nur um Aufgabe 1.
    Die Aufgabe 2 in diesem zusammenhängenden Sachverhalt lautet wie folgt:
    Wie ist der vorliegende Sachverhalt zu entscheiden, wenn es sich bei dem Hotelgast nicht um einen russischen Staatsangehörigen, sondern um einen Staatsbürger der USA handelt?

  74. rw meint: (23.4.2009 um 15:37) AntwortenReply to this comment

    @74: Sollte die Klausur tatsächlich so gestellt worden sein, wäre sie in der Tat sehr schlecht formuliert. Allerdings kann man in einem Referendarkurs erwarten, daß die Leute den Sachverhalt klausurtaktish auslegen. Ist ja wohl nur eine Übungsklausur.

    Bei Hotelier sind daher die Themen Unterschlagung/Untreue – da geht fast alles, je nachdem wie man den Sachverhalt auslegt. Offenbar jedenfalls gingen Russe und Hotelier nicht davon aus, daß das Zimmer tatsächlich gebucht war, weil er sonst ja nicht so ohne weiteres das Geld zurückbekommen hätte.

    Dann ist ein Problem die mangelnde Erfüllung mit Hehlerware ggü dem Fleischer.

    Beim Fleischer haben wir dann ein Vorsatzproblem.

    Beim Schweinezüchter muss man thematisieren, daß eine Schuld ggü der Hure ja gar nicht bestand wg. Sittenwidrigkeit.

    Wer das vernünftig gliedert und jeweils nur auf das Problem eingeht, ist schnell fertig und auf der sicheren Seite.

  75. frank (Link) meint: (23.4.2009 um 15:45) AntwortenReply to this comment

    Der R hat gebucht und ist auf das Zimmer, hat es sich aber dann doch anders überlegt. Gebuchte Zimmer die nicht genutzt werden, werden mit 90% des Zimmerpreises berechnet (hatte ich neulich in Wien). Der R geht also mit 50 Euro heim und das H hat 450 Euro in der Kasse. Das H kann also erstmal wieder einkaufen gehen und so bekommt jeder was.

    Nur darf der verärgerte R nicht mit seinen Kumpels zurückkommen…

  76. R.A. meint: (23.4.2009 um 15:53) AntwortenReply to this comment

    @58:
    > Ein Geschäft zwischen Hotel und Russen kam sicherlich
    > nicht zustande, da er sich laut Sachverhalt das Zimmer
    > nur ansehen wollte -> kein Vertrag.
    Das ist nicht richtig.

    Die Formulierung lautet:
    "Er will ein Zimmer und legt 500 Euro auf dem Tisch,"
    Damit ist m. E. das Geschäft gemacht – als Gegenleistung hat er das Zimmer zur Verfügung gestellt bekommen.

    Danach erst:
    "danach geht er, um sich das Zimmer anzuschauen."
    Es ist ja unerheblich, ob er sich das Zimmer anschaut, wann er das macht – ob er es überhaupt nutzt.
    Er hat es schon vorher gebucht und bezahlt.

  77. A.-P. Merkel-Steinbrück meint: (23.4.2009 um 15:55) AntwortenReply to this comment

    Liebe arbeitende Bevölkerung,
    könntet Ihr jetzt wieder mal an Eure eigentlichen Aufgaben zurückkehren.
    Das Konjunkturprogramm Nr. wieviel läuft ja nischt von alleine.
    Der Quatsch, mit dem Ihr Juristen Euch beschäftigt, interessiert einen Physiker mit leitenden politischen Aufgaben nischt die Bohne.
    Dem Frank hab ich auch schon untersagt, bei Euch einen Kommentar abzulassen, hab ihn nämlich eben erwischt, dass er während der Arbeitszeit heimlich bei Euch gesurft hat.
    Noch einmal so was, und er war die längste Zeit Minister bei uns gewesen (wär vielleicht besser, ihn jetzt schon an die Luft zu setzen). Oder, was denkt Ihr?
    Ach nää. geht ja nischt, Ihr dürft ja nicht surfen.
    Angie

  78. R.A. meint: (23.4.2009 um 15:57) AntwortenReply to this comment

    @78, frank:
    > Gebuchte Zimmer die nicht genutzt werden, werden
    > mit 90% des Zimmerpreises berechnet …
    Das ist eine von vielen Möglichkeiten.
    Je nach Geschäftsbedingungen kann bei einer solchen Rückgabe irgendein Betrag zwischen 0 und 100% fällig sein.
    Wir wissen nicht, wie hier die Konditionen waren.
    Es kann sein, daß der Hotelier aus Kulanz auf eine ihm zustehende Zahlung verzichtete.
    Es kann sein, daß das Zimmer nicht die zugesagten Eigenschaften hatte und der Kunde damit zu Recht reklamierte und ihm der volle Preis zustand.

    Es scheint auf jeden Fall so zu sein, daß beide Seiten mit der Rückabwicklung einverstanden waren, und keiner mehr Forderungen gegen die Gegenseite hatte.

  79. DeguSan meint: (23.4.2009 um 16:11) AntwortenReply to this comment

    Da mit nach all den Kommentaren nur noch der Kopf schwirrt, möchte ich nur mal eine Neben Bemerkung machen:
    Nur weil eine als Prostituierte arbeitende Frau sich ein Zimmer in einem Hotel mietet, wird damit nicht die Prostitution gefördert. Die Frau kann sich auch aus einen ganz anderen Grund das Zimmer gemietet haben.

  80. aloa5 meint: (23.4.2009 um 16:20) AntwortenReply to this comment

    @rw
    Sicher kann man als "Schüler" hingehen und sich quasi seine Aufgabe selbst suchen um (s)einer Erwartungshaltung gerecht zu werden.

    Aber im Normalfall predigt man(tm) doch Schülern sich exakt an das zu halten was in einer Aufgabe drin steht. Ich bin immer etwas unglücklich wenn ich so etwas wie diese hier lese. Logik und Klarheit haben etwas sehr schönes an sich.

    Grüße
    ALOA

  81. Stolperstein meint: (23.4.2009 um 16:36) AntwortenReply to this comment

    Wie das mit den Krediten so funktiert, kann man sich hier prima erklären lassen: http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ ;)

  82. Nix Kommentar meint: (23.4.2009 um 16:38) AntwortenReply to this comment

    Das war doch hoffentlich nicht der:
    sueddeutsche.de/politik/908/463516/bilder/?img=2.0

  83. Stefan meint: (23.4.2009 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    da bestand überhaupt kein finanzproblem. die geschichte soll sugerrieren, sie sei mit der finanzkrise vergleichbar, nur weil da auch schulden sind.
    wenn allen verbindlichkeiten gleich hohe forderungen gegenüberstehen, die zur not veräußerbar sind, besteht kein finanzproblem.

  84. Toldi meint: (23.4.2009 um 17:30) AntwortenReply to this comment

    Wenn wir heute so weitermachen, gibts bei den Kommentaren noch ein Century Break –
    Snooker lässt grüßen

  85. aloa5 meint: (23.4.2009 um 17:48) AntwortenReply to this comment

    @87
    Und das leider bei einem eher nebensächlichen Thema wenn man so die derzeitige Lage ansieht. Wenn ich den Entwurf zum Gendiagnostik-Gesetz sehe:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30171/1.html
    u.a. mit der Öffnungsklausel darin, dann bekomme ich ganz andere Beklemmungen als ein Russe in einem Hotelzimmer von Interconti in NRW.

    BTW: Ob wohl der Aufgabensteller die Rechte von Interconti verletzt indem er einen Hotelmanager mit Unterschlagung und Huren in Verbindung bringt?

    Grüße
    ALOA

  86. TheNeonai meint: (23.4.2009 um 17:49) AntwortenReply to this comment

    Hm, gestern als ich das lass, waren es noch 100€. Die Inflation steht wohl doch schon vor der Tür…

  87. huren meint: (23.4.2009 um 17:51) AntwortenReply to this comment

    wo gibts Huren, die anschreiben??

  88. Jens (Link) meint: (23.4.2009 um 18:00) AntwortenReply to this comment

    "Es kam kein zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf, wenn das Geld also immer im Kreis läuft und nicht mehr wird, gehen alle durch diese zusätzlichen Ausgaben pleite."

    Nein, warum? Das Geld verschwindet doch nicht, nur weil damit Strom oder Schuhsohlen bezahlt werden …

  89. meintipp meint: (23.4.2009 um 18:41) AntwortenReply to this comment

    keine veruntreuung von treuhänderisch überlassenem geld, da im zweifel geldschulden und keine stückschulden sind. dem russen ist es egal, was für einen 500er bekommt, solange dieser echt ist und seiner auch echt war. es wäre auch fahrlässig gewesen, hätte der chef den 500er auf dem tresen liegen gelassen.

    letztlich geht´s hier nur um die abgrenzung einer etwaige strafbaren handlung des chef im sinne von unterschlagung versa diebstahl gegenüber seinem arbeitgeber. der rest dient der verwirrung der armen referendare und soll vom humor zeugen, den wir juristen angeblich auch haben.

    allerdings würde ich eine solche aufgabe nicht in der referendarzeit vermuten, sondern im ersten semester strafrecht.

  90. Christian meint: (23.4.2009 um 18:55) AntwortenReply to this comment

    Sollte das in Zeiten der Finanzkrise nicht anders gehen:

    Bank1 nimmt einen Kredit auf bei Bank2 über 20 Mio € .
    Sie schreibt sich die 20Mio € als haben auf während sich die andere Bank eine gutschrift über 20 Mio gibt wegen Geldes das sie noch von Bank1 zu erhalten hat.
    Echtes Geld wechselt nicht den besitzer nur Digitales. Nach der Transaktion sind beide Banken 20 Mio € reicher.

    Argumentieren sie wie lange Banken solche Transaktionen machen können bis eine internationale Finanzkrise entsteht!

    Ist ein Straftaten bestand erfüllt durch eine Bank?

    Bonusfrage: Ist es rechtens die Banken danach für die Handlung zu bestrafen oder sollte man sie eher retten?

  91. HiPPiE (Link) meint: (23.4.2009 um 19:31) AntwortenReply to this comment

    Genial.

  92. JJPreston meint: (23.4.2009 um 21:57) AntwortenReply to this comment

    Ich glaube, ich hab's:
    Beim Hotelier liegt ein Fall von § 291 (1) StGB vor. Er macht keine Anstalten, bei der Bezahlung für das Zimmer Wechselgeld herauszugeben, d.h., dass das Zimmer wohl 500 € pro Nacht kostet. Anhand des Umstands, dass der Schweinezüchter bei der Prostituierten DienstleistungEN (also Mehrzahl) im Wert von 500 € in Anspruch genommen hat, lässt auf ein zeitgemäßes Verhältnis von Geld und Wert schließen. Zudem hat die Prostituierte dort mehrfach "genächtigt" und offensichtlich dennoch ebenfalls nur 500 € gezahlt. Das dürfte Ausnutzung von mangelndem Urteilsvermögen des Russen durch den Hotelier sein. Und nicht zuletzt hat sich die Szenerie in Düsseldorf abgespielt…

    ;-)

  93. RA Munzinger (Link) meint: (23.4.2009 um 23:17) AntwortenReply to this comment

    Unter Nr. 43 schrieb ich:

    "Dem Hotel fehlen zum Schluss 500 EUR, weil das Geld vom Russen außen vor bleiben muss, da es nur eine Kaution war und daher nie in das Vermögen des Hotels übergegangen war.

    Kontrollrechnung: Würde P statt des Hotels den Fleischer bezahlen, um ihre Verbindlichkeit gegenüber dem Hotel zu tilgen, der den Futterfritze und der damit die P hätte sie am Ende 500 EUR und der Russe auch !"

    Und möchte noch hinzufügen: Wenn wir uns den 500 EUR Schein des Russen wegdenken, woher zum Teufel hat dann P das Geld um F zu bezahlen ?
    Es ist eben nur ein Schein-Kreislauf !

  94. Raffzahnpasta meint: (24.4.2009 um 00:37) AntwortenReply to this comment

    Unter 500 Euro mache ich bestimmt nicht Ihre Hausaufgaben.

  95. Badratgeber (Link) meint: (24.4.2009 um 08:06) AntwortenReply to this comment

    Wenn es nur immer so einfach wäre seine Schulden los zu werden, dann würd ich mich sicherlich jedesmal freuen wenn mir wieder einmal ein Russe über den Weg läuft. xD

  96. Chak meint: (24.4.2009 um 08:32) AntwortenReply to this comment

    @93 Christian: Nein, beide Banken sind genau so "reich" wie zuvor.

  97. flyer meint: (24.4.2009 um 08:56) AntwortenReply to this comment

    Ist nicht einer der Knackpunkte, dass der Hotelchef ja nicht wissen konnte, dass die EUR500 am Ende wieder bei ihm landen würden? Nur daraus ergibt sich ja, dass am Ende niemandem ein Schaden entstanden ist. Bin kein Jurist, aber vielleicht ist es sinnvoll, die Einzelteile statt das Ganze zu betrachten.

    Mal davon abgesehen: Wenn ich lese, dass hier "klausurtaktisch" ausgelegt werden soll bei Jurastudenten, die lernen sollen, Zusammenhänge objektiv anhand des Sachverhalts zu betrachten, wird mir schlecht. Vielleicht kann ja einer der "sadistischen" ;-) Korrektoren hier mal erklären, welchen Lehrzweck das erfüllen soll und was am Ende denn in der "wirklichen Welt" an Stelle dieser Vorgabe steht?

  98. Stefan meint: (24.4.2009 um 11:33) AntwortenReply to this comment

    Das Szenario ist unrealistisch. Kein Mensch würde freiwillig nach Düsseldorf fahren und dann noch dort übernachten. Beim Betreten dieser Stadt dreht einem sich ja schon der Magen um dass man adhoc Kehrt macht.

  99. Meier meint: (24.4.2009 um 12:25) AntwortenReply to this comment

    Was die Strafbarkeit der einzelenen Personen angeht:

    Ich bin zwar keine Jurist, würde aber darauf Tippen das sich der Hotelchef eventl, der Zuhälterei schuldig gemacht hat.

  100. hugo von hoffmanstal meint: (24.4.2009 um 12:38) AntwortenReply to this comment

    super Idee, wenn es keinen Zins gäbe! Leider funktioniert das System nicht so und daher nicht durchführbar. Der Zins ist wohl das großte gesellschaftliche Unding das je erfunden wurde. Nicht umsonst verbieten ALLE monotheistischen Weltreligionen den Zins. Leider ohne Wirkung…

  101. manman meint: (24.4.2009 um 13:05) AntwortenReply to this comment

    fickt euch doch einfach alle

  102. suki11 meint: (24.4.2009 um 13:55) AntwortenReply to this comment

    @106 manman

    Ein perfekter Kreislauf halt … :) SCNR

  103. die Hure meint: (24.4.2009 um 14:14) AntwortenReply to this comment

    Ihr habt ja überhaupt keine Ahnung, grade der Hotelchef schuldet mir monatlich 2000, da ich ansonsten seiner Frau ein paar Geschichten erzähle.
    Und der Russe ist mein Zuhälter. Und der Fleischer ist schwul.

  104. Klaus meint: (24.4.2009 um 21:02) AntwortenReply to this comment

    @77: Prostitution ist spätestens seit dem Prostitutionsgesetz von 2002 nicht mehr sittenwidrig. Und auch schon vorher haben Richter die Prostitution als Dienstleistung anerkannt.

  105. Max meint: (25.4.2009 um 18:44) AntwortenReply to this comment

    Es sind nicht alle schulden beglichen!

    Die Hure schuldet dem Hotelchef immernoch 500 Euro.

    Weiß nicht, ob das schon jemand gepostet hat.

    Lg

  106. Darkstalker meint: (27.4.2009 um 10:42) AntwortenReply to this comment

    @106: Danke für den konstruktiven Beitrag.

    @109: Auch Prostitution kann sittenwidrig sein, man denke nur an Wucher o.ä. Wobei ich da gern mal einen Sachverständigen sehen würde, der die "ortsüblichen Preise" ermittelt ;)

  107. Nixweiss meint: (28.4.2009 um 13:56) AntwortenReply to this comment

    Ist der Fall denn jetzt eigentlich gelöst?
    Oder wurde er an die untere Instanz (Jurastudenten im 3. Semester) zurückverwiesen (die müssten es doch wissen!)?

  108. der echte n.n. meint: (28.4.2009 um 21:04) AntwortenReply to this comment

    @ alle:

    für die vollen 18 punkte fehlt aber noch was:
    schon mal an § 299 stgb gedacht?
    der hoteldirektor dürfte letztlich ein angestellter sein und wofür bekommt er wohl geld von einer prostituierten!?
    doch sicher, damit er sie in wettbewerbswidriger weise gegenüber konkurrierenden bordsteinschwalben bevorzugt.
    also hoteldirektor 299 abs. 1 und bordsteinschwalbe mit exklusivem hotelzugang § 299 abs. 2.
    noch fragen!?

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