Porsche vs. Mercedes
Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt
wird, auch wenn er im „Recht“ ist. Besteht er auf seinem Vorfahrtsrecht, obwohl es
für ihn ein leichtes wäre, einen Verkehrsknoten aufzulösen und entsteht dadurch ein
Schaden, haftet auch er. So hat es das Amtsgericht München in einem aktuellen Fall entschieden.
Ende April 2008 bog der spätere Kläger mit seinem Mercedes in München in eine Nebenstraße ein. Auf seiner Seite standen durchgehend parkende Autos. Als er die Straße ein Stück gefahren war, kam ihm der spätere Beklagte mit seinem Porsche entgegen.
Beide Fahrzeuge blieben zunächst stehen, da der Platz zum Aneinandervorbeifahren nicht reichte. Nachdem der Porschefahrer nicht zurückfahren wollte, versuchte der Mercedesfahrer zwischen dem Porsche und den geparkten Autos durchzufahren. Dabei wurde sein linker Kotflügel bis zu seiner Fahrertüre beschädigt. Die Reparaturkosten in Höhe von 1567 Euro wollte er darauf hin von dem Porschefahrer.
Dieser weigerte sich zu bezahlen. Schließlich habe derjenige zu warten, auf dessen Fahrbahnseite sich das Hindernis befinde. Die zuständige Richterin beim AG München gab jedoch dem Mercedesfahrer zu einem großen Teil Recht:
Grundsätzlich haften im Straßenverkehr wegen der von den Kraftfahrzeugen ausgehenden Betriebsgefahr jeder der Kraftfahrer gleichmäßig. Daran ändere sich nur etwas, wenn im Einzelfall eine andere Quote oder sogar eine Alleinhaftung eines der Beteiligten gerechtfertigt sei.
Zwar sei es richtig, dass derjenige, der an einem Hindernis links vorbeifahren wolle, den entgegenkommenden Verkehr durchfahren lassen müsse. Das gelte aber nicht uneingeschränkt für den Fall, dass erst beim Vorbeifahren der Gegenverkehr sichtbar werde. Hier sei der Gedanke maßgebend, dass sich jeder Verkehrsteilnehmer so zu verhalten habe, dass kein anderer geschädigt werde. Wenn es die Verkehrslage erfordere, müsse ein Verkehrsteilnehmer auch auf seinen Vorrang verzichten.
Hier hätte es dem Porschefahrer geringere Mühe gemacht, die für beide Seiten missliche Situation aufzulösen. Auf seiner Seite habe er noch 30 cm „Luft“ gehabt. Hinter ihm seien auch keine Autos gewesen. Der Beklagte hätte den Kläger auch schon beim Einfahren in die Straße sehen können und hätte daher bereits im Kreuzungsbereich stehen bleiben können und müssen. Der Kläger demgegenüber hätte wegen nachfolgender Fahrzeuge nicht zurückfahren können. Der Porschefahrer trage daher die Hauptverantwortung für die Folgen des Unfalls.
Zwar habe der Kläger durch seinen Vorbeifahrversuch den Schaden verursacht, sein
Verantwortungsanteil sei jedoch geringer. Ihm könne nur Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Auch habe er versucht, die Situation zu entschärfen, während der Porschefahrer durch sein Hineinfahren in die ersichtlich zu enge Straße die Situation erst herbeiführte.
Der beklagte Porschefahrer habe daher 2/3 des Schadens zu zahlen, so das nicht rechtskräftige Urteil.
(Urteil des AG München vom 17.7.2009, AZ 343 C 3667/09)
Wieviele Euro hat dieser dickköpfige Streit um 1567 Euro nun den Steuerzahler gekostet?
Es heißt Straße. Nicht Strasse. Auch in Zeiten der Heye'schen ß-Schreibe.
Amüsant, einem Kollegen ist letzten Winter ziemlich das gleiche passiert.
Auf seiner Fahrbahnseite in einer engen, unübersichtlichen Straße steht im Parkverbot ein Kleinbus. Er fährt auf die Gegenfahrbahn um das Hindernis zu umfahren. Da sieht er ein entgegenkommendes Fahrzeug und bleibt komplett stehen. Die Fahrerin ist jedoch offensichtlich mit etwas anderem beschäftigt und fährt ihm vorne rein. Er steigt aus und fotografiert den wohl teilschuldigen Kleinbus, der da ja gar nicht stehen darf. Der Fahrer des Busses taucht vor der Polizei auf und haut ab.
Polizei schaut sich die Sache an, entscheidet fix vor Ort dass mein Kollege schuld ist, interessiert sich nicht für Kleinbusse, Fotoaufnahmen oder Aussagen und haut wieder ab.
Bayern. Natürlich.
@marcus05:
Ähm, inwiefern haben Polizisten da was zu entscheiden?
Hoffentlich geht das in der Berufung (50:50)oder noch geringer für den Porschefahrer aus.
Jetzt fällt die Teilschuld schon bei dem höher aus, der stehen bleibt, als bei dem ,der zu doof ist, die Maße seines Autos richtig einzuschätzen und einfach mal so drauf los fährt. (fahre KEINEN Porsche)
JJ
OMG!
Wie kommt so ein Lenker zu einem Porsche!? Hat ihn länger als so 700km..?
Naja, Mingga …
@K.D.: Heisst Strasse, das lange ſ (Unicode: utf-8 0xc5 0xbf, utf16 0x017f) ist im Lateinischen schon länger nicht mehr in Gebrauch und als "ß" lediglich eine Ligatur von besagtem "langen" ſ und rundem s…
Frakturschrift steht hier ja leider nicht zur Auswahl, dort wird sowohl ſ als auch diese Ligatur verwendet, ergibt sich bei regelhaftem Schreiben sozusagen automatisch.
Stuff
Ich denke nicht, dass dieses Urteil so bestehen bleibt, oder? Lässt man mal die Vorfahrtssache weg (und wer sich wie hätte verhalten sollen oder können), hat ein fahrendes Auto ein stehendes Anderes angefahren weil der Fahrer sich verschätzt hat. Ich kann auch keine Falschparker die meine Ausfahrt einengen oder versperren anfahren, hinterher 2/3 des Schadens fordern und argumentieren ich hätte höchstens Fahrlässig gehandelt, der Falschparker träge den überwiegenden Teil der Schuld.
Oder bin ich auf dem Holzweg?
@stuff: Das mag ja für das Lateinische stimmen, aber außerhalb der Schweiz ist im deutschen Sprachraum das "scharfe S (ß)" durchaus existent. Zur Unterscheidung von Maßen und Massen, Straßen und Strassen (letzteres ist der Name mehrerer Ortschaften sowie eines recht bekannten Mathematikers) oder auch Straßen und Trassen (in Wortzusammensetzungen) ist dies auch überaus nützlich.
@ mrg’: Den Steuerzahler eher nichts, im Zivilprozess zahlen bekanntlich eine (oder hier anteilig beide) Parteien die Zeche.
I.Ü. 1.567.- Euro bei einem DB? Scheint eher ein Minimalschaden zu sein.
@Kinch:
wie gesagt: Bayern.
Selbst beim Klugscheiß/ssen in den Kommentaren lernt mensch hier noch dazu *staun* (prügele gerade einen 7.KLässler durch den Handschuh von Schiller – jener schrieb, wie´s kam – auf die Aussage kommt es an, gelle)
Ansonsten: Einfach eine köstliche Geschichte, köstlich !
@marcus05: Wieso sollte ein Kleinbus an dem Unfall mit Schuld haben, wenn er da fahrerlos am Straßenrand steht? Oder ist er plötzlich zur Seite gesprungen?
Derartige Situationen sind hier bei uns im Ort völlig normal. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass es dabei jemals zu Sachschaden gekommen wäre. Trotz kurzsichtiger Traktorfahrer (die zwar über alle PKWs hinwegsehen aber trotzdem nicht erkennen können, dass niemand was davon hat, wenn sie jetzt auch noch in den Engpass hineindrängeln) und äußerst egoistischer (oder unerfahrener) Verkehrsteilnehmer. Ich für meinen Teil habe (als auf der "falschen" Spur Stehender) dann plötzlich extrem viel Zeit und kann wunderbar entspannen.
Ich meine: wer es so eilig hat, nicht 5 Sekunden zu warten, bis ich seine Spur geräumt habe, muss halt sehen, wo er bleibt …
Beängstigend finde ich dann nur, wenn (insbesondere im Fall der beschriebenen Traktoren) LKWs samt Anhänger auf den Gehweg ausweichen müssen, knapp 10 cm Abstand zur Hauswand haltend sich durch den Engpass zwängen, und das nur, weil manche Leute einfach zu … *kopfschüttel*
Habe auf diese Weise schonmal fast ne halbe Stunde gebraucht, um knapp 100 Meter hinter mich zu bringen – wenn ich das gewusst hätte, wär ich ausgestiegen und zu Fuß gegangen :D
Toll. Und bis die beiden durch die Instanzen sind, übertreffen die Kosten des Rechtsteits den eigentlichen Schaden. Aber halt – Mercedes, Porsche – okay, die Leute scheinen genug Kohle zu haben.
@marcus05:
Wenn ich mir anschaue, welche Rechte sich manche Polizeibeamten herausnehme frage ich mich, wozu wir überhaupt noch Richter brauchen.
Und wieder etwas neues aus der beliebten Reihe: "Produktplatzierung in Gerichtsurteilen".
Na ja, mal wieder ein Urteil gegen jeden gesunden Verstand… Wer fährt und wo lang ratscht ist in meinen Augen auch schuld. Wer, wenn auch "dumm", stehen bleibt, nötigt vlt., aber kaputt macht er ja nichts…
Tja, das ist wie mit der passiven Bewaffnung, die schon einige Polizisten zu Tode gebracht hat: Es handelt sich hier um einen rabiaten TerrorNichtfahrer, man kann von Glück reden, dass (sic) nichts Schlimmeres passiert ist!
Oh man… EPIC FAIL (!) von beiden.
In einer Welt, in der ein PKW-Halter wegen der ominösen "Betriebsgefahr" seines Blechhaufens womöglich Schmerzensgeld zahlen muß, wenn ein Kind mit dem Fahrrad in den parkenden PKW semmelt, wundert mich das Urteil kein bißchen.
Vermutlich war der Porsche teurer als der Mercedes, ergo muß dessen Fahrer doch irgendwie mit schuld sein.
wie man da von fahrlässigkeit ausgehen kann ist mir schleierhaft. sowas ist wohl eher eventualvorsatz
Prinzipiell kann man Teilschuld ja noch gelten lassen. Ich finde es auch extrem dämlich, wenn Leute in enge, vollgeparkte Straßen einfach so einbiegen, obwohl sie – wenn sie vorausschauend fahren würden – längst den entgegenkommenden Wagen hätten sehen müssen, der sich nun in eine Enge Lücke quetschen oder gar rückwärts rangieren muss, um Platz zu schaffen. Einfach mal vor dem Abbiegen in die Straße schauen und langsam fahren, so dass man noch bremsen kann. Dann hat man auch genug Zeit für Spiegel, Blinken, Schulterblick und so'n Scheiß.
Wie auch immer… 2/3 Teilschuld ist aber ein schlechter Scherz, wenn es denn stimmt. Denn die Hauptschuld liegt jawohl eindeutig beim aktiven Fahrer und der hätte den Porsche jawohl auch touchiert, wenn dieser wegen eines Motorschadens dort festgesessen hätte. Das Urteil verleitet ja fast dazu, mit einer Rostlaube auf Porschejagd zu gehen.
@20 hiro: Von einem parkendem Auto geht keine Betriebsgefahr aus. Das mit dem Kind und dem Schmerzensgeld gilt so weit ich weiß nur bei fließendem Verkehr.
Zu dem Urteil: Ich finde es gut dass hier dem Fahrer, der ja unbedingt mit dem Kopf durch die Wand wollte, 2/3 des Schadens aufgebrummt wurde. Vielleicht klappt es ja dann bald mal wieder mit der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
Das Urteil berücksichtigt ja wohl, dass der Mercedesfahrer gar keine andere Wahl hatte. Hinter ihm weiter Fahrzeuge und vor ihm der Porsche.
Insoweit hat ihn der Porschefahrer ja gewzungen ein riskantes Fahrmanöver zu beginnen. Oder dachte der Porschefahrer, dass jetzt eine Kolonne von Fahrzeugen für ihn den Rückwärtsgang einlegt?
Gibt es bitte bitte genauere Angaben zum Porsche? Wenns ein Boxster war ist die Story nämlich noch viel lustiger :)
Ich meine, BEIDE hätten mal besser eine Woche ordentlich mit einem nassen Handtuch bekommen sollen für solch ein kindisches Verhalten.
@26: Was erwarten sie von (vermutlich) Männern in (vermutlich) schwanzverlängernden Automobilen? Ist doch vorprogammiert, wenn sich zwei solche treffen, dass sie den Platzhirsch markieren wollen. Nur blöd, wenn man sein "Gefährt" nicht einschätzen kann… Immerhin hatte der Porschefahrer 30 Zentimeter … Luft *g*
Tja so is das mit 2 schwanzlosen Lurchen: Der eine hat den schnelleren, der andere den Dickeren… und beide denken sie sind die Stecher im Viertel. Tjo.
Ich hätt beiden die Summe aufgedrückt
Wenn sein linker Kotflügel beschädigt war, dann muss er doch gegen den Porsche gefahren sein? Und dass man links irgendwo anstößt, sieht man doch von der Fahrerposition bevor es passiert?
Hätte beiden 50% gegeben. Warum der Porsche mehr Schuld haben soll, nachdem er zum Zeitpunkt des Unfalls stand erschließt sich mir nicht wirklich, wobei ich das Argument "hätte gar nicht in die Straße einfahren dürfen" durchaus nachvollziehen kann. Nur wieso ist das erzwingen der Vorfahrt des Porsches schlimmer als der Versuch des Mercedes durch eine Lücke zu Fahren welche einfach nicht beit genug war? Ich würde eher am Verstand des Mercedesfahrrers zweifeln. Wenn die Lücke nicht breit genug ist, dann ist halt Ende. Zur not Polizei rufen die das ganze entwirrt. Besser als 1500€ Schaden mit anschließender Gerichtsverhandlung ist es allemal.
@5 (Kinch)
Ist mir auch schon passiert. Gleichrangige Kreuzung, ich kam von links. Von rechts kommender PKW wollte nach links abbiegen (in die Richtung aus der ich gerade kam). Hat die Kurve geschnitten und endete in meinem Kühler. Zwei Beamte kamen, der eine Meinte mein Unfallgegner hatt Schuld, da ich mit der Vorderkante meines PKW noch nicht die Sichtlinie überquert hatte (stimmt), der andere Meinte ich hätte schuld da ich bereits in die Kreuzung eingefahren war (auch richtig, wenn man die an allen seiten geparkten PKW ignoriert). Beamter Zwei war Ranghöher und ich kurz darauf 4 Punkte reicher. Die Punkte vergibt zwar das Gericht, aber glaubst du die überstimmen den Beamten der vor Ort das Protokoll schreibt?
Also ich habe damals in der Fahrschule gelernt: "wer sich bereits in der Gefahrenzone/Engstelle befindet, hat dann auch das Vorrecht" – m.E. ist die Entscheidung also richtig, dass der Porsche hätte warten müssen, bis die Straße frei ist.
Das ist toll, wieder eine nue Möglichkeit für professionelle Autobumser. Wir holen uns ne richtige Schrottlaube, warten bis der Gegenverkehr nicht schnell genug rückwärtsfährt und fahren ihm einfach drauf.
3 Insassen mit HWS, da kommt schon was bei rum, auch wenns nur 2/3 sind.
@Chris:
Der Mathematiker hieſs in Fraktur geſchrieben Gauſs…
In lateinischen Lettern, ohne Verwendung dieses "ſ" heisst er Gauss.
Stuff
BTW: Nur dort, wo die Weisheit mit Löffeln gefreſſen wird, läſst sich klug scheiſsen.
@Veit: Ganz meine Meinung!
Porsche vs. Mercedes ist in München der tägliche Strassenkampf. Nicht selten spielt auch BMW eine gewichtige Rolle in den Duellen der Strasse. Die extreme Verbreitung der SUVs hier in München macht die Gladiatorenkämpfe noch spannender. Eine ich bin der Erstere-Mentalität ist hier erschreckend verbreitet. Als Radler kann bin ich auf dem Feld nicht mehr als eine Mücke auf der Scheibe…
Einen Schaden am eigenen Wagen zu riskieren, nur um das eigene Recht an der Vorfahrt zu wahren, scheint mit mir ein sehr deutscher Zug zu sein. Meines Erachtens tut das Urteil gut daran im geschilderten Fall dieser bewussten Gefahrenschaffung die Grenzen aufzuzeigen.
Autofahren ist gefährlich!
@Darkstalker: Boxster S ;-)
die 1500 euro ham die beiden sicher umgebracht wenn se sich porsche oder mercedes leisten koennen. ich hab noch nichmal n auto ey….
@38: Es geht doch nicht um die Beträge, sondern um die Entscheidung dem Grunde nach (nämlich der Verteilung der Verschuldensbeiträge).
Dieses Ergebnis kann man – mit oder ohne Auto – aus der Sache mitnehmen.
@35: Sie wollen doch den SUVs in München nicht die Berechtigung verweigern. Überall Feldwege, schlecht befestige Strassen und dann diese immensen Steigungen überall. Da braucht man schon ein geländegängiges Allradfahrzeug, sonst ist man doch völlig machtlos und kommt nicht vom Fleck. Und natürlich müssen da 8 Zylinder und 5 Liter Hubraum rein…
…für manche ist es ein Innenstadt-SUV – für andere das schnellste Armutszeugnis der Welt ;)
@stuff: Nö, der Mathematiker heißt Strassen (http://de.wikipedia.org/wiki/Volker_Strassen).
Glaubst Du tatsächlich, dass es in Deutschland kein ß mehr gibt? In dem Fall empfehle ich mal die Lektüre des Dudens bzw. der Erlasse zur Rechtschreibreform (letzter Stand von 2006).
Aber ich habe den leichten Verdacht, dass ich hier einen Troll füttere…
Natürlich haben wir unser "ß" noch … steht das hier ernsthaft zur Diskussion? *lach* Scharfer S-laut nach langem Vokal ist immernoch ß. Straße zum Beispiel. Anders zum Beispiel bei der Konjugation "dass" – das liegt aber daran, dass der Vokal kurz ist.
Bei Eigennamen (Wie z.B. beim o.g. Herrn Strassen) bleibt die Schreibweise so wie sie ist, wäre ja noch schöner. Daher kann man aus der Schreibweise auch nicht rückschließen, ob der Mann ein kurz oder lang lautendes "a" im Namen hat.
Aber mal zu etwas völlig anderem: Was hat das doch gleich wieder mit dem ursprünglicheN Blogeintrag zu tun?
Und welcher Typ Porsche war es, @U.V. ? Das ist wirklich interessant ;)
@Vw:
Tja, es ist immer wieder erfrischend: Hielt man mich früher gleich für einen Kommunisten, Zionisten oder Nazi, wenn ich irgendwas Triviales, aber von der herrschenden Deinung grad nicht gut Befundenes äusserte, so ist's heute der Trollvorwurf. Ich kann damit leben, ob die deinende Herrschung soeben Versalien für diese Ligatur erfindet oder sonstige Authentifizierungsinstanzen: ß schreibe ich in Kurrent/Fraktur, weil es da eben zwei Formen des (kleingeschriebenen!) s gibt, ch und ck sowie ff, fl, fi, ft, fft, ffi, ebenso ſi, ſ, ſſ, ſt sind in Fraktur auch Ligaturen, die es in lateinischer Schrift halt nicht geschafft haben, die Ausnahme des ſs verstehe ich da nicht ganz bzw. mache ich, der Schweiz ähnlich, nicht mit.
Stuff, langjährig Säzzer&Korrektor, Berufe sind aber schon längst abgeschafft.
@dark
das ist mir schon klar ich find s trotzdem laecherlich wenn sich leute die nen mercedes oder porsche ham sich wegen 1500euro streiten
@Stuff: In Ordnung, die Trollvermutung nehme ich zurück, die Biographie als Setzer erklärt Deine Verbundenheit mit dem Thema. Selbstverständlich kannst Du schrieben, wie Du es für richtig hältst, aber Du solltest dem Rest der Bevölkerung zugestehen, seine Standards zu haben und sich dran zu halten, auch wenn diese vielleicht nicht logisch oder konsequent sind (hier genauso wie auch bei vielen anderen Gebieten der Rechtschreibung).
Da sich Deine Ausführungen zur Typographie und der Existenz eines ß in lateinischen Schriften, beginnend mit Deiner ursprünglichen Antwort an K.D., seit ca. 150 Jahren im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit befinden, solltest Du verstehen, dass man dabei auf den Gedanken von Trollerei kommen kann.
@43: Wer weiss, vielleicht war es ein 190 E, Baujahr späte achtziger. Das ist auch ein Mercedes. Aber da sind 1.500 Euro plötzlich schon der Marktwert von dem Teil. Da würde ich mich auch drum streiten.
Wir haben nun mal das Gewaltmonopol beim Staat und ich komm einfach nicht an meine Schuldner ran, wenn sie sich beharrlich weigern. Da brauche ich das Gericht. Geht gar nicht anders.
Ausserdem streiten geschätzte 95% (Quelle erforderlich) der Leute nicht des Geldes wegen, sondern aus Prinzip. Wie sonst erklären sie sich Nachbarschaftsstreitigkeiten über die "10cm zu lang gewachsene Hecke" oder Zahlungsklagen auf "73,20 Euro" ? Da geht es nicht ums Geld, da will man einfach "sein Recht" bekommen – und das ist auch in Ordnung. Wenn jeder einfach alle Beträge, um die es sich – ihrer Meinung nach – nicht zu streiten lohnt, abschriebe… Dann würde das doch jedem Betrüger Tür und Tor öffnen…Sind ja nur ein paar Euro, der wird sich nicht drum kümmern. Macht man das aber bei 100 Leuten, wird die Kiste schon wieder lukrativ. Also, sollen sich die Leute streiten um was sie wollen.
Klar, die Justiz ist mit solchem Bullshit überlastet, man müsste also ein schnelleres System finden, diese Lappalien zu bearbeiten…