Auf der Startseite des JW-Gästebuches (http://www.jack-wolfskin.com/desktopdefault.aspx/tabid-105/" steht: "Ihre e-Mail Adresse wird selbstverständlich nur verwendet, um Ihnen ggf. auf Ihre Fragen antworten zu können.
"
Auf der Gästebuch-Kontaktformular-Seite steht dann:
"Durch Anklicken dieser [Pflicht-] Schaltfläche erkläre ich mich damit einverstanden, dass die von mir übermittelten persönlichen Daten (Name, Anschrift, Email-Adresse) von der Jack Wolfskin GmbH & Co. KGaA erhoben, verarbeitet und/oder genutzt werden dürfen."
Und hat man einen Gästebucheintrag abgeschickt heißt es:
"Vielen Dank für die Bestellung des JW-Newsletters"
Ähem …. Abmahnung?
Kaboom meint:
(19.10.2009 um 19:07) Antworten
@Blitzer: Der Konflikt zwischen Verkehrssicherheit und Abzocke wird so lange unauflösbar sein, solange die Bußgelder planbarer Teil der Gemeindehaushalte bleiben, anstatt anonymisiert als Budget für Verkehrssicherungsmaßnahmen und -bildung zu dienen.
peter23 meint:
(19.10.2009 um 19:21) Antworten
Ölreserven:
Ja, wenn unsere Qualitätsjournalisten denn rechnen könnten:
Der im Artikel angesprochene tägliche Ölverbrauch von 83Mio Barrel macht im Jahr ca. 30Mrd Barrel aus (was z.Z. wegen der Krise eher wenig ist);
wenn dann innerhalb eines halben Jahres 10Mrd Barrel neue Ölreserven (angeblich) gefunden werden (was im Vergleich zum Vorjahr in der Tat sehr viel ist):
Haben sich jetzt die Ölreserven vermehrt oder vermindert?
Rrabbit meint:
(19.10.2009 um 20:00) Antworten
@3: die neu entdeckten Ölreserven lagen in den letzten 30 Jahren so ziemlich jedes Jahr weit unter dem Verbrauch des jeweiligen Jahres.
Hinzu kommt, dass Funde wie etwa im Santos-Becken vor Brasilien schlichtweg nicht in relevanter Zeit erschlossen werden können.
Mumpakl meint:
(19.10.2009 um 20:36) Antworten
@Blitzer:
Ich finde es ja grundsätzlich gut, dass in Tunneln auch gemessen wird, allerdings sollte man grundsätzlich (egal ob im Tunnel oder im Freien) im Moment seines Fehlverhaltens darauf aufmerksam gemacht werden.
Ich habe beispielsweise vor ein paar Wochen einen Brief wegen 57 statt 50 km/h bekommen. Datum und Zeitpunkt kann in Verbindung mit dem Messort in verbindung bringen (und das Bild zeigt auch eindeutig mich), jedoch habe ich nachträglich keine Chance mich an das eigentliche Geschehen zu erinnern und die Situation als Negativabgrenzung in mein alltägliches Fahrverhalten zu übernehmen. Gut hier geht es nicht mal um Punkte, aber dennoch.
Also sollte bei Tunnelblitzern im nicht sichtbaren Infratotbereich einfach eine andere "Markierung" genutzt werden, auch wenn diese nichts mit der endgültigen Bildqualität zu tun hat – was ja schon bei Freiluftblitzern nicht mehr notwendig wäre. Ein Miniblitz mit kleiner Helligkeit oder eine kleine elektrische Tafel mit einem abgebildeten Fotoapparat. Das kann ja auch durchaus so angebracht sein, dass nicht mehr als maximal zwei nachfahrende Autofahrer davon in Kenntnis gesetzt werden. Aber ohne Tatmarkierung ist der Lerneffekt minimal und genau auf den sollte es den Behörden doch ankommen. Nach ein paar Wochen weiß derjenige doch eh, dass dort ein Blitzer steht.
Johan meint:
(19.10.2009 um 20:45) Antworten
@Ölreserven-Artikel:
"Am Anfang war das Waldsterben." Super, so eine automatische Rechtschreibprüfung.
ninjaturkey meint:
(19.10.2009 um 20:50) Antworten
@5: Mumpakl: es geht ja eben NICHT darum, einen Lernerfolg beim Geblitzten zu verursachen oder gar den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Am Ende fahren die dann alle langsamer wenn einen Kilometer danach die nächste Blitze steht. Mit dieser "Stealth"-Technologie könnte man hier in Köln von der A4 über die Zoobrücke bis zur Inneren Kanalstraße auf einer Hauptdurchgangsstrecke von wenigen Kilometern glatt (!) acht mal Kasse machen – mit Blitz nur einmal, und auch nur beim ersten. So schauts aus.
Sebastian meint:
(19.10.2009 um 21:21) Antworten
Jedes Mal wenn ich über den Bielefelder Berg in Richtung Hannover fahre (ich wohne in Bielefeld) blitzt es vor mir. Das ist einfach irre. Vor der Bergkuppe stehen Hinweisschilder – dann 1,6km später auf dem Weg bergab stehen die Blitzen – 3 Rechts der 3-spurigen Strecke, 3 links davon. Sie sind einfach unübersehbar, und direkt 300 Meter vorher stehen NOCH einmal "Radar"-Warnschilder und bestimmt 6 "Tempo 100" Schilder über dem Berg. JEDES Mal wenn ich dort bergab fahre blitzt es. Wie dumm ist eigentlich Deutschlands kollektive Fahrerschaft, wenn sie selbst mit Warnhinweisen auf Blitzer, selbst aufgestellt von den Behörden, nicht zur angepassten Fahrweise zu bringen ist?
Blitzwarngeräte und die TomTom Addons sind ja eigentlich verboten – jeder hat sie aber drauf und umgeht damit die stationären Blitzer – aber wenn die Stadt selbst warnt glaubt jeder, dass da ja nur Schilder stehen und keine Blitze kommt. Wie schwer ist es, das Risiko einfach NICHT einzugehen?
Dschätpieloht meint:
(19.10.2009 um 22:29) Antworten
Auch wenn Ihr euch es nicht leisten könnt, regelmäßig Runden auf dem Nürburgring oder einer anderen Rennstrecke zu drehen, haben alle Verkehrsteilnehmer immer noch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dieses Menschenrecht gilt übrigens nicht nur vor Kindergärten, Schulen oder Unfallschwerpunkten. Wer ein mentales oder sonstwie geartetes Problem damit hat, die einfachsten Regeln der StVO zu befolgen, der sollte sich das Geld und die Zeit für den Führerschein sparen. Unglaublich aber wahr: Ein erfülltes Leben ohne PKW ist möglich!
Der Straßenverkehr ist nicht zum Lernen da, falls man nicht gerade neben einem Fahrlehrer sitzt. Die Forderung nach Lerneffekten ist daher völlig deplatziert. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung wird tatsächlich nahezu ständig angezeigt, durch den sogenannten "Tacho". Die Zahl derer, die unwissentlich die Maximalgeschwindigkeit – fälschlicherweise oft als Mindestgeschwindigkeit interpretiert – überschreiten, bewegt sich doch wohl im unteren Promillebereich. Gerade diejenigen, die innerorts nur mal so knapp 10 km/h zu schnell fahren, tun dies ganz bewusst bzw. wegen Gruppendynamik.
Stationäre Blitzer sind tatsächlich nur für besondere Gefahrenstellen wirklich sinnvoll, denn eigentlich sollten Fahrer sich ständig an die Limits halten oder ansonsten eben permanent Angst haben müssen, dass die Bußgelder einer Fahrt sich auf die Höhe des Fahrzeugpreises summieren. Natürlich fehlt dafür das Personal und eigentlich hat die Polizei wichtigeres zu tun, als merkbefreite Egoisten die allgemein bekannten Verkehrsregeln nachzutragen.
Also welcher Autofahrer fährt hier – ganz ehrlich – nicht fast andauernd knapp 60 km/h statt 50 km/h und 40 km/h in der Zone 30? Wie war das noch mal mit der Kündigung wegen Pfandbons, Frikadellen oder Maultaschen? Genau – Fresse halten!
Aurisa meint:
(19.10.2009 um 23:00) Antworten
@Pilot:
Tacho…?
Ist das nicht eines dieser Teile wie Blinker oder Rückspiegel, die eigentlich total überflüssig sind… die von den Herstellern aber komischerweise trotzdem immer schon serienmäßig in die Autos eingebaut werden ;)…?
Da sieht man mal wieder, wie die Autofirmen an den Bedürfnissen ihrer Kunden vorbeiproduzieren ;)…
Lifeguard meint:
(20.10.2009 um 00:07) Antworten
@Blitzer,
komisch, daß der Blitzer im Oktober im Innenstadtbereich premiere feiert. Blitzt es doch im Richard Strauß Tunnel (Mittlerer Ring) in München seit dem 20.7 schwarz.
Bis heute ist mir jedoch die Polizei München Schuldig geblieben, warum es nur 360 Radfahrerbeanstandungen gibt, bei über 600 verletzen Radfahrern, jedoch die Tempo beanstandungen gehen in die tausenden, bei gerade mal 200 Unfällen mit Ursache überhöhte Geschwindigkeit.
marcus05 meint:
(20.10.2009 um 09:44) Antworten
die Behauptung, dass man auch ohne PKW ein erfülltes Leben führen kann halte ich für ziemlich sinnlos. Allein schon was die zu später Stunde sehr selten fahrenden ÖPNV angeht bin ich jedes Mal froh wenn mich jemand nach unseren PNP Spielrunden heimfahren kann denn mit dem ÖPNV brauche ich ungefähr doppelt so lange um nach Hausezu kommen – mit viel Pech geht dieser doppelten Zeit dann auch noch 20 Minuten warten an der ersten Haltestelle vorraus
Dschätpieloht meint:
(20.10.2009 um 12:15) Antworten
marcus05: Seltsam. Milliarden Menschen kommen ohne PKW aus. Sind die alle unglücklich? Alternativen zum PKW existieren: Pferd, Esel, Fahrrad, Hubschrauber, LKW. Wer ländlich wohnt, muss eben ländlich leben. Wer sich übrigens ein Recht auf Raserei herbeifantasiert, der wird früher oder später sowieso ohne PKW auskommen müssen – idealerweise solange er noch im Besitz eines gesunden Körpers ist. Jedesmal wenn jemand wissentlich gegen die StVO verstößt, dann ist das geradezu als Betteln zu verstehen: Bitte nehmt mit endlich meinen Führerschein ab!
Straßenverkehr ist ein trauriges Beispiel dafür, dass viele Menschen zwanghaft gegen Regeln verstoßen müssen, die nicht absolut kontrolliert werden können. Genau diese Leute sind dann letztlich schuld daran, dass sich Überwachungswahn und Kontrollwut immer weiter ausbreiten. Schon deshalb sollte man diese zu groß geratenen Kinder bei erstbester Gelegenheit entsorgen, genauso wie manche fordern junge Ersttäter nicht zu schonen, um keine falschen Signale zu senden, die sie in ihrem Fehlverhalten eigentlich nur bestärken.
schredder66 meint:
(20.10.2009 um 12:17) Antworten
@Dschätpieloht:
Das Geschriebene gilt dann hoffentlich auch für alle anderen, nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer, oder? Sonst wären die ganzen Worte nichts wert………
Dschätpieloht meint:
(20.10.2009 um 13:19) Antworten
schredder66: 'türlich, aber diese Teilnehmer gefährden sich im Wesentlichen selbst durch Fehlverhalten, d.h. bekommen sehr schnell Karmafeedback im Gegensatz zu den gepanzerten Mitspielern, wobei Motorradfahrer eine ganze spezielle Sorte sind. Man beachte aber auch, wie stark nicht-Autofahrer von der StVO benachteiligt und deren Bedürfnisse vernachlässigt werden, was sich auch im Straßenbild zeigt. Am schönsten sind die Selbstmordradwege, die in beide Richtungen befahren werden dürfen bzw. müssen! Das interessiert einen Großteil der Autofahrer, selbst die dort täglich entlang fahren, einen Dreck. Die schauen beim Abbiegen oder Herausfahren stur nach links oder erst nach rechts, wenn man schon auf er linken Seite der Kühlerhaube gelandet ist – oder noch besser: des Stufenhecks. Den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern hält eigentlich überhaupt niemand ein. Einer Studie zufolge werden Helmträger gar noch rücksichtsloser behandelt, denn die sind ja geschützt…
Kraftfahrer dagegen werden geradezu hofiert, haben genug Gelegenheiten mit ihren übermotorisierten Maschinen zu spielen, aber sehen mehrheitlich immer noch nicht ein, sich an simple Regeln zu halten. Gerade innerorts sind eben auch die geringen Überschreitungen verwerflich, wegen der Verkehrsdichte und weil im Gegensatz zur Autobahn hier eben auch Teilnehmer ohne Knautschzone gleichberechtigt(!) dabei sind. 10 km/h entscheiden hier schon einmal locker zwischen gerade noch einmal gutgegangen und Tod. Komisch – bis sie den Führerschein in den Händen halten, bekommen sie das doch alle hin. Der Fahrlehrer symbolisiert vermutlich das Gewissen und wenn der nicht mehr im Fahrzeug sitzt, dann wird eben Gas gegeben.
Ich denke, es gibt da durchaus Zusammenhänge mit mangelnder Zivilcourage. Wer schon nicht selbstbewusst genug ist, innerorts die 50 km/h nicht zu überschreiten, wenn der Hintermann anscheinend in Gedanken ein In-Flight-Docking vorbereitet, der wird schon gar nicht den Mumm aufbringen, jemandem zu helfen, der bedroht wird. Das sind alles nur Symptome, die zeigen, wie es um die Gesellschaft steht.
Ein Tipp: Drehen Sie den Innenspiegel einfach weg, sofern Sie einen rechten Ausspiegel haben. Dann fühlen Sie sich gleich viel weniger bedrängt und fahren entspannter.
André meint:
(20.10.2009 um 13:24) Antworten
@Dschätpieloht:
Seltsam finde ich nur immer wieder Menschen, die Regeln als absolut geltend über den gesunden Menschenverstand stellen. Am besten das Denken ausschalten, alles regeln und ordnen und die Welt ist nur noch eitel Sonnenschein. Oder so. Ganz ehrlich? Geschwindigkeitsbegrenzungen (wie alle anderen Regeln auch) existieren nicht gott-gegeben, sondern weil irgendwer sie irgendwann mal für richtig befunden hat. Das muss nicht heißen, dass es heute immernoch so ist (oder je wirklich war). Gegen viele Regeln kann man sich mit rechtlichen Mitteln wehren, im Straßenverkehr dagegen … Beispiel: regelmäßig begegne ich Tempo-30-Schildern, die offensichtlich beim Abbau einer Baustelle vergessen wurden, selbst noch Wochen später. Muss ich sie wirklich befolgen? Ich glaube nicht. Im krassen Kontrast dazu kenne ich Ecken, an denen ich persönlich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für gemeingefährlich halte, es ist ein Wunder, dass es dort nicht regelmäßig zu Unfällen kommt. Liegt aber vielleicht daran, dass dort fast ausschließlich Ortskundige vorbeikommen.
Wie sieht es aus mit sinnfreien Beschilderungen auf der Autobahn? Von "Richtgeschwindigkeit 130" (also "Freie Fahrt") auf "Tempo 100" für knapp 200 Meter? Da reicht inklusive Reaktionszeit nichtmal eine Vollbremsung aus, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Muss ich sowas befolgen? Ich sage: nein, denn Sicherheit geht vor, ich will ja schließlich keinen Unfall verursachen. Und vor einer Schule bis 22 Uhr abends Tempo 30 vorzuschreiben an anderen Schulen nur bis 14 oder bis 18 Uhr? Ich verstehe es nicht. Muss ich aber auch nicht. Denken ist ja nicht so gefragt beim Autofahren.
Im Übrigen, Zitat meines Fahrlehrers: "Die Fahrerlaubnis berechtigt im Grunde nur zum Üben auf öffentlichen Straßen" – sie sagt nichts darüber aus, wie fähig ihr Besitzer ist.
PS: wenn du das nächste Mal mit dem Ochsenkarren durch die Großstadt zur Arbeit gezuckelt bist, poste doch mal ein Foto, gibt bestimmt noch mehr, die das hier gerne sehen wollen!
Agir meint:
(20.10.2009 um 13:26) Antworten
@Dschätpieloht:
Auch ein erfülltes Leben ohne Kinder ist möglich. Wo also ist der Sinn Ihrer Aussage? Leute mit Ihrer Blockwartmentalität finde ich einfach nur abstoßend. Es geht nicht um das Recht auf Raserei, sondern auf die freie Persönlichkeitsentfaltung unter der Prämisse, andere nicht zu gefährden. Und viele Kraftfahrer (mich eingeschlossen) sind nun mal der Meinung, dass die Mehrheit der Geschwindigkeitskontrollen gerade nicht der Verkehrssicherheit zu Gute kommen, sondern das Staats- bzw. Gemeindesäckel füllen.
Ich drehe Ihre Behauptung einfach mal um: jedesmal wenn jemand wissentlich gegen die StVA verstößt, ist das ein Indiz dafür, dass die Regelung zu strickt gefasst ist.
Dschätpieloht meint:
(20.10.2009 um 13:44) Antworten
André: Im Prinzip war Ihnen das doch alles vor dem Erwerb des Führerscheins bekannt, oder nicht? Meinen Sie vielleicht, Ihrer Argumente hätte einen Fahrlehrer oder -prüfer auch nur im Geringsten interessiert? Wenn Sie die Beschilderung für falsch halten, wenden Sie sich doch an das Straßenverkehrsamt bzw. die Stadt. Normalerweise sind diese sinnvollen Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen und kommen diesen auch nach. Legen Sie doch bitte einmal dieses Kundenbewusstsein gegenüber der Gesellschaft ab. Sie sind kein Kunde, sondern Mitglied!
Agir: Sehr lustig. Man kann eben Worte nicht beliebig herumdrehen, ohne dass dann irgendwann nur noch Tralafitti dabei herauskommt.
André meint:
(20.10.2009 um 14:05) Antworten
@Dschätpieloht:
Ähm. Nein. Wie auch, sonst hätte ich weder Fahrlehrer noch Fahrprüfer gebraucht, um den Führerschein zu erwerben. Und abgesehen davon, sowohl Fahrlehrer als auch Prüfer (!) haben mich vor allem folgendes gelehrt:
1. Rechne immer mit dem Schlimmsten. Dann wird dich nichts überraschen.
2. Achte auf alles, was um dich herum geschieht. Vorne, hinten links und rechts.
3. Sei kein Egoist. Straßenverkehr funktioniert nur miteinander, nicht gegeneinander.
4. Zeige gesunden Menschenverstand. Manchmal ist es der Verkehrssicherheit mehr gedient, die Regeln etwas zu biegen, als sich stur an sie zu halten.
Und ich sehe nicht, was daran falsch sein soll.
Aber vielleicht sollte ich auch lieber einfach nicht mit Menschen diskutieren, die anderer Leute Meinung als "Tralafitti" bezeichnen.
Dschätpieloht meint:
(20.10.2009 um 14:38) Antworten
André: Aha, sie wussten also vor dem Erwerb ihres Führerscheins nicht, Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder zu interpretieren?
Aus Regel 1 kann ja eigentlich nur folgen, dass Sie ihr Auto stehen lassen müssten, damit Sie keinen Bussen im Weg sind, die nicht langsamer als 100 km/h fahren dürfen, um nicht zu explodieren.
Aus Regel 4 folgern Sie vermutlich, dass Sie sich mehr herausnehmen dürfen, wenn es subjektiv möglich scheint. Dass diese Regel genau umgekehrt gemeint ist, nämlich auch mal die Vorfahrt abzugeben und ähnliches, sich also zurückzunehmen, ist Ihnen vermutlich nicht in den Sinn gekommen.
Außerdem bezeichnete ich nicht Ihre Meinung als Tralafitti, sondern das sinnfreie Geschreibsel von Agir. Man könnte auch Wortkonfetti dazu sagen.
Rallemann meint:
(20.10.2009 um 14:42) Antworten
@Agir:
Der Dschätpieloht vertritt eine, sagen wir mal, sehr konsequente Meinung. Er hat Recht, wenn er sagt, dass die Regeln bekannt sind und eingehalten werden müssen (oder die Konsequenzen zu tragen sind). Die Geschwindigkeits-beschränkungen sind nunmal keine Empfehlung und kein Vorschlag zur Diskussion.
Hier im Blog wird viel Wert auf "den Rechtsstaat" gelegt. Dann aber auch rechtsstaatlich handeln: Gesetze sind einzuhalten, von jedem. Gesetze sind veränderlich, dazu aber sind die in den weiteren Gesetzen vorgesehenen Wege einzuhalten und nicht auf die von Ihnen genannten Indizien (letzter Absatz # 17) abzustellen.
Ich fahre übrigens oft genug selbst schneller als erlaubt. Wenn's blitzt ärgere ich mich und zahle zähneknirschend. Käme aber nicht auf die Idee, von Abzocke o.ä. zu sprechen. Ich kenne die Regeln muss die Sanktionen bei Überschreitung akzeptieren.
Agir meint:
(20.10.2009 um 18:07) Antworten
@Rallemann: Aus diesem Blickwinckel haben Sie natürlich recht. Trotzdem gibt es Situationen, in denen vermutlich viele von Abzocke o.ä. sprechen würden.
Ein Beispiel: Autobahn wird auf 80km/h begrenzt, Zusatzschild Straßenschäden. Zwei Wochen lang wird heftig geblitzt, danach wird die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. An der Straße wurde nichts verändert.
Solche Maßnahmen stärken das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht sonderlich.
@Wiefelspütz (aka Dschätpieloht): Jetzt erkenne ich es: Ihre Logik ist überragend.
sanddorn meint:
(21.10.2009 um 00:34) Antworten
Skandal, der Führer grüßt mit der linken Hand!
André meint:
(22.10.2009 um 10:59) Antworten
@Dschätpieloht:
Interessant, was man so alles aus meinen paar Worten herauslesen kann, wenn man nur genug will … Fragt sich jetzt nur, ob das mehr über den Leser oder über den Schreiber aussagt.
Da ich leider (trotz heftigen Grübelns) Ihre Schlussfolgerungen zu meinen übrigen Punkten nicht nachvollziehen kann (Wie war das nochmal mit dem "Worte herumdrehen"?), gehe ich mal nur auf Ihren Kommentar zu meinem Punkt 4 ein:
Ich nehme mir mehr heraus, als erlaubt, so mir dieses nötig (nicht "möglich") erscheint. Genauso wie ich jederzeit auf meine Vorfahrt o.ä. verzichte, wenn die Situation das sinnvoll erscheinen lässt (LKW beim Rangieren o.ä.). Genauso erlaube ich mir allerdings auch, offensichtlich obsolete oder sinnfreie Vorschriften entsprechend der örtlichen Gegebenheiten sinnvoll neu zu interpretieren oder ganz zu ignorieren. Gesunder Menschenverstand halt.
Und nach meiner Meinung wäre es dem Straßenverkehr (und vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens auch) mehr gedient, wenn sich mehr Leute des gesunden Menschenverstandes bedienten, anstatt stur den Gesetzen zu folgen. Auch wenn es dem einen oder anderen vielleicht zu anstrengend erscheinen mag.
Auch einen Link "Jack Wolfskin gegen Hobby-Designer":
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/kommentarseite/1/wenn-die-wildnis-abmahnt/kommentare/1/1/?
Auf der Startseite des JW-Gästebuches (http://www.jack-wolfskin.com/desktopdefault.aspx/tabid-105/" steht: "Ihre e-Mail Adresse wird selbstverständlich nur verwendet, um Ihnen ggf. auf Ihre Fragen antworten zu können.
"
Auf der Gästebuch-Kontaktformular-Seite steht dann:
"Durch Anklicken dieser [Pflicht-] Schaltfläche erkläre ich mich damit einverstanden, dass die von mir übermittelten persönlichen Daten (Name, Anschrift, Email-Adresse) von der Jack Wolfskin GmbH & Co. KGaA erhoben, verarbeitet und/oder genutzt werden dürfen."
Und hat man einen Gästebucheintrag abgeschickt heißt es:
"Vielen Dank für die Bestellung des JW-Newsletters"
Ähem …. Abmahnung?
@Blitzer: Der Konflikt zwischen Verkehrssicherheit und Abzocke wird so lange unauflösbar sein, solange die Bußgelder planbarer Teil der Gemeindehaushalte bleiben, anstatt anonymisiert als Budget für Verkehrssicherungsmaßnahmen und -bildung zu dienen.
Ölreserven:
Ja, wenn unsere Qualitätsjournalisten denn rechnen könnten:
Der im Artikel angesprochene tägliche Ölverbrauch von 83Mio Barrel macht im Jahr ca. 30Mrd Barrel aus (was z.Z. wegen der Krise eher wenig ist);
wenn dann innerhalb eines halben Jahres 10Mrd Barrel neue Ölreserven (angeblich) gefunden werden (was im Vergleich zum Vorjahr in der Tat sehr viel ist):
Haben sich jetzt die Ölreserven vermehrt oder vermindert?
@3: die neu entdeckten Ölreserven lagen in den letzten 30 Jahren so ziemlich jedes Jahr weit unter dem Verbrauch des jeweiligen Jahres.
Hinzu kommt, dass Funde wie etwa im Santos-Becken vor Brasilien schlichtweg nicht in relevanter Zeit erschlossen werden können.
@Blitzer:
Ich finde es ja grundsätzlich gut, dass in Tunneln auch gemessen wird, allerdings sollte man grundsätzlich (egal ob im Tunnel oder im Freien) im Moment seines Fehlverhaltens darauf aufmerksam gemacht werden.
Ich habe beispielsweise vor ein paar Wochen einen Brief wegen 57 statt 50 km/h bekommen. Datum und Zeitpunkt kann in Verbindung mit dem Messort in verbindung bringen (und das Bild zeigt auch eindeutig mich), jedoch habe ich nachträglich keine Chance mich an das eigentliche Geschehen zu erinnern und die Situation als Negativabgrenzung in mein alltägliches Fahrverhalten zu übernehmen. Gut hier geht es nicht mal um Punkte, aber dennoch.
Also sollte bei Tunnelblitzern im nicht sichtbaren Infratotbereich einfach eine andere "Markierung" genutzt werden, auch wenn diese nichts mit der endgültigen Bildqualität zu tun hat – was ja schon bei Freiluftblitzern nicht mehr notwendig wäre. Ein Miniblitz mit kleiner Helligkeit oder eine kleine elektrische Tafel mit einem abgebildeten Fotoapparat. Das kann ja auch durchaus so angebracht sein, dass nicht mehr als maximal zwei nachfahrende Autofahrer davon in Kenntnis gesetzt werden. Aber ohne Tatmarkierung ist der Lerneffekt minimal und genau auf den sollte es den Behörden doch ankommen. Nach ein paar Wochen weiß derjenige doch eh, dass dort ein Blitzer steht.
@Ölreserven-Artikel:
"Am Anfang war das Waldsterben." Super, so eine automatische Rechtschreibprüfung.
@5: Mumpakl: es geht ja eben NICHT darum, einen Lernerfolg beim Geblitzten zu verursachen oder gar den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Am Ende fahren die dann alle langsamer wenn einen Kilometer danach die nächste Blitze steht. Mit dieser "Stealth"-Technologie könnte man hier in Köln von der A4 über die Zoobrücke bis zur Inneren Kanalstraße auf einer Hauptdurchgangsstrecke von wenigen Kilometern glatt (!) acht mal Kasse machen – mit Blitz nur einmal, und auch nur beim ersten. So schauts aus.
Jedes Mal wenn ich über den Bielefelder Berg in Richtung Hannover fahre (ich wohne in Bielefeld) blitzt es vor mir. Das ist einfach irre. Vor der Bergkuppe stehen Hinweisschilder – dann 1,6km später auf dem Weg bergab stehen die Blitzen – 3 Rechts der 3-spurigen Strecke, 3 links davon. Sie sind einfach unübersehbar, und direkt 300 Meter vorher stehen NOCH einmal "Radar"-Warnschilder und bestimmt 6 "Tempo 100" Schilder über dem Berg. JEDES Mal wenn ich dort bergab fahre blitzt es. Wie dumm ist eigentlich Deutschlands kollektive Fahrerschaft, wenn sie selbst mit Warnhinweisen auf Blitzer, selbst aufgestellt von den Behörden, nicht zur angepassten Fahrweise zu bringen ist?
Blitzwarngeräte und die TomTom Addons sind ja eigentlich verboten – jeder hat sie aber drauf und umgeht damit die stationären Blitzer – aber wenn die Stadt selbst warnt glaubt jeder, dass da ja nur Schilder stehen und keine Blitze kommt. Wie schwer ist es, das Risiko einfach NICHT einzugehen?
Auch wenn Ihr euch es nicht leisten könnt, regelmäßig Runden auf dem Nürburgring oder einer anderen Rennstrecke zu drehen, haben alle Verkehrsteilnehmer immer noch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dieses Menschenrecht gilt übrigens nicht nur vor Kindergärten, Schulen oder Unfallschwerpunkten. Wer ein mentales oder sonstwie geartetes Problem damit hat, die einfachsten Regeln der StVO zu befolgen, der sollte sich das Geld und die Zeit für den Führerschein sparen. Unglaublich aber wahr: Ein erfülltes Leben ohne PKW ist möglich!
Der Straßenverkehr ist nicht zum Lernen da, falls man nicht gerade neben einem Fahrlehrer sitzt. Die Forderung nach Lerneffekten ist daher völlig deplatziert. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung wird tatsächlich nahezu ständig angezeigt, durch den sogenannten "Tacho". Die Zahl derer, die unwissentlich die Maximalgeschwindigkeit – fälschlicherweise oft als Mindestgeschwindigkeit interpretiert – überschreiten, bewegt sich doch wohl im unteren Promillebereich. Gerade diejenigen, die innerorts nur mal so knapp 10 km/h zu schnell fahren, tun dies ganz bewusst bzw. wegen Gruppendynamik.
Stationäre Blitzer sind tatsächlich nur für besondere Gefahrenstellen wirklich sinnvoll, denn eigentlich sollten Fahrer sich ständig an die Limits halten oder ansonsten eben permanent Angst haben müssen, dass die Bußgelder einer Fahrt sich auf die Höhe des Fahrzeugpreises summieren. Natürlich fehlt dafür das Personal und eigentlich hat die Polizei wichtigeres zu tun, als merkbefreite Egoisten die allgemein bekannten Verkehrsregeln nachzutragen.
Also welcher Autofahrer fährt hier – ganz ehrlich – nicht fast andauernd knapp 60 km/h statt 50 km/h und 40 km/h in der Zone 30? Wie war das noch mal mit der Kündigung wegen Pfandbons, Frikadellen oder Maultaschen? Genau – Fresse halten!
@Pilot:
Tacho…?
Ist das nicht eines dieser Teile wie Blinker oder Rückspiegel, die eigentlich total überflüssig sind… die von den Herstellern aber komischerweise trotzdem immer schon serienmäßig in die Autos eingebaut werden ;)…?
Da sieht man mal wieder, wie die Autofirmen an den Bedürfnissen ihrer Kunden vorbeiproduzieren ;)…
@Blitzer,
komisch, daß der Blitzer im Oktober im Innenstadtbereich premiere feiert. Blitzt es doch im Richard Strauß Tunnel (Mittlerer Ring) in München seit dem 20.7 schwarz.
Bis heute ist mir jedoch die Polizei München Schuldig geblieben, warum es nur 360 Radfahrerbeanstandungen gibt, bei über 600 verletzen Radfahrern, jedoch die Tempo beanstandungen gehen in die tausenden, bei gerade mal 200 Unfällen mit Ursache überhöhte Geschwindigkeit.
die Behauptung, dass man auch ohne PKW ein erfülltes Leben führen kann halte ich für ziemlich sinnlos. Allein schon was die zu später Stunde sehr selten fahrenden ÖPNV angeht bin ich jedes Mal froh wenn mich jemand nach unseren PNP Spielrunden heimfahren kann denn mit dem ÖPNV brauche ich ungefähr doppelt so lange um nach Hausezu kommen – mit viel Pech geht dieser doppelten Zeit dann auch noch 20 Minuten warten an der ersten Haltestelle vorraus
marcus05: Seltsam. Milliarden Menschen kommen ohne PKW aus. Sind die alle unglücklich? Alternativen zum PKW existieren: Pferd, Esel, Fahrrad, Hubschrauber, LKW. Wer ländlich wohnt, muss eben ländlich leben. Wer sich übrigens ein Recht auf Raserei herbeifantasiert, der wird früher oder später sowieso ohne PKW auskommen müssen – idealerweise solange er noch im Besitz eines gesunden Körpers ist. Jedesmal wenn jemand wissentlich gegen die StVO verstößt, dann ist das geradezu als Betteln zu verstehen: Bitte nehmt mit endlich meinen Führerschein ab!
Straßenverkehr ist ein trauriges Beispiel dafür, dass viele Menschen zwanghaft gegen Regeln verstoßen müssen, die nicht absolut kontrolliert werden können. Genau diese Leute sind dann letztlich schuld daran, dass sich Überwachungswahn und Kontrollwut immer weiter ausbreiten. Schon deshalb sollte man diese zu groß geratenen Kinder bei erstbester Gelegenheit entsorgen, genauso wie manche fordern junge Ersttäter nicht zu schonen, um keine falschen Signale zu senden, die sie in ihrem Fehlverhalten eigentlich nur bestärken.
@Dschätpieloht:
Das Geschriebene gilt dann hoffentlich auch für alle anderen, nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer, oder? Sonst wären die ganzen Worte nichts wert………
schredder66: 'türlich, aber diese Teilnehmer gefährden sich im Wesentlichen selbst durch Fehlverhalten, d.h. bekommen sehr schnell Karmafeedback im Gegensatz zu den gepanzerten Mitspielern, wobei Motorradfahrer eine ganze spezielle Sorte sind. Man beachte aber auch, wie stark nicht-Autofahrer von der StVO benachteiligt und deren Bedürfnisse vernachlässigt werden, was sich auch im Straßenbild zeigt. Am schönsten sind die Selbstmordradwege, die in beide Richtungen befahren werden dürfen bzw. müssen! Das interessiert einen Großteil der Autofahrer, selbst die dort täglich entlang fahren, einen Dreck. Die schauen beim Abbiegen oder Herausfahren stur nach links oder erst nach rechts, wenn man schon auf er linken Seite der Kühlerhaube gelandet ist – oder noch besser: des Stufenhecks. Den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern hält eigentlich überhaupt niemand ein. Einer Studie zufolge werden Helmträger gar noch rücksichtsloser behandelt, denn die sind ja geschützt…
Kraftfahrer dagegen werden geradezu hofiert, haben genug Gelegenheiten mit ihren übermotorisierten Maschinen zu spielen, aber sehen mehrheitlich immer noch nicht ein, sich an simple Regeln zu halten. Gerade innerorts sind eben auch die geringen Überschreitungen verwerflich, wegen der Verkehrsdichte und weil im Gegensatz zur Autobahn hier eben auch Teilnehmer ohne Knautschzone gleichberechtigt(!) dabei sind. 10 km/h entscheiden hier schon einmal locker zwischen gerade noch einmal gutgegangen und Tod. Komisch – bis sie den Führerschein in den Händen halten, bekommen sie das doch alle hin. Der Fahrlehrer symbolisiert vermutlich das Gewissen und wenn der nicht mehr im Fahrzeug sitzt, dann wird eben Gas gegeben.
Ich denke, es gibt da durchaus Zusammenhänge mit mangelnder Zivilcourage. Wer schon nicht selbstbewusst genug ist, innerorts die 50 km/h nicht zu überschreiten, wenn der Hintermann anscheinend in Gedanken ein In-Flight-Docking vorbereitet, der wird schon gar nicht den Mumm aufbringen, jemandem zu helfen, der bedroht wird. Das sind alles nur Symptome, die zeigen, wie es um die Gesellschaft steht.
Ein Tipp: Drehen Sie den Innenspiegel einfach weg, sofern Sie einen rechten Ausspiegel haben. Dann fühlen Sie sich gleich viel weniger bedrängt und fahren entspannter.
@Dschätpieloht:
Seltsam finde ich nur immer wieder Menschen, die Regeln als absolut geltend über den gesunden Menschenverstand stellen. Am besten das Denken ausschalten, alles regeln und ordnen und die Welt ist nur noch eitel Sonnenschein. Oder so. Ganz ehrlich? Geschwindigkeitsbegrenzungen (wie alle anderen Regeln auch) existieren nicht gott-gegeben, sondern weil irgendwer sie irgendwann mal für richtig befunden hat. Das muss nicht heißen, dass es heute immernoch so ist (oder je wirklich war). Gegen viele Regeln kann man sich mit rechtlichen Mitteln wehren, im Straßenverkehr dagegen … Beispiel: regelmäßig begegne ich Tempo-30-Schildern, die offensichtlich beim Abbau einer Baustelle vergessen wurden, selbst noch Wochen später. Muss ich sie wirklich befolgen? Ich glaube nicht. Im krassen Kontrast dazu kenne ich Ecken, an denen ich persönlich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für gemeingefährlich halte, es ist ein Wunder, dass es dort nicht regelmäßig zu Unfällen kommt. Liegt aber vielleicht daran, dass dort fast ausschließlich Ortskundige vorbeikommen.
Wie sieht es aus mit sinnfreien Beschilderungen auf der Autobahn? Von "Richtgeschwindigkeit 130" (also "Freie Fahrt") auf "Tempo 100" für knapp 200 Meter? Da reicht inklusive Reaktionszeit nichtmal eine Vollbremsung aus, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Muss ich sowas befolgen? Ich sage: nein, denn Sicherheit geht vor, ich will ja schließlich keinen Unfall verursachen. Und vor einer Schule bis 22 Uhr abends Tempo 30 vorzuschreiben an anderen Schulen nur bis 14 oder bis 18 Uhr? Ich verstehe es nicht. Muss ich aber auch nicht. Denken ist ja nicht so gefragt beim Autofahren.
Im Übrigen, Zitat meines Fahrlehrers: "Die Fahrerlaubnis berechtigt im Grunde nur zum Üben auf öffentlichen Straßen" – sie sagt nichts darüber aus, wie fähig ihr Besitzer ist.
PS: wenn du das nächste Mal mit dem Ochsenkarren durch die Großstadt zur Arbeit gezuckelt bist, poste doch mal ein Foto, gibt bestimmt noch mehr, die das hier gerne sehen wollen!
@Dschätpieloht:
Auch ein erfülltes Leben ohne Kinder ist möglich. Wo also ist der Sinn Ihrer Aussage? Leute mit Ihrer Blockwartmentalität finde ich einfach nur abstoßend. Es geht nicht um das Recht auf Raserei, sondern auf die freie Persönlichkeitsentfaltung unter der Prämisse, andere nicht zu gefährden. Und viele Kraftfahrer (mich eingeschlossen) sind nun mal der Meinung, dass die Mehrheit der Geschwindigkeitskontrollen gerade nicht der Verkehrssicherheit zu Gute kommen, sondern das Staats- bzw. Gemeindesäckel füllen.
Ich drehe Ihre Behauptung einfach mal um: jedesmal wenn jemand wissentlich gegen die StVA verstößt, ist das ein Indiz dafür, dass die Regelung zu strickt gefasst ist.
André: Im Prinzip war Ihnen das doch alles vor dem Erwerb des Führerscheins bekannt, oder nicht? Meinen Sie vielleicht, Ihrer Argumente hätte einen Fahrlehrer oder -prüfer auch nur im Geringsten interessiert? Wenn Sie die Beschilderung für falsch halten, wenden Sie sich doch an das Straßenverkehrsamt bzw. die Stadt. Normalerweise sind diese sinnvollen Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen und kommen diesen auch nach. Legen Sie doch bitte einmal dieses Kundenbewusstsein gegenüber der Gesellschaft ab. Sie sind kein Kunde, sondern Mitglied!
Agir: Sehr lustig. Man kann eben Worte nicht beliebig herumdrehen, ohne dass dann irgendwann nur noch Tralafitti dabei herauskommt.
@Dschätpieloht:
Ähm. Nein. Wie auch, sonst hätte ich weder Fahrlehrer noch Fahrprüfer gebraucht, um den Führerschein zu erwerben. Und abgesehen davon, sowohl Fahrlehrer als auch Prüfer (!) haben mich vor allem folgendes gelehrt:
1. Rechne immer mit dem Schlimmsten. Dann wird dich nichts überraschen.
2. Achte auf alles, was um dich herum geschieht. Vorne, hinten links und rechts.
3. Sei kein Egoist. Straßenverkehr funktioniert nur miteinander, nicht gegeneinander.
4. Zeige gesunden Menschenverstand. Manchmal ist es der Verkehrssicherheit mehr gedient, die Regeln etwas zu biegen, als sich stur an sie zu halten.
Und ich sehe nicht, was daran falsch sein soll.
Aber vielleicht sollte ich auch lieber einfach nicht mit Menschen diskutieren, die anderer Leute Meinung als "Tralafitti" bezeichnen.
André: Aha, sie wussten also vor dem Erwerb ihres Führerscheins nicht, Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder zu interpretieren?
Aus Regel 1 kann ja eigentlich nur folgen, dass Sie ihr Auto stehen lassen müssten, damit Sie keinen Bussen im Weg sind, die nicht langsamer als 100 km/h fahren dürfen, um nicht zu explodieren.
Aus Regel 4 folgern Sie vermutlich, dass Sie sich mehr herausnehmen dürfen, wenn es subjektiv möglich scheint. Dass diese Regel genau umgekehrt gemeint ist, nämlich auch mal die Vorfahrt abzugeben und ähnliches, sich also zurückzunehmen, ist Ihnen vermutlich nicht in den Sinn gekommen.
Außerdem bezeichnete ich nicht Ihre Meinung als Tralafitti, sondern das sinnfreie Geschreibsel von Agir. Man könnte auch Wortkonfetti dazu sagen.
@Agir:
Der Dschätpieloht vertritt eine, sagen wir mal, sehr konsequente Meinung. Er hat Recht, wenn er sagt, dass die Regeln bekannt sind und eingehalten werden müssen (oder die Konsequenzen zu tragen sind). Die Geschwindigkeits-beschränkungen sind nunmal keine Empfehlung und kein Vorschlag zur Diskussion.
Hier im Blog wird viel Wert auf "den Rechtsstaat" gelegt. Dann aber auch rechtsstaatlich handeln: Gesetze sind einzuhalten, von jedem. Gesetze sind veränderlich, dazu aber sind die in den weiteren Gesetzen vorgesehenen Wege einzuhalten und nicht auf die von Ihnen genannten Indizien (letzter Absatz # 17) abzustellen.
Ich fahre übrigens oft genug selbst schneller als erlaubt. Wenn's blitzt ärgere ich mich und zahle zähneknirschend. Käme aber nicht auf die Idee, von Abzocke o.ä. zu sprechen. Ich kenne die Regeln muss die Sanktionen bei Überschreitung akzeptieren.
@Rallemann: Aus diesem Blickwinckel haben Sie natürlich recht. Trotzdem gibt es Situationen, in denen vermutlich viele von Abzocke o.ä. sprechen würden.
Ein Beispiel: Autobahn wird auf 80km/h begrenzt, Zusatzschild Straßenschäden. Zwei Wochen lang wird heftig geblitzt, danach wird die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. An der Straße wurde nichts verändert.
Solche Maßnahmen stärken das Vertrauen in den Rechtsstaat nicht sonderlich.
@Wiefelspütz (aka Dschätpieloht): Jetzt erkenne ich es: Ihre Logik ist überragend.
Skandal, der Führer grüßt mit der linken Hand!
@Dschätpieloht:
Interessant, was man so alles aus meinen paar Worten herauslesen kann, wenn man nur genug will … Fragt sich jetzt nur, ob das mehr über den Leser oder über den Schreiber aussagt.
Da ich leider (trotz heftigen Grübelns) Ihre Schlussfolgerungen zu meinen übrigen Punkten nicht nachvollziehen kann (Wie war das nochmal mit dem "Worte herumdrehen"?), gehe ich mal nur auf Ihren Kommentar zu meinem Punkt 4 ein:
Ich nehme mir mehr heraus, als erlaubt, so mir dieses nötig (nicht "möglich") erscheint. Genauso wie ich jederzeit auf meine Vorfahrt o.ä. verzichte, wenn die Situation das sinnvoll erscheinen lässt (LKW beim Rangieren o.ä.). Genauso erlaube ich mir allerdings auch, offensichtlich obsolete oder sinnfreie Vorschriften entsprechend der örtlichen Gegebenheiten sinnvoll neu zu interpretieren oder ganz zu ignorieren. Gesunder Menschenverstand halt.
Und nach meiner Meinung wäre es dem Straßenverkehr (und vielen anderen Bereichen des täglichen Lebens auch) mehr gedient, wenn sich mehr Leute des gesunden Menschenverstandes bedienten, anstatt stur den Gesetzen zu folgen. Auch wenn es dem einen oder anderen vielleicht zu anstrengend erscheinen mag.