ACTA – Three strikes, dann doch noch?
Ein Kommentar von Florian Holzhauer
Seit gestern treffen sich die USA, Japan, die EU und acht weitere Staaten in Seoul, um das Anti-Piraterie-Abkommen “ACTA” zu besprechen. Der Inhalt ist nicht öffentlich, um genau zu sein sogar eine Angelegenheit von “national security”. Klingt beeindruckend, irgendwie nach “Menschen retten”, sozusagen die Antwort auf Schweinegrippe-Hype und Terrorismus. Weniger nach “Anti-Piraterie”. Trotzdem: Was genau drin steht, und weshalb, ist Verschlußsache.
In den letzten 48 Stunden sickern allerdings die ersten Informationen durch, und alles, was bislang öffentlich wird, klingt irgendwie gar nicht mehr nach Terrorgrippe, sondern altvertraut. Es klingt nämlich stark nach dem Wunschzettel der Copyright-Industrie, wieder einmal.
So wurde gestern zunächst über das “Digital Environment” diskutiert – angeblich mit einigen alten Bekannten: Internetzugang wird bei Copyrightverstössen abgestellt? Drin. Netzzensur bei Copyrightverstössen? Klar, auch. Direkte Mithaftung des Providers? Ebenfalls. Oder, wie es die Zeit deutlich formuliert: “Stimmten die EU-Verhandlungsführer den ACTA-Vorschlägen aus den USA zu, würden sowohl die Sperren gegen Nutzer als auch die Sperrungen von Inhalten auf ausländischen Servern plötzlich internationales Gebot.”
Ob, sozusagen als Bonusfeature, Seitenbetreiber darauf verpflichtet werden sollen, Multimediainhalte proaktiv auf Copyright zu prüfen zu müssen, ist unklar. Verschiedene Medien berichten darüber, andere verlieren kein Wort.
Heute geht es weiter, mit ähnlich sportlichen Vorstellungen zum “Criminal Enforcement”: Nichtkommerzieller Datentausch soll strafbar werden, Gefängnisstrafen inklusive. Genauso strafbar nach Wünschen der Nachmachen von Software-, Video- oder Musik-Verpackungen. Auch Video-Bootlegs von Konzerten. Auch diverse weitere Erweiterungen der Rechte von Copyrightholdern werden angedeutet.
Liebe Contentindustrie: So nicht. Es ist für mich logisch nicht nachvollziehbar, warum auf der einen Seite um Verständnis und Fair play geworben wird. Weshalb – wie auch wieder in den letzten Tagen hier in den law blog Kommentaren – um Mitgefühl für die Multimedia-Branche geworben wird, die durch jedes kopierte MP3 den Gegenwert einer CD als Verlust notiert, und generell kurz vor dem Aussterben durch Geldmangels ist.
Um dann, auf der anderen Seite, völlig ohne öffentliche Debatte, und auch unter vollständiger Ignoranz bisheriger gesetzlicher Diskussionen und Entscheidungen, wieder einmal den gleichen – Entschuldigung – totalitären Mist irgendwo anders auf den Tisch zu bringen.
Fair play und Demokratie sieht für mich anders aus. Und gerade in einer Industrie, dessen Wert sich ausschliesslich aus emotionalen Aspekten ergibt – der rein materielle Wert einer DVD ist eher überschaubar – sollte man sehr vorsichtig sein, wie weit man den Bogen überspannt. In der Geschichte gibt es genug andere Beispiele von scheinbar unangreifbaren Institutionen, die an ihrer eigenen Selbstherrlichkeit erstickt sind.
Für mich bleibt im Moment nur zu hoffen, dass die Behauptung von Daniel Caspary in der Zeit auch tatsächlich so wahr wird: Dass sich für ACTA im Europarlament keine Mehrheit für diesen neuen Vorstoss finden lassen wird. Auch wenn ich skeptisch bin – bislang war diese Episode wieder einmal alles andere als ein Lehrstück in Transparenz und Demokratie.
Mehr Informationen zu ACTA finden sich zum Beispiel bei der EFF oder im Weblog von Michael Geist sowie Heise & Co.
PS: Sollte ich die Stimmung an diesem sonnigem Donnerstag zu sehr vermiest haben, bitte ich um Verzeihung. Zur Stimmungsaufhellung kann ich zum Beispiel die grossartige Madeleine Bloom wärmstens empfehlen.
(Autor: fh)
Da mir das Akronym ACTA nicht geläufig war, dachte ich beim Anlesen des Kommentars doch tatsächlich, es ginge um etwas wirklich Wichtiges, also um "echte" Piraten auf See. Tzzz.
Anonymisierungstools sollen auch verboten werden, wenn ich richtig gelesen habe. Es wird mal wieder Zeit, waschkörbeweise Briefe nach Brüssel zu schicken.
"Demokratie sieht für mich anders aus."
Ich würde sagen, genauso sieht sie aus: Rechteinhaber versuchen mit allen Mitteln, mit denen sie durchkommen, ihre Rechte gegeneinander durchzusetzen. Auch Demokratie ist eine Herrschaftsform, don't you know?
Och nö, ich hab grad gegessen…
Moment, muss mal eben saubermachen.
ein Werk der Copyright-Industrie?
nunja.. vielleicht ist die wahre Intention aber doch eine andere
so wären diese Instrumente doch praktisch einsetzbar für Zensur unliebsamer Meinungen, mündige Bürger werden mundtod gemacht, um sie durch gesteuerte Medien weiterhin zu formen
denn die (gefährliche) Wahrheit auszusprechen ist im neoliberalen System eine Todsünde..
Kundenorientierung klingt irgendwie anders, leider lässt sich das auch am Produktangebot der Anbieter ablesen.
Es gibt sicher Übertreibungen die nicht Wiurklichkeit werden dürfen. Es müssen aber auch die Rechteinhaber geschützt werden.
Dieses Schutzbedürfnis und daraus folgende Gesetze für grundgesetzlich garantierte Eigentumsrechte sofort als
' totalitären Mist ' zu bezeichnen disqualifiziert die Schreiber solchen Blödsinns. Dann ist das Verbot von ladendiebstählen und die innerhalb Aldi's zulässige Videoüberwachung ebensolcher 'totalitärer Mist' und das rechtsfahrgebot Ausdruck einer faschistischen Weltsicht und wir können das Diskutieren aufhören. dann gehts eben direkt in den Knast ;)
…und froschlurch hat heute morgen den totalitären Durchblick und handelt gleich mit Weltverschwörungstheorien … weia
@meckimesser
vielleicht bist du aber auch einfach nur naiv ;)
Kann jemand verständlich und kurz erklären, was der in Seoul tagende erlauchte Kreis unter dem Begriff "nichtkommerzieller Datentausch" versteht, der strafbar werden soll? Ich glaube, mein Verständnis dieses Begriffes, ohne jetzt die technischen Hintergründe zu kennen, sieht etwas anders aus. Oder ist der Begriff nur nicht richtig vom Englischen ins Deutsche übersetzt worden?
(Sage nochmal einer, Sprachwissenschaften wären überflüssig!)
Na nach der ersten One World Tax die nächstens in Kopenhagen beschlossen wird, kommt jetzt der erste Fall von One World Law Enforcement, der DCMA für die ganze Welt. Das ist erst der Anfang.
Witzig wird es wenn der Vertrag unterzeichnet ist und die Parlamente in den Unterzeichnerstaaten das Gesetz zum Abnicken bekommen, mit dem Hinweis dass bei einer Ablehnung ein internationaler Vertrag verletzt würde, wer wird da schon nein sagen. Eine schöne Umgehung des sonst üblichen Gesetzgebungsprozesses.
Bezeichnend ist auch dass der Vertragsentwurf zumindest in den USA vom "hope, change & more transparency in Gouvernment and lawmaking" Präsidenten Obama zu "matter of national security" erklärt wurde. Na ja bei RIAA Anwälten in der Regierung plus Joe Biden, was war da auch zu erwarten?
Gibt es dann eigentlich auch Radio- und TV-Verbot, damit auch hier endlich der Hahn zu ist?
@meckimesser:
Die Umkehr der Beweislast, der Verzicht der Unschuldsvermutung, die Ausstattung einer Industrie mit Mittel die eigentlich nur dem Staat vorbehalten sein sollten, der Verzicht auf ein Gerichtsverfahren, bevor die Grundrechte eines Menschen eingeschränkt werden etc etc etc, das ist totalitärer Scheiß. Alles andere wäre euphemistisch.
Dein Versuch mit Strohmannargumenten, a la, dass nicht konkret die Vorschläge der ACTA sondern sämtliche Urheberrechte gemeint seien, zu kontern ist – Entschuldigung – arm.
@Jürgen: Das ist im verlinkten englischem Text beschrieben: extend criminal enforcement to (..) cases involving significant willful copyright and trademark infringement even where there is no direct or indirect motivation of financial gain. In other words, non-commercial infringement could lead to criminal penalties. http://www.michaelgeist.ca/content/view/4511/125/
@meckimesser: Und, eh, wo genau hab ich auch nur eine Zeile zur generellen Frage des Schutzbedürfnisses der Contentindustrie geschrieben? Andere Meinungen als Blödsinn zu bezeichnen kann man ja durchaus, aber man sollte zumindest damit auch die Meinung erfasst haben ;)
Das Europarlament ist diesbezüglich nicht von Bedeutung – es nennt sich zwar «Parlament», ist aber (in den meisten Fällen und auch hier) keine Legislativ. Diese Funktion übernehmen in der EG Gremien, die üblicherweise als Exekutive auftreten, aber eben auch den allergrössten Teil der europäischen Legislative ausmachen.
@meckimesser:
Eigentumsrechte? Vergleiche mit Ladendiebstahl, usw.?
Es geht ja gerade eben nicht um Eigentum oder dessen Wegnahme, Schädigung, usw. – es geht um Immaterialgüterrechte.
Lesetipp (wenn auch nicht direkt juristisch): http://netzwertig.com/2009/11/04/urheberrecht-es-gibt-kein-geistiges-eigentum/
Man beachte auch, was auf EU-Ebene gerade zu Zugangssperren vereinbart wurde:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Halbgarer-Kompromiss-zu-Internetsperren-auf-EU-Ebene-850985.html
Ich hätte nichts gegen eine "Three-Strikes"-Regel – aber nur, wenn die auch für Firmen gilt.
Da könnte so mancher Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag bald seine Webseite vom Netz nehmen … die Bertelsmänner, Walt Disney & co. haben ja auch schon mal "raubkopiert".
Das wird genauso umgesetzt.
Warum?
- weil es die Lobby will.
- weil es keinen plausiblen Grund gibt, es abzuwuergen.
Schoene Neue Welt.
Also ich muss echt sagen, ich begrüße diese neuen Regelungen. Sollen sie machen und möglichst schnell und umfassend umsetzen. Denn das die (Menschen-|Bürger-) Rechte in der letzten Zeit massiv ausgehöhlt werden ist zwar dem geneigten FeFe/LawBlog/Telepolis-Leser bewusst aber der breiten Masse bleibt es verborgen.
Nur je schneller die Rechte ausgehöhlt werden, desto schneller wird es zu einem Umbruch kommen.
Ich erinnere mich da an dieses Biologie-Experiment mit dem Frosch im Kochtopf. Wenn man den Temperaturunterschied groß genug macht wird der Frosch sich wehren (als in: raus springen) anstatt sich langsam kochen zu lassen.
Ich kann nur hoffen, das den Regierenden noch viele solcher Sachen einfallen.
Also: Weitermachen!
@Snafu:
Das der Frosch sich kochen lässt, gehört zu den urban legends:
http://www.zeit.de/2002/45/200245_stimmts_gekochte.xml
Grüße
Evtl könntesolltemüsste man als Antwort auf dieses Abkommen doppelt kreativ antworten.
Zum Einen, in dem mehr Content selber produziert wird. Durch das erweiterte Angebot hat der Konsument bessere Auswahl, und das ist ja durchaus im Sinne der Marktwirtschaft.
Zum Anderen wäre darauf zu warten, dass ein Mitarbeiter eines Verlagshauses oder eines Majorlabels oder eines Filmstudios genau solchen Content unerlaubt terrorraubmordet, um dann dem ganzen Laden vom Internet zu trennen.
Natürlich ist das nur eine Trotzreaktion. Mehr kreativer Output jedoch ist eine schöne Nebenwirkung…
Sonniger Donnerstag?
Also ich sehe hier nichts davon. Das hiesige Wetter passt sehr gut zu dieser Meldung.
Nicht nur das mit dem Frosch ist eher eine schöne Geschichte, auch daß es erst besser wird, wenn's richtig schlimm ist, erzählen zur politischen Erbauung entweder Leute mit schlechtem Gedächtnis oder mit äußerst zynischer Hobel-Späne-Auffassung.
Wenn's richtig schlimm wird, wird's richtig schlimm. Und für die meisten Leute auf der Welt ist es schon richtig schlimm.
@Meckermessi
musste nicht irgendwelche Kinder abmahnen die Donald Duck nachmalen.
Politik wird heute undemokratisch über informelle Treffen im Großen geregelt. Die kleine Demokratie, die jeder aus welchen Gründen auch immer gutheißt, ist nur Exekutive.
14 @fh
Vielen Dank für den Hinweis. Aber, ich verstehe es immer noch nicht. Gibt es für das, was dort in einem juristischen US-englisch niedergeschrieben wurde, keine passende Übersetzung ins Deutsche? Wer kann das so übersetzen, dass der Inhalt gleich bleibt, ein gewöhnlicher Passant auf der Straße aber versteht, was gemeint ist? Denn wenn ich mir das selber übersetze, ohne den dahinter steckenden Sinn zu verlieren, werde ich verschiedene Wörterbücher wälzen müssen.
Madeleine Bloom ist verschollen. Reicht das Lawblog mittlerweile so weit, dass die Leserschaft für einen slashdot-like-DDOS gegenüber myspace ausreicht?
Ich wäre ja geneigt, meinem neuen und anderen Bundestagsabgeorneten zu schreiben, wie sie dazu stehen.
Hat jemand vielleicht sich schon eine Vorlage erstellt, die man selber verwenden könnte?
@ classless: ganz genau.
Die Copyright-Industrie ist ja nur eine von vielen Branchen, denen durch das Internet und seiner schnellen Entwicklung die Puste ausgeht. Jede der Firmen für sich gehörte gestern noch einer schicken Gang an, deren Mitglieder sich am Kamm in der Gesäßtasche erkannten und die sich nahmen was sie wollten. Ihre Musik, ihr Tanzstil, ihre Mode, ihre Platten und sogar ihre Weltanschauungen – das alles haben sie uns verkauft.
Mit dem Internet ist das vorbei, denn plötzlich und zum vermutlich ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, haben wir die Möglichkeit selektiv und ganz unserer Individualität entsprechend zu konsumieren. Die schicke Gang ist heute megaout. Kaum einer folgt ihr noch und das anfixen mit ständig neu gemachten Stars aus der Dose funktioniert auch nicht mehr. Wir lesen einen Artikel da, einen Blog dort und sehen woanders ein Video. Wir wissen selbst, welche Informationen wir suchen und wie wir an sie herankommen. Wir kaufen keine ganzen CD´s mehr, nur weil uns ein Song gefällt. Wir kaufen uns ja auch keine ganze Kuh, nur weil wir Milch in den Kaffee wollen.
Im Kern sehe ich bei der Copyright-Industrie drei Dinge, die einem dem Internet und Zeitgeist gemäßen Fortschritt verhindern:
a: Der Verlust einer wirklich veritablen Einnahmequelle und der damit verbundenen Sorge ("Reiche" haben immer die Sorge "arm" werden zu können) und den daraus folgenden, aber hier nicht durchdachten, Maßnahmen zur Erhaltung von wenigstens dem Status quo.
b: Der Verlust der Möglichkeit Meinungen machen und Trends setzen zu können.
c: Ein so dermaßen angekratztes Ego, dass sie alles tun werden, damit sie ihre alte Macht nicht verlieren.
Das Internet ist die Hebamme für die Wissensgesellschaft. Wenn sich diese Menschen duchsetzen, wenn wir es zulassen, dass die Politik zum Lebenserhalter aussterbender Industrien wird, Quatsch, dass sie es weiterhin bleibt, dann wird das eine Totgeburt.
Liebe Leute, als gelernter DDR-Bürger erlaube ich mir zu sagen, dass die "ACTA" und das ganze Gesummse drumherum, mächtig nach Diktatur stinkt.
Das wird anders aussehen, wenn erst einmal alle braunen Umschläge an die zuständigen Herrschaften übergeben sind. So wird alles, was in diesem Papier steht, in wenigen Jahren auch bei uns Gesetz sein. Die Enteignung des Volkes zugunsten der Privatwirtschaft wird so lange weitergehen, bis sich dieses Volk entschlossen zur Wehr setzt. Und dann wird es wirklich spannend werden.
Echt, man kann ja garnichtmehr so schnell schauen, wie die schöne neue Welt rundum aufschlägt. Geld kaputt, Recht kaputt, Information kaputt. Surplus people everywhere …
Tja, das einzige, was bleibt, ist Boykott … Ghandi, sozusagen. Ansonsten bitte einreihen und auf Systemnützlichkeit prüfen lassen, selbstverständlich mit Blutprobe.
Nachtrag:
Ich halte mich hier meistens zurück und es ist ja schon eine Weile her … aber was mich gewundert hat, ist dass hier im Sommer der Aufruf der "30 hochrangigen Juristen" mit dem anschliessenden Liveauftritt der Bertelsmannschaft Mayer, Pernice und Bogdandy im Bundesrat so überhaupt keine Beachtung gefunden hat. Der fehlende Rechtsvorbehalt im Lissabon-Vertrag war doch echter Grundlagenstoff … ACTA ist nur ein Detail.
PS.
Ich habe Herrn Vetter seinerzeit direkt per Mail darauf hinzuweisen versucht, denn einfach in eine anderes Thema fremdzuposten finde ich nicht so gut und lass es jetzt auch wieder. Danke.
@Manuel2: Und genau das ist beabsichtigt. Wer anstatt von Urheberrechtsverletzung von "Piraterie" oder "Raubkopie" schreibt, läßt sich vor den Karren der "Copyright-Industrie" spannen. Piraterie, das weckt Assoziationen an Schwerkriminelle und blutige Verbrechen wie Raub, Entführung, Erpressung, Mord und Totschlag. Also ganz üble Sachen, gegen sie man unbedingt etwas unternehmen muß, koste es, was es wolle.
Wem das Wort zu lang ist, der bleibt mit "Schwarzkopie" oder "illegaler Kopie" eher auf dem Boden der Tatsachen.
Jetzt nennen wir mal das Kind beim Namen. Was die MI in den letzten Jahren an Sachen produziert,(selber-)pusht & verkauft entzieht sich meinen Geschmack. Dabei meine Ich die Musik und die Methoden die an den Tag gelegt werden (*ironie*). Dabei sollte Anfang der 80ger die Digitale CD ein renner der MI werden. Leider kam dann nurnoch bis ende der 90' Jahre mal etwas gescheites. Was ist mit heute? : Bufhido(Aggro Merlin), 50 Cent(-münze), Britney Fears etc. So einen Schund (auch wenn man es als Suburbane "Kunst" zu bezeichnen hat) soll man für sein verdientes Geld kaufen. Nö. Aber auch nicht Downloaden. Weils einfach Musik ist, die Systematisch Konzipiert ist und zum Kauf animiert(hörwurm)). Ich gebe vielieber mein Geld in Vinyl aus. Ist halt mit jedem Kratzen ein Unikat!
Also das übliche Lobbyistengeschwätz kennt ja jeder und die Meisten haben einen halbwegs gescheiten Standpunkt dazu. Wer jetzt nicht weiss, was Lobbyismus ist und sich unter einem Lobbyist nichts vorstellen kann, dem sei der Film "Thank you for smoking" herzlichst empfohlen.
Nein, die machen mir keine Angst. Was mir Angst macht, sind die Leute, die sich "da oben" von den Lobbyisten belabern lassen und dann gleichzeitig Entscheidungen gegen die jeweilige nationale Meinung treffen. Und wenn mir Leute, die Entscheidungen gegen die nationale Meinung treffen, Angst machen, muss ich übrigens gar nicht so weit hoch gehen. Der eigene Bundes- bzw Landtag reicht da meist schon aus.
Insofern können die ruhig labern und argumentieren. Viel wichtiger ist, dass die richtigen Entscheider da sitzen und ganz klar sagen: Ja, redet ihr nur, ich hab da aber jetzt leider keine Zeit mehr für. Muss für mein Geld wichtigere Sachen aufarbeiten als euren Lobbymist.
@Momo: Aber wenn der Chef einen Auftrag gibt, dann kann der Politiker doch wohl kaum nein sagen! So etwas wie "Lobbyist" gibt es doch eigentlich heutzutage nicht mehr. Das sind alles Parteispender und Wohltäter. Es ist bis heute nicht strafbar einem Parlamentarier einen Sack mit Geld vor die Hütte zu stellen: Auf gute Zusammenarbeit.
Das Three-Strikes-Modell kann nur von korrupten Internetausdruckern überhaupt in Betracht gezogen werden.
Mittlerweile ist das Internet für jeden Bürger zu einer Notwendigkeit geworden, es bietet Kindern Lernportale, Studenten benötigen es für das Studium oder simpelste Dinge wie die Bewerbung für einen Studiengang, Erwachsene kaufen alles bei Amazon (besonders da mit Quelle ja gerade eines der großen Katalog-Versandhäuser verschwunden ist) und telefonieren via Skype mit Bekannten in aller Welt.
Das Internet bietet Kommunikation, Bildung, Nachrichten und Unterhaltung, mittlerweile hat sogar die Bundesregierung erkannt, dass Breitbandinternet für jeden eine Notwendigkeit ist und einen Breitbandausbau für jeden Bürger bis 2014 (oder wars 2019?) gefordert.
Dann ohne ein Verfahren nach 3 Verfehlungen das Internet für 2 Jahre oder evtl. gar für immer abstellen und den Bürger auch von neuen Internetverträgen auszusperren ist vergleichbar mit einem Ladendieb der nach dem dritten Mal gefasst werden ein Hausverbot für sämtliche Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte bekommt.
In den Augen des Ladeninhabers/Gesetzgebers vielleicht gerecht – aber auch der Ladendieb muss irgendwas essen.
Und dann gibts ja auch noch solche tollen Fälle in denen die dreizehnjährige Tochter mit 3 MP3s die Mutter vom Heimarbeitsplatz abschneidet…
@SILen(e:
Du meinst eher mit einem Dieb dem die Hände abgehackt werden.
Das Internet bietet ja wie du schon sagtest viel mehr als nur P2P.
GRATULATION immer weiter so…..mit den Sperren, der Verfolgung und Co.
Denn TOR, das Zwiebelland, I2P und zum Schluß Freenet werden sich freuen, je höher der Druck um so mehr Leute werden ausweichen und um so mehr Verbreitung wird es auch finden, es verhält sich wie bei Napster, als dieser zerschlagen wurde gab es dann anschließend jede Menge Tauschbörsen und das dezentral. Dieser Krieg ist nicht gewinnbar…..denn diese "Law Enforcement Maßnahmen" werden vom Netz als Störung gesehen die umgangen werden, denn selbst bei wirklich Illegalem wie z.B. Kinderporno beißen sich die Ermittler die Zähne aus und dieser "Stoff" ist so gut wie in allen Ländern geächtet und da glauben diese Spinner daß sie ihr Law Enforcement bei Daten anwenden können deren Toleranz um einiges höher ist, als diese Sex-Kinderbilder?
Ansonsten http://en.flossmanuals.net/CircumventionTools/
bombjack
Die essentielle Frage, die es zu beantworten gilt, lautet: Soll es ein dem Eigentum an materiellen Dingen entsprechendes Eigentum an Ideen, Gedanken, immateriellen Gütern (Geistiges Eigentum) etc. geben und wenn ja, wie bzw. worauf begründet sich dieses?
ERGÄNZUNG: Weiters stellt sich dann auch die momentan noch hypothetische Frage, ob das Kopieren von materiellen Objekten auch allgemein von einem Eigentümer verboten werden dürfte: Man stelle sich vor, es gäbe so etwas wie einen Replikator, mit dem man materielle Objekte zeitnah und kostengünstig replizieren könnte. Dürfte der Eigentümer eines Objektes X nun allen das Replizieren dieses Objektes verbieten? Wenn man der Ansicht ist, dass es so etwas wie "Geistiges Eigentum" gibt, dann müsste man konsequenterweise auch jede Replikation von Objekten der diesbezüglichen Zustimmung des Objekteigentümers unterwerfen (bzw. in letzter Konsequenz der Zustimmung des Produzenten, der dann darüber entscheiden darf, ob Objekt X (z.B. ein Tisch) auch privat kopiert werden darf).
@Denkanreiz:
Nein. Gar keine Rechte für geistige Werke geht natürlich auch nicht aber materielle und immaterielle Werte kann man ja nicht vergleichen.
@Olli:
Schafft du es auch, konkret zu werden und Argumente zu bringen? Oder bleibt es bei unbegründeten Behauptungen/Meinungen? :-)
Das erinnert an: Autobahn geht ja gar nicht…
Warum kann man nicht vergleichen?
Warum gibt es Rechte auf geistige Werke? Was begründet diese? Utilitaristisch? Deontologisch?
@U.V.
Eine Empfehlung von Lady Gagga Ihrerseits hätte mich schon ziemlich verstört.
So aber kann ich Ihnen aus vollem Herzen zustimmen.
Klar ist aber auch, wenn dieses "Liedgut" bisher an mir vorbeigegangen wäre, so könnte ich mir das „von Ihnen empfohlene“ Lied bei YouTube ansehen.
Technisch versierte Leute laden das Video auf ihre Platte herunter und extrahieren die Musik als MP3. Ich glaube, dass ist allerdings nicht die normale Vorgehensweise eines sogenannten "Raubkopierers".
Aber es zeigt ein Beispiel, wie sogenannte "Raubkopien" auch entstehen können.
(Habs gerade mit einfachen und legalen Tools mal ausprobiert)
Die Musik von Madeleine Bloom z.B. ist welche, für die ich auch Geld bezahlen möchte.
Zu meiner Zeit gab es auch schon Freaks, die mit voller Inbrunst auf Tonband aufgenommen haben, was ihnen „gutes“ vom Radio geboten wurde. (Nächte lang)
Dass haben wir dann gerne auf MC kopiert und m.M mit hervorragender Qualität im Gegensatz zu Youtube und anderen. Also waren wir eigentlich vor zwei Dekaden ;) schon genauso schlimm wie unsere Kinder und gehörten eingesperrt.
Youtube kann ich allen von uns älteren Säcken (jüngere Leuten wissen es) empfehlen, um tolle Konzerte (aus meiner Sicht z.B. Moloko) nach zu erleben, bei denen man nicht live dabei sein konnte.
Schlimm, wenn man auch dass auch verbieten will. :(((
Erschreckend ist die Macht der MI, mit der in vielen Staaten deren Vorstellung entsprechende Gesetze erstellt werden.
@Denkanreiz:
Nein begründen kann ich es nicht sonst hätte ich es getan.
Es ist eher ein Bauchgefühl gespeist daraus das sich geistige Werke viel leichter vervielfältigten und kopieren lassen als materielle Güter.
Lesetipp: PiratK-UrhG
http://www.contumax.de
@40: Die Antwort auf diese "essentielle" Frage ist ein dickes, fettes, lautes NEIN . Materielles Eigentum unterscheidet sich u.a. dadurch von geistigem Pseudoeigentum, daß der Besitzer es meistens vor fremdem Zugriff schützt, durch Zäune, Mauern, Tresore usw. Beim geistigen Pseudoeigentum ist das Gegenteil der Fall: Der Pseudoeigentümer wünscht die möglichst weite Verbreitung seines Pseudoeigentums, und an dieser Verbreitung will er verdienen. Deswegen dringt das Pseudoeigentum damit in meinen Kopf und Gedächtnis ein, oftmals unfreiwillig. Auf das Gedudel (alias "Musik"), das ich so zu hören kriege, würde ich beispielsweise lieber verzichten. Den Zustand, daß sich also dieses "Eigentum" in meinem Kopf niederläßt, betrachte ich als eine Form von Leibeigenschaft. Wer sein "geistiges Eigentum" bewahren möchte, soll es gefälligst für sich behalten und in eine Schublade oder einen Tresor stecken. Daß diejenigen, die sich die Mühe machen, geistige Werke zu schaffen und sie der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, dafür auch eine Entlohnung verdient haben, ist ein anderer Punkt, den ich nicht bestreite. Aber die Konstruktion "geistiges Eigentum" ist eine Variante der Sklaverei.
Interessant, wie die Weltpolizei voller Panik Gesetze bezüglich den Internets veranlassen möchte. Ganz abgesehen vom Prinzip des Copyrights finde ich das schon besorgniserregend.
@Denkanreiz:
> Die essentielle Frage, die es zu beantworten
> gilt, lautet: Soll es ein dem Eigentum an
> materiellen Dingen entsprechendes Eigentum
> an Ideen, Gedanken, immateriellen Gütern
> (Geistiges Eigentum) etc. geben und wenn
> ja, wie bzw. worauf begründet sich dieses?
Die Ansicht, diese Frage sei essentiell, ist meines Erachtens komplett wirklichkeitsfremd. Ganz egal, wie man zu ihr steht, ist nämlich auf der Technik-Seite ein totaler Sieg der Filesharer unvermeidbar. Okay, wenn die Gegenseite totalitär agiert, dann nicht. Aber das erwarte ich nicht, vor den allerletzten Schritten wird man zurückschrecken (müssen, z.B. wegen Karlsruhe), und deshalb ist der Sieg der Filesharer sicher. Er ist eigentlich schon heute existent, man ist nur aufgrund zu geringer Erfolgsquoten bei den Verfolgern erheblich zu faul und zu dumm, alles auszureizen, was in Wirklichkeit ginge. Nur deshalb schnappen die Bluthunde gelegentlich noch einen Knochen.
Also, die Frage ist deswegen irrelevant, weil gegen das Filesharing in einer rechtsstaatlichen Demokratie nichts wirklich Effektives gemacht werden kann.
Selbst in einer Diktatur und einem Überwachungsstaat kann man nichts effektiv gegen Filesharing unternehmen, da beide (!) Seiten über die gleichen technischen Mittel verfügen und die Filesharer-Seite auf Grund ihrer Anpassungsfähigkeit und dem entsprechenden Innovationsdruck seitens der Behörden selbigen immer mindestens drei Schritte voraus ist. Netterweise werden somit immer mehr und bessere Tools und Protokolle erfunden und geschrieben, um abhörsicher und unerkannt Daten/Informationen auszutauschen.
Diesen Krieg kann der Staat und die Industrie nicht gewinnen. Im Gegenteil. Je stärker der Druck, desto schneller das Ende der entsprechenden Verwertungsstrukturen und mitunter sogar der machtpolitischen Strukturen, die auf eine strikte Kontrolle des Internets setzen.
@Reinhard:
Kleines bischen naiv? Scheiss auf Protokolle und Tools, wenn Dir die Stasi 2.x die Tür eintritt… Das hier sind ja eh nur Vorscharmützel – am Ende des Tages gehts drum wer Waffen hat und genügend Munition. Schauen wir lieber, dass die Bundeswehr den Kontakt zum Volk nicht völlig verliert und dann den Schießbefehl ignoriert: SO kannst Du
einen Schritt vorraus sein.
@stefan:
Dazu muss die Stasi aber erst wissen, WELCHE Tür sie eintreten muss. Dazu muss die Stasi erst wissen, dass überhaupt verdächtige Daten über den Anschluss gesendet wurden. Ansonsten steht sie vor allen Türen Deutschlands (oder eines anderen Landes) und müsste rein theoretisch alle eintreten.
Und nein, ich bin nicht naiv. Ich sehe nur die technische Entwicklung der letzten Jahre und die Kreativität, die Leute unter Druck entwickeln können. Eine Kreativität, welcher die Behörden NICHTS entgegenzusetzen haben. Dort kann man nur mit dem groben Knüppel schwingen. Damit trifft man aber nur die, die als Collateral Damage versehentlich ins Fadenkreuz kommen oder Leute, die sich nicht auskennen.
Ich bin eigentlich erstaunt darüber das ein Organ der Rechtspflege dermaßen einseitig Position bezieht. Noch gibt es weder ein Recht auf Internet noch ein Recht auf Autofahren. Dennoch gibt es Regeln an die sich die Teilnehmer zu halten haben. Verstöße dagegen werden geahndet bis zum Fahrverbot auf Lebenszeit. Dabei unterscheidet das Gericht auch nicht ob bei einer Fahrt unter Alkoholeinfluss ein Manager oder ein Kind zu Schaden kam.
Ich persönliche wünsche mit das der Internetkriminalität wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde und die 'bösen' Buben aus dem Verkehr gezogen werden.
Wie anderes ist es zu erklären das seit Jahren ein Krimineller ein Board betreibt, dessen einiger Zweck darin besteht Kriminelle Aktionen zu verkaufen. Darunter DDoS, tausende von Kreditkarten, Pishing, Betrügereien aller Art. Sie wollen ihren Konkurrenten plattmachen? kein Problem. Anfrage an 1337 bitte. Mehr darüber hier!: http://vistafh.blogspot.com/2008/12/1337crewinfo.html
Hier wäre Internetverbot auf Lebenszeit angebracht
@Reinhard:
Mit anderen Worten: Es ist ok in einem durch Angst gesteuerten Polizeistaat zu leben, wenn nur die anderen auf die Fresse kriegen? Denn natürlich rechnet sich selbst keiner zu "Collateral Damage" oder gar zu den Blöden….
Wenn man mal das Bild vom "Problem an der Wurzel packen" bemüht: Für Dich ist es scheinbar damit getan, wenn es den einen oder anderen gibt, der sich zwischen den Blütenblättern des Unkrauts durchmogeln kann.
@stefan:
"Mit anderen Worten: Es ist ok in einem durch Angst gesteuerten Polizeistaat zu leben, wenn nur die anderen auf die Fresse kriegen?"
Wer sagt das denn? Hör doch einfach auf irgendeinen Müll in die Aussagen anderer Leute hineinzu interpretieren und beschäftige Dich lieber mit dem, was tatsächlich geschrieben wurde.
Es geht mir darum aufzuzeigen, dass das Bemühen der Contentindustrie und vor allem des Staates allenfalls eine Illusion von Kontrolle aufbauen kann, die letztendlich zum Sturz dieser Strukturen führt. Gerade WEIL es kein verläßlich funktionierende Kontrolle gegen kann. Es herrscht technisch Waffengleichheit auf beiden Seiten. Und die eine Seite kann deutlichst schneller und flexibler reagieren, sich anpassen. Der Versuch Kontrolle über die Daten zu erlangen, die im Netz transportiert werden, ist gleichzusetzen mit einem massiven, weltweiten Vietnamkrieg. Natürlich kann man punktuell Siege davontragen, Razzien veranstalten und massenweise Leute kriminalisieren. Dauerhaften Erfolg wird man dadurch aber niemals erzielen können. Ganz im Gegenteil.
@stefan
Nun das ist falsch. Es gibt genügend technische Mittel um Gesetze durchzusetzen nur hat scheinbar niemand interesse daran!
Ich fordere schon seit Jahren EINE Zentrale Stelle ähnlich den Cybercrime in den USA wo Verstösse gemeldet und verfolgt werden.
Man muss hier GANZ klar die Hoster und Carrier in die Verpflichtung nehme. Wer sich mal die TOS von z. B. Level3 durchgelesen hat weiß das sich level3 verpflicht KEINEN Content der gegen gesetzliche Bestimmungen eines Landes verstößt, zu befördern. Ähnliche AGBs findet man bei fast allen Deutschen ISPs.
Die Frage is nun: Warum kümmert sich niemand darum? Warum gibt es immer noch bullet-proof-hoster? Wer heute einen Server betreibt und diesen als Waffe gegen andere einsetzt muss mit Konsequenzen rechnen.
Da brauchen wir keine Abmahnindustrie oder dergleichen sondern einfach eine funktionierende Behörde. Ich weiß nicht was die Durchsetzung von geltenden Recht mit einem Vietnam-Krieg zu tun haben soll.
Es gibt genügend technische Mittel, um die Maßnahmen von Behörden zu umgehen, weil die Behörden keinen technischen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt haben, ganz im Gegenteil. Die einzige effektive Kontrolle über das Netz bestünde nur darin das Netz ganz abzuschalten.
"Ich weiß nicht was die Durchsetzung von geltenden Recht mit einem Vietnam-Krieg zu tun haben soll."
Du hast nicht verstanden.
@ Reinhard
Du hast meine Argumentation nicht gelesen! Die Behörden brauchen KEINEN technischen Vorsprung. Das ist völlig irrelevant. Ich bin selbst aus der Branche und weiß das es REICHT wenn ein Staatsanwalt einen Carrier an seine 'AGBs' erinnert. Insofern kann da auch nicht 'umgangen' werden den ein Angebot das nicht mehr transportiert wird, kann auch nicht mehr abgerufen werden. Dazu gibt es genügend Beispiele zuletzt der Fall eines US-Hoster der erwiesenermaßen Spamern ein Zuhause bot.
@Gucky:
Ah ORB ist auch hier.
Nur am Thema vorbei hier geht es um Urheberrechtsverletzungen.
Und wie willst jemanden vom Internet trennen wenn scheinbar keiner weiß wer er ist oder niemand an einer Strafverfolgung interessiert ist?
Was werden Sie erreichen? Das die Technik sich den juristischen Realitäten (oder Wunschvorstellungen) anpasst.
Dann tauscht man eben nicht mehr mit der ganzen Welt, sondern nur mit Freunden, verschlüsselt und dezentral. Die Software steckt längst nicht mehr in den Kinderschuhen (Alliance bspw. läuft sehr stabil und zuverlässig), die Bandbreiten werden immer höher, und so braucht man nicht mehr 100 Quellen um eine größere Datei adäquat schnell zu ziehen.
Hinzu kommt: Garantierte Qualität und ein Freund, der einem Dinge beschreiben und empfehlen kann. Der verschlüsselte Chat ist quasi eine zusätzliche Draufgabe.
Man kommt sozusagen zurück zur Privatkopie.
@Lawlita
Oder auf den Schulhof oder ich leihe meinem Freund die neueste DVD. Darum geht es hier nicht. Es geht darum das die Verfügbarkeit dazu verführt sich die neuesten Filme/Bücher was auch immer, herunterzuladen. Stehlen wäre wohl das bessere Wort für 'herunterladen'
Alleine ihr Anspruch:"Garantierte Qualität und ein Freund, der einem Dinge beschreiben und empfehlen kann." zeigt das es ihnen gar nicht in den Sinn kommt das Sie Unrecht tun. Sie würden auch einen Ferrari aus dem Internet downloaden wenn es den technisch möglich wäre.
@ Olli
"Und wie willst jemanden vom Internet trennen wenn scheinbar keiner weiß wer er ist oder niemand an einer Strafverfolgung interessiert ist?"
In der Tat: Wenn sich niemand dafür interessiert werden auch keine Ermittlungen angestellt. Im übrigen warne ich davor zu glauben das man im Internet anonym sein könnte. Die Zeiten sind längst vorbei.
@jürgen:
nichtkommerzieller datenaustausch ist z.B.
- mit bittorrent/gnutella/overnet/etc daten austauschen
- daten im internet zugänglich machen oder herunterladen
- eine kassette/cd/dvd oder memory stick mit daten übergeben
(solange man kein geld dafür verlangt oder anbietet)
@Gucky:
Dumme Frage: Was wäre daran falsch?
am nächsten Morgen würde ich im Maybach fahren, den Tag danach im Smart (wegen der Benzinkosten).
Aber ich glaube, die Diskussion ist müßig, wieso noch 90 Jahre nach dem Tod des Urhebers die Erben Tantiemen kassieren müssen, wurde (auch hier) schon ausgiebig diskutiert. Der Skandal ist meiner Meinung nach, dass Werke, an denen kein kommerzielles Interesse mehr besteht (z.B. Steamboat Bill Jr. nicht frei sind, weil auf Steamboat Willie (einem Plagiat) der Disney Konzern die Hand drauf hält.
Meiner Meinung nach soll der Konzern machen, was er will (das interessiert mich nicht), aber die anderen Filme, die 1928 entstanden, würden mich schon interessieren. Die darf ich aber z.B. nicht sammeln und der Allgemeinheit zu Verfügung stellen. Das ist meiner Meinung nach pervers….
Das geht aber nur in einem totalitären Staat (zumindest der
Carrier muss den Traffic der Kunden dann vollständig überwachen und darf keinerlei Verschlüsselung zulassen)
Richtig, dann haben wir den totalitären Staat, in dem der Provider zur Durchsetzung von Zensur mißbraucht wird…