Anonym über UMTS
Wer übers Mobilfunknetz ins Internet geht, surft weitgehend anonym. Das ist zwar nicht ganz unbekannt, wurde aber von den Mobilfunkanbietern bislang kaum thematisiert. Möglicherweise auch, weil deswegen die bis vor kurzem gültige Vorratsdatenspeicherung für diesen immer wichtiger werdenden Nutzungskanal praktisch ins Leere lief.
Zum Beleg hier die Auskunft, die ein großer Provider vor wenigen Tagen an eine Behörde gegeben hat:
Die angefragten IP-Adressen werden für den Internetzugang über das GPRS/UMTS-Mobilfunknetz verwendet. Hierbei wird Network-Address-Port-Translation (NAPT) eingesetzt, um nicht zu viele IP-Adressen zu verbrauchen (gemäß RIPE-Richtlinien). Da die IP-Adressen von vielen tausend Kunden gleichzeitig genutzt werden, ist eine genauere Zuordnung nicht möglich.
Was spricht dagegen den Provider beim Namen zu nennen?
Danke für den Tip! :)
Kann man gut brauchen.
Gruß
Joe – über UMTS
Das würde erklären warum es mit UMTS unmöglich ist als Free User bei irgendeinem Filehoster etwas zu saugen.
@NoName: Also bei mir hat es bislang immer geklappt.
Das würde erklären, warum das Bad Behavior-Plugin an meinem WordPress-Blog O2-UMTS-User aussperrt. Zuviel Schabernack von den IP-Adressen. :)
Interessanterweise hatte ich das Problem im e-plus Netz noch nicht. Ob die so wenig Nutzer haben, dass da doch noch jeder seine eigene bekommt? ;)
@NoName:
Unmöglich ist das nicht, nur wenn einer auf einer IP saugt und Tausende mit derselben IP es auch versuchen, macht der Filehoster dicht. Das gleiche Problem wie bei der Benutzung eines Proxies, wer zuerst kommt saugt zuerst…
Dabei war doch ausdrücklich geregelt, dass die Betreiber von NAT-Gateways auch die Zuordnung von interner zu externer Adresse vorratsspeicheichern mussten. Ts…ts…ts… haben die Provider da etwa gespart und gehofft, dass es nicht auffällt?
Ob man sich auf die Aussage verlassen kann?
Es wäre ein leichtes dies intern zu Protokolieren. Sie müssen es nicht, aber Vodafone wäre da jetzt auch nur ein Anbieter der ja auch in vorrauseilenedem Gehorsam Dinge einführte die noch nichtmal gesetzlich vorgeschrieben waren. Sie könnten es also jeden Tag anfangen ohne das man es mitbekommen würde.
Sie sagen aj selber immer Herr Vetter: Das Internet ist kein Rechtsfreier Raum. Es würde mich daher wundern wenn diese nicht zurückverfolgbarkeit ein Zustand von dauer wäre.
Naja, das ist nicht das Einzige was die Jungs da machen. Wie unter http://tinyurl.com/yk3vblh schon letztes Jahr durchs Netz ging, sind viele Provider bei der Inhaltsmanipulation ganz vorne mit dabei. Hier noch schnell ein bisschen Zensur oder "Contentsteuerung" eingestreut, das wird kaum auffallen bei dem Chaos-Code, der da jetzt schon bei raus kommt. UMTS ohne VPN benutzen ist also eine ganz eigene Erfahrung…
Doppelpost weil Edit nicht mehr geht: Ach ja, aber selbst wenn eine Vorratsdatenspeicherung stattfinden würde, gäbe es immer noch genug Möglichkeiten sich über UMTS ganz anonym im Netz zu bewegen: Man sucht sich einen Hinterwald-Aldi und kauft sich dort eine Prepaid-Simkarte. Chancen stehen sehr gut, dass der Verkäufer nicht weiss, dass er sich den Personalausweis zeigen und die Daten erfassen muss.
Siehe Artikel in der CT: http://tinyurl.com/y3k4ntf
Natürlich lässt sich vieles protokollieren. Aber wenn eine Anfrage kommt, wie "Welchem Ihrer Kunden war am 13.04.2010 um 13:37 Uhr die IP 123.456.789.012 zugeordnet", dann läuft das ins Leere, da ja mehrere Kunden mit derselben öffentlichen IP unterwegs sind. Da müsste die Anfrage müsste dann eher lauten "Welcher Ihrer Kunden hat am [Datum] [Uhrzeit] die Homepage [URL] auf dem Webserver mit der IP [IP] aufgerufen". Wenn sie dann Pech haben, waren es gleich mehrere Kunden und es lässt sich trotz Protokoll kein Kunde eindeutig zuordnen.
@3247:
Das wird schon protokoliert, nur ist das keine reine IP Translation, sondern auch Port Translation. In diesem Fall kommen auf eine IP Adresse eine bestimmte Zahl an offenen Ports. Es bekommen verschiedene Kunden ein und dieselbe IP, aber intern einen anderen Port zugeteilt. Das spart internen IP Range, hat aber Nachteile hinsichtlich der verschiedenen Protokolle die nur auf bestimmten Ports laufen können. Gleichzeitig ist es sehr schwierig einer externen IP Adresse eine interne IP Adresse mit passendem Port zuzuordnen, wenn sehr viele Nutzer derselben internen IP nur durch die Portnummer unterschieden werden können.
Wieso Pech? @Krisz
Dann werden halt alle Besucher behausdurchsucht. Sicher ist sicher.
@krisz:
Das stimmt. Daran habe ich garnicht gedacht. Man müsste schon mit Inhatlichen Anfragen kommen.
Auch auf die Gefahr hin, den Leuten Ideen zu geben. Die Zugriffe müssten dann also incl. dem Client-Port geloggt werden, damit eine Zuordnung stattfinden kann.
123.123.123.123:54321 1.2.2003 um 12:34:56 Uhr
oder sehe ich das falsch?
Das ist ja lustig. Man hat da im übrigen noch ein Zeitproblem falls die Uhren des UMTS Providers und des zugegriffenen Hosts nicht synchron laufen: Dann hätte man bei einem Sicherheitsfenster von z.B. +/- 2 Minuten potentiell unzählige UMTS Nutzer die auf die besagte IP Adresse ge-NAT-ted wurden.
@Misel:
Nein, noch viel mehr müsste geloogt werden…
Auszug aus meiner NAT Tabelle
Private IP :Port #Pseudo Port Peer IP :Port
192.168.20.202 51070 47698 83.151.25.246 80
Zusätzlich müsste die Zuordnung Private IP zu öffentlicher IP gespeichert werden
Also
192.168.20.20 84.174.xxx.xxx
(Überall natürlich mit Zeitstempel)
Ergebnis: Bei einer privaten IP durch einen Provider, müsste hierbei immer gespeichert werden mit welchen Host der Kunde kommuniziert (NAT-Tabelle). Dies wäre aber vermutlich selbst mit der VDS verboten gewesen, da hier ja indirekt gespeichert wird welche Seiten der Kunde besucht.
BTW: Hängt es von UMTS Provider ab ob er NAT verwendet und wenn ja, wie
Es gibt Provider die verwenden kein NAT (T-Mobile mit den APN T-D1)… dann gibt es welche die NAT verwenden (T-Mobile mit APN T-Mobile) aber scheinbar nur einen Kunden oder extrem wenig Kunden auf 1 öffentliche IP mappen.
Und es gibt O2 oder E-Plus (zuminderst war es mal so) die gleich eine ganze Menge Kunden auf eine öffentliche IP mappen. Hier hatte ich regelmäßig Meldungen von google bekommen und musste ich mich als "Human" bestätigen.
@Misel:
Richtig, nur jetzt fängt das Problem an.
Wenn unter der internen IP 123.123.123.123:50000 bis 123.123.123.123:51000 sich 1000 UMTS User im Netz bewegen und z.B. 3 User gleichzeitig in diesem Forum lesen und 1 User einen strafrechtlich relevanten Eintrag in diesem Forum tätigt, ist es sehr schwer diesen einen User mittels der vorhandene Log Daten zuzuordnen. Alternativ kann man ja alle User mit einer Hausdurchsuchung beglücken oder unterstellen sie hätten den strafrechtlich relevanten Eintrag getätigt. Nach dem gleichen Schema wurden ja damals Millionen Kreditkarten Transaktion pauschal nach einem bestimmten Zahlenmuster gescannt um Konsumenten von Kinderpornos zu ermitteln.
@15: so isses…
Herr Vetter, wie können Sie nur!
Das war doch Insiderwissen!!!!einself
Eine Veröffentlichung auf Wikileaks wär ja verständlich gewesen, aber zuerst in der c't und jetzt hier, das geht nicht!!!! Das sind ja Mainstreammedien, das bekommt ja jeder(tm) mit
Sofort verbieten!!!!einself
@krisz:
Ja, aber wäre ja noch schöner wenn die Provider auch noch loggen auf welchen Seiten man war.
Was anderes: Facebook hatte auch mal Probleme deswegen. Denn mobile Nutzer bekammen öfters Zugriff auf Konten von anderen Personen. Wobei AT&T dazu auch noch Cookies durcheinander geworfen hatte.
http://arstechnica.com/web/news/2010/01/facebook-att-play-fast-and-loose-with-user-authentication.ars
Wenn man sich die vergebenen DHCP-Adressen ansieht, ist das doch offensichtlich. T-Mobile bzw. jetzt Telekom.de vergibt 10.0.0.0/8-Adressen.
Vielleicht kommt ja bald endlich mal IPv6, auch im Mobilnetz. Unterstützung für MobileIPv6 wäre auch nett.
@Haf: Das liegt aus meiner Sicht eher an der Netzabdeckung von E-Plus bei UMTS:
http://eis03sn1.eplus-online.de/geo/portal/umts
Letztendlich ist es auch keine spezielle Anonymität die man nur bei UMTS hätte…
Genau die gleichen "Probleme" hätte man wenn man ins Internet Cafee geht.. und zwar selbst dann, wenn die Betreiber sich die Namen der Nutzer geben lassen müssten….
Oder bei Hochschulen:
Hier werden auch oft private IP Adressen im WLAN vergeben. Zwar wird geloggt wer sich wann ins WLAN eingeloogt hat, aber durch das NAT ist die IP Adresse wieder auf mehrere User verteilt. Oft wird sowas bei kleinen Hochschulen gemacht, da diese nicht die vielen freien IP Blöcke haben wie die UNI´s.
Oder anonymisierungsdienste in Deutschland..
Auch hier konnte (könnte wieder) durch Nutzung von privaten IP Adressen und NAT die Kunden einigermaßen anonym surfen
So blöd es klingt.. wenn man in Gesetzten schon soetwas wie "IP Adresse" schreibt, muss ein Gesetz auch RFC Kompatibel sein…
@mark:
Ja, das ist leider auch das technische Problem mit NAT.
Das OSI Modell bzw. auch das TCP/IP Refferenzmodell gehen eigentlich von einen strikten Trennung und Aufgabenverteilung der Schichten aus.
Ein normaler Router hat es eigentlich gar nicht zu interessieren was auf Schicht 4 läuft. Schicht 4 (z.B.TCP) ist eigentlich auch nicht verantworlich dass ein IP Paket den richtigen Rechner erreicht. Dafür ist Schicht 3 verantwortlich (IP).
NAT hebt diese Trennung teilweise auf .. nicht nur Schicht 3 ist verantworlich dass ein IP Paket den richtigen Rechner erreicht…Schicht 4 ist mitverantworlich.. dazu werden vom Router noch Portnummer umgeschrieben. Das darf nach OSI eigentlich auch nicht sein…
Genau deswegen gibt es immer wieder Probleme.. mit IPSec .. PPTP VPN .. und und und …
Teilweise werden dann auch Protokolle extra NAT fähig gemacht .. (IPSec mit NAT- Transversal) oder wie bei VOIP .. STUN
Dieser Beitrag erklärt meines Wissens auch den Grund dafür, dass hier im Blog das Plugin entfernt wurde, welches bis vor nicht allzu langer Zeit das zeitnahe nachträgliche Editieren eigener Kommentare ermöglichte.
So ist es jetzt jedenfalls sicherer.
@Vollzugsteilnehmer:
Das Ganze wäre mit Kombination IP/Cookie oder nur Cookie kein großes Hexenwerk und dürfte auch ausreichend sicher sein.
Mit der nächsten VDS wird dann IPv6 gesetzlich vorgeschrieben. ;-) Problem erledigt.
@3247: Dazu muß die anfragende Stelle aber Portnummern mitliefern. Alles an sich kein Problem und schon tausendfach mit größeren NAT-Deployments durchgespielt.
@Haf:
Nein, im eplus Netz bekommt jeder eine IP-Adresse aus dem privaten Bereich 10.0.0.0/8 (z. B. 10.165.23.5). Folglich setzt das jeweilige Gateway per NAT die Adressen in eine gemeinsame öffentliche IP-Adresse um. Ich habe das gerade nochmal geprüft.
Wer über Android surft, dürfte trotzdem einiges an auswertbaren Daten bei Google hinterlassen. Und welchen Stellen die ggf. Einblick gewähren (müssen), weiß wohl keiner so genau….
Ich halte es für Unfug, daß die Provider die Zuordnung nicht erheben. Die brauchen die Zuordnung private IP-Adresse zu Kunde schon zu Abrechnungszwecken, weil sie das Volumen was der Kunde verursacht aufsummieren müssen.
Diese Zuordnung muss zwar nicht dauerhaft sein, aber zumindest solange eine "Verbindung" läuft. Danach kann sich der Provider natürlich nur das Volumen merken und die IP verwerfen.
Es ist naiv anzunehmen, daß nicht geloggt wird.
Beim Internet via Mobilfunk gibt's übrigens keine echten Flatrates, ab Volumen x wird gedrosselt. Also muss auch bei Flatrates erhoben werden wieviel Volumen fließt.
@10/Momo: Für diejenigen, die an der deutsch-österreichischen Grenze wohnen, kommt auch eine Karte aus AT in Frage.
Ich habe heute noch die verstörten Blicke der Verkäufer im Orange-Shop in Erinnerung, als ich mir einmal für den Urlaub eine Prepaidkarte kaufen wollte und ihnen pflichtbewusst aber schwungvoll den Personalausweis auf die Theke legte.
Die meinten wohl, der Piefke wolle damit bezahlen. Bargeld haben sie dann aber genommen.
Achja, und es kostet nur ca. 1/3 dessen, was man hier in DE bezahlt.
PS: Die Zuordnung "private IP" zu "öffentlicher IP" ist während einer Verbindung auch immer konstant, weil sonst viele Protkolle im Internet nicht mehr funktioieren würde.
@Carsten:
Nicht alles ist Unfug, wenn man es im ersten Moment nicht versteht.
Die Abrechnung des Volumens im Mobile Netz erfolgt ausschließlich auf Taktbasis. Ob Minuten oder Datenpakete, alles wird als Taktinformation vom Abrechnungssystem verarbeitet und das funktioniert ungefähr wie folgt.
Datenvolumen geteilt durch Datenpakete (die abgerechnet werden) ist gleich Anzahl der Takte pro Abrechnungszeitraum.
Da werden die Takte einfach runter gezählt und danach die Bandbreite gedrosselt bis zum Ende des Abrechnungszeitraums ohne das irgendein Datenverkehr beobachtet werden muß.
Deshalb stehen bei jedem Datentarif auch die Abrechnungsschritte daneben zu denen abgerechnet wird.
@Carsten:
"PS: Die Zuordnung "private IP" zu "öffentlicher IP" ist während einer Verbindung auch immer konstant, weil sonst viele Protkolle im Internet nicht mehr funktioieren würde."
PPS: Nur hinter der einen "privaten IP" befinden sich tausende Nutzer. Das ist der eigentliche Sinn von NAPT.
Keine Lust mehr…
@Carsten:
Die Zuordnung Kunde–>Private IP–> öffentliche IP reicht nicht aus um eine eindeutige Identifizierung zu ermöglichen.
Wenn mehr als ein Kunde eine öffentliche IP nutzt (es gibt verschiedene Formen von NAT), ist es zwangsweise erforderlich auch die NAT Tabelle komplett zu loggen… Das loggen der NAT Tabelle hat nix mit der Abrechnung zu tun.
Ohne das loggen der NAT Tabelle ergibt sich folgendes "Problem"
Bsp.
In einem Forum wird eine Amok Drohung angezeigt. Die geloggte IP sei 200.100.100.2 .. Urzeit heute um 20:00 Uhr.
Die Polizei stellt fest die IP Adresse gehört zu Provider A. Dieser wird Informiert und gibt bekannt dass sich zu diesen Zeitpunkt ca. 100 Leute hinter der öffentlichen IP Adresse verborgen haben. Da im Forum nur die öffentliche IP erscheint, ist es wenig hilfreich wenn man die zuordnung zur privaten IP weiß.. den Eintrag könnten nämlich theroretisch alle der 100 Leute die zur gleichen Zeit eingeloggt waren vorgenommen haben. Ohne NAT Tabelle weiß man nicht wer eine Verbindung zu dem Server des Forums hatte.
Man hat also 100 potentielle Verdächtige.. und bei 100 Leuten das SEK mal hinzuschicken dürfte nicht machbar sein…
@Carsten:
Btw. ist dies sogar ein Sicherheitsvorteil…
Nehmen wir an alle 5 Sekunden würde man die öffentliche IP Adresse ändern.. (zufälliger IP Pool)
Viele Betreiber loggen einzellne Seitenbesuche.. über Cookies stellt man also fest dass der Kunde z.b innerhalb der Session ca. 50 verschiedene öffentliche IP Adressen hatte.
Also würde man schauen bei welchen Kunden alle diese 50 verschiedenen exteren IP´s zugeteilt waren .. Unter umständen könnte es sein dass es nur bei einen einzigen Kunden der Fall war.. dann wäre dieser Eindeutig identifiziert…
Das muss aber nicht jedes mal aufgehen.. hat zufällig ein anderer Kunde zum gleichen Zeitpunkt die gleichen IP´s zugeteilt bekommen, wäre eine Zuordnung nicht mehr möglich.. oder wenn zu wenige IP´s geloggt wären…
Die statische Zuordnung ist also besser…
Und dann kommt noch dazu: Auch hinter der privaten IP kann sich ein weiteres NAT befinden; bspw. wenn man das Mobiltelefon als AccessPoint und Router agieren lässt um bspw. die UMTS-Verbindung über WLAN zu teilen…
Ach jetzt auf einmal hat man NAT. Muss was brandneues sein was nur bei UMTS genutzt wird. Bei allen anderen Verbindungen schien so ein Verfahren bisher nie als Grund oder Hinderniss….
Na dann warten wir mal, wann Censilia IPv6 zwangsweise einführen will… :-)
@Fabian:
NAT bei UMTS kann mehrere Gründe haben…
1) Man braucht nicht soo viele öffentliche IP Adressen kaufen
2) Handys als Endgeräte benötigen eh selten eine öffentliche IP ..
3) NAT kann man auch als "Firewall" verkaufen..
4) Und ganz wichtig: Durch private IP Adressen verärgert man die Filesharer (low ID bei E-Mule).. weil die will man bei UMTS erst recht nicht haben.. selbst wenn bei 5 GB reduziert wird
5)Die Nachteile durch NAT scheint man bei UMTS Verbindungen weniger zu Beachten, da UMTS eh nicht den stabilen Durchsatz von DSL bieten kann
Vielleicht sollte man das ganze erstmal selbst testen bevor man sich auf diese Anonymität verlässt. Das ganze sieht ganz anders aus, wenn z.B. wenn ein Proxy des Providers zwischengeschaltet ist oder das Telefon selbst bestimmte Daten, in Headerfeldern unterbringt. IP ist nicht der einzige Identifikator eines Telefons. Telefonnummern sind in diesem Zusammenhang beispielsweise nicht unbedingt ungewöhnlich.
Also mir war bisher schon bekannt, dass man bei den Mobilfunkprovidern TEILWEISE ueber ein NAT Gateway im Netz unterwegs ist, dass es allerdings keinerlei Speicherungen zu geben scheint, nicht.
Ich moechte aber mal darauf hinweisen, dass man. z.B. als Vodafone Vertragskunde eine oeffentliche IP Adresse bekommt, als Nutzer von Web Sessions allerdings eine private. Bei Eplus gibt es nur private IP Adresse, fuer T-Mobile oder O2 kann ich nicht sprechen, da habe ich jetzt keine Erfahrungswerte im Kopf.
Fakt ist jedoch, dass technisch gesehn die Speicherung der entsprechenden Vorratsdaten bei einem NAT- Gateway nicht so ganz trivial ist. Speichert man die vergebenen Lokalen IP Adressen und die zugehoerigen oeffentlichen IP Adressen, hat man eine 1-zu-n Beziehung und damit regelmaessgi keine Moeglichkeit, die zu einer den Strafverfolgungsbehoerden bekannten oeffentlichen IP Adresse gehoerende private Adresse zu ermitteln. Speichert man zusatezlich noch die abgehenden Ports, so haette man moeglicherweise ein passendes Indiz, falls den Ermittlungsbehoerden auch diese Information (abgehender Port) bekannt ist. Herkoemmliche Web Server logs geben dies regelmaessig jedoch nicht her. Ausserdem wird in der Regel fuer jede neue Verbindung oder auch jede neu aufgebaute verbindugslose Kommunikation ein neuer Port verwendet. Man koennte natuerlich auch ein NAT- Gateway so betreiben, dass alle von einer bestimmten privaten IP aufgebauten Verbindungen ueber ein und denselben abgehenden Port aufgebaut werden, dann bekommen man aber spaetestens dann ein Problem, wenn man zwei verbindungen gleichzeitig zu ein und dem selben Zielrecher und Zielport aufbauen moechte, weil dann die Pakete nicht mehr zweifelsfrei auseiander zu halten sind. Eine technisch saubere Loesung ist dies also nicht. So kommt man zu dem Schluss, dass die Einzige Variante, vernuenftige verwertbare Informationen an einem NAT- Gateway zu sammeln die waere, dass ein kompletter Datensatz mit den Inhalten Datum, Uhrzeit, Absender- IP, Absender Port, Ziel- IP und Ziel- Port gespeichert wird, was jedoch immernoch keine Garantie dafuer darstellt, spaeter eindeutig differenzierbare Datensaetze zu erhalten. Bauen beispielsweise zwei Rechner zu ein und dem selben Zielhost udn Zielport in etwa gleichzeitig eine verbindung auf z.B. http://www.gulli.com oder http://www.rapidshare.com o.ae., was durchaus denkbar ist bei entsprechend gut besuchten webservern, so kann man moeglicherweise nicht mehr herausfinden, welcher der gesuchte Datensatz war, da keine 100%ige synchronizitaet der uhren garantiert werden kann.
dazu muesste man also noch einen transparenten web proxy dazu nehmen oder eine deep- packet inspection, um logs anzufertigen die auskunft ueber die erfragten ziel- adressen und daten etc. geben. da stoesst man dann wiederum an seine grenzen, sobald ausgefallene ports oder protokolle verwendet werden, da man niemals entspreche tools fuer alle denkbaren protokolle aufsetzen kann, ebenso bei ssl verschluesselten verbindungen o.ae- davon abgesehen werden die anfallenden log- files immens, da man zumindest jeden verbindungsaufbauversuch entsprechend protokollieren muss, hinzu kommt die problematik der verbindungslosen protokolle wie udp icmp usw, bei denen dann jedes paket sinnvoller weise protokolliert werden muss. was da an protokolldatensaetzen anfaellt, kann man sich vorstellen.
@pantomas:
Was meinst du wohl wie/wo das Datenvolumen gemessen wird?
@Christian:
Ich argumentiere ja auch, daß teile der NAT-Tabelle aus Abrechnungsgründen gespeichert wird.
@Zacha:
Der Port wird erst auf einer gut besuchten Seite wichtig.
Bin mal gespannt, wann sie anfangen HTTPS (SSL/TLS) zu zensi… optimieren.
Hier eine Lösung für einige potentielle Probleme (z.B. mit JavaScript / CSS und auch XHTML), diese Verrücktheit der UMTS-Provider auslösen können: http://cymaphore.net/j/e/47
Ich denke man muss hier unterscheiden zwischen einer Anfrage, bei der nur die IP bekannt ist und einer, bei der zusätzlich auch der Port aufgezeichnet wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Betreiber des NAT-Gateways dies zur Zeit der Vorratsdatenspeicherung ohne Logging betreibt (abgesehen von zivilem Ungehorsam). Aber auch zur Abuse-Behaltung werden im Allgemeinen die Daten vorgehalten. Sollte nur eine IP vorliegen, kann man aber nicht auf die interne IP schließen, in diesem Zusammenhang wäre das Statement also korrekt.
In Großbritannien gibt es das gleiche "Problem", wie der IT-Security-Experte Richard Clayton von der Universität Cambridge kürzlich detailliert erläutert hat: http://www.lightbluetouchpaper.org/2010/01/14/mobile-internet-access-data-retention-not/
Er sieht das als eine Art Bug im Text der EU-Direktive zur Vorratsdatenspeicherung von 2006: "instead of the EU Directive (and hence UK and other European laws) saying what was to be achieved — “we want traceability to work” — the bureaucrats decided to say what they wanted done — “we want logs of IP address allocation to be kept”. For most ISPs the two requirements are equivalent. For the mobile companies, with their massive use of NAT, they are not equivalent at all."
Ich lese hier gerade in der ct 13-2011 vom 6.Juni 2011, Seite 119:
</blockquote>
Weiß jemand, ob bei e-plus eine umts ip für eine Region vergeben wird oder ob eine bestimmte ip für ganz Deutschland verwendet werden kann?