Nerdcore.de geht zurück an Rene Walter

Nerdcore.de geht zurück an Rene Walter. Die Denic ist auf Intervention von Walters Anwalt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Pfändung der Domain durch die Firma Euroweb nicht wirksam ist. Deshalb wird jetzt zunächst der alte Zustand wieder hergestellt – schon gestern musste Euroweb im Denic-Verzeichnis weichen. Dort ist jetzt wieder Rene Walter eingetragen.

Auch der triumphierende Text der Firma Euroweb, mit dem sie die Kaperung der Domain bekanntgab und großspurig eine Versteigerung der Internetadresse für gute Zwecke ankündigte, ist schon nicht mehr zu lesen. Derzeit wird die Transitseite der Denic angezeigt.

Die für Euroweb tätigen Rechtsanwälte werden die vermeintliche Erfolgsgeschichte über das Verfahren gegen Rene Walter auf ihrer Webseite wohl zumindest um einen weiteren Absatz erweitern müssen. Dieser dürfte aber nicht mehr ganz so imagefördernd ausfallen.

Walters Rechtsberater, der Kölner IT-Fachanwalt Dominik Boecker, der auch mich übrigens bereits mehrfach erfolgreich vertreten hat, stellte bei der Prüfung des Pfändungsbeschlusses nämlich gravierende Fehler fest. Unter anderem war nach seiner Auffassung Rene Walter vom Gericht kein ausreichendes rechtliches Gehör gewährt worden.

Dieser und andere Mängel führten bei der Denic jetzt zu der Erkenntnis, dass der Pfändungsbeschluss nicht die von Euroweb gewünschten Rechtswirkungen hat. Konkrete Folge: Die Denic stellt den ursprünglichen Zustand wieder her. Nerdcore geht zurück an Rene Walter.

Aller Voraussicht nach guckt Euroweb nun dauerhaft in die Röhre. Walter hat nämlich in der Zwischenzeit alle Verfahrenskosten an Euroweb gezahlt. Euroweb hat also keine Forderungen mehr an ihn, so dass ein neuer Pfändungsbeschluss nicht erlassen werden dürfte. Zu der Pfändung war es gekommen, weil Euroweb Walter wegen kritischer Äußerungen verklagt hatte. Der Blogger hatte sich, wie er selbst einräumt, wegen privatem Stress nicht um die gerichtlichen Schreiben gekümmert, darunter auch Kostenbeschlüsse.

Zu großen Diskussionen führte in den letzten Tagen die Frage, ob die Pfändung von Nerdcore.de überhaupt verhältnismäßig war. Euroweb konnte von Walter nach dessen Angaben etwa 1.100 Euro zuzüglich Zinsen verlangen. Nerdcore.de beherbergte aber eines der besucherstärksten Blogs Deutschlands. Fachleute schätzen den Wert der Domain auf 50.000 bis 80.000 Euro. Nur vor dieser erheblichen Diskrepanz ist es wohl zu verstehen, dass Euroweb nach Inbesitznahme der Domain ankündigte, Nerdcore.de zu versteigern und den Erlös zwei gemeinnützigen Institutionen zukommen zu lassen (eine davon hat die Spende rundheraus abgelehnt, bei der anderen gibt es eine interne Iniative, die Spende zu verweigern).

Wie sich nun herausstellt, hat Euroweb gegenüber dem Gericht erklärt, die Rechte an Nerdcore.de hätten einen “Schätzwert” von 100 Euro (in Worten: einhundert Euro). Nur in Höhe dieses Betrages wären nach Auffassung von Rechtsanwalt Dominik Boecker die Verpflichtungen Walters erloschen, hätte die Pfändung Bestand gehabt. Walter hätte also trotz Kaperung seiner Domain noch einmal rund 1.000 Euro zahlen müssen.

Euroweb wird sich nun fragen lassen müssen, wie es zu der lächerlichen Summe von 100 Euro gekommen ist. Offenbar hat das Gericht den Angaben des Unternehmens blind geglaubt. Das Gericht hat Walter auch nicht angeschrieben und ihm Gelegenheit gegeben, zu dem von Euroweb genannten Schätzwert Stellung zu nehmen. Dazu wäre es aber verpflichtet gewesen.

Die sofort nach Übernahme der Domain von Euroweb angekündigte Versteigerung für einen guten Zweck könnte jetzt zum Bumerang für Euroweb werden. Sie ist jedenfalls ein Indiz dafür, dass Euroweb bewusst gewesen sein könnte, dass der tatsächliche Wert von Nerdcore.de deutlich über den genannten 100 Euro liegt. Ob Rene Walter wegen dieses Sachverhaltes, den er als “Verschleuderung” von Nerdcore.de bezeichnet, zum Beispiel Strafanzeige wegen Verfahrensbetrugs erstattet, ist aber noch nicht entschieden.

Gleiches gilt für den ursprünglichen Prozess, in dem Walter untätig geblieben ist. Hier kann er gegen die Gerichtsbeschlüsse noch Widerspruch einlegen und das Hauptsacheverfahren betreiben. Es würde dann abschließend geklärt, ob Euroweb überhaupt zu Recht gegen den Blogger vorgegangen ist.

Zunächst freut sich Walter, dass er Nerdcore.de wohl an der gewohnten Adresse weiter betreiben kann. “Ich bedanke mich für die ungeahnte und alles andere als selbstverständliche Unterstützung durch unzählige Blogbeiträge und noch mehr Kommentare”, sagte Walter heute morgen.

Nachtrag: Stellungnahme von Euroweb

  • André Thiele

    Es gibt noch Richter. In Frankfurt. Bei der Denic.

  • http://www.zeta-uploader.com Uwe

    Wer ist denn Walters Anwalt? Udo Vetter?

  • Lobo

    Hmm, bei mir ist noch die euroweb seite zu sehen…

  • turtle of doom

    :)

    Aber ich hätte es eine Spur toller gefunden, wenn Euroweb die Domain sofort verkauft hätte. *popcorn wieder beiseite leg*

  • http://www.jottunddiewelt.de Jott

    Also ich sehe ganz aktuell wieder die Seite von Euroweb…

  • http://rz.koepke.net Reizzentrum

    DENIC stellt fest “dass der Pfändungsbeschluss nicht die von Euroweb gewünschten Rechtswirkungen hat” Seit wann stellen eGs Rechtswirkungen fest? Ich halte diese Entwicklung für äusserst gefährlich – wird mir als Privatmensch diese Autorität zukünftig auch zugestanden?

    Frag ja nur ….

  • Sebastian

    Kinners, wenn ihr die Geschichte verfolgt habt war auch fast eine Woche vor der Euroweb-Seite auf nerdcore.de Euroweb schon im DeNIC eingetragen.

    Es dauert eine Weile, bis die Nameserver die Anfragen an nerdcore.de nicht mehr auf den Server von Euroweb umleiten sondern auf die Server von Rene Walter.

  • Googler

    Wenn man nach Nerdcore.de googelt, dann kommt erstmal eine Anzeige von Euroweb.de über die Domainversteigerung. Erinnert an das herumzeigen von Trophäen nach der Jagd.

  • tyler

    “Aller Voraussicht nach guckt Euroweb nun dauerhaft in die Röhre. Walter hat nämlich in der Zwischenzeit alle Verfahrenskosten an Euroweb gezahlt.”

    Dann hat also Renes “Ich ignorier das Verfahren einfach mal”-Strategie nicht funktioniert.
    Wieso schaut jetzt Euroweb in die Röhre?

    …wollen wir wetten, dass Rene beim nächsten juristischen Schreiben den Arsch früher hoch bekommt?

    =>Ziel erreicht

  • tripeX

    Euroweb dürfte sich mit der Aktion ein weiteres mal in die Nesseln gesetzt haben und ich gehe meiner persönlich Meinung nach davon aus, das Herr Walter hier ein wenig gepokert hat mit einem gewissen Restrisiko.

    Weil die ganze Aktion hat einen faden PR-lastigen Beigeschmack, der nicht wirklich weichen möchte. Euroweb hat hierbei gut was abbekommen, Herr Walter und seine Seite Nerdcore eine gewisse Aufmerksamkeit erhalten. Zumindest in Internetkreisen ist die Domain nun noch bekannter als vorher.

    Aber im Herzen muss ich Herrn Walter gratulieren, weil Euroweb auch schon Verwandtschaft von mir über den Tisch gezogen hat und ich Ihnen diese Schlappe gönne.

    Gut, man mag viel vermuten, beweisen kann man es nicht, ergo persönliche Meinung mit der Klausel, das dies nur meine Meinung wiederspiegelt und nicht die Meinung von Udo Vetter oder einem der anderen 6.5 Milliarden Individuen auf dieser Welt.

  • Jott

    Muss nicht unbedingt so sein. Würde dir ja Recht geben, wenn nicht vorher schon die Transit-Seite zu sehen gewesen wäre…

  • http://twitter.com/JoSchaefers jo

    Wer ist denn Walters Anwalt? Udo Vetter?

    Nope. Dominik Boecker (Köln), siehe Beitrag.

  • Sanda

    @Uwe: Steht doch im Text. Wer lesen kann …

  • http://lawblog.de Udo Vetter

    Bitte nicht wegen älterer Fragen auf die Kommentatoren eindreschen. Der Text wurde sukzessive veröffentlicht; es stand also nicht von vornherein alles drin.

  • Troll

    @wer noch die Euroweb Seite sieht

    Router resetten, bzw. Internetverbindung neu aufbauen, danach sieht man die aktuelle Seite.

  • Troll

    Wie wärs, wenn alle die hier gegen Eurobweb wettern, auch mal was tun?
    Z.b. alle Sportler der Euroweb-Sport Förderung mailen, mit der Frage ob Sie von so einer Firma gefördert werden wollen?

  • Don
  • Jott

    Troll, der arme Router kann nichts dafür… Verlauf bzw. History löschen sollte reichen ;)

  • Troll

    @jott
    Reicht leider nicht, auch F5 hilft da nicht weiter

    @all
    Übrigens gibts bei Youtube ein Interview mit Walter von Nerdcore.de
    http://www.youtube.com/watch?v=pUC6KFmNHIQ

  • Hondo

    @Udo Vetter:
    Werde den Tag über mal immer wieder reinschauen. Ist jetzt schon die dritte Version, die ich heute sehe. Warte hier also gespannt auf Version 4 – 12 :D

  • marcus05

    Wem droht denn was bei Verfahrensbetrug?

  • Jörg

    Hauptsache EUROWEB hat mal wieder negative Schlagzeilen bekommen, freut mich sehr!

  • Pierre

    Die würde ich jetzt an seiner Stelle sowas von in Grund und Boden klagen. Einfach aus Prinzip. Nicht wegen dem Geld. Schönen Denkzettel verpassen (den persönlichen) :)

  • r.nuwieder

    Seit wann entscheidet die denic über die Rechtmäßigkeit eines Pfändungsbeschlusses?

  • AndreasM

    Die Frage, ob Prozessbetrug in diesem Fall vorliegt, ist nicht ganz so einfach zu beantworten.
    Vorsatz liegt zwar wahrscheinlich vor, da sowohl Euroweb als auch ihre Anwälte den Wert von Domains einigermassen kennen sollten (und ausserdem Euroweb mit der Pfändung geprahlt hat hinterher).
    Aber so ein Wert ist halt erstmal keine Tatsache. Aber bei so massiver Abweichung … und dann auch noch gegenüber einem Rechtspfleger, der wahrscheinlich recht geringe Vorstellungen vom Wert einer Domain hat.

    Unabhängig davon ist die Frage, ob die Denic da überhaupt etwas machen durfte, solange die Vollstreckungserinnerung noch nicht entschieden ist. Die Denic ist schliesslich kein Richter.

  • Robert

    @Uwe: @Uwe:

    Nochmal lesen.. und zwar richtig lesen. Steht nämlich im Text.

  • Gerrit

    @Uwe:

    Wer lesen kann…

    “Walters Rechtsberater, der Kölner IT-Fachanwalt Dominik Boecker, der auch mich übrigens bereits mehrfach erfolgreich vertreten hat…”

  • Gerrit

    @Udo Vetter:

    Kann doch kein normaler Leser ahnen.

    Sorry

  • Max

    @Robert:

    Und du les dir hier erstmal die Kommentare durch… und zwar richtig lesen.

  • Hondo

    @Robert:
    @Gerrit:

    Stimmt schon, wer lesen kann, der würde merken, dass das am Anfang eben nicht stand…

    @Udo Vetter:

  • 5zjunge

    Wie sieht die strafrechtliche Komponente aus? 100 Euro. Da muss man sich aber sehr blöd stellen, um Vorsatz zu entkräften.

  • Uttermann

    @Gerrit: @Robert:

    Wer nicht alles richtig lesen kann und unter selektiver Wahrnehmung leidet, kann sich selbst auch als Doof outen….

    Udo Vetter (Link) meint: (22.1.2011 um 11:51) Antworten
    Bitte nicht wegen älterer Fragen auf die Kommentatoren eindreschen. Der Text wurde sukzessive veröffentlicht; es stand also nicht von vornherein alles drin.

  • Andragon

    @Gerrit und @Robert Kommentare 26 & 27 …..

    Ich schreibt gerade wer lesen kann …. oder nochmal lesen ….

    Ich sage dazu … wer lesen kann, schaut mal Kommentar 14 an von Udo Vetter … Wenn man schon rumklugscheißt auch alles lesen :)

  • Herr Erfoderlich

    wohl nichts mit der “Neuen Erfahrung für Blogger”. Neue Erfahrung für Abmahner.

  • florian

    Als gemeinnmützige Organisation, an die Euroweb ganz großzügig den halben Erlös in Höhe von 100(!!) – in Worten: hundert – Euro spenden wollte, würde mir diese Konstellation, nämlich die ja durchaus PR-taugliche Verwendung meines Namens, sehr schmeicheln.

    Das sollte beiden Organisationen eine wahrheitsfindene Veröffentlichung wert sein.

  • Ragnar

    Also wird das nichterscheinen Walters vor Gericht als “kein ausreichendes rechtliches Gehör gewährt worden” ausgelegt? Den muss ich mir merken.

  • http://twitter.com/JoSchaefers jo

    Zu meiner eigenen Ehrenrettung möchte ich kurz erwähnen, dass der Hinweis auf Dominik Boecker zum Zeitpunkt meines Hinweises (Kommentar #12) noch nicht so deutlich war. Da gab es lediglich ein kurzes Zitat ohne weitere Eklärung.

    Nicht, dass das irgendwie wichtig ist, es schaut im nachhinein aber ein klein wenig dumm aus. Dabei wollte ich als alter Pfadfinder eigentlich nur die Frage aus Kommentar #2 beantworten ,)

  • Reinhard

    @Ragnar: “Also wird das nichterscheinen Walters vor Gericht als “kein ausreichendes rechtliches Gehör gewährt worden” ausgelegt?”

    Steht das irgendwo? Hast Du Einblick in die Urteilsbegründung?

  • nemo

    … nur zur Info, die Adwords-Kapagne von Euroweb läuft noch. Einfach mal nach “nerdcore.de” googlen.

    Aber bitte nicht auf die Anzeige klicken, Euroweb muss ja für jeden Klick zahlen …

  • http://twitter.com/JoSchaefers jo

    @Ragnar: Der Termin im August und die Pfändung im Dezember sind wohl unterschiedliche Dinge, findest du nicht?

  • http://www.webdesign-podcast.de Passe

    @r.nuwieder
    Das würde mich auch mal interessieren.

    Naja aber erstmal hat Rene seine Domain wieder, mal sehen was kommende Woche passiert.

  • Stefan Kelemen

    @Lobo:

    Strg+F5

  • micha

    @Udo Vetter: einfach nächstes mal auf Änderungen hinweisen :-)

  • Diskrimierter

    “Fachleute” meinten auch BasicThinking sei mehr als 100.000 Euro wert. Und dann wurde es für ~30.000 vertickert…

  • http://www.soniagalai.wordpress.com Sonia Galai

    “Gleiches gilt für den ursprünglichen Prozess, in dem Walter untätig geblieben ist. Hier kann er gegen die Gerichtsbeschlüsse noch Widerspruch einlegen und das Hauptsacheverfahren betreiben. Es würde dann abschließend geklärt, ob Euroweb überhaupt zu Recht gegen den Blogger vorgegangen ist.”

    DAS war für mich seit Tagen die Frage Nr. 1!!! Ich habe leider den Originalpost von René nicht gelesen.

    Ich hörte von dem Fall Telebid.de vs. Battson, bei dem der Blogger gewann http://tobe.battson.de/2008/kurzer-prozess-mit-telebid

    Keine Ahnung, ob man das mit der Nerdcore.de Situation vergleichen kann, allerdings fänd ich es schon interessant zu erfahren, OB René Walter überhaupt etwas “falsch” gemacht hatte mit seiner Äußerung.

    Diese Frage scheint mir noch offen.

  • http://heinka.wordpress.com/ heinka

    Was für ´ne Geschichte!?

    Na jetzt kenne ich nerdcore.de auch! Bisher war mir dieser Blog leider noch nie im Web “begegnet”!? Und mit Sicherheit werde ich demnächst dort mal vorbeischau´n…

  • Anka

    Hm… Ich finde auf der Site gerade folgendes:

    [i]”TRANSIT-Informationsseite

    Die aufgerufene Domain ist derzeit nicht erreichbar.

    Der Domaininhaber bzw. der administrative Ansprechpartner sollte inzwischen über die Probleme informiert sein. Wir rechnen daher in Kürze mit ihrer Behebung.

    Sollten Sie als Domaininhaber bzw. administrativer Ansprechpartner jedoch noch nicht über die Schwierigkeiten unterrichtet sein, so liegt das unter Umständen daran, dass wir Sie nicht erreichen konnten. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an:”[/i]

    Abgesehen davon habe ich gestern schon mit einer raschen Löschung des “triumphierenden Textes” von Euroweb gerechnet… Wer also wissen möchte, was die Herrschaften geschreiben haben – den Text habe ich noch gespeichert.

    Obwohl ich glaube, daß einige von euch auch einen “Screenshot” gemacht haben.

    Gruß, Anka

  • http://www.testkaninchen.de Testkaninchen

    Wenn Ihr unter Nerdcore.de noch die Euroweb-Seite seht: mit dem Befehl “ipconfig /flushdns” den DNS-Cache leeren (gilt natürlich für Windows, *Nixer wissen sowas und die verAppleten haben es nicht anders verdient).
    Funktioniert das nicht mit “ipconfig /all” schauen ob DNS identisch mit dem Standardgateway ist. Wenn Ja: Router neustarten, Wenn Nein: freien DNS-Server eintragen. Bei der Gelegenheit habt Ihr gleich mal euren Nameservice getestet. :-)

    Ach ja, und es dauert auch noch eine Weile bis die DNS-Einträge zurück zum originalen Webspace zeigen. Weiterhin muß René wahrscheinlich auch wieder die Anpassungen für crackajack zurückdrehen.

  • http://www.kellerbude.de Joaquin

    Gut auch für die kleinen Webseitenbetreiber zu wissen, dass sich die DENIC hier nicht vollständig Instrumentalisieren lässt.

  • Wertanalyst

    “Fachleute schätzen den Wert der Domain auf 50.000 bis 80.000 Euro.”

    Gibt es dafür Quellen? Oder zumindest den Namen der Fachleute?

    Nicht böse gemeint, aber so ist diese Information irgendwie… wertlos. Schätze ich mal.

  • http://www.eigentumswohnungen.me Melanie

    Wenn Euroweb Renes Domain (unberechtigt) nutzt, sollte er wenigstens “Miete” dafür verlangen.
    Vielleicht bekommt er ja per Saldo von Euroweb noch eine Erstattung.

  • Wetter

    @Diskrimierter:
    50.000-80.000€ vs. 100€ ist schon ein klein wenig größerer Unterschied als von 100.000 zu 30.000€ ;)

  • http://twitter.com/Telegehirn Telegehirn

    Die Domain sei nur 100€ wert? Entweder hat die Firma Euroweb keinerlei Kompetenz, was die Bewertung von Websites betrifft oder sie haben bewusst den Wert zu niedrig angesetzt. Wie auch immer: Euroweb hat ein gewaltiges Eigentor geschossen.

    Es zeichnet sich nun ein Happy End für Nerdcore ab, was aber weniger an der tollen Solidaritätswelle liegen dürfte, als an, sagen wir mal, winkeladvocatischen Zügen, denen die DENIC zum Glück gefolgt ist.

  • http://heinka.wordpress.com/ heinka

    Ich hatte bereits einen Kommentar geschrieben, der aber aus irgendeinem Grunde nicht angekommen ist!?

    Ich finde, das war wieder mal ´ne richtig spannende und aufregende Blogger-Geschichte.
    Sie hat deutlich gezeigt, dass das BLOGGEN nicht ganz ungefährlich ist.

    Sie hat aber auch zum wiederholten Male gezeigt, dass die Blogger-Szene eine wahre Macht darstellt!

  • Gerrit

    @Andragon:

    [klugscheißmodus]

    Wenn Udo es Stück für Stück veröffentlicht besteht die Gefahr, dass nicht jeder, zu jeder Zeit alles im Zusammenhang lesen kann.

    Auch Ihnen wünsche ich ein entspanntes Wochende.

  • http://rechtsfreie-zone-kassel.blogspot.com Strafanzeige

    Dem Bericht nach kommt es wohl es nicht auf Strafanzeige des Herrn Walter an.

  • http://twitter.com/40something 40something

    Also, wenn Euroweb eine derart starke Webseite tatsächlich mit 100 Euro Wert ansetzt – dann dürften die Web-Präsenzen, die Euroweb Kleinunternehmen verkauft, ja deutlich weniger wert sein? Und diejenigen, die bei Euroweb einen Vertrag über eine von der Firma gestaltete Webpräsenz unterzeichnet haben, wurden mit Kosten von mehreren tausend Euro über den Wert ihrer Domain, sagen wir mal, etwas in die Irre geführt und könnten jetzt gegen Euroweb klagen?

  • http://www.internet-law.de Stadler

    Man muss aber sehen, dass sich juristisch betrachtet nichts verändert hat. DENIC hat sich dazu entschlossen, einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, der an DENIC als Drittschuldner adressiert ist, zu ignorieren.

    Dieses Verhalten muss man aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für bedenklich halten. Indem DENIC meint gerichtliche Entscheidungen einfach missachten zu können, stellt sie sich über das Gesetz. Zu diesem Rechtsbruch durch DENIC muss man nicht deshalb Beifall klatschen, weil man im Einzelfall das Ergebnis für richtig hält.

    Wer mit gerichtlichen Entscheidungen nicht einverstanden ist, muss die gesetzlich vorgesehenen Rechtsbehelfe ergreifen. Das gilt auch immer noch für die DENIC.

  • KW

    @55
    Das sehe ich auch so. Selbst wenn der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss rechtswidrig sein sollte, bleibt er weiterhin wirksam. Damit stehen die Rechte Euroweb zu, unabhängig davon, wen die DENIC im Verzeichnis führt.

    Ich fände es sehr hilfreich, wenn sich hier mehr Juristen äußern würden, die sich gut mit dem (wie man sieht, durchaus anspruchsvollen) Zwangsvollstreckungsrecht auskennen. Herr Vetter ist nun einmal Strafverteidiger und auf auf diesem Gebiet kompetent.

  • 3247

    Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss mag vielleicht wirksam sein. Das heißt aber auch nicht, dass er auch die von Euroweb gewünschte Wirkung hat.
    Ein dummer Formfehler kann schon dafür reichen, dass man mit dem wirksamen Beschloss nichts anfangen kann.

  • Dominik Boecker

    @Stadler: Thomas, es gibt für solche Konstellationen eine eigene Klageart.

    “Wer mit gerichtlichen Entscheidungen nicht einverstanden ist, muss die gesetzlich vorgesehenen Rechtsbehelfe ergreifen. Das gilt auch immer noch für die DENIC.”

    Ein Drittschuldner (wobei diese Stellung der DENIC durchaus diskussionswürdig ist) kann keinen Rechtsbehelf ergreifen. Er kann sich nur weigern und warten, dass die passende Klage kommt (wobei diese Front noch nicht abschließend geklärt ist; kann gut sein, dass sich das vorher in Wohlgefallen auflöst).

    @51: “winkeladvocatischen”? Ähem?

  • Q

    Ich mag ja den Herrn Walter nicht. Ist mir völlig unsymphatisch. Aber trotzdem musste ich gleich denken “Häh? Wieso dürfen die das?”, als ich von der Pfändung gelesen habe. Gut zu lesen, dass sie es also tatsächlich NICHT dürfen.

    Echt merkwürdig. Irgendwie wirkte das auf mich ein bißchen so, als dürfe man dann z.B. auch einen Künstlernamen pfänden, weil, der könnte bei ‘ner Versteigerung ja Geld bringen.

    Von Euroweb hatte ich vorher auch noch nie was gehört; aber dieses Gehabe “Haha, der schuldet uns Geld, jetzt haben wir seine Internetseite gekriegt! Guckt mal! Die versteigern wir jetzt!” wirkte auf mich reichlich kindisch und einer Firma, in der Erwachsene arbeiten nicht gerade angemessen. Kann man ja intern machen, aber so öffentlich, nee.

  • Hans

    @Q: Bitte noch mal richtig lesen. Sie dürfen eben prinzipiell doch. Nur ist hier einiges falsch gelaufen, z.B. ein Versäumnis des Gerichtes. Da kann Euroweb nicht mal was für.

    Dass die Pfändung von Domains grundsätzlich möglich ist, ist lange geklärt.

  • KW

    @58
    Gut, entweder ist die Pfändung der Domain nerdcore.de durch den PfÜB wirksam oder nicht wirksam erfolgt. Was die DENIC tut oder lässt, spielt dabei keine Rolle.

  • Zero the Hero

    Mir kommt da einiges spanisch vor:
    * nach meinen sehr beschränkten Rechtskenntnissen hat immer der Exekutor (Gerichtsvollzieher) sowohl die Pfändung, die Verwahrung als auch die Versteigerung (eventuell auch freihändige Vergabe) einer Sache vorzunehmen.

    Wieso hat Euroweb also die Domain überhaupt in die Finger bekommen?

    * kommt bei der Verwertung der Sache durch den Exekutor mehr Geld rum als für die Begleichung der Schuld (+ Verfahrenskosten) nötig ist, kriegt der Schuldner den überbleibenden Betrag zurück. Kommt weniger bei rum, reduziert sich die Schuld des Schuldners nur um den erzielten Betrag.

    Wieso kann Euroweb große Töne spucken, daß sie einen Versteigerungsüberschuß an 3. spenden würden?

    * der Verstoß gegen das Gebot der Überpfändung.

  • derroterecher

    Da sieht man, dass dort der Richter sich nicht so auskannte in Domain Wald, hätter er selber gewusst, das so ne Domain im Jahr 12€ Kostet und die Domain Täglich 20.000 mal Abgeklicht wird, hätte er eigendlich mherken müssen, dass er z.B ein Porsche für ein Appel und Ei verschenkt.

    Ich freu mich mit Rène über den Erfolg gegen Euroweb.

    PS die Denic kann ja nach meiner Auassung auch gegen ein Beschluss vom Gericht handeln, wenn die den Verdacht haben, dass dort eine Straftat begangen wurde wie im Fall Rène.

    Am ende Sieg für Rène, niederlage für Euroweb , und ein Amtsgericht was sich jetzt Fragen stellen lassen muss.

  • joane

    @Wertanalyst:

    also robert basic schätz nerdcore.de auf 20.000 euro(niedrigst mögliche schätzung) ein.und der hat seine domain ja damals sehr erfolgreich verkauft (basicthinking),wenn ich mich richtig erinnere.
    diese halte einschätzung für glaubwürdig…
    ob sich udo darauf bezieht weiss ich nicht und glaube ich nicht.aber 20.000 euro(vielleicht etwas mehr,vieleicht auch etwas weniger) halte ich für realistisch

  • joane
  • olleIcke

    @tyler: Seit wann hatte Rene irgendeine Strategie dabei?!?

    Und was juckt es EuroFap ob er in Zukunft brav schnell reagiert?

    => Thema verfehlt

  • Winkeladvokat

    @62

    Da kommt es schon auf die Sprachregelung an. Hat Euroweb versprochen, den “Überschuss” oder den “gesamten Erlös” zu spenden? Eventuell haben sie nichts dergleichen behauptet. In dem Fall wäre natürlich interessant, ob sich ein eventueller Käufer hätte betrogen fühlen können, der vielleicht bereit gewesen wäre, einen höheren Kaufpreis zu zahlen, in der Annahme, das Geld würde gespendet. Das wird sich nun leider nicht mehr prüfen lassen.

    Mal abgesehen vom Verhalten von Euroweb: Auch wenn ich es persönlich anders sehe, dem Artikel nach zu urteilen besteht das eigentlich Merkwürdige in diesem Fall im anmaßenden Verhalten der Denic, oder?

  • Namenstag

    Was wäre denn, wenn ein unabhängiger Ästhetik-Gutachter Walters Äusserungen dahingehend überprüfte, ob sie evtl. nicht sogar (teils) zutreffen? Also vielleicht etwas drastisch sind, aber einen wahren Kern treffen? Er zielte dabei ja (laut Medienberichten) auf die Gestaltung der Websites ab, die er wohl als handwerklich mangelhaft empfand. Dafür müsste es doch objektive Kriterien oder Vergleichsmöglichkeiten geben (etwa vergleichbare Websites anderer Anbieter, einen “Stand der Technik”, bzw. “Ästhetik”, also das, was man als Laie schon erwarten könnte).

    Ich selbst kann das natürlich garnicht beurteilen: die “powered by Euroweb”-Seiten, die ich mir ansah, funktionierten jedenfalls (im Sinne “da steht was und da sind Bilder und ich klick wohin auf einen Link, und eine neue Seite erscheint”), alles weitergehende sollten dann eben Fachleute bewerten.

    Ich kann mir aber zb. nicht vorstellen, dass wenn ein Musikblog eines Plattenkritikers über eine neue Platte einer Band schreibt “Leute, das ist Schrott, das ist Müll, die Scheibe müsst ihr nicht haben”, die Plattenfirma daraufhin rechtlich gegen den Blog vorgehen könnte. Oder beim letzten Donnersmarck-Werk, das in der Luft zerrissen wurde, den Kritikern nun Prozesse drohten.

  • djk
  • joane

    jugendschutz.war ja klar dass dieses wort wieder fallen musste…cdu und so

  • KW

    @71
    Ob die Äußerungen zutreffen oder nicht, ist hier wohl unerheblich. Das Versäumnisurteil ist anscheinend im August 2010 ergangen, so dass kein Rechtsbehelf mehr in Betracht kommen dürfte.

  • Ano Nym

    @Don: http://bizinformation.org/de/www.asdfghjkl.de

    “Asdfghjkl.de Bewertung € 3.018,31″

  • AndreasM

    @Namenstag:
    Die Äusserungen wurden noch gar nicht gerichtlich evaluiert, da Rene Walter durch Nichterscheinen ein Versäumnisurteil kassiert hat.

    @KW:
    Es war nur eine Einstweilige Verfügung. Das heisst, die Hauptsache steht noch aus und deren Erhebung kann jetzt durch Rene Walter erzwungen werden (wonach bei Nichterhebung der Klage die Einstweilige Verfügung aufgehoben werden würde).

  • http://uli-e.de Uli-E

    Ich nehme an der nächste Schritt in der Evolution ist das alle Anwalt werden und Beck von Geburt an im Gehirn implementiert ist.

    Ein Anwalt kann gar nicht verlieren. Aber ich gleite wieder ab in Advokatenwitze: Freudenmädchen legen nur Lebendige aufs Kreuz, Anwälte…

    Mag die Zunft halt nicht. Richtet sich nur gegen den Beruf nicht persönlich gegen sie Herr Vetter :)

  • knutw

    Die einfachen Tatsachen scheinen mir folgende zu sein.
    Euroweb hat versucht die Webseite bei der Denic zu pfänden, aber die Zustellung nicht nachgewiesen. Die Denic hat daraufhin die Pfändung als unwirksam betrachtet. Da der Schuldner gezahlt hat, ist die Forderung erloschen und es entfallen alle Vollstreckungsmöglichkeiten. Sollte noch eine Pfändung unter Vorlage der Zustellungsurkunde versucht werden, wäre dies Rechtsmissbrauch. Selbstverständlich ist die Denic verpflichtet, die Wirksamkeit einer Pfändung zu prüfen.
    Die Denic dürfte auch nicht verpflichtet sein, den Gläubiger vorher darauf hinzuweisen, dass die Pfändung nicht wirksam ist.

  • KW

    @AndreasM:
    Wenn man dem auf netzpolitik.org geposteten Ausschnitt glauben darf, ist ein Urteil ergangen: http://www.netzpolitik.org/2011/euroweb-vs-nerdcore-stellungnahme-von-euroweb/

    @knutw:
    Das ist rechtlich so nicht richtig. Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss entfaltet seine Wirkung unabhängig davon, ob die Denic ihm folgt oder nicht. Sollte er also wirksam gewesen sein (um das zu beurteilen, fehlen die Informationen), ist Euroweb nach wie vor Inhaberin der Domainrechte und der Verzeichniseintrag ist falsch. Umgekehrt gilt: Sollte er unwirksam gewesen sein, ist Euroweb nie Domaininhaberin gewesen, auch wenn sie als solche eingetragen war.

    Als Nichtjurist ist einem vielleicht auch nicht bewusst, dass eine rechtswidrige Pfändung im Regelfall dennoch wirksam ist, so lange das zuständige Gericht sie nicht für unwirksam erklärt.

  • tyler

    @olleIcke
    Jetzt wirf dem armen Rene doch nicht auch noch komplette Planlosigkeit vor!
    Versuchst Du eigentlich alles auszublenden, was dir nicht in den Kram passt?
    Der Auftritt von Rene war von Inkonsequenz und Doppelmoral geprägt.
    Ihm waren Recht&Gesetz ganz genau bis zu dem Zeitpunkt scheissegal, bis er selber der Leidtragende war.
    ….und dann stellt er sich hin und plärrt laut nach der Justiz.

    Also Euroweb war schon vor der Aktion unsympathisch
    Die charakterlichen Defite Renes haben sich jetzt erst gezeigt
    Ein Erfolg sieht wirklich anders aus

  • BV

    Oh, Euroweb hat schlechte Laune bekommen und drischt auf Denic ein:

    http://blog.euroweb.de/das-internet-%E2%80%93-eine-rechtsfreie-zone

    Man darf gespannt sein, ob und wie es weitergeht…

  • AndreasM

    @KW:
    Es ist ein Versäumnisurteil ergangen, aber eben nicht im Hauptsacheverfahren, das noch gar nicht anhängig ist, sondern im Verfahren der Einstweiligen Verfügung. Das Gericht hat wohl Euroweb nicht genug geglaubt, um per Beschluss die Einstweilige Verfügung zu erlassen, sondern stattdessen eine mündliche Verhandlung angesetzt. Somit dann Urteil anstatt Beschluss, aber das Ergebnis ist trotzdem nur eine Einstweilige Verfügung.

  • KW

    @AndreasM
    Das ist richtig, der Rechtsbehelf bleibt ihm noch! Anders als im Text genannt, würde es sich dabei aber nicht um einen Widerspruch handeln, da ein solcher nur gegen einen Beschluss eingelegt werden kann, § 924 Abs. 1 ZPO.

  • Hans

    Eins muss man diesen Leuten ja aber lassen: In deren Blogbeitrag (http://blog.euroweb.de/das-internet-–-eine-rechtsfreie-zone) werden selbst handfeste Beleidigungen gegen das Unternehmen stehen gelassen.

    Für so souverän hätte ich diese Geschäftemacher nicht gehalten. Oder macht das nur der Praktikant?

  • AndreasM

    @KW:
    Das ist richtig, stattdessen muss ein “Antrag auf Erhebung der Hauptsache” gestellt werden, was Euroweb dann eine zu bestimmende Frist geben würde, die Klage in der Hauptsache zu erheben. Machen sie das nicht, kann die Einstweilige Verfügung aufgehoben werden und es entstehen potentiell Schadensersatzansprüche gegenüber Euroweb.

  • Bernhard

    Ich würde auch mal die Anwälte dieser “Euroweb” auf eventuelle Forderungen abklopfen…

    “Anwälte”…

  • Avantgarde

    Vielleicht ein paar Erläuterungen.

    Es geht nicht um die Gerichtsverhandlung, bei der Walter nicht erschienben ist, sondern um die Pfändung der Domain, über die Walter erst am 23.12.2010 informiert wurde.

    Und das geht ohne Gehör nicht

    ZPO § 844 Absatz 1
    Ist die gepfändete Forderung bedingt oder betagt oder ist ihre Einziehung wegen der Abhängigkeit von einer Gegenleistung oder aus anderen Gründen mit Schwierigkeiten verbunden, so kann das Gericht auf Antrag an Stelle der Überweisung eine andere Art der Verwertung anordnen.

    ZPO § 844 Absatz 2
    Vor dem Beschluss, durch welchen dem Antrag stattgegeben wird, ist der Gegner zu hören, sofern nicht eine Zustellung im Ausland oder eine öffentliche Zustellung erforderlich wird.

    Euroweb hat – wie ich vermutet habe – tatsächlich nur den Wert der schuldrechtlichen Ansprüche gegenüber der Denic angesetzt. Und da kommen 100 Euro durchaus hin.

    Der tatsächliche Wert ist natürlich wesentlich höher. Und nun liegt der Verdacht nicht allzufern, dasss Euroweb der wesentlich höhere Versteigerungswert der Domain bewusst war – oh und dann sollte man eine Extraration Popcorn bereithalten.

    Die Domain bekommt Euroweb nicht mehr, egal was passiert, da die Forderung beglichen ist.

  • Avantgarde

    PS: Gerade die Tatsache, dass sich Euroweb die Domain “an Zahlungs Statt” hat überweisen lassen (man wollte unbedingt die definitive Eigentumsübertrag für läppische 100 Euro) und nicht die wesentlich üblicher “Überweisung zur Einziehung” legt die Annahme von Vorsatz nahe.

  • eieieiei

    tutorial:wie zerlegt man erfolgreich eine umstrittene i-net-firma:man nutze den streisand-effekt ;)

  • Markus Holzer

    Was hat man vom Kommentar Nummer 16 auf dem Euroweb Blog zu halten? Ich denke mal da ein Jura Student ein wenig geuebt.

    Zur Referenz
    ============

    GW Euroweb jetzt wurde Gerade der Spiß Umgedreht

    Strafanzeige wegen

    gewerbsmäßigen Betruges gemäß § 263 StGB Absatz 1 und 2 Punkte 1,3 und Hehlerei gemäß §§ 260, 261 StGB

    gegen
    Christoph Preuss als Geschäftsführer der
    Euroweb Internet GmbH
    Hansaallee 29940549 Düsseldorf

    den an der Pfändung verfahrensbeteiligten Anwalt der
    Kanzlei Berger, Feitzinger, Ziental GbR
    Weißhausstraße 30
    50939 Köln

    Daniel Fratzscher als Geschäftsführer der
    New Media Marketing- und Vertriebs GmbH
    Wallstr. 16/ Haus G
    10179 Berlin
    Zum Nachteil von

    Rene Walter,
    Im Meerchen 13
    64560 Riedstadt

    Tatort:

    Amtsgericht Berlin

    Tathergang:

    Der Beschuldigte zu 1) erwirkte zunächst mit Unterstützung der Anwälte der Beschuldigten zu 2) vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen Herrn Walter.

    Nachdem Herr Walter die Kosten des Verfahrens in Höhe von 1.1.00,00 Euro nicht zahlte erwirkte die Beschuldigte zu 1) gemeinsam mit der Beschuldigten zu 2) eine Pfändung und Übertragung der Internet Domain nerdcore.de. Hier gaben diese unwahr und wider besseren Wissens an, diese Domain habe einen Wert von nur ca. 100,00 Euro.

    Die Domain hat aber einen geschätzten Wert von ca. 50.000 bis 80.000 Euro. Dies wussten sowohl die Beschuldigten zu 1) als auch die Beschuldigten zu 2) dennoch ließen sich diese die Domain zu dem Wert von 100,00 Euro erfüllungshalber übertragen obwohl der Geschädigte zwischenzeitlich die Schuld bezahlt hatte.

    Nachdem der Geschädigte öffentlich durch mehrere Medien ankündigte, er wolle gegen die Pfändung vorgehen, wurde die Domain vom Beschuldigten zu 1) an den Beschuldigten zu 3) übertragen, der sich also der Hehlerei nach § 260 StGB schuldig gemacht hat, denn hierzu ist seine Mittätigkeit erforderlich und er wusste, dass er eine Domain, also ein Recht, also ein Vermögen in Besitz nahm, welches dem Beschuldigten zu 1) kein rechtliches Eigentum erlangt hatte. Zudem haben der Beschuldigte zu 1) und der Beschuldigte zu 3) über Jahre hinweg das Geschäftsmodell der Tochterunternehmen der Euroweb Group (Düsseldorf), zu der beide Unternehmen gehören, entwickelt.

    Der Beschuldigten zu 1) hat http://www.nerdcore.de und http://www.euroweb.de öffentlich verkündet, dass er die gepfändete Domain versteigern lasse. Den Mehrertrag(!) wolle er Wikipedia und dem Bund freier Journalisten spenden – und nicht etwa dem Geschädigten erstatten, an dritter Stelle erläuterte er, es handele sich um eine Übertragung erfüllungshalber, weshalb er über den Mehrerlös verfügen könne.

    Rechtliche Bewertung:

    Die Beschuldigten zu 1) und 3) sind u.a. Geschäftsführer der Euroweb Internet GmbH (Düsseldorf) und der Webstyle GmbH (Berlin). Als solche wussten diese sehr genau, dass die Domain „nerdcore.de“ und damit das Vermögensrecht an dieser auf Grund extrem hoher Besucherzahlen einen Wert von ca. 50.000 bis 80.000 Euro also sehr weit mehr als 100,00 Euro hat. Es ist wenig wahrscheinlich, dass dies auch dem Beschuldigten zu 2) nicht bekannt wahr. Der beabsichtigte Betrugsschaden ist also mit ca. 49.000 bis 79.000 Euro anzusetzen.

    In einem vergleichbaren Fall, Bundesrepublik gegen den Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth, KG Berlin, 2009, wurde in der Revison festgestellt, dass eine solche Pfändung den Tatbestand des vollendeten Betrugs erfüllt.

    Weiterhin vertritt die Kanzlei Berger seit Jahren die Euroweb Internet GmbH und es musste schon mehrfach Strafanzeige wegen Prozessbetruges gegen diese gestellt werden, weil die Beschuldigten zu 1) und 2) in einem schon fast epischen Umfang Gerichten gegenüber falsche oder unvollständige Angaben machen um diese zu täuschen. In mehreren Fällen ist hierbei der Kanzlei der Beschuldigten zu 2) Mitwisserschaft und also Mittäterschaft nachweisbar.

    Demnach haben sich die Beschuldigten zu 1) und 2) dauerhaft zu der Begehung von Straftaten verbunden.

    Auch die Beschuldigten zu 1) und 3) sowie 2) und 3) arbeiten eng zusammen, hier liegen enge Wechselbeziehungen vor, die Webstyle GmbH, der der Beschuldigte zu 2) vorsteht gehört zur Euroweb Group, wird von der Beschuldigten zu 1) gelegentlich als „Webdepartment Berlin“ bezeichnet und wird ebenfalls von den Beschuldigten zu 2) dauerhaft und regelmäßig (in mehreren hundert Verfahren!) vertreten. Die Beschuldigten zu 2) vertraten die Beschuldigte zu 2) in weit mehr als 1500(!) Verfahren vor dem AG und LG Düsseldorf. Hier ist von einer engen und bis ins Kriminelle reichenden Zusammenarbeit auszugehen.

    Gegen den Beschuldigten zu 1) ist im Zusammenhang mit einer vom LG Hildesheim, Az. 7 S 232/09 festgestellten arglistigen Täuschung im Geschäftsverkehr bereits Strafanzeige wegen gewerblichen Betruges in mehreren tausend Fällen mit einem Gesamtschaden in Höhe von mehreren 10 Mio. Euro erstattet worden.

    Herr Walter erlitt einen hohen Vermögenschaden, den er nur durch die zwischenzeitliche Rückübertragung durch Einschaltung eines Anwalts mindern konnte. Ob er hierdurch womöglich sogar in seiner Existenz gefährdet war muss durch Befragung von Herrn Walter festgestellt werden.

    Nach den Veröffentlichungen des Beschuldigten zu 1) auf http://www.nerdcore.de und http://www.euroweb.de steht fest, dass der Beschuldigte zu 1) von der Überpfändung wusste, denn er kündigte an, dass er diese versteigern lasse. Den Mehrertrag(!) wolle er Wikipedia und dem Bund freier Journalisten spenden. Hierdurch steht also der Prozessbetrug fest. Auf Grund des Überpfändungsverbotes hätte das Amtsgericht Berlin der Pfändung und dann der Übertragung der Domain, also des Rechtes, also des Vermögens nicht zugestimmt. Der Beschuldigte zu 2) wusste, dass die Domain ein Vielfaches dessen wert war, als das, was er gemeinsam mit dem Beschuldigten zu 2) dem Gericht vorsätzlich unwahr vormachte, so den Irrtum des Gerichtes erregte und die Vermögensübertragung zum Nachteil des Geschädigten bewirkte, den Tatbestand des Betruges also erfüllte.

    Mit der Übertragung der Domain sollte ganz eindeutig eine Rückführung des Vermögens zu Herrn Walter wesentlich erschwert werden. Der Beschuldigte zu 3) wusste von dem Vorgang, nahm aber dennoch mit diesem Ziel, eine Rücküberführung zu vereiteln, teil und machte sich so der Mittäterschaft am Betrug und auch der Hehlerei schuldig.

    Beweismittel:
    Der Geschädigte, Herr Walter, kann Aussagen zu den Akten der Gerichte machen.
    Diese Akten, insbesondere des AG Berlin sind zum Beweis beizuziehen.

    DENIC eG
    Kaiserstraße 75-77
    60329 Frankfurt
    Tel. 069 27235 0
    kann und wird als Zeuge durch einen Mitarbeiter die Domainübertragung
    a) von Herrn Walter auf die Euroweb Internet AG des Beschuldigten zu 1)
    b) vom Beschuldigten zu 1) auf den Beschuldigten zu 3)
    bezeugen und Schriftverkehr hierzu vorlegen.

    Der Unterzeichner hat Bildschirmfotos und Ausdrucke von Nercore.de, die beweisen, dass der Beschuldigte zu 1) die Spenden aus dem zu erwartenden Mehrerlös versprach.

  • Avantgarde

    Es würde mich gar nicht wundern, wenn besagte Firma keinen gesteigerten Wert mehr auf das Hauptsacheverfahren legt.

    In dem eine Menge von der Werthaltigkeit der von EW erstellten Websites die Rede wäre.

    Und was man da wirklich für stolze 7000 Euro bekommt.

  • Avantgarde

    @eieieiei:

    Den Namen Streisand kann man sicher nicht so leicht austauschen wie Euroweb in… sagen wir mal “European Website Company” :-)

  • Der andere Udo

    Was jedenfalls bleibt, ist die Erkenntnis, dass man bei Domain-Pfändungen wirklich vorsichtig sein muss. Wo überschießende Pfändungswut letztlich hinführen kann, hat man ja nicht nur hier gesehen, sondern auch beim Freiherrn. Da war es halt die taz-Domain.

  • le D

    @Der andere Udo: Oder man muß /ganz genau/ wissen, was man macht. Dann geht das auch (jedenfalls halbwegs geordnet und erfolgreich)… ;-)

  • AndreasM

    @le D: Oder man darf dabei nicht versuchen, sich zu bereichern. Und definitiv darf man dabei keine falschen Tatsachenbehauptungen machen. Sonst geht es einem u.U. wie dem Freiherrn.

  • Konstantin Zurawski

    Udo Vetter schreibt:

    Wie sich nun herausstellt, hat Euroweb gegenüber dem Gericht erklärt, die Rechte an Nerdcore.de hätten einen “Schätzwert” von 100 Euro (in Worten: einhundert Euro). Nur in Höhe dieses Betrages wären nach Auffassung von Rechtsanwalt Dominik Boecker die Verpflichtungen Walters erloschen, hätte die Pfändung Bestand gehabt. Walter hätte also trotz Kaperung seiner Domain noch einmal rund 1.000 Euro zahlen müssen.

    Hier http://spreerecht.de/domainrecht/2011-01/nerdcore-de-fragen-zur-pfaendung-einer-domain-recht-und-ungerecht ist folgendes zu lesen:

    2. Gläubiger lässt sich die Domain an Zahlung statt übertragen

    In diesem Fall wird die Domain nicht verwertet, sondern dem Gläubiger sofort übertragen, womit seine Ansprüche erloschen sind. Das ist im Fall von Euroweb geschehen. Dieser Fall ist selten, da der Gläubiger das Risiko trägt, wenn die Domain doch weniger wert ist als gedacht. Daher wird an Zahlung statt nur dann übertragen, wenn man diese bestimmte Domain haben will.

    Widerspricht sich das nicht? Oder anders gefragt: Müsste Rene Walter wirklich 1000 Euro nachzahlen?

  • werdenn

    FREE NERDCORE!!!

  • KW

    @Markus Holzer
    Sollte ein Jurastudent diese “Strafanzeige” verfasst haben, hat er bis zum Examen noch einen weiten Weg vor sich.

  • Avantgarde

    @Konstantin Zurawski:

    nein, das widerspricht sich zunächst einmal nicht, wenn der Schätzwert tatsächlich einigermaßen realistisch gewesen wäre.

    Nehmen wir mal an, du willst gegen einen Schuldner vollstrecken, der haufenweise Domains registriert hat. Die Domainbs sind nur geparkt, ihre Namen nicht aufregend. Wert also erstmal so gut wie keiner.

    Dann entdeckst du eine Domain, deren Name dir gefällt. Nennen wir sie mal vornehm gesaessviolinen.de,

    Die willst du haben, und lässt sie dir an Zahlungs statt zum Schätzwert überweisen. Den Schätzwert berechnest du mit den Leistungen, welche die Denic dem Inhaber schuldet. Sagen wir mal maximal den Betrag, den die Denic direkt vom Registrierer erhebt, also so um die 100 Euro. Ein anderweitige “Wert” der Domain ist nicht feststell- und bezifferbar. Aber vielleicht gefällt dir der Name ja einfach.

    Dann sollte das ok gehen. Nehmen wir an, du hättest eine Forderung über 1000 Euro, den Schätzwert der Domain gibst du mit 100 Euro an. Dann vermindert sich die Forderung lediglich um 100 Euro. Du könntest ja noch 9 weitere Domains pfänden.

    Dies ist die erwähnte “andere Verwendung”, die das Gericht anordnen kann. Dabei muss aber der Schuldner gehört werden, der dabei natürlich glaubhaft machen kann, dass die Domain viel mehr wert ist.

    Zur Berechnung eines solchen Werts gibt es durchaus Anhaltspunkte, die zu berücksichtigen sind, z.B. Verlinkung, Page Rank der konnektierten Website, Besucherzahl etc. Das tun Domainhändler ja auch.

    Dieses Gehör ist ihm offenbar abgeschnitten worden, er konnte damit die Überpfändung nicht rechtzeitig abwehren. Bei einer Überweisung zur Einziehung wäre das nicht so tragisch gewesen, denn da hätte er nach Begleichung der Forderung die Domain zurückbekommen, soweit sie noch nicht versteigert war. Wärte sie versteigert wirden, hätte er den Erlös, der über die Forderung hinaus geht, bekommen.

    Nicht so bei der Überweisung an Zahlungs Statt. Und da bekommt die Firma EW jetzt ein Problem. Gerade weil sie – angeblich – Profis im Websitegeschäft sind und natürlich auch von SEO etc was verstehen sollten, haben sie den tatsächlichen Marktwert von Nerdcore unterschlagen. Der muss nun nicht gleich 50-80009 Euro sein wie kolportiert, aber selbst bei konservativster Schätzung sollten es 5000 Euro sein. Damit wäre 50x überpfändet worden und durch die Auktionankündigung hat EW sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ihnen der wesentlich höhere Wert bewusst war.

    Ab da kann es nicht nur zivil-, sondern auch strafrechtlich interessant werden. Und auch die Anwälte von EW sehen da nicht wirklich gut aus.

  • http://www.jensborsdorf.de Jens Borsdorf

    Glückwunsch an RA Vetter das er diesen Fall so gut Unterstützt und das die Betrüger hoffentlich bald irgendwo Versinken.

  • Bert

    “Strafanzeige wegen Verfahrensbetrugs”

    Das wäre genial !!!

  • hhhmmmmjoa

    interessant… e***w** scheint jetzt auch n ableger in mexico zu haben twitter.com/eurowebMX , euroweb.com.mx

  • lalalalala

    Nur weil die Firma EuroWeb.com.mx heisst, heisst das ja noch nicht, dass sie auch zu Euroweb.de gehört. Der Name ist ja nun nicht sonderlich einfallsreich und ich bin mir sicher, dass sich Euroweb die Namensrechte nicht weltweit gesichert hat. Hier in Brasilien gibt es auch ein Euroweb.com.br, und Surprise, Surprise, die bieten Dienstleistungen im Bereich Internet an. Wer hätte das gedacht? Weder die mexikanische noch die brasilianische Seite sehen aber so aus, als hätten sie irgendwas mit Euroweb.de zu tun.

  • klapper

    hat zufällig jemand ne ahnung was folgendes in einer whois abfrage bedeutet?hab sowas noch nie bei ner whois-abfrage gesehen.
    http://img404.imageshack.us/i/whoisewcommx.png/
    das einzige was ichrecherchiert habe (worauf ich aber keine garantie abgebe!)ist,dass das n vpn ist.aber sowas hab ich be ner domain noch nie gesehen.

  • klapper

    ich ziehe meine frage zurück.weiss nun bescheid ;)is z.b. bei guardian.co.uk ähnlich ;)

  • http://www.leoworld.de Leo
  • Tim Ebner

    Lieber Herr Vetter,

    diesen Fall habe ich auch in meinen neuen Diplomarbeits-Beitrag zu Shitstorm Management aufgenommen (http://bit.ly/shitstorm_management). Er ist Teil einer sechsteiligen Serie über Auslöser, Treiber und Wirkungen von Shitstorms, und folgt dem ersten Beitrag über gesellschaftliche Werte als Shitstorm Auslöser (http://bit.ly/shitstorm_ursachen).

    Viel Spaß beim Lesen – Feedback ist erwünscht, teilen wäre ebenfalls sehr nett.

    Vielen Dank und schöne Grüße aus Münster,
    Tim Ebner