Bezüglich des als Wirt erfolgreichen Juristen kann ich mir folgendes Zitat nicht verkneifen:"Er hat viele Liter Chivas überstanden, viele Gläser Absinth, schlechten Tabak und auch die eine oder andere Schlägerei. "
Also hat nicht nur Stimmviech Probleme mit aggressiven "Kunden" z. B. von der GEZ, sondern auch andere erfolgreiche Selbstständige müssen solche Dinge gelegentlich selbst regeln.
Sören meint:
(26.8.2011 um 19:12) Antworten
2x der gleiche Link:
"Auffällige Antworten" und "Der schräge Einserjurist" (führen zum Juristen)
Hobelbruder meint:
(26.8.2011 um 19:16) Antworten
Der dritte Link zeigt vermutlich falsch.
Sebastian meint:
(26.8.2011 um 19:25) Antworten
Die "Auffälligen Antworten" führen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hier hin:
"Zwei Wochen nach der Tat wurde ein 16-Jähriger festgenommen. Er hatte durch auffällige Antworten die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich gezogen. Eine Untersuchung der Speichelprobe des Jugendlichen erbrachte aber keine Übereinstimmung mit dem gefundenen Spurenmaterial – er kam nach vier Wochen wieder frei. Das wollten die Eltern von Tobias nicht akzeptieren, scheiterten aber 2007 mit einem sogenannten Klageerzwingungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart."
Herrlicher Absatz. Erinnert mich an den Bericht hier wo die Polizei es seltsam fand, keine Pornos auf dem Rechner eines Mannes gefunden zu haben. Auch total verdächtig.
marty meint:
(26.8.2011 um 21:50) Antworten
@Sebastian: Dass der Rechtsstaat nicht erst den Bach runtergeht, sondern schon auf DDR-Level angeommen ist, sollte mittlerweile auch dem gläubigsten Durchschnittsbürger klar geworden sein.
Pfui Teufel *ausspuck*
Titus Andronycus meint:
(26.8.2011 um 21:54) Antworten
@marty:
Lassen Sie mich raten: Sie haben die DDR weder erlebt, noch sich auch nur einmal in Ihrem Leben über die Arbeitsweise der Stasi informiert!?
hiro meint:
(26.8.2011 um 22:02) Antworten
Ab zum Arzt: Aus Sicht des "gesunden Menschenverstandes" absolut verständlich, daß dieser Simulantin sofort gekündigt wird. Recht so, möchte man hinterherrufen, Dreistigkeit muß bestraft werden.
Nun geht es hier aber gerade nicht um einen gesunden Menschenverstand, und so ein Mallorca-Urlaub steht der Genesung ja nicht zwingend im Weg. Möglicherweise im Gegenteil. Damit fallen "Urlaub" und "Facebook" als Kündigungsgrund schon mal weg.
Ab der siebten Woche kann es dem Arbeitgeber eigentlich eh egal sein, denn ab da zahlt bekanntlich die Krankenkasse. Aber hey – wenn das "Vertrauensverhältnis zerstört" ist, zum Beispiel weil einem Arbeitgeber die psychische Gesundheit seiner Angestellten scheißegal ist, dann kann man sich auch schon mal auf einen lauwarmen Vergleich einigen.
Nicht auszuschließen, daß die psychosomatischen Symptome mit zunehmendem Abstand zu diesem Arbeitgeber verschwinden. Auch nicht auszuschließen, daß der Fall völlig anders lag, aber dem Express mehr an "Facebook" und "Urlaub" in der Schlagzeile gelegen ist als an Fakten.
Bleibt höchstens die Moral: Wer seine Eier auf Facebook veröffentlicht, riskiert eine dicke Nuß.
Ab der siebten Woche kann es dem Arbeitgeber eigentlich eh egal sein, denn ab da zahlt bekanntlich die Krankenkasse
Äh, nein? Üblicherweise wünscht sich ein Arbeitgeber von seinen Angestellten, dass sie arbeiten, und ärgert sich, wenn sie das (warum auch immer) nicht tun. Dann muss nämlich Ersatz beschafft werden, andere Mitarbeiter müssen zum Ausgleich Überstunden schieben etc.
yah bluez meint:
(26.8.2011 um 23:33) Antworten
Wieso muss ein Arbeitgeber einer offensichtlichen Betrügerin, die schlicht schlecht ist, ein gutes Zeugniss schreiben?
Es bedeutet am Ende nur das Arbeitszeugnisse keinen Wert haben.
mfg
yb
Titus Andronycus meint:
(26.8.2011 um 23:55) Antworten
@yah bluez: Weil die Gewerkschaften das sich dafür lange und schließlich erfolgreich eingesetzt haben. Zeugnisse müssen wohlwollend formuliert sein, auch wenn das die letzte Schlafnase war, durch deren Blödheit Maschinen kaputt gegangen sind. Nicht, dass hier noch jemand in seinem weiteren Berufsweg eingeschränkt wird …
Eventuell weil der Fall doch nicht so eindeutig war, wie der Express es darstellt?
Ich meine, warum sollte die Frau denn nicht in den Urlaub fahren können, wenn sie krankgeschrieben ist. Sie muss halt nur Tätigkeiten unterlassen, die einen Genesungsprozess behindern. Und auch die Facebook Einträge sind da noch kein eindeutiger Beweis.
Das dolle an der Sache ist ja, anscheinend haben die ganzen "Einkreisungen" des Täterprofils ja nichts gebracht aber dafür eine Menge Leute bedrängt, von dem 16. Jährigen mal ganz zu schweigen.
Immerhin scheinen die Beamten sich so dermaßen sicher bei dem Kerl gewesen zu sein, das die Eltern ein Klageerzwingungsverfahren angestrengt haben!
Der Typ hatte bestimmt sein Ruf weg, wollen wir hoffen, dass seine Eltern genügend Geld und Möglichkeiten hatten den Wohnort zu wechseln. Möglichst Weit weg.
Die Ermittlungen gegen den Jungen liefen geschlagene 7 Jahre? 7 Jahre in der nicht gesagt werden konnte, dass man frei von allen Verdächtigungen ist?
Wie sieht das eigentlich aus, muss man bei Bewerbungen, Käufen oder ähnlichen Handlungen eigentlich Angeben, dass man Teil eines Ermittlungsverfahrens ist?
Und nen Saufurlaub auf Malotze hat bis jetzt jeden geholfen
ich meint:
(27.8.2011 um 01:22) Antworten
OT: Ein sehr interessanter Artikel über Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Verhaltensforschung zum Thema "Geständnisse von Unschuldigen" (englisch)
Danke für den Link über die Studien zu falschen Geständnissen. Der Mensch scheint eine große Sehnsucht zu haben, von anderen anerkannt zu werden. Dieselben Gründe, die laut Robert Cialdini(siehe sein Buch "influence") dazu führen, dasselbe kaufen zu wollen wie die Mehrheit, führt dann auch zu falschen Geständnissen, wenn die "Mehrheit" der Vernehmer das überzeugend darlegt.
turtle of doom meint:
(27.8.2011 um 07:57) Antworten
@stimmviech:
Ich erinner mich an einen Mordfall in Deutschland (1920er, 1930er-Jahre ?), wo sich Dutzende von Leuten sich als Täter meldeten – darunter auch viele Menschen, die psychisch bedingt ein mangelndes Selbstwertgefühl hatten.
Kann jemand aushelfen, welcher Mordfall das war? Danke im Voraus :)
SILen(e meint:
(27.8.2011 um 08:05) Antworten
Die Aussagekraft der Studie mit den vermeintlich defekten ALT-Tasten würde ich aber nicht so hoch ansetzen, je nach der Geschwindigkeit in der zu drückende Tasten angesagt wurden, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich einige der Probanden nicht sicher waren, ob sie nicht zufällig an die Taste gekommen sind und sich in ihrer Unsicherheit dann den Anschuldigungen ergeben haben.
Da sehe ich schon einen Unterschied zu Geständnissen bei Straftaten, bei denen die Unsicherheit ob man die Straftat begangen hat doch vermutlich deutlich geringer sein muss.
Als Beispiel für eine höhere Unsicherheit hier eine Geschwindigkeitsübertretung im Straßenverkehr, als Beispiel für eine sehr geringe Unsicherheit ein mit 15 Messerstichen begangener Mord.
Da ist das Experiment mit den Getränkedosen, bei denen unabsichtliches "Betrügen" deutlich unwahrscheinlicher passieren kann meiner Meinung nach besser geeignet.
stimmviech meint:
(27.8.2011 um 08:52) Antworten
@turtle of doom: Den Fall kenne ich zwar nicht. Ich habe aber bis heute ein ungutes Gefühl beim sogenannten Holzklotzmörder, der sich ja mit seinem Insiderwissen der Journaille direkt aufgedrängt hat. Zumal er in einem vorherigen Verfahren sich schon falsch selbstbeschuldigt hatte, was dann die Staatsanwaltschaft (!) ihm nachweisen konnte.
Pseudomonas meint:
(27.8.2011 um 08:57) Antworten
@ hiro: Ich nehme an, Sie haben die Ironie-Tags vergessen. Falls nicht:
Nicht auszuschließen, daß die psychosomatischen Symptome mit zunehmendem Abstand zu diesem Arbeitgeber verschwinden.
Wenn dieser Arbeitgeber so schlimm und krankmachend ist, dann kann der jungen Damen ja nichts besseres passieren, als ihn nie wieder zu sehen.
stimmviech meint:
(27.8.2011 um 09:39) Antworten
Zitat aus der Berliner Morgenpost zu den Autozündlern: In Anbetracht der angespannten Lage könnte auch dort noch aufgestockt werden – „wir brauchen Festnahmen, um jeden Preis“, sagt ein ranghoher Polizeiführer. Denn es gelte auch, die Motivation der Kollegen aufrechtzuerhalten.
Hier haben wir jetzt die Situation, in der Polizisten gern Verdächtige zu falschen Geständnissen führen. Unter öffentlichem Druck entscheidet sich die Polizeiführung zum falschen und sehr teuren Fahndungsansatz, bei der Tatausführung anzusetzen. Man braucht, damit man nachher nicht als noch größerer Versager dasteht, irgendeinen Täter. Und in genau der Situation neigt die Polizei zu verbotenen Vernehmungsmethoden.
Dummkopf meint:
(27.8.2011 um 11:02) Antworten
der sinn von urlaub ist ja gerade, sich vom stress der arbeit zu erholen, dafuer muss man sich nicht fuer die gleiche zeit krankschreiben lassen.
anscheinend hatte die dame auch keinen urlaubsantrag eingereicht, sondern direkt die krankschreibung eingeplant.
sowas kann man natuerlich schlecht beweisen, offensichtlich ist es dennoch.
MisterX meint:
(27.8.2011 um 11:07) Antworten
Stimmviech, Sie vergessen wirklich wesentliche Dinge. Es ist sicher so, dass Monopole nicht immer die beste Arbeit liefern. Doch sollten sie noch einmal Hobbes lesen, diesen Gründervater unserer guten neuen Zeit. Der Mensch ist eine Bestie, nur die Menschen, nur das Kollektiv kann ihn zäumen. Deshalb haben wir ein (selbstverständlich staatliches) Gewaltmonopol zum Heil und Wohle aller Völker, die klug genug waren, den Weg des Liberalismus, des Sozialismus und der Demokratie zu gehen.
Und dabei muss man auch unsere Polizei verstehen. Dies ist einfach Politik. Welche Massstäbe wollen sie denn sonst anlegen? Das Volk ist der Souverän. Wenn dem Volk nach Tatbeweis gelüstet, dann ist es kluge Politik und zutiefst demokratisch, wenn die vom Volke beamteten Staatsdiener auch liefern. Der Polizeiführer hat vollkommen recht: Es kommt eben nicht darauf an, ob einer "schuldig" ist oder nicht – nach irgendwelchen verqueren Vorstellungen. Vorrang hat wie immer die Befriedigung des Kollektivs. Wen dessen Amtmänner überführen, der ist auch schuldig. Denn jeder Einzelne ist immer dem Ganzen und Großem schuldig. Oder wollen sie hier irgendwelche überkommenen moralischen oder gar religiösen Vorstellungen, vielleicht sogar aus dem finsteren Mittelalter bemühen? In der Monarchie seinerzeit war alles auf den König zugeschnitten. Das Volk hat diese Möchtegern-Götter gestürzt und sich mit Fug und Recht selbst an deren Stelle gesetzt. Alle Politik ist also nun auf das Volk auszurichten. Hier sind die alten Kategorien nicht mehr gültig. Der Einzelne hat seinem Volk zu dienen, sich solidarisch in seine Sozialverbände einzureihen. Wer also hier die Chance bekommt, den hehren Zielen demokratischer Politik dienen zu können, sollte stolz sein und zufrieden. Er sollte nicht mehr – von entsetzlich altem Geist besessen – herumheulen, dass er "unschuldig" sei, sondern er kann seinen Betrag zur Befriedung der Gemeinheit leisten, den die demokratisch legitimierte Polizeiführung in weiser Geschäftspolitik für ihn vorgesehen hat.
a.n meint:
(27.8.2011 um 11:29) Antworten
@MisterX: Sie vergessen, dass wir keine Diktatur der Mehrheit sind, beziehungsweise sein sollten. Schonmal was von Minderheitenschutz oder sogar Menschenrechten gehört?
stimmviech meint:
(27.8.2011 um 11:43) Antworten
@MisterX: Feine Ironie. Damit aus dieser nicht noch mehr Wirklichkeit wird als jetzt schon ist, brauchen wir eben die 4. Gewalt. Und da die original 4. Gewalt gekauf ist, muß hier auch wieder das Volk als Blogger alles alleine machen.
ich will dann auch m meint:
(27.8.2011 um 12:26) Antworten
@stimmviech… wie schön, das Sie auch zu denen gehören, die an der tatsächlichen Schuld des Holzklotzmörders zweifeln. Ich tue das auch, bedenkt man aber, wo er gewohnt hat und das diese Einrichtung zugunsten eines weit prestigeträchtigeren Wohn-Gewerbe-Gebietes zugemacht werden sollte, das ihm sämtliche Leistungen immer mehr gekürzt worden sind und er keine Entziehungkur bekommen hat… wenn so einem Menschen das Wasser bis zum Hals steht, dann ist die Aussicht auf ein letztlich irgendwo weit problemloseres Leben im Knast vielleicht doch recht verlockend. Warum sollte ausgerechnet der faulste Mensch im Dorf sich die Mühe machen, auf einem Fahrrad ohne Gepäckträger einen Holzklotz über eine so lange Strecke zu transportieren und wer die Brücke kennt, wo der runtergeflogen ist… ohne Hilfe eines zweiten Menschen könnte glaube ich niemand genau dort einen Holzklotz so werfen, das er ein Auto trifft. Es ist sehr einfach, den Dorfdeppen, der vielleicht einmal in seinem Leben im Rampenlicht stehen wollte und dachte, es wäre die Lösung für viele seiner Probleme, zu sagen, er wäre es gewesen, als Sündenbock zu nehmen. Der oder wahrscheinliche eher die wirklichen Täter werden hoffentlich den Rest ihres Lebens immer wieder vom Aufblitzen der Erinnerungen heimgesucht, was sie wahrscheinlich mit dem Hintergrund: "Schmeißen wir doch einfach mal, mal gucken, was passiert!" getan haben und nie im Leben damit gerechnet hätten, das so ein "gucken wir mal" so dermaßen grausame Folgen hat.
Autolykos meint:
(27.8.2011 um 12:36) Antworten
@MisterX: a.n hat es ja schon angedeutet, Menschenrechte dienen in einer Demokratie fast ausschließlich dem Zweck, Minderheiten vor der Unterdrückung durch die Mehrheit zu schützen. Und praktisch jeder ist in irgend einem Bereich Teil einer Minderheit.
Auch wenn ich sonst eher selten mit stimmviech einer Meinung bin – hier hat er einfach recht.
Naja, man weiß halt nicht was da genau passiert ist. Wenn die Dame sich wirklich unbestreitbar schuldig gemacht hat, dann würde der Arbeitgeber sich doch nicht auf einen Vergleich einlassen. Vor allem wenn die Dame ihn so an der Nase herumgeführt hat.
Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen aber das hört sich so an, dass man da noch das eine oder andere Drama zu erwarten hat. Zu einem Politikum ist es ja schon geworden. Ein Glück, dass ich weder in Berlin, noch in Hamburg wohne.
Ich habe 10,5 Monate in Stasi-U-Haft in Dresden gesessen (1984-85), ein Mal 6 Tage (2005)und ein Mal 5 Tage (2011) in der UHA Holstenglacis in Hamburg. Alle drei Mal wegen Bücherverbreitung und Meinungsäußerungen. In der DDR gab es 3 OV's (operative Vorgänge) gegen mich, die zur Verhaftung führen sollten. Der letzte OV tat es 1984.
In Deutschland Heute habe ich über 60 einstweilige Verfügungen wegen angeblichen Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte erhalten. 145.000 € musste ich bis jetzt an Moneten an Anwälte und die Justizkasse in den letzten 5 Jahren ausgeben.
Über 105 Entscheidungen sind in Deutschland Heute zu meinem Gunsten von den Gerichten erlassen worden.
In der DDR hat das Oberste Gericht 1985 das Urteil (7 Jahre Zuchthaus) aufgehoben.
Nun rate mal, ob ich marty #5 recht geb?
Ich würde sagen: "Ich komme aus der Zukunft. Ich weiß es, wohin wir gehen. Ich bin besser vorbereitet als die meisten Bürger unseres Landes." marty hat mehr als recht.
Allerdngs muss ich hinzufügen. Die Überlebenschance für deutsche Kommunisten 1933-45 war in Deutschland höher als in der Sowjetunion.
Natürlich geht es mir nach 1985b besser als in den 10,5 Monaten DDR-Knast. Bei anderen kann es aber anders sein. Ich würde nicht streiten.
Gestern habe ich den Oberzensor Richter Buske wegen Befangenheit abgelehnt. Was und wie er richtet, ist kriminell anmutend. Es ist zwar absurdes Theater aber mit realen negativen Folgen. Lest doch meine web-Siten http://www.buskeimus.de und http://www.buskeismus-lexikon.de .
Naja zum einen ist Recht haben und Recht bekommen in Deutschland nicht das gleiche. Somit besteht bei einer Verhandlung immer das Risiko das es eben nicht so wie vermutet ausfällt. Zum anderen geht es beim Vergleich um 150€, das Gerichtsverfahren würde sich wohl wie lange ziehen? Wie oft trifft man sich dafür mit dem Anwalt vor um die Sache zu bereden? Und wieviel Geld kann der Friseurmeister in dieser Zeit verdienen ?
Sind nicht alle der Meinung "aber es geht ums Prinzip", für manche zählt auch einfach nur der schnöde Mammon
Klabund meint:
(27.8.2011 um 15:36) Antworten
Zu Auffällige Antworten:
Sehr cooler Typ, schade das seine Kneipe sehr weit weg ist, sonst würd ich da gern öfter vorbei schauen.
Obwohl ich "erst" Jahrgang 84 bin, fällt mir schon auf, das solche urigen Kerle immer seltener werden, und früher öfter zu sehen waren.
Bei so einer Art Chef durfte ich leider auch meine Ausbildung machen. Eine festangestellte Vollzeitkraft, mit mir 3 Azubi's und dazu 2 400 Euro-Studenten für die richtige "Drecksarbeit". Und die Vollzeitkraft durfte noch die Ausbildung der Azubi's übernehmen und darauf achten, dass die Azubi's möglichst alles sofort kapieren, damit sie die gleiche Arbeit auch möglichst nach 1 Woche schon können. Der Chef hat sich um nix gekümmert.
Und das war wo? Ein sehr gut laufendes Notariat in NRW.
Kai meint:
(27.8.2011 um 19:17) Antworten
@TKEDM:
Na, zumindest konnte die Vollzeitkraft den Azubis nicht beibringen, dass der Plural nicht mit Apostroph geschrieben wird. Oder schreibt man heutzutage auch "Tisch'e" ? lol. SCNR
Ach verdammt, musste ich es denn auch sooo offensichtlich machen? ;D
Aber hey, wenn Sie viele Briefe von Gerichten, Anwälten etc. lesen, dann sehen Sie, dass Rechtschreibfehler großer Bestandteil der Ausbildung in der Branche sind ^^
Die Kosten für Ersatz bzw. Überstunden kann der Arbeitgeber aus den Gehaltszahlungen des erkrankten Mitarbeiters bezahlen, denn die muß er ab der 7. Woche ja nicht mehr tragen. Darum kann es ihm – rein rechnerisch – ab der 7. Woche eben egal sein.
Das war – ganz ohne Ironie – genau meine Aussage. Gerade bei psychosomatischen Erkrankungen ist es nicht selten die Situation am Arbeitsplatz, die den Patienten krankmacht – ohne, daß dieser sich dessen bewußt ist.
Man wird aber auch nicht plötzlich gesund, nur weil man auf Malle ist. Hätte sie mit gebrochenem Arm geurlaubt, würde wohl niemand anzweifeln, daß sie als angehende Friseurin arbeitsunfähig ist.
Leider werden psychische Erkrankungen von vielen noch immer nicht ernstgenommen, obwohl sie es definitiv sind.
Das kann man so pauschal wohl nicht sagen. Am Anfang des ersten Lehrjahres wird ein fehlender Azubi die Arbeitsbelastung im Betrieb sogar senken, am Ende des letzten dann eher nicht mehr – selbst bei optimalem Ausbildungsbetrieb.
turtle of doom meint:
(27.8.2011 um 22:49) Antworten
Danke stimmviech – obwohl ich weitersuchen muss… :-/
Titus Andronycus meint:
(28.8.2011 um 01:46) Antworten
Wenn die Aushilfe ab der 7. Woche kostenneutral wäre, wär das egal. Ist sie aber nicht.
i) Keine Ahnung, wie das bei den Frisören ist, aber in manchen Branchen sind Aushilfen, die nur kurze Zeit arbeiten sollen, nicht für das Geld zu bekommen, das eine Stammkraft kostet.
ii) Die Aushilfe muss auch erst gefunden und eingewiesen werden – das frisst auch Zeit und damit Geld.
@marcus05:
Ein Azubi soll lernen *und* arbeiten (ist ja schließlich keine theoretische Uni-Ausbildung). Gerade bei einem "Geschicklichkeitsberuf" wie Frisör dürfte nicht allzu viel durch reden zu gewinnen sein, sondern es ist vor allem learning by doing angesagt. Natürlich sollte da noch jemand dabei sein, der auch mal was vorführt, wenn es etwas Interessantes/Neues zu erledigen gibt, der weiterhilft, wenn der Azubi an seine Grenzen stößt. Aber dass letzterer ordentlich mitarbeitet, ist doch Sinn und Zweck des Ganzen. Dann erlangt er in der Ausbildung nämlich echte Praxisfähigkeiten (im Gegensatz zum Ingenieursabsolventen etwa). Je nach Branche sind das eben üblicherweise rund 40/2 = 20 Wochenarbeitsstunden jeweils in der Berufsschule und im Frisörsalon. Das ist schon unschön, wenn die ungeplant fehlen.
Und in der Art, wie es die Gekündigte angestellt hat, ist das nicht nur gegenüber dem Arbeitgeber ein Vertrauensbruch, sondern auch ein Missbrauch sozialer Errungenschaften wie der solidarischen Krankenversicherung.
Glauben Sie etwa, ein Frisör-Azubi wird während der Ausbildung wie eine Vollkraft im Salon eingesetzt? Manche Frisöre mögen das vielleicht so halten. Aber in der Regel ist es so, dass Azubis dort hauptsächlich an Modell-Köpfen arbeiten. Vor allem, weil nicht viele Kunden sich von Azubis die Haare schneiden lassen wollen.
Also, um es mal salopp zu sagen: Mit Frisör-Azubis "darf/kann" man praktisch keinen täglichen Frisörbetrieb planen – wenn man professionell ausbildet … Und mein letzter Satz sollte meiner Meinung nach für jeden Betrieb gelten.
Aber, siehe mein Beitrag Nr. 36: Für viele Unternehmen sind Azubis halt billige Vollkräfte.
Tilia meint:
(28.8.2011 um 11:46) Antworten
zum Jura-Wirt: "Cheers!"
zur facebook-Idiotin: Das Geld vom letzten Gehalt war sicher ihr gutes Recht, ein gutes Zeugnis hingegen wohl kaum. Muss ein netter Ausbilder gewesen sein…
Jan meint:
(28.8.2011 um 12:50) Antworten
@Tilia: "Gutes Zeugnis" kann ja heißen, "war stehts bemüht" und das bedeutet wiederum übersetzt, war total schlecht – Arbeitgeber wissen das.
Fabian meint:
(28.8.2011 um 13:00) Antworten
Ich denke das ist eine Fehlinterpretation.
AFAIK heißt es "ein wohlwollendes Zeugnis". Und genau deshalb gibt es diese geschwurbelten Formulierungen.
IMHO interpretiert die Presse diese "Zugeständnisse" falsch.
Gewonnen hat der Chef, er muss nur diese zwei Notwendigkeiten erfüllen.
Das läuft gerade bei Friseuren so, dass der Azubi zu lahmen Stunden ALLEINE im Salon ist. Und das kannst du mir nicht aus gute Ausbildung verkaufen – und deswegen braucht der AG eine Aushilfe wegen des Ausfalls.
JaJa meint:
(28.8.2011 um 15:02) Antworten
"Markert ist Wirt der "Sonderbar", eine der heftigsten Spelunken in ganz Heidelberg."
Als ob in dem Dorf irgendwas "heftig" wäre…
*gähn*
Schmidt meint:
(28.8.2011 um 16:12) Antworten
@JaJa: Aus welcher Weltmetropole stammen Sie denn, wenn Sie schon Heidelberg als "Dorf" verunglimpfen?
Obschon ich Ihnen zustimmen darf dass dieser Satz recht reißerisch formuliert ist. Ich hätte ihn so nicht geschrieben. Insbesondere da sich Heidelberg ja eben gar nicht durch "heftige Spelunken" auszeichnen muss.
christian meint:
(28.8.2011 um 18:17) Antworten
@Ceres:
Nein, nicht die Beamter waren scheinbar so überzeugt.. es waren laut dem Artikel wohl die Eltern
Ob nun als überzeugung oder vielmehr wohl eher verzweifelung bleibt dahingestellt
Soweit ich weiß schrammen angestellte Friseure irgendwo an der Grenze zur Aufstockung. Das deutet nicht unbedingt auf einen leergefegten Arbeitsmarkt hin. Die "Einweisung" dürfte sich in dem Bereich auch auf Hinweise "da ist das Klo, da ist das Lager, hier ist Deine Schere und da sitzen die Kunden" beschränken. Anders als bei einer Auszubildenden, der nicht nur das Handwerk erst noch beigebracht werden muß, sondern die auch noch zu Schulzeiten regelmäßig ausfällt.
Womit hat die Auszubildende Ihrer Meinung nach denn soziale Errungenschaften mißbraucht? Wäre sie zu Hause schneller gesund geworden als auf Mallorca, sozusagen täglicher Trott als Balsam für die Seele? Mußte die Krankenkasse ihr mehr zahlen, weil sie auf Mallorca war? Hat sie einen Zettel "bin im Urlaub" auf Ihren Therapieplatz gelegt, so daß andere Patienten an der Genesung gehindert wurden?
Der Arbeitgeber konnte offenbar keine verhaltensbedingte Kündigung durchsetzen. Diese Tatsache sollte schon zu denken geben, auch wenn eine Boulevardzeitung natürlich anderes suggeriert.
Bei allen Respekt für die Hinterbliebenen eines Opfers: Aber sich einfach jemanden als Schuldigen aussuchen und diesen dann über sieben Jahre juristisch hinterher zu stalken, nur um unbedingt irgendjemanden bestraft zu sehen – vollkommen gleich ob schuldig oder nicht – und ihm das Leben damit vermutlich zur Hölle zu machen, dasss finde ich wirklich mal zum kotzen.
Sieben Jahre merkbefreit und faktenresistent einem Wunschdenken hinterher zu laufen, ist zwar nicht verboten, aber die Konsequenzen werden für den Betroffenen vermutlich übelst gewesen sein. Ich hätte wenig Schlaf in der Nacht, wenn ich wüsste, dass mich jemand um jeden Preis für Jahrzehnte ins Gefängnis bringen möchten.
Schön, dass die Justiz hier von Anfang an trotz Rachebedürfnisse richtig enstschieden hat.
Senfgnu meint:
(29.8.2011 um 11:55) Antworten
@TKEDM: Ein Azubi soll an den Beruf herangeführt werden und da ist es sinnvoller, wenn er echte Arbeit leistet. Selbstverständlich werde ich keinen Azubi mit einem Mammutprojekt und schwierigen Kunden betrauen, aber was spricht dagegen, wenn ich ihm echte Arbeit mit unproblematischen Kunden gebe?
Vom Kaffeekochen und Ablage machen, lernt kein Azubi, wie er einen Kunden zu betreuen hat.
dentix07 meint:
(29.8.2011 um 12:15) Antworten
Wie am Donnerstag aus Polizeikreisen verlautete, kamen ihm die Ermittler bei Recherchen zur Kinderpornografie im Internet auf die Spur. Der Mann war auf einschlägigen Seiten unterwegs…
Ist das nur mir aufgefallen?
Upps, KiPo im Internet! Ah, ja!
Was sind "Polizeikreise"? Bißchen schwammig, ob das BKA gemeint ist?
Wenn es jetzt "Stopp-Schilder" gäbe (und tatsächlich, wie versprochen, die "versuchten" Zugriffe nicht gespeichert würden) hätten die ja wohl noch lange suchen können!
Wobei sich fragt, was haben die seit 11 Jahren gemacht? Und wieso ist der nicht schon vor Jahren bei "Himmel" und diversen anderen Aktionen aufgefallen?
Wieso habe ich das Gefühl, da wird ein (eventueller) Erfolg mit KiPo und Internet in Verbindung gebracht, um Zierckes kürzlich erneut wiederholte Forderungen zu untermauern!?
@Neuling: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man (zumindest ich) sich nach ein paar Monaten dran gewöhnt. Das Ermittlungsverfahren hängt dann zwar jeden Tag über Dir wie das Schwert des Damokles, aber das wird eben irgendwann so normal wie das Risiko, morgens auf dem Weg zur Arbeit tödlich zu verunglücken.
Da *kann* man sich einfach nicht jeden Tag einen Kopp drum machen. Wobei ich schon lange keine 16 mehr bin und darum evtl. besser damit umgehen kann.
Andereseits wurde mein Verfahren erst vor Kurzem erst eingestellt, nach zwei Jahren Ermittlungen. Vielleicht bin ich ja immer noch im Schock und merke es nur nicht.
Bezüglich des als Wirt erfolgreichen Juristen kann ich mir folgendes Zitat nicht verkneifen:"Er hat viele Liter Chivas überstanden, viele Gläser Absinth, schlechten Tabak und auch die eine oder andere Schlägerei. "
Also hat nicht nur Stimmviech Probleme mit aggressiven "Kunden" z. B. von der GEZ, sondern auch andere erfolgreiche Selbstständige müssen solche Dinge gelegentlich selbst regeln.
2x der gleiche Link:
"Auffällige Antworten" und "Der schräge Einserjurist" (führen zum Juristen)
Der dritte Link zeigt vermutlich falsch.
Die "Auffälligen Antworten" führen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hier hin:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,782348,00.html
Zitat:
"Zwei Wochen nach der Tat wurde ein 16-Jähriger festgenommen. Er hatte durch auffällige Antworten die Aufmerksamkeit der Ermittler auf sich gezogen. Eine Untersuchung der Speichelprobe des Jugendlichen erbrachte aber keine Übereinstimmung mit dem gefundenen Spurenmaterial – er kam nach vier Wochen wieder frei. Das wollten die Eltern von Tobias nicht akzeptieren, scheiterten aber 2007 mit einem sogenannten Klageerzwingungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart."
Herrlicher Absatz. Erinnert mich an den Bericht hier wo die Polizei es seltsam fand, keine Pornos auf dem Rechner eines Mannes gefunden zu haben. Auch total verdächtig.
@Sebastian: Dass der Rechtsstaat nicht erst den Bach runtergeht, sondern schon auf DDR-Level angeommen ist, sollte mittlerweile auch dem gläubigsten Durchschnittsbürger klar geworden sein.
Pfui Teufel *ausspuck*
@marty:
Lassen Sie mich raten: Sie haben die DDR weder erlebt, noch sich auch nur einmal in Ihrem Leben über die Arbeitsweise der Stasi informiert!?
Ab zum Arzt: Aus Sicht des "gesunden Menschenverstandes" absolut verständlich, daß dieser Simulantin sofort gekündigt wird. Recht so, möchte man hinterherrufen, Dreistigkeit muß bestraft werden.
Nun geht es hier aber gerade nicht um einen gesunden Menschenverstand, und so ein Mallorca-Urlaub steht der Genesung ja nicht zwingend im Weg. Möglicherweise im Gegenteil. Damit fallen "Urlaub" und "Facebook" als Kündigungsgrund schon mal weg.
Ab der siebten Woche kann es dem Arbeitgeber eigentlich eh egal sein, denn ab da zahlt bekanntlich die Krankenkasse. Aber hey – wenn das "Vertrauensverhältnis zerstört" ist, zum Beispiel weil einem Arbeitgeber die psychische Gesundheit seiner Angestellten scheißegal ist, dann kann man sich auch schon mal auf einen lauwarmen Vergleich einigen.
Nicht auszuschließen, daß die psychosomatischen Symptome mit zunehmendem Abstand zu diesem Arbeitgeber verschwinden. Auch nicht auszuschließen, daß der Fall völlig anders lag, aber dem Express mehr an "Facebook" und "Urlaub" in der Schlagzeile gelegen ist als an Fakten.
Bleibt höchstens die Moral: Wer seine Eier auf Facebook veröffentlicht, riskiert eine dicke Nuß.
Sonderbar
Ein angenehmer Mensch, dieser Markert.
Keine Ironie.
@Quacksilber:
Manchmal und manchmal nicht.
Duddley: Seit 20 Jahren Stammkunde in der Pinte.
@hiro:
Äh, nein? Üblicherweise wünscht sich ein Arbeitgeber von seinen Angestellten, dass sie arbeiten, und ärgert sich, wenn sie das (warum auch immer) nicht tun. Dann muss nämlich Ersatz beschafft werden, andere Mitarbeiter müssen zum Ausgleich Überstunden schieben etc.
Wieso muss ein Arbeitgeber einer offensichtlichen Betrügerin, die schlicht schlecht ist, ein gutes Zeugniss schreiben?
Es bedeutet am Ende nur das Arbeitszeugnisse keinen Wert haben.
mfg
yb
@yah bluez: Weil die Gewerkschaften das sich dafür lange und schließlich erfolgreich eingesetzt haben. Zeugnisse müssen wohlwollend formuliert sein, auch wenn das die letzte Schlafnase war, durch deren Blödheit Maschinen kaputt gegangen sind. Nicht, dass hier noch jemand in seinem weiteren Berufsweg eingeschränkt wird …
@yah bluez:
Eventuell weil der Fall doch nicht so eindeutig war, wie der Express es darstellt?
Ich meine, warum sollte die Frau denn nicht in den Urlaub fahren können, wenn sie krankgeschrieben ist. Sie muss halt nur Tätigkeiten unterlassen, die einen Genesungsprozess behindern. Und auch die Facebook Einträge sind da noch kein eindeutiger Beweis.
@ spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,782348,00.html
Das dolle an der Sache ist ja, anscheinend haben die ganzen "Einkreisungen" des Täterprofils ja nichts gebracht aber dafür eine Menge Leute bedrängt, von dem 16. Jährigen mal ganz zu schweigen.
Immerhin scheinen die Beamten sich so dermaßen sicher bei dem Kerl gewesen zu sein, das die Eltern ein Klageerzwingungsverfahren angestrengt haben!
Der Typ hatte bestimmt sein Ruf weg, wollen wir hoffen, dass seine Eltern genügend Geld und Möglichkeiten hatten den Wohnort zu wechseln. Möglichst Weit weg.
Auch ganz Interessant:
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fall-tobias-chronologie-des-mordfalls-tobias.8dd8bc3b-ae2b-4bcb-9ddd-acf476350d51.html
Die Ermittlungen gegen den Jungen liefen geschlagene 7 Jahre? 7 Jahre in der nicht gesagt werden konnte, dass man frei von allen Verdächtigungen ist?
Wie sieht das eigentlich aus, muss man bei Bewerbungen, Käufen oder ähnlichen Handlungen eigentlich Angeben, dass man Teil eines Ermittlungsverfahrens ist?
@Ceres:
Und nen Saufurlaub auf Malotze hat bis jetzt jeden geholfen
OT: Ein sehr interessanter Artikel über Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Verhaltensforschung zum Thema "Geständnisse von Unschuldigen" (englisch)
http://www.economist.com/node/21525840
Danke für den Link über die Studien zu falschen Geständnissen. Der Mensch scheint eine große Sehnsucht zu haben, von anderen anerkannt zu werden. Dieselben Gründe, die laut Robert Cialdini(siehe sein Buch "influence") dazu führen, dasselbe kaufen zu wollen wie die Mehrheit, führt dann auch zu falschen Geständnissen, wenn die "Mehrheit" der Vernehmer das überzeugend darlegt.
@stimmviech:
Ich erinner mich an einen Mordfall in Deutschland (1920er, 1930er-Jahre ?), wo sich Dutzende von Leuten sich als Täter meldeten – darunter auch viele Menschen, die psychisch bedingt ein mangelndes Selbstwertgefühl hatten.
Kann jemand aushelfen, welcher Mordfall das war? Danke im Voraus :)
Die Aussagekraft der Studie mit den vermeintlich defekten ALT-Tasten würde ich aber nicht so hoch ansetzen, je nach der Geschwindigkeit in der zu drückende Tasten angesagt wurden, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich einige der Probanden nicht sicher waren, ob sie nicht zufällig an die Taste gekommen sind und sich in ihrer Unsicherheit dann den Anschuldigungen ergeben haben.
Da sehe ich schon einen Unterschied zu Geständnissen bei Straftaten, bei denen die Unsicherheit ob man die Straftat begangen hat doch vermutlich deutlich geringer sein muss.
Als Beispiel für eine höhere Unsicherheit hier eine Geschwindigkeitsübertretung im Straßenverkehr, als Beispiel für eine sehr geringe Unsicherheit ein mit 15 Messerstichen begangener Mord.
Da ist das Experiment mit den Getränkedosen, bei denen unabsichtliches "Betrügen" deutlich unwahrscheinlicher passieren kann meiner Meinung nach besser geeignet.
@turtle of doom: Den Fall kenne ich zwar nicht. Ich habe aber bis heute ein ungutes Gefühl beim sogenannten Holzklotzmörder, der sich ja mit seinem Insiderwissen der Journaille direkt aufgedrängt hat. Zumal er in einem vorherigen Verfahren sich schon falsch selbstbeschuldigt hatte, was dann die Staatsanwaltschaft (!) ihm nachweisen konnte.
@ hiro: Ich nehme an, Sie haben die Ironie-Tags vergessen. Falls nicht:
Wenn dieser Arbeitgeber so schlimm und krankmachend ist, dann kann der jungen Damen ja nichts besseres passieren, als ihn nie wieder zu sehen.
Zitat aus der Berliner Morgenpost zu den Autozündlern: In Anbetracht der angespannten Lage könnte auch dort noch aufgestockt werden – „wir brauchen Festnahmen, um jeden Preis“, sagt ein ranghoher Polizeiführer. Denn es gelte auch, die Motivation der Kollegen aufrechtzuerhalten.
Hier haben wir jetzt die Situation, in der Polizisten gern Verdächtige zu falschen Geständnissen führen. Unter öffentlichem Druck entscheidet sich die Polizeiführung zum falschen und sehr teuren Fahndungsansatz, bei der Tatausführung anzusetzen. Man braucht, damit man nachher nicht als noch größerer Versager dasteht, irgendeinen Täter. Und in genau der Situation neigt die Polizei zu verbotenen Vernehmungsmethoden.
der sinn von urlaub ist ja gerade, sich vom stress der arbeit zu erholen, dafuer muss man sich nicht fuer die gleiche zeit krankschreiben lassen.
anscheinend hatte die dame auch keinen urlaubsantrag eingereicht, sondern direkt die krankschreibung eingeplant.
sowas kann man natuerlich schlecht beweisen, offensichtlich ist es dennoch.
Stimmviech, Sie vergessen wirklich wesentliche Dinge. Es ist sicher so, dass Monopole nicht immer die beste Arbeit liefern. Doch sollten sie noch einmal Hobbes lesen, diesen Gründervater unserer guten neuen Zeit. Der Mensch ist eine Bestie, nur die Menschen, nur das Kollektiv kann ihn zäumen. Deshalb haben wir ein (selbstverständlich staatliches) Gewaltmonopol zum Heil und Wohle aller Völker, die klug genug waren, den Weg des Liberalismus, des Sozialismus und der Demokratie zu gehen.
Und dabei muss man auch unsere Polizei verstehen. Dies ist einfach Politik. Welche Massstäbe wollen sie denn sonst anlegen? Das Volk ist der Souverän. Wenn dem Volk nach Tatbeweis gelüstet, dann ist es kluge Politik und zutiefst demokratisch, wenn die vom Volke beamteten Staatsdiener auch liefern. Der Polizeiführer hat vollkommen recht: Es kommt eben nicht darauf an, ob einer "schuldig" ist oder nicht – nach irgendwelchen verqueren Vorstellungen. Vorrang hat wie immer die Befriedigung des Kollektivs. Wen dessen Amtmänner überführen, der ist auch schuldig. Denn jeder Einzelne ist immer dem Ganzen und Großem schuldig. Oder wollen sie hier irgendwelche überkommenen moralischen oder gar religiösen Vorstellungen, vielleicht sogar aus dem finsteren Mittelalter bemühen? In der Monarchie seinerzeit war alles auf den König zugeschnitten. Das Volk hat diese Möchtegern-Götter gestürzt und sich mit Fug und Recht selbst an deren Stelle gesetzt. Alle Politik ist also nun auf das Volk auszurichten. Hier sind die alten Kategorien nicht mehr gültig. Der Einzelne hat seinem Volk zu dienen, sich solidarisch in seine Sozialverbände einzureihen. Wer also hier die Chance bekommt, den hehren Zielen demokratischer Politik dienen zu können, sollte stolz sein und zufrieden. Er sollte nicht mehr – von entsetzlich altem Geist besessen – herumheulen, dass er "unschuldig" sei, sondern er kann seinen Betrag zur Befriedung der Gemeinheit leisten, den die demokratisch legitimierte Polizeiführung in weiser Geschäftspolitik für ihn vorgesehen hat.
@MisterX: Sie vergessen, dass wir keine Diktatur der Mehrheit sind, beziehungsweise sein sollten. Schonmal was von Minderheitenschutz oder sogar Menschenrechten gehört?
@MisterX: Feine Ironie. Damit aus dieser nicht noch mehr Wirklichkeit wird als jetzt schon ist, brauchen wir eben die 4. Gewalt. Und da die original 4. Gewalt gekauf ist, muß hier auch wieder das Volk als Blogger alles alleine machen.
@stimmviech… wie schön, das Sie auch zu denen gehören, die an der tatsächlichen Schuld des Holzklotzmörders zweifeln. Ich tue das auch, bedenkt man aber, wo er gewohnt hat und das diese Einrichtung zugunsten eines weit prestigeträchtigeren Wohn-Gewerbe-Gebietes zugemacht werden sollte, das ihm sämtliche Leistungen immer mehr gekürzt worden sind und er keine Entziehungkur bekommen hat… wenn so einem Menschen das Wasser bis zum Hals steht, dann ist die Aussicht auf ein letztlich irgendwo weit problemloseres Leben im Knast vielleicht doch recht verlockend. Warum sollte ausgerechnet der faulste Mensch im Dorf sich die Mühe machen, auf einem Fahrrad ohne Gepäckträger einen Holzklotz über eine so lange Strecke zu transportieren und wer die Brücke kennt, wo der runtergeflogen ist… ohne Hilfe eines zweiten Menschen könnte glaube ich niemand genau dort einen Holzklotz so werfen, das er ein Auto trifft. Es ist sehr einfach, den Dorfdeppen, der vielleicht einmal in seinem Leben im Rampenlicht stehen wollte und dachte, es wäre die Lösung für viele seiner Probleme, zu sagen, er wäre es gewesen, als Sündenbock zu nehmen. Der oder wahrscheinliche eher die wirklichen Täter werden hoffentlich den Rest ihres Lebens immer wieder vom Aufblitzen der Erinnerungen heimgesucht, was sie wahrscheinlich mit dem Hintergrund: "Schmeißen wir doch einfach mal, mal gucken, was passiert!" getan haben und nie im Leben damit gerechnet hätten, das so ein "gucken wir mal" so dermaßen grausame Folgen hat.
@MisterX: a.n hat es ja schon angedeutet, Menschenrechte dienen in einer Demokratie fast ausschließlich dem Zweck, Minderheiten vor der Unterdrückung durch die Mehrheit zu schützen. Und praktisch jeder ist in irgend einem Bereich Teil einer Minderheit.
Auch wenn ich sonst eher selten mit stimmviech einer Meinung bin – hier hat er einfach recht.
@FlyingT:
Naja, man weiß halt nicht was da genau passiert ist. Wenn die Dame sich wirklich unbestreitbar schuldig gemacht hat, dann würde der Arbeitgeber sich doch nicht auf einen Vergleich einlassen. Vor allem wenn die Dame ihn so an der Nase herumgeführt hat.
@stimmviech:
Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen aber das hört sich so an, dass man da noch das eine oder andere Drama zu erwarten hat. Zu einem Politikum ist es ja schon geworden. Ein Glück, dass ich weder in Berlin, noch in Hamburg wohne.
@ich will dann auch m:
War es nicht sogar so, dass die Polizei dem Drogenabhängigen im Verhör solange sein Methadon ihm vorenthalten hat, bis er etwas geständiger ist?
http://www.welt.de/vermischtes/article2869022/Anwaelte-beklagen-verbotene-Methoden-im-Verhoer.html
Bin mal gespannt ob wir in Berlin und Hamburg ähnliche Zeugen vorgesetzt bekommen.
@Ceres:
Das muss natürlich "Schuldige" heißen, nicht "Zeugen". Ich bitte um Nachsicht.
@Titus Andronycus:
Ich habe 10,5 Monate in Stasi-U-Haft in Dresden gesessen (1984-85), ein Mal 6 Tage (2005)und ein Mal 5 Tage (2011) in der UHA Holstenglacis in Hamburg. Alle drei Mal wegen Bücherverbreitung und Meinungsäußerungen. In der DDR gab es 3 OV's (operative Vorgänge) gegen mich, die zur Verhaftung führen sollten. Der letzte OV tat es 1984.
In Deutschland Heute habe ich über 60 einstweilige Verfügungen wegen angeblichen Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte erhalten. 145.000 € musste ich bis jetzt an Moneten an Anwälte und die Justizkasse in den letzten 5 Jahren ausgeben.
Über 105 Entscheidungen sind in Deutschland Heute zu meinem Gunsten von den Gerichten erlassen worden.
In der DDR hat das Oberste Gericht 1985 das Urteil (7 Jahre Zuchthaus) aufgehoben.
Nun rate mal, ob ich marty #5 recht geb?
Ich würde sagen: "Ich komme aus der Zukunft. Ich weiß es, wohin wir gehen. Ich bin besser vorbereitet als die meisten Bürger unseres Landes." marty hat mehr als recht.
Allerdngs muss ich hinzufügen. Die Überlebenschance für deutsche Kommunisten 1933-45 war in Deutschland höher als in der Sowjetunion.
Natürlich geht es mir nach 1985b besser als in den 10,5 Monaten DDR-Knast. Bei anderen kann es aber anders sein. Ich würde nicht streiten.
Gestern habe ich den Oberzensor Richter Buske wegen Befangenheit abgelehnt. Was und wie er richtet, ist kriminell anmutend. Es ist zwar absurdes Theater aber mit realen negativen Folgen. Lest doch meine web-Siten http://www.buskeimus.de und http://www.buskeismus-lexikon.de .
@Ceres:
Naja zum einen ist Recht haben und Recht bekommen in Deutschland nicht das gleiche. Somit besteht bei einer Verhandlung immer das Risiko das es eben nicht so wie vermutet ausfällt. Zum anderen geht es beim Vergleich um 150€, das Gerichtsverfahren würde sich wohl wie lange ziehen? Wie oft trifft man sich dafür mit dem Anwalt vor um die Sache zu bereden? Und wieviel Geld kann der Friseurmeister in dieser Zeit verdienen ?
Sind nicht alle der Meinung "aber es geht ums Prinzip", für manche zählt auch einfach nur der schnöde Mammon
Zu Auffällige Antworten:
Sehr cooler Typ, schade das seine Kneipe sehr weit weg ist, sonst würd ich da gern öfter vorbei schauen.
Obwohl ich "erst" Jahrgang 84 bin, fällt mir schon auf, das solche urigen Kerle immer seltener werden, und früher öfter zu sehen waren.
@Titus Andronycus:
Wenn du eine Aushilfe einstellen musst weil dein AZUBI krank ist dann gehörst du zu einer absolut widerlichen Art von Ausbeuterchef.
@SILen(e:
man hätte die ESC taste benutzen sollen, das ist auch wesentlich glaubwürdiger als eine defekte ALT Taste
@marcus05:
Bei so einer Art Chef durfte ich leider auch meine Ausbildung machen. Eine festangestellte Vollzeitkraft, mit mir 3 Azubi's und dazu 2 400 Euro-Studenten für die richtige "Drecksarbeit". Und die Vollzeitkraft durfte noch die Ausbildung der Azubi's übernehmen und darauf achten, dass die Azubi's möglichst alles sofort kapieren, damit sie die gleiche Arbeit auch möglichst nach 1 Woche schon können. Der Chef hat sich um nix gekümmert.
Und das war wo? Ein sehr gut laufendes Notariat in NRW.
@TKEDM:
Na, zumindest konnte die Vollzeitkraft den Azubis nicht beibringen, dass der Plural nicht mit Apostroph geschrieben wird. Oder schreibt man heutzutage auch "Tisch'e" ? lol. SCNR
@Kai:
Ach verdammt, musste ich es denn auch sooo offensichtlich machen? ;D
Aber hey, wenn Sie viele Briefe von Gerichten, Anwälten etc. lesen, dann sehen Sie, dass Rechtschreibfehler großer Bestandteil der Ausbildung in der Branche sind ^^
@Titus Andronycus:
Die Kosten für Ersatz bzw. Überstunden kann der Arbeitgeber aus den Gehaltszahlungen des erkrankten Mitarbeiters bezahlen, denn die muß er ab der 7. Woche ja nicht mehr tragen. Darum kann es ihm – rein rechnerisch – ab der 7. Woche eben egal sein.
@Pseudomonas:
Das war – ganz ohne Ironie – genau meine Aussage. Gerade bei psychosomatischen Erkrankungen ist es nicht selten die Situation am Arbeitsplatz, die den Patienten krankmacht – ohne, daß dieser sich dessen bewußt ist.
@Dummkopf:
Man wird aber auch nicht plötzlich gesund, nur weil man auf Malle ist. Hätte sie mit gebrochenem Arm geurlaubt, würde wohl niemand anzweifeln, daß sie als angehende Friseurin arbeitsunfähig ist.
Leider werden psychische Erkrankungen von vielen noch immer nicht ernstgenommen, obwohl sie es definitiv sind.
@marcus05:
Das kann man so pauschal wohl nicht sagen. Am Anfang des ersten Lehrjahres wird ein fehlender Azubi die Arbeitsbelastung im Betrieb sogar senken, am Ende des letzten dann eher nicht mehr – selbst bei optimalem Ausbildungsbetrieb.
Danke stimmviech – obwohl ich weitersuchen muss… :-/
@hiro:
Wenn die Aushilfe ab der 7. Woche kostenneutral wäre, wär das egal. Ist sie aber nicht.
i) Keine Ahnung, wie das bei den Frisören ist, aber in manchen Branchen sind Aushilfen, die nur kurze Zeit arbeiten sollen, nicht für das Geld zu bekommen, das eine Stammkraft kostet.
ii) Die Aushilfe muss auch erst gefunden und eingewiesen werden – das frisst auch Zeit und damit Geld.
@marcus05:
Ein Azubi soll lernen *und* arbeiten (ist ja schließlich keine theoretische Uni-Ausbildung). Gerade bei einem "Geschicklichkeitsberuf" wie Frisör dürfte nicht allzu viel durch reden zu gewinnen sein, sondern es ist vor allem learning by doing angesagt. Natürlich sollte da noch jemand dabei sein, der auch mal was vorführt, wenn es etwas Interessantes/Neues zu erledigen gibt, der weiterhilft, wenn der Azubi an seine Grenzen stößt. Aber dass letzterer ordentlich mitarbeitet, ist doch Sinn und Zweck des Ganzen. Dann erlangt er in der Ausbildung nämlich echte Praxisfähigkeiten (im Gegensatz zum Ingenieursabsolventen etwa). Je nach Branche sind das eben üblicherweise rund 40/2 = 20 Wochenarbeitsstunden jeweils in der Berufsschule und im Frisörsalon. Das ist schon unschön, wenn die ungeplant fehlen.
Und in der Art, wie es die Gekündigte angestellt hat, ist das nicht nur gegenüber dem Arbeitgeber ein Vertrauensbruch, sondern auch ein Missbrauch sozialer Errungenschaften wie der solidarischen Krankenversicherung.
@Titus Andronycus:
Glauben Sie etwa, ein Frisör-Azubi wird während der Ausbildung wie eine Vollkraft im Salon eingesetzt? Manche Frisöre mögen das vielleicht so halten. Aber in der Regel ist es so, dass Azubis dort hauptsächlich an Modell-Köpfen arbeiten. Vor allem, weil nicht viele Kunden sich von Azubis die Haare schneiden lassen wollen.
Also, um es mal salopp zu sagen: Mit Frisör-Azubis "darf/kann" man praktisch keinen täglichen Frisörbetrieb planen – wenn man professionell ausbildet … Und mein letzter Satz sollte meiner Meinung nach für jeden Betrieb gelten.
Aber, siehe mein Beitrag Nr. 36: Für viele Unternehmen sind Azubis halt billige Vollkräfte.
zum Jura-Wirt: "Cheers!"
zur facebook-Idiotin: Das Geld vom letzten Gehalt war sicher ihr gutes Recht, ein gutes Zeugnis hingegen wohl kaum. Muss ein netter Ausbilder gewesen sein…
@Tilia: "Gutes Zeugnis" kann ja heißen, "war stehts bemüht" und das bedeutet wiederum übersetzt, war total schlecht – Arbeitgeber wissen das.
Ich denke das ist eine Fehlinterpretation.
AFAIK heißt es "ein wohlwollendes Zeugnis". Und genau deshalb gibt es diese geschwurbelten Formulierungen.
IMHO interpretiert die Presse diese "Zugeständnisse" falsch.
Gewonnen hat der Chef, er muss nur diese zwei Notwendigkeiten erfüllen.
@Titus Andronycus:
Das läuft gerade bei Friseuren so, dass der Azubi zu lahmen Stunden ALLEINE im Salon ist. Und das kannst du mir nicht aus gute Ausbildung verkaufen – und deswegen braucht der AG eine Aushilfe wegen des Ausfalls.
"Markert ist Wirt der "Sonderbar", eine der heftigsten Spelunken in ganz Heidelberg."
Als ob in dem Dorf irgendwas "heftig" wäre…
*gähn*
@JaJa: Aus welcher Weltmetropole stammen Sie denn, wenn Sie schon Heidelberg als "Dorf" verunglimpfen?
Obschon ich Ihnen zustimmen darf dass dieser Satz recht reißerisch formuliert ist. Ich hätte ihn so nicht geschrieben. Insbesondere da sich Heidelberg ja eben gar nicht durch "heftige Spelunken" auszeichnen muss.
@Ceres:
Nein, nicht die Beamter waren scheinbar so überzeugt.. es waren laut dem Artikel wohl die Eltern
Ob nun als überzeugung oder vielmehr wohl eher verzweifelung bleibt dahingestellt
@Titus Andronycus:
Soweit ich weiß schrammen angestellte Friseure irgendwo an der Grenze zur Aufstockung. Das deutet nicht unbedingt auf einen leergefegten Arbeitsmarkt hin. Die "Einweisung" dürfte sich in dem Bereich auch auf Hinweise "da ist das Klo, da ist das Lager, hier ist Deine Schere und da sitzen die Kunden" beschränken. Anders als bei einer Auszubildenden, der nicht nur das Handwerk erst noch beigebracht werden muß, sondern die auch noch zu Schulzeiten regelmäßig ausfällt.
Womit hat die Auszubildende Ihrer Meinung nach denn soziale Errungenschaften mißbraucht? Wäre sie zu Hause schneller gesund geworden als auf Mallorca, sozusagen täglicher Trott als Balsam für die Seele? Mußte die Krankenkasse ihr mehr zahlen, weil sie auf Mallorca war? Hat sie einen Zettel "bin im Urlaub" auf Ihren Therapieplatz gelegt, so daß andere Patienten an der Genesung gehindert wurden?
Der Arbeitgeber konnte offenbar keine verhaltensbedingte Kündigung durchsetzen. Diese Tatsache sollte schon zu denken geben, auch wenn eine Boulevardzeitung natürlich anderes suggeriert.
@Sebastian:
Der Fall ist mir auch bitter aufgestoßen.
Bei allen Respekt für die Hinterbliebenen eines Opfers: Aber sich einfach jemanden als Schuldigen aussuchen und diesen dann über sieben Jahre juristisch hinterher zu stalken, nur um unbedingt irgendjemanden bestraft zu sehen – vollkommen gleich ob schuldig oder nicht – und ihm das Leben damit vermutlich zur Hölle zu machen, dasss finde ich wirklich mal zum kotzen.
Sieben Jahre merkbefreit und faktenresistent einem Wunschdenken hinterher zu laufen, ist zwar nicht verboten, aber die Konsequenzen werden für den Betroffenen vermutlich übelst gewesen sein. Ich hätte wenig Schlaf in der Nacht, wenn ich wüsste, dass mich jemand um jeden Preis für Jahrzehnte ins Gefängnis bringen möchten.
Schön, dass die Justiz hier von Anfang an trotz Rachebedürfnisse richtig enstschieden hat.
@TKEDM: Ein Azubi soll an den Beruf herangeführt werden und da ist es sinnvoller, wenn er echte Arbeit leistet. Selbstverständlich werde ich keinen Azubi mit einem Mammutprojekt und schwierigen Kunden betrauen, aber was spricht dagegen, wenn ich ihm echte Arbeit mit unproblematischen Kunden gebe?
Vom Kaffeekochen und Ablage machen, lernt kein Azubi, wie er einen Kunden zu betreuen hat.
Ist das nur mir aufgefallen?
Upps, KiPo im Internet! Ah, ja!
Was sind "Polizeikreise"? Bißchen schwammig, ob das BKA gemeint ist?
Wenn es jetzt "Stopp-Schilder" gäbe (und tatsächlich, wie versprochen, die "versuchten" Zugriffe nicht gespeichert würden) hätten die ja wohl noch lange suchen können!
Wobei sich fragt, was haben die seit 11 Jahren gemacht? Und wieso ist der nicht schon vor Jahren bei "Himmel" und diversen anderen Aktionen aufgefallen?
Wieso habe ich das Gefühl, da wird ein (eventueller) Erfolg mit KiPo und Internet in Verbindung gebracht, um Zierckes kürzlich erneut wiederholte Forderungen zu untermauern!?
Nachtrag.
Dazu paßt hervorragend folgender Kommentar von RA Stadler (Internet-Law):
http://www.internet-law.de/2011/08/das-bka-und-die-hysterie.html
@Neuling: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man (zumindest ich) sich nach ein paar Monaten dran gewöhnt. Das Ermittlungsverfahren hängt dann zwar jeden Tag über Dir wie das Schwert des Damokles, aber das wird eben irgendwann so normal wie das Risiko, morgens auf dem Weg zur Arbeit tödlich zu verunglücken.
Da *kann* man sich einfach nicht jeden Tag einen Kopp drum machen. Wobei ich schon lange keine 16 mehr bin und darum evtl. besser damit umgehen kann.
Andereseits wurde mein Verfahren erst vor Kurzem erst eingestellt, nach zwei Jahren Ermittlungen. Vielleicht bin ich ja immer noch im Schock und merke es nur nicht.