Reden fürs Recht?

Wer je – auch nur selten – eine Folge der Fernsehserie Boston Legal mitbekommen hat, wird ahnen, was speziell heranwachsenden Juristen hierzulande fehlt. Es sind, so der O-Ton des Landgerichts Düsseldorf die „wichtigen Schlüsselqualifikationen wie freie Rede, Rhetorik und Überzeugungskraft“. Sowas lernen die zumeist jungen Leute…

… diese Erkenntnis stammt wiederum vom erwähnten Landgericht, „vielfach erst nach dem Studium“. Was also tun? Üben? Dazu haben sich besagtes Landgericht und die Heinrich-Heine-Universität in Zusammenarbeit mit der Rechtsanwaltskammer und dem Anwaltsverein (alle: Düsseldorf) einen „Moot Court“ ausgedacht. Ein fiktive Verhandlung also. Ein Spaß? Ein Spuk? Ein Spiel?

Das soll heute ab 9.30 Uhr ohne Öffentlichkeit in einem Saal des bewussten Gerichts beginnen. Dieses weiß auch, dass die Studenten dafür „monatelang geprobt, eine Hausarbeit geschrieben, Schriftsätze verfasst und Mandantengespräche geführt haben“. Heute also.

Heute also werden sich die rund zehn Kandidatinnen und Prüflinge aus den Bibliotheken, Vorlesungen und Seminaren hinauskatapultiert fühlen können. Um vor einem Berufsrichter zu landen, einem Anwalt und einem Hochschullehrer. Dieses Trio bildet das scheinbar rechtsprechende Gremium. Das Fragen stellen und Gründe erfinden will, mit denen die Teilnehmer zuvor nicht gerechnet haben.

Ein Spiel eben. Hoffentlich eins mit Maß. Da kann es Verlierer geben, die Prozedur kann schulen, aber auch abschrecken.

Bedenke: Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner! (pbd)

  • Auke

    Fast jede Studienordnung setzt mittlerweile Schlüsselqualifikationen voraus, die man z. B. bei einem solchen Moot Court erwerben kann, den auch nahezu jede Universität anbietet.

    Dass den Juristen solche Qualifikationen also generell fehlen, dürfte nur für die Altjuristen gelten.

  • genervter Mandant

    Der Bedarf ist alle Male da, wenn ich an die Anwälte denke, mit denen ich bisher zu tun hatte. Das Problem ist eigentlich unabhängig vom (Dienst)alter. Die älteren Anwälte scheinen häufig nicht mehr motiviert oder haben zu viel Routine. Die jüngeren Anwälte können häufiger vor Selbstvertrauen kaum laufen, verlieren aber trotzdem reichlich Prozesse. Wie immer im Leben: Licht und Schatten nah beieinander.

  • moep

    @1: naja also ich kann jetzt nur die Situation für Bayern beurteilen, wo bei mir ein einziger Wochenend-Kurs (2×8 Std) plus 10-seitige Hausarbeit (3 Monate Zeit) zum Thema Verhandlungstraining ausreichte, um den Schein zu erwerben. Ob das die Qualität hebt oder nur Augenwischerei ist, soll jeder selber entscheiden.

  • PPU

    Die Uni Köln hat seit drei Jahren einen internen Moot Court der im Semester nebenher gemacht werden kann.
    http://www.jura.uni-koeln.de/bgbmootcourt dort bekommen die Teilnehmer Rhetorik Schulungen. Team Betreuung und am Ende noch Buchpreise. Unterstützung findet es von verschiedenen Stellen.

  • MIcha

    “Bedenke: Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner! ”

    Für diese Menschen gibt es viele andere schöne Berufe :P Ein Anwalt muss reden können und nicht nur sein perfekt formuliertes, aber eben nur auswendig gelerntes Plädoyer runterstammeln können – allen um mit allem Unvorhergesehenem fertig zu werden. In einfachen Fällen kostet es den Mandaten nur ein paar Euro Geldstrafe, wenn der Anwalt es versaut, es gibt aber nicht nur solche Fälle…

  • SoWhy

    @Auke: Selbst wenn Studienordnungen dies vorschreiben, so heißt das noch lange nicht, dass die Unis den Studenten auch wirklich beibringen. Ich hab mein Studium an der Münchner Uni erst vor kurzem (2011) beendet und hab in der ganzen Zeit keinen Schein oder andere Qualifikation in einem solchen Bereich erwerben müssen.

  • Rudi

    Gut und mit Überzeugungskraft Reden heißt ja gerade nicht – wie leider häufig zu sehen – heiße Luft rauszublasen und Nebelkerzen zu zünden. Gut Reden heiß doch vor allem argumentativ schlüssig in FREIER Rede mit vollständigen Sätzen (meiner Erfahrung nach leider keine Selbstverständlichkeit) zu plädieren und das noch in einer strukturierten Form, die die Anderen nicht einschlafen lässt.
    Bei manchen Verhandlungen stammeln verschiedene Kollegen etwas absolut unschlüssiges daher und man muß die Argumentationslinie geradezu suchen.

  • JCR

    An der Uni Frankfurt 2006-07 war der Kurs Schlüsselqualifikationen reine Realsatire.
    Völlig überforderte Dozentinnen (die eine bekam einen Nervenzusammenbruch in der Vorlesung) und rein gar nichts gelernt.
    Und Moot courts waren die üblichen elitären Veranstaltungen für die Spezis von Profs.

  • stimmviech

    Die in den USA üblichen Überzeugungsmethoden werden vermutlich nur da ankommen, hier befremdlich wirken und umgekehrt. Manipulator und Opfer müssen halt zueinander passen. Ich bezweifele außerdem, daß sich Überzeugen wirklich lehren läßt. Bei einem Unbegabten wirken die antrainierten Tricks dann so aufgesetzt-lächerlich wie die Verführungskünste des typischen Nerds nach einem Besuch eines Pick-up-Seminars. Mein Tip: lieber natürlich bleiben, Schwächen, wenn überhaupt, nur langsam ” abtrainieren”.

  • xxx
  • Dr.Klusenbreuker

    Nicht zu unrecht war schon vor über 2000 Jahren Cicero gleichzeitig Rhetoriker und Anwalt. Trotzdem muss ein redegewandter,rhetorisch eloquenter Anwalt nicht unbedingt der beste sein. Gestottere vor Gericht ist auch nicht zwingend ein Grund ein Verfahren zu verlieren. Richter, die Rhetorik in der Urteilsfindung berücksichtigen? Wäre mal interessant zu hören.

  • buddel

    herr vetter,
    ist dieser post nicht etwas zu speziell?
    ich muss gestehen, dass ich das anliegen nicht verstehe

    buddel

  • Der Steuerzahler

    Dürfen Deutsche Rechtsanwälte seit Freisler überhaupt noch was sagen im Gerichtssaal? Bei den Prozessen wo ich als “Öffentlichkeit” zugegen war, wurde sowohl dem RA als auch dem Angeklagten beim kleinsten Pieps über den Mund gefahren. Das ganze war dann mehr ein gemühltlicher Plausch zwischen SA und Richter, welche ausgewählten Zeugen und Aussagen man zu Protokol nimmt, um den Angeklagten möglichst Lange ein zu lochen und Mundtot zu machen und nicht in Gefahr zu geraten das das Urteil aufgehoben wird.

    mfg

    Ralf

  • Auke

    @moep:
    @SoWhy:

    Na gut. Über die Qualität sagt das natürlich wenig aus und die Voraussetzungen unterscheiden sich auch je nach Bundesland und Universität.

    Mir ging es vor allem darum, dass die Meldung solch einen Moot Court als außergewöhnliche Neuheit erscheinen lässt. Aber Moot Courts eigentlich an jeder Universität für den Erwerb von Schlüsselqualifikationen angeboten werden.

  • steakhouse

    WTF? Hat der Beitrag auch irgendeinen Inhalt außer: Irgendeine Uni veranstaltet – wie zahlreiche andere Unis auch – irgendwann einen Moot-Court?

    Diese Gerichtsspiele können extrem interessant sein; und – Breaking News: Wenn sie schlecht organisiert oder die Moderatoren unfähig sind, werden sie möglicherweise scheiße. Wie alles andere auch.

  • SaleTogo Moot Court

    “…dass die Studenten dafür „monatelang geprobt, eine Hausarbeit geschrieben, Schriftsätze verfasst und Mandantengespräche geführt haben“.”
    Und das alles in Englisch?

  • Quacksilber

    die „wichtigen Schlüsselqualifikationen wie freie Rede, Rhetorik und Überzeugungskraft“

    Dass sowas Schlüsselqualifikationen eines Juristen sein sollen, finde ich traurig. Ein Mindestmass, sich einwandfrei ausdrücken zu können, kann man ohne Schulung erwarten.

    Sinnvoll mag ja juristische Methodik oder auch meinetwegen etwas Psychologie sein, um in Zweifelsfällen den Richter ohne Argumente überzeugen zu können, als Schlüsselqualifikation ist es aber nmD fehl am Platz. Sowas ist vergleichbar mit Verkaufsseminaren bei Pharmazeuten und untergräbt des wissenschaftlichen Charakter des Studiums.

  • Florian

    @ 17:
    “Sinnvoll mag ja juristische Methodik oder auch meinetwegen etwas Psychologie sein, um in Zweifelsfällen den Richter ohne Argumente überzeugen zu können,”

    Sie sehen das zu negativ.
    Es geht m.E. weniger darum, einen Richter mit irgendwelchen Rhetoriktricks ohne Argumente überzeugen zu können. Das wird vermutlich auch eher selten gelingen.

    Sondern darum, seine durchaus vorhandenen Argumente auch wirkungsvoll vorbringen zu können.
    Denn was bringen die besten Argumente, wenn man diese mangels Ausdrucksfähigkeit nicht richtig formulieren kann?

    “Sowas ist vergleichbar mit Verkaufsseminaren bei Pharmazeuten und untergräbt des wissenschaftlichen Charakter des Studiums.”

    Eine Universität sollte einen wissenschaftlichen Charakter haben. Aber das konkrete Studium sollte den Studenten auch Nutzen stiften.
    Kaum jemand studiert Jura vorwiegend aus wissenschaftlichem Interesse.
    Sondern um später einen juristischen Beruf ausüben zu können.
    Den Studenten hierzu durch entsprechende Seminare zu befähigen, ist daher gut und richtig.

  • Ralf

    “Dürfen Deutsche Rechtsanwälte seit Freisler überhaupt noch was sagen im Gerichtssaal? Bei den Prozessen wo ich als “Öffentlichkeit” zugegen war, wurde sowohl dem RA als auch dem Angeklagten beim kleinsten Pieps über den Mund gefahren”
    Ich finde,diese Anwälte haben vor Gericht nichts zu suchen,sie mögen hervorragende Qualifikationen haben,die freie Rede ist allerdings auch eine Befähigung die für einen RA unabdingbar ist.
    Wer einem über den Mund fährt muß auch mit einer entsprechenden Reaktion rechnen und wer dazu nicht fähig ist hat zwar nicht seinen Beruf verfehlt,sollte aber das Gebiet anderen überlassen die sich zu wehren und überzeugen wissen.

  • Der Steuerzahler

    @Ralf:

    Sind doch die Top Leute als Plichtverteiliger…

    mfg

    Ralf

  • Nils

    Vielleicht sollte man noch Judge Reinhold als Richter einfliegen lassen:
    http://www.youtube.com/watch?v=CaK_FgrIlYY

  • SirToby

    Mich vertrat einmal eine Anwältin, die hat meinen Fall juristisch so wasserfest gemacht, daß keine Rethorik der Welt dagegen ankam und für sie eine solche, zur Verteidigung, auch nicht notwwendig war. Sie war überhaupt kein Rethorikgenie, eher klein von Statur, etwas nuschelnd, aber die Fakten, die sie in intensiver Arbeit ausgearbeitet hat, die waren knallhart. Soweit ich das verfolgen konnte, hat sie keinen einzigen Prozess verloren.

  • zf.8

    Ich konnte mir jetzt nicht recht erklären, was für Überzeugungstechniken Boston Legal denn beim flüchtigen Reinschauen vermittelt, und Youtube zeigt nur das hier. :-/

    http://www.youtube.com/watch?v=WGWZcJrAw-I

  • cheesecake

    @Der Steuerzahler: Sowohl einige Angeklagte als auch einige Verteidiger haben die unschöne Angewohnheit, den Mund aufzumachen obwohl sie weder etwas sinnvolles beizutragen haben noch grade gefragt werden. Immer wieder schön: Der/die Angeklagte fällt einem Zeugen ins Wort. Oder der Verteidiger setzt zu Ausführungen an, die für jeden Juristen im Raum ganz offensichtlicher Unsinn sind, sich aber für den Mandanten/die Mandantin eventuell nett anhören. Ich habe es schon erlebt, dass ein Verteidiger seinen Mandanten ernsthaft damit verteidigen wollte, dieser habe ja nicht gewusst, dass seine Handlung strafbar gewesen sei, deswegen könne die Tat auch nicht bestraft werden und man solle das Verfahren einstellen. In solchen Situationen kann man sich durchaus mal fragen, was der Verteidiger eigentlich während seines Studiums gelernt hat.

    Es mag natürlich auch Richter geben, die mit dem Konzept der Verteidigung generell nicht klar kommen und weder Verteidiger noch Angeklagte ausstehen können; solche Richter habe ich persönlich aber noch nicht kennen gelernt.

  • Lionel Hutz

    @cheesecake:

    Ich habe es schon erlebt, dass ein Verteidiger seinen Mandanten ernsthaft damit verteidigen wollte, dieser habe ja nicht gewusst, dass seine Handlung strafbar gewesen sei, deswegen könne die Tat auch nicht bestraft werden und man solle das Verfahren einstellen. In solchen Situationen kann man sich durchaus mal fragen, was der Verteidiger eigentlich während seines Studiums gelernt hat.
    Vielleicht etwas über den unvermeidbaren Verbotsirrtum? Wobei dann Freispruch statt Einstellung zu fordern wäre.

  • Der Steuerzahler

    @cheesecake:
    Ich dachte und erlebte bis jetzt immer, das nur Richter die “damit nicht klar kommen” in wichtige Positionen reingebracht werden. Ist doch der 1. Grundsatzt unseres Nazi-nachfolgestaates…

    mfg

    Ralf

  • cheesecake

    @Lionel Hutz: Natürlich. Der unvermeidbare Verbotsirrtum. Eine höchst realistische Konstellation. Kommt praktisch regelmäßig vor.

    Nein, das war es nicht.

  • BlackOpsScientist

    “Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner ! ”

    Das so was nur von einem Rechtsverdreher kommen kann war ja klar. Da wird gleich die gesamte griechische, römische und somit die Grundlagen unserer Kultur bestimmende 3000 jährige Kulturgeschichte in einem Satz zerhauen.

    Der Autor sollte mal über das Wort Rhetorik und seine Bedeutung für die auch “Rechts” Kultur nachdenken.

    Auch wenn einem das als angehendem Politiker schwer fällt, die ja bekanntlicher weise eh nix zu sagen haben und lieber mit Konzernen ins Bett gehen, so oder so…

  • Dirk

    @26, ich glaube du bist intelligent, aber deine rede hast du von einem schwachsinnigen abgeschrieben.

  • Der Steuerzahler

    @Dirk:

    Dieser STaat ist und bleibt der Nazi-Nachfolgestaat. Und es bringt mich keiner davon ab, das Unsere gesetze im Wesentlichen von der 2. Garde der Nazi-Juristen um die Ansichten von Roland Freisler gemacht wurden.

    Zu Klar sind die Parrallelen, zu eindeutig die Verhaltensweisen von Justiz, Staat und Kapital.

    mfg

    Ralf

  • cheesecake

    @Der Steuerzahler: Traurige Ansicht. Und so wenig begründet. Aber gut: Jeder darf seine Ansichten haben. Auch wenn sie ziemlich dämlich sind und einer fundierten Überprüfung nicht standhalten.

  • Madei

    Anscheinend gibt es Defizite in der Ausbildung von Juristen. Dass es erheblich Defizite bei der Ausbildung von Polizisten zu geben scheint, wird wieder einmal bei einem Fall aus dem Süden Deutschlands deutlich:
    Leibesvisitation in Klassenzimmer wegen 5 Euro. Mindestens 1 Schüler musste sich ausziehen und wurde in den After geleuchtet:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/leibesvisitation-bei-schuelern-entbloesst-im-klassenzimmer-1.1538787

  • ia

    @cheesecake:
    Das erste “Gesetz zur Entlastung des Bundesverfassungsgerichts” sah die Reduzierung der bis dahin 12 auf dann 8 Richter pro Senat und den ersatzlosen Entfall der bis dahin vorgehaltenen Vertretungsrichter in Stärke des jeweiligen Senates vor. Das war ca. 1960, wenn ich nicht irre.

  • Karl

    @Madei: Der Fall zeigt wieder den widerlichen Koprsgeist, der zum Teil bei der Polizei herrscht. Es handelt sich nicht um Taten Einzelner, sondern da war immer mindestens ein zweiter Polizist im Raum. Die müssen gewusst haben, dass sie gerade eine rechtswidrige Maßnahme durchziehen und sie müssen gewusst haben, dass die Kinder dies in kürzester Zeit ihren Eltern erzählen werden. Und trotzdem hat keiner der Beamten den Arsch in der Hose, sich dagegen zu stellen.
    Nun hoffentlich bekommen alle die Quittung dafür.

  • Verwunderter

    Also meine bisherigen Schlüssel- und Zusatzqualifikationen (Englisch für Juristen, Einführung in die anwaltliche Tätigkeit und Prozessvortrag (materielles Recht) erforderten nur eines, nämlch Sitzfleisch. Eine Hausarbeit war nicht notwendig, die Klausuren, so einfach, dass man sie bestehen muss. Und völlig falsches Deutsch führt auch in normalen Klausuren nicht zwingend zum Nichtbestehen.

  • Test

    Juristen scheinen sich meiner Erfahrung nach ohnehin zu wenig für Rethorik zu interessieren. Ich schließe das daraus, dass ich Mitglied eines Debattierclubs bin, der wöchentlich an einer juristischen Fakultät stattfindet. Der Zulauf ist nicht schlecht, aber ein Jurastudent wurde dort zu meiner Zeit (also die letzten drei Jahre) noch nicht gesehen. Das wundert mich immer wieder.

  • zf.8

    35/Verwunderter

    http://www.jura.hhu.de/studium/inhouse-moot-court.html

    Anscheinend kann man den Moot-Court als Seminar für den universitären Teil des Examens anrechnen lassen.

  • Der Steuerzahler

    @Karl:

    Das sind, wenn es nicht sowieso verkapte Rechte sind, meist Gesinnungstäter im Staatsaperat, bei Polizei und Bundeswehr.

    Darf ich an den Fall des Offiziers erinner ner sich in der BRD um 1985~ rum Geweigert hat auf friedliche Demonstratenten vor der Kaserne zu schiessen? (Was der Untersuchung nach auch Absolut illegal gewesen währe) Er wurde sofort Entlassen und bekommt seit dem in Deutschland kein Bein mehr auf die Erde und muß in Frankreich bleiben, will er nicht bei jeder Polizeikontrolle vorsorglich mit zur Wache genommen werden.

    Deutschland kein Nazi-Nachfolgestaat, das ich nicht lache, das Ziel ist das selbe, nur die Methoden sind feiner.

    mfg

    Ralf

  • cheesecake

    @ia: Nach wenn das mal kein schlagender Beweis dafür ist, dass die Bundesrepublik ein faschistoider Staat ist. Oder was soll mir das jetzt sagen?

  • Peter

    Nicht alles läßt sich objektiv prüfen.
    Ob ein Anwalt “gut reden” kann, davon kann sich jeder Mandant selbst ein Bild machen, im Gespräch mit ihm, oder indem er seine Gerichtsverhandlungen besucht.

  • marcus05

    @zf.8: hab mir alle 5 staffel angeschaut, ist schon sehr sehenswert :)

  • ia

    @cheesecake:
    Zu einem starken demokratischen Staat gehört eine starke rechtsprechende Gewalt. Nur das.

  • FMH

    @Peter:

    Ob jemand rethorisch gut reden kann, lässt sich genauso gut prüfen, wie eine anständige Schreibfähigkeit.

  • Mat Scheibe

    “Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner”

    - und damit habe ich einen wunderbaren Satz, um rhetorisch wieder etwas zu reißen, wenn meine Rhetorik gerade nach allen Regeln der Kunst versagen sollte. Schön. :-)

  • nurLeser

    doch gleich 10 Teilnehmer? Das wird natürlich die Qualität in der Breite ungemein anheben.

  • zf.8

    @Der Steuerzahler:

    Das ist ja eine bestürzende Geschichte!

    Können Sie vielleicht ein paar mehr Details dazu geben, oder sagen wo man da näheres zu finden kann?

  • WOL

    Ich empfehle den “angehenden” Juristen das Studium des Films “die 12 Geschworenen” im Original mit Peter Fonda. Entsprechende Seminare gleichen Titels mit diesem Film als Anschauungsbeispiel werden von professionellen Rhetoriktrainern mittlerweile auch zuhauf angeboten! Und ob jemand eine Technik erlernt, überredet oder aber überteugt…
    Grundlage der Soft Skills in jedem Job…

  • WOL

    Nehme “t”, gebe “z”. Die anderen Fehler verschenke ich, weil Weihnachten…

  • cheesecake

    @ia: Und was soll mir für diese Aussage die Nennung des Gesetzes bringen? Die rechtsprechende Gewalt in Deutschland ist relativ stark. Inwieweit das System der “Checks and Balances” im Rahmen der Gewaltenteilung angetastet wurde, geht daraus nicht hervor. Im Übrigen auch nicht, ob das Gericht gravierend geschwächt oder ob wichtige Demokratieprinzipien angetastet wurden (Was bei einer reinen Reduzierung der Senatsbesetzungen wohl nicht der Fall ist). Ein Gericht urteilt nicht zwingend besser oder fairer, weil statt 8 Richtern 12 Richter entscheiden müssen. Nur die Abstimmung innerhalb des Senats wird deutlich schwieriger, weil das Gremium im einen Fall 50% größer ist.

  • eberhard maussner

    Da stellt sich mir die Frage, wo Versäumnisse geschehen sind.
    M.E. sollte es doch so sein, dass jemand, der die allgemeine Hochschulreife besitzt, schon vor dem Beginn des Jurastudiums in der Lage sein müsste, sich angemessen auszudrücken und Sachverhalte gedanklich richtig einzuordnen und nicht nur auswendig Gelerntes fehlerfrei vorzutragen.
    Der nächste Ansatzpunkt resultiert aus der Vermutung, dass ein Absolvent des “. jur. Staatsexamens, der sich sogleich als Rechtsanwalt zulässt, höchst selten in die Lage kommen wird, in den ersten Jahren seiner Berufstätigkeit in die Lage kommen dürfte als Strafverteidiger in einem herausgehobenen Strafverfahren in freier Rede umfassend und mehrstündig plädieren zu müssen.

  • cheesecake

    @eberhard maussner: Die freie Rede bzw. eine gute Rhetorik sind eben generelle Schlüsselqualifikationen. Tatsächlich sind diese Fähigkeiten bei einem deutschen Juristen aber eher mäßig wichtig. Wer im Verwaltungs- oder Zivilrecht tätig ist, wird den größten Teil der juristischen Arbeit durch Schriftsätze erledigen. Rhetorisch braucht man dabei nur insofern Fähigkeiten, als dass man mit dem Mandanten kommunizieren muss. Selbst als Verteidiger kommt es eher darauf an, juristische Schwachstellen in der Argumentation zu erkennen und offen zu legen. Hier ist ebenfalls rhetorisches Geschick nicht ganz so wichtig.

    Die in den letzten Jahren gesteigerte Aufmerksamkeit für die Rhetorik resultiert wohl eher aus der Einsicht, dass jemand (auch) rhetorisch geschult sein sollte, um seine Kommunikationsfähigkeiten generell zu verbessern; nicht aus der Annahme heraus, dass Rhetorik für einen deutschen Juristen besonders wichtig wäre. Das ist sie nämlich nicht.

    (Im Übrigen ist gute Rhetorik gar nicht so einfach. Die wenigsten Menschen, die ich kenne – mich eingeschlossen – sind wirklich gute Redner. Besonders problematisch wird es dann, wenn eine Rede aus dem Stand heraus gehalten werden soll)

  • ia

    @cheesecake:
    Stimmt – und auch nicht. Es ist insgesamt belastbarer, erst recht im Vertretungsfall. “Relativ stark” ist die rechtsprechende Gewalt nur dann, wenn sie vergleichbare Mittel hat. Ein Blick auf Haushaltstitel genügt für die Antwort. Im Übrigen: http://www.gewaltenteilung.de

  • cheesecake

    @ia: Toll. Was soll ich mit dem Text? Ich verstehe die Gewaltenteilung und kenne das Recht einigermaßen. Der Text selber ist sehr allgemein gehalten und enthält keine relevanten Erkenntnisse über die Gewaltenteilung, geschweige denn, dass er irgendeinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt. Man kann sich sogar fragen, ob er nicht fehlerhaft ist: Wenn Hochschild rügt, dass Parteien durch ihre Stärke den fundamentalen Willen des Verfassungsgebers unterlaufen würden, muss er sich fragen lassen, warum im Grundgesetz selber die Parteien relativ stark gemacht werden. Hochschild erkennt sogar, dass das Grundgesetz die Parteien aus bestimmten Gründen gestärkt hat, dennoch behauptet er ins blaue hinein, der Verfassungsgeber hätte sich auf der Basis eine ganz andere Stellung der Parteien vorgestellt. Großes Kino.

  • ia

    @cheesecake:
    Es bleibt offen, worauf (“Der Text”) Sie sich beziehen und was Ihr Beitrag mit dem Problem der Gewaltenteilung zu tun haben könnte. Sie haben es nicht verstanden.

  • ia

    @ia: DftT

  • Mat Scheibe

    @ARAG: Die Bearbeitung der laufenden Mandate sollte der Selbstdarstellung und politischen Betätigung vorangehen. Und auch der Tag eines Anwalts hat nur 24 und nicht 25 oder 26 Stunden. Ich nehme daher an, dass er mal Prioritäten setzen musste.

  • user124

    @zf.8:
    das kann er natürlich nicht, weil es diesen fall niemals gegeben hat. aber das wusstest du ja schon

  • jos

    …”Menschen, die etwas zu sagen haben, werden keine Redner”…

    Das war echt mal ein tiefer Griff ins Klo!

  • mz

    Hallo, Herr Vetter!

    Alles OK? Geht es Ihnen gut?
    Hier ist Pause und bei Twitter ein Artbesuch als Letztes.

    Alles Gute!

  • ia

    Jedenfalls gibt es hier noch einen eifrigen Kommentarlöscher. Erst wird Nr. 56 gelöscht, auf welchen der jetzt neue Nr. 56 verweist, dann der Kommentar, der auf diesen Umstand hinweist. Netiquette ist etwas anderes.

  • Jürgen

    Freies Reden?

    Setzt das nicht Redefreiheit und freies Denken voraus?

    Ob das in einem Gerichtssaal gewollt ist?

    Ich glaube es immer noch, obwohl mir manche Verhandlungen und deren Berichterstattungen darüber die Stirn runzeln lassen.

  • Sayuri

    Ich bin selbst Jurastudentin und ein wenig befremdet, dass dieser Moot Court als völlige Novelle dargestellt wird. Und das mit reichlich Skepsis, wie mir scheint.

    Persönlich kenne ich das zum Einen von der Universität (Konstanz) aus, wo es zum Beispiel eine Schlüsselqualifikationsveranstaltung im Zivilrecht gibt. Betreut durch einen Richter werden kleine Fälle von den Studenten vorbereitet und ausgespielt, vor allem um Klageschrift und Klageerwiderung zu üben, aber auch das “Streiten” vor Gericht und die Verhandlungsleitung durch den Richter.
    Zum Anderen bieten ELSA-Gruppen (European Law Students Association) solche an, zum Beispiel in Leipzig oder auf internationaler Ebene (Human Rights Moot Court).

    Von allen Beteiligten habe ich in der Hinsicht nur Positives gehört, und frage mich, was denn an solchen Planspielen – die in anderen Studiengängen ebenfalls verbreitet sind – so abschreckend sein soll?