Das große Jammern

Unter dem vielsagenden Titel “Heule, heule Gänschen” berichtet die FAZ über das ständige Wehklagen der Polizeigewerkschaften. Die Interessenvertretungen stoßen sich bekanntlich an allem, was Polizibeamten möglicherweise nicht in den Kram passt. Von der vermeintlich schlechten Bezahlung bis zur Vorratsdatenspeicherung und dem Dauerbrenner Gewalt gegen Polizisten.

Der Artikel zeigt sehr schön, dass die Kakophonie auch einem sehr heftigen Konkurrenzkampf der Polizeigewerkschaften geschuldet ist. Wer am lautesten schreit, kriegt am Ende halt auch mehr “Follower”. Zu diesem Zweck wird nicht nur tagtäglich in Populismus gemacht, sondern auch hinter den Kulissen eifrig Lobbyarbeit betrieben. Meist geschieht das wenig seriös, findet die FAZ.

Zum Beitrag.

64 Gedanken zu “Das große Jammern

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    FULL ACK – gerade der Stopp des Forschungsvorhabens von Christian Pfeiffer vor drei Jahren kann in diesem Kontext nicht oft genug betont werden.

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    Auch ich war bisher der medialen Überzeugung, dass Gewalt gegen Polizisten stark zunehme und das einer Unterversorgung mit Planstellen und schlechter Ausrüstung geschuldet sei. Dieser Artikel stellt das in Frage und er klingt plausibel.

    Wer am lautesten schreit, geht einem zwar auf de Sack, wird aber doch irgendwie gehört. Nun mag ich nicht bezweifeln, dass Polizist in einer deutschen Großstadt immer nur Friede-Freude-Eierkuchen ist, aber anscheinend auch kein dauerhafter Straßenkrieg.

    Öffentlich-rechtliche Medien, wo sind eure Reportagen, Dokus und Interviews, die das einmal beleuchten? Es geht uns alle an und nicht nur FAZ-Leser.

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    Aber wenn wir den Polizeigewerkschaften nicht mehr glauben, dann gewinnen am Ende noch die Bürgerrechtler! Das DARF nicht passieren.

    wer Ironie findet etc pp.

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    Was mir auch auffällt: Von Gewaltexzessen distanzieren die Gewerkschaftler nicht öffentlich. Ständig nach mehr verlangen (mehr Polizisten, mehr Überwachung, mehr Strafen), aber nichts gegen Gewalttäter in Uniform unternehmen.

  7. 7

    POLIZEIGEJAMMER

    Echt, es ist zum ko***n. Wenn das SEK die falsche Wohnung stürmt, den Familienhund erschießt und die Kinder einen Schock fürs Leben haben, und sich die Polizei hinterher NICHTMAL ENTSCHULDIGT (!),das ist ein Grund zum jammern !!

  8. 8

    Nicht einer von euch selbstgefälligen Kommentarschmierern kenn twohl den Alltag von Polizisten aus eigener Erfahrung. Sonst würde hier nicht ständig solch Mainstream-Mist gepostet werden.
    Letzte Woche erst brachte Fakt! einen aufschlussreichen Beitrag zu Interventionszeiten und Anfahrtswegen bei Dringlichkeitseinsätzen.
    Beschäftigt euch mit der Materie, anstatt euer Fähnchen in den Wind zu hängen, der grad am stärksten weht.
    Ohne das “ständige Gejammer” unserer Gewerkschaften würden wir mitm Planwagen zum Einsatz fahren, Clownskostüm tragen und mit Wattebäuschen werfen.
    Es ist unglaublich, wie weit heutzutage die Rechte Krimineller gehen und wie weit die Rechte des Staates und seiner Exekutive beschnitten sind.
    Aber das begreift ihr erst, wenn euer geliebter Wagen in Polen steht, euer Sohn nach der Disco zusammengeschlagen wurde, eure Tochter vergewaltigt und eure Frauen beraubt wurden.
    Viele Grüsse an alle, die immernoch glauben, mit Kommunikation lässt sich alles klären.

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    Die nennen sich Gewerkschaften, obgleich ihre Mitglieder Beamte sind?

    Super Scoop FAZ :-D

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    @Mitlesender: Solange unsere Polizisten zulassen, daß sie sich z.B. vom Clown ohne Kostüm Wendt vertreten lassen, solange können sie nicht wirklich ernst genommen werden.
    Mit einem solchen Individuum läßt sich nicht kommunizieren.

  12. 12

    @Mitlesender: Nicht einer dieser dummdreisten mitlesenden Polizisten kennt wohl den Alltag der Systemadmins, die diese Seite hier bereitstellen. Ohne das “ständige Gejammer” würde der SysAdmin in Indien sitzen, Udo Vetters Sprache nicht sprechen und das Blog auf einem Taschenrechner hosten.

    Furchtbar, nicht? Kurios nur, dass der Rest der Welt, SysAdmins und Feuerwehr und RTW-Fahrer und Altenpfleger und … ihren Job halbwegs ordentlich bezahlt und ausgerüstet bekommen ganz ohne zu Jammern. Jetzt stell dir mal vor, lieber Mitlesender: dazu bin ich auch bei Polizei und LKA/BKA bereit. Ganz ohne Jammern. Weil ich nicht so doof bin, wie mich dein “Gewerksschafts”chef darstellt, indem er dauernd die Angstkeule schwingt.

    Ich bin auch noch nicht dumm genug, dem “Gewerkschafts”chef und dir auf den dazugehörigen Leim zu gehen: in meinem sehr gewaltfreien Leben bin ich auch unerwartet vielen Arschlöchern unter den Polizisten begegnet. Beamte, die meinen, dass mit ihrem Job ein Privileg auf Rechthaben einhergeht. Beamte, die sich hinter eurem Jammerschutzschild mit verstecken können, anstatt mal ordentlich abgemahnt oder gar aus dem Dienstverhältnis entlassen zu werden.

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    @JLloyd: Meine Trauer, dass der ein Gutachten weniger in die Welt gesetzt hat, hält sich irgendwie in arg überschaubaren Grenzen…

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    @alter Jakob: nur mal so am Rande, was denken sie, rein prozentual gesehen, wer schlägt wohl nach Discothekbesuchen eher zu? Besoffene Jugendliche oder Polizisten. Hm? Das soll keine Entschuldigung oder Verharmlosung sein, aber leider macht sich niemand wirkliche Gedanken um die Vorgänge. Glauben sie ernsthaft, dass nüchterne, in der Regel erwachsene Menschen, Familienväter und -mütter einfach so grundlos, aus purem Spass zuschlagen? Eskalation in der Situation, dem mag ich zustimmen, aber Spass an Gewalt? Wohl eher eine Ausnahmeerscheinung die nicht verallgemeinert werden kann und auch nicht verallgemeinert werden sollte.
    Immer schön sachlich bleiben.

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    @Mitlesender:

    Ah ja, weil nicht sein kann was nicht sein darf… Tolles Argument.

    Nebenbei gemerkt: Es geht darum, dass die Lobby-Vereine der Polizei ja beim Versuch einer objektiven Betrachtung ausflippen. Dann darf man sich auf deren Seite halt nicht wundern, wenn die Leute als Reaktion “Getroffene Hunde bellen” denken.

  19. 19

    Also ich bin als ganz froh, wenn die polizei kommt, wenn ich oder andere sie gerufen haben. Ich ahbe privat und beruflich genauso viele Nasen und supernette Typen unter Polizisten kennen gelernt, wie in anderen Berufen.

    An dem FAZ-Artikel ist aber in jedem Fall richtig, daß berechtigte Anliegen durch ständiges Gejammer – genauso wie bei Lehrern – irgendwann nicht mehr ernst genommen werden.

    Nebenbei bemerkt: Wann hatten wir anwälte denn die letzte Gebührenerhöhung.

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    @Mitlesender
    Deine selbstgefälligen Kommentarschmierereien kannste dir selber an den Hut pappen, Du Clown.

    Ich kann den Zustand der Scheiße die aus meinem Enddarm raus kommt sehr gut beurteilen. Dafür muss ich nicht selber Scheiße sein, so wie Du meinst.

    Wir wissen doch alle, dass nur der Blick von aussen wirklich objektiv ist. Sie dagegen meinen, mann muss drin stecken um’s verstehen zu können.

    Da fällt mir nur eins zu ein: Wer erst mal in der Scheiße drin steckt, der findet es schneller schön warm und gemütlich, als er anfangs zu glauben wagte. Nach ner Gewöhnungsphase stört auch der Geruch nicht mehr, schließlich stinken alle gleich.

    Markus S.

  22. 22

    @Mitlesender: Ich stimme dem zu, dass Kriminelle bei uns zu viele Rechte haben. Einige von denen dürfen doch tatsächlich noch Polizisten werden/bleiben.
    Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

    Nein, mal im Ernst, viel mehr Rechte als dass man nicht im Gefängnis misshandelt werden darf, haben Kriminelle nicht. Ihr Problem ist doch eher, dass Verdächtige hier so viele Rechte haben. Sie müssen sich eben damit abfinden, dass Sie nicht jeden Verdächtigen wie einen Kriminellen behandeln dürfen, schließlich muss der Staat die Schuld nachweisen und nicht anders herum. Und da kann es nicht angehen, dass Polizisten ihrerseits selbst kriminell handeln und sich den Opfer-Aufkleber verpassen.

    Sowas darf es in einem Nicht-Polizeistaat einfach nicht geben, und wenn dann trotz mehrerer dokumentierter (oder eben nicht dokumentiert, weil unter mysteriösen Umständen einige Sekunden der Filmaufnahmen fehlen oder die Kamera “zufällig” in den Wald reinschwenkt, wahrscheinlich zu botanischen Zwecken) Fälle von Polizeigewalt es mit etwas Glück gerade mal zu einer Verurteilung in einem Jahrzehnt kommt und die Polizei-Gewerkschaften nach außen hin so tun, als sei alles in Ordnung, dann fehlt einfach die Glaubwürdigkeit komplett.

    @markus S.: Aber das hat jetzt absolut nichts mehr mit Objektivität zu tun. Versuchen Sie, einen sinnvollen Beitrag zur Diskussion zu leisten oder lassen Sie’s, bitte.

  23. 23

    @AiA:
    Ich denke nicht, dass hier irgendjemand die Abschaffung der Polizei fordert oder nicht froh ist das wir sie haben.

    Mein Problem ist eher das ich eben keine Hilfe bekomme sondern mich noch von Polizisten beleidigen lassen darf. Mein Problem ist, dass sich wenn ich mich nicht ans Gesetz halte von der Polizei verfolgt werde, wenn sich die Polizei nicht ans Gesetz hält aber geschrieben wird dass man sie öffentlich nicht hinterfragen darf. Mein Problem ist, dass wenn Gewalt gegen Polizisten gerichtet ist stets davon geredet geredet wird, dass Polizisten ja auch nur Menschen sind, wenn aber Gewalt von Polizisten ausgeht sind es plötzlich Supermänner/Superfrauen die niemals Fehler machen und immer Perfekt arbeiten.
    Mein Problem ist, dass immer davon geredet wird, wie die Befugnisse der Polizei beschnitten werden und die Rechte der “Kriminellen” (wer soll das den bitte sein? Die Beschuldigten? Oder hab ich die letzten großen Gesetzesänderungen für Verurteilte verpasst?) ja immer ausgedehnt werden und dabei werden nur Gesetzte beschlossen die genau das Gegenteil tun.
    Oder habe ich hier auch wieder Gesetze verpasst die mich vor der Polizei schützen? Da muss meine Lobby echt gute Arbeit gemacht haben, ah ne, ich habe ja keine.

    Und das lässt die ganzen Probleme, die ich mit dem Beruf “Polizist”, wie er heute konstruiert ist, habe, außer acht.

  24. 24

    @p91: Das Problem ist, dass Sie sich auf den falschen Seiten (z.B. lawblog.de) informieren. Wenn man die von UV eingestellten Beiträge liest, bekommt man nicht unbedingt ein objektives Bild der Realität vermittelt. Es gibt durchaus einige Verfahren, in denen Polizisten wegen Übergriffen im Dienst auch angemessen bestraft wurden. Davon liest man hier aber nur, wenns gerade in die Propaganda passt.

    Viele Berichte, die man über Übergriffe der Polizei liest, sind im Übrigen sehr einseitig geschrieben, da sich die vermeintlich Geschädigten sehr lautstark äußern, sich die Polizeibeamten selbst in der Regel nicht selbst äußern dürfen und die herausgegebenen Pressemitteilungen nicht übermäßig griffig sind.

  25. 25

    Ich finde es herrlich wie sich die selbstgerechten grünen Männchen über jede Kritik an ihrem Verhalten aufregen. Dabei haben sie selbst mit brutalen Gewaltorgien, schamlosen Lügen und und übertriebenem Gejammer die Grundlage für Kritik geschaffen. Heult doch! :)

  26. 26

    @Mitlesender:

    Ich zitiere mal aus dem verlinkten Artikel der bekanntlich linksextremen Anarcho-FAZ:

    “Woran merkt man, dass einer nicht leidet, sondern jammert? Ganz einfach: Man muss es ihm nur auf den Kopf zusagen. Du jammerst! Die Reaktion ist immer die gleiche. Wut.”

    Was sie mit ihrem ersten Artikel so schön bewiesen haben.

    Der Artikel ist auch an sich bemerkenswert, weil er mal eine der nahe liegenden Fragen zum Selbstverständnis dieser Lobbygruppen stellt – schön in Klammern, noch nicht mal im Nebensatz der nächsten Kracher:

    … zwei von ihnen nennen sich „Gewerkschaften“, als seien Polizisten nicht etwa beamtete, unkündbare Staatsdiener mit Pensionsanspruch, sondern Arbeiter oder Angestellte, die ihre Löhne aushandeln müssen und jederzeit den Job verlieren können…

    Und mal ehrlich, was diese Gewerkschafter so von sich geben – also mir wär das echt peinlich. BTW, das wird ja auch im Artikel beschrieben: Wieso haben Polizisten eigentlich zwei Gewerkschaften? Das ist ja eines der Ursachen das sie sich diese Personen so produzieren müssen.

    Und ich kann der These vom Behr durchaus was abgewinnen weil sie sich mit meiner Lebenswirklichkeit/Erfahrung vereinbaren lässt:

    Wer dauernd alle Welt auf seine Opferrolle hinweise, würde eben wie ein Opfer behandelt. Niemand will sich einem Loser unterordnen

    Gegenüber dem sonstigen faktenfreien, populistischen Geblubber der Lobby- äh “Gewerkschaft” ist das ein Faktum das ich, wäre ich Polizist, wohl mal sehr eindringlich mit diesen Gestalten erörtern würde.

    Thogo

  27. 27

    @Mitlesender: wenn hier irgendwas hintergrundloser mainstream ist, dann das geheule der sogenannten gewerkschaften.
    ich bin alt genug um mich an frühere zeiten zu erinnern, an ideologisch aufgeputschte studenten die nicht nur die büttel sondern gleich den ganzen staat abschaffen wollten, an punks die jede form von autorität ablehnten und die bullen platt wie stullen hauen wollten, an die hausbesetzerszene die immer reichlich mollis und pflastersteine bereit hatte falls die “schweine” sich blicken lassen sollten, an belagerungsähnliche zustände vor wackersdorf – und da wollen uns irgendwelche kasper erzählen dass es ein akutes neuzeitliches problem wäre dass polizisten keinen respekt geniessen und öfter angegriffen und angepöbelt werden als früher? wer sowas propagiert und mir gleichzeitig erzählen will dass er sich mit polizeialltag auskennt, den lache ich aus.

  28. 28

    @martin III.:

    Zu ihrem Zitat fällt mir gerade eine kleine off-Toppic Anekdote ein:

    …an punks die jede form von autorität ablehnten und die bullen platt wie stullen hauen wollten…

    Nach nun 30ig Jahren ist die sächsische(!) Polizei aus der Schockstarre erwacht und macht endlich was gegen die phösen Punker welche obiges Liedgut in den ’80igern verbreiteten. BTW – sie fanden das ganz böse Lied als sie nach rechtsradikalem(!!) Liedgut fahndeten.

    Aber vermutlich war es eher Langeweile, fehlende Staatsfeinde (bzw. ersatzweise Jenaer Pfarrer) oder wurde am falschen Pulver aus der Aservatenkammer geschnüffelt?

    http://www.zvw.de/inhalt.winnenden-hausdurchsuchungen-bei-den-normahl-punks.19043fbd-b94e-4a5e-9d7a-ecc52b707fd9.html

    Naja, immerhin:

    „man muss fairerweise sagen“, dass den Polizisten ihr Job „sichtlich peinlich“ gewesen sei. „Wild gewütet wurde nicht“

    Thogo
    (der im Demokratie-Wunderland Sachsen lebt)

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  30. 30

    “Ich würde mir wünschen, dass die Polizei wieder mehr für den Bürger da ist.”
    Zitat eines Streifenpolizisten auf der Feier nach seinem letzten Arbeitstag.

    Und mal ehrlich: Wann hat man das letzte mal den Begriff Schutzmann gehört? Ich habe viel mit Polizisten zu tun und trotzdem immer ein ungutes Gefühl, wenn ich “in freier Wildbahn” auf eine Streife treffe. Leider hat sich “die Polizei” inzwischen maximal möglich von dem Bürger und dem Schutzmann entfernt.

    Respekt gewinnt man nicht durch immer härtere Gesetze und mehr Rechte für “die Polizei”. Respekt verdient man sich als als Ansprechpartner auf der Straße. Die heute übliche Grüppchenbildung (4+ Beamte der Bereitschaft) trägt dazu genauso wenig bei, wie das Decken des Fehlverhaltens einiger Kollegen.

    Richtig destruktiv empfinde ich das Verhalten der Gewerkschaften und Innenminister. Ich möchte von meinen Interessensvertretern nicht als unfähiges (ohne Vorratsdatenspeicherung/Handyortung/neue Gesetze können die nicht ermitteln) Opfer (unterbezahlt/schlecht ausgerüstet/gesellschaftlich geächtet) dargestellt werden.

  31. 31

    @Murgi:
    Wie kommen sie darauf, dass ich meine Informationen nur hier her beziehe?

    Viele meiner Probleme resultieren eher aus direktem Kontakt mit Polizisten (mein Onkel ist Polizist, mein Nachbar ebenfalls).
    So fällt es mir sehr schwer jemand glauben zu schenken der mir gerade erzählt, dass er ja von einem Gericht zu unrecht gerügt worden wäre weil er einem Beschuldigten zu hart angegangen wäre wenn er mir vor einer halben Stunde noch erzählt hat, dass man jedem auf ner Demo erst mal die Nasse brechen muss weil es die effektivste Methode ist um Widerstand jeder Art zu brechen.
    Was tun sie dann? So bei Kaffee und Kuchen?
    Ich fing an diesem Punkt an mehr über das Thema zu lesen und versuchte beide Seiten zu sehen. Weil irgendwas passt hier nicht zusammen.

    Und wissen sie das das schwierigste an der Situation ist? Diese Menschen mag ich. Also als Menschen. Das sind nicht die Arschlöcher die man sonst so schön als Feindbild im Kopf hat, nein. Total liebenswürdige Menschen wenn man die Aussagen zum Job ausklammert. Was soll ich also tun? Ich versuche den Job “Polizist” zu ändern bzw. anzuprangern was aus meiner Perspektive da falsch läuft. Den die Menschen die diesen Job machen sind genauso Menschen wie du und ich, genauso gut und schlecht wie wir alle. Genauso leicht von Macht, Angst, Hass, Liebe etc. geführt wie jeder andere nur das sie eben mehr Möglichkeiten haben dies zu tun bzw. ich weniger Möglichkeiten habe mich dagegen zu verteidigen.

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    @p91: Wie oft ist Ihr Onkel denn tatsächlich losmarschiert und hat jemandem grundlos die Nase gebrochen?

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    @Murgi:
    Woher soll ich das wissen? Ich kann es ja nicht kontrollieren.
    Ich habe ja nur das was er mir selber erzählt und vlt noch das aus seiner Jugend was ich von der Familie weiß.
    Aber wenn ich von ihm so was zu hören bekomme kann ich ihm halt nicht mehr zu 100% Glauben wenn er mir dann erzählt er (oder irgend ein anderer Polizist) würde ja nie übertriebene Gewalt anwenden. Ergo muss man genau das jedes mal Hinterfragen und Kontrollieren. Nur kommt genau wieder “Wir dürfen die Polizei nicht hinterfragen weil dann sind ja die Guten wieder die Täter etc”.

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    @Murgi: So welche denn? Und bitte keine Fälle wo sich über Jahre so viele Verfahren aufgetürmt hatten das man nicht mehr anders konnte.

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    @Mitlesender: Stimmt. Mit Prügelpolizisten und deren Unterstützer/Vertuscher ist keine Kommunikation möglich, weil sonst die Zähne rausfallen

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    …lass uns nicht empfindlich sein, wenn andere anderer Meinung sind. Denn alle Menschen haben ein Herz, und jedes Herz ist anders. Ihr Gut ist unser Schlecht und andersherum. Wir sind nicht unsagbar weise und sie nicht unsagbar dumm. Beide sind wir nur gewöhnliche Menschen. Wie kann einer eine Regel festlegen, um Richtig und Falsch zu trennen. Denn wir sind alle weise und dumm, so wie ein Ring kein Ende hat.

  40. 40

    @p91: Weil also ein Polizist mit großer Klappe erzählt, was er in der Ausbildung für Tricks zur Selbstverteidigung und Durchsetzung gelernt hat, brauchen Sie Gesetze, die Sie vor der Polizei schützen?

    Ich kenne so viele Leute aus allen möglichen Berufszweigen, die irgendwelche coolen Tricks und Storys gehört haben, die sie eigentlich mal gerne anwenden wollen, aber es nie tun, weil dann letztlich doch die Vernunft siegt. Warum soll das bei Polizeibeamten anders sein?

    Hier wird zu Recht die subjektive Sichtweise der Gewerkschaften kritisiert, die Polizisten nur als Opfer sehen, obwohl sich das statistisch nicht belegen lässt. Andersrum gilt aber genau das gleiche, subjektive Wahrnehmungen durch Erzählungen oder einzelne Zeitungsberichte über Übergriffe durch Polizeibeamte erfassen auch nicht die objektive Situation. Die große Mehrheit der Polizisten macht ihren Job ordentlich und gewissenhaft!

  41. 41

    @Murgi:

    Die große Mehrheit der Polizisten macht ihren Job ordentlich und gewissenhaft!

    Davon bin ich überzeugt.
    Aber wenn das so ist – warum kriegt dann diese große Mehrheit nicht endlich ihren Arsch hoch und wehrt sich gegen die kleine Minderheit, die mit Aktionen wie letztlich in München, in Rosenheim und wo auch immer das Bild der Polizei nachhaltig beschädigt?

  42. 42

    @AiA:

    Ich ahbe privat und beruflich genauso viele Nasen und supernette Typen unter Polizisten kennen gelernt, wie in anderen Berufen.

    Ja, die Erfahrung teilen sicher viele. Nur: All die anderen Nasen, denen man sonst so privat und beruflich begegnet, sind nicht mit dem Gewaltmonopol ausgestattet. Das macht schon einen wesentlichen Unterschied.

    @thogo: Das erste Zitat, das du anführst, finde ich die schwächste und ärgerlichste Stelle in dem ganzen Artikel. Was ist denn das für eine Argumentation? Angenommen, jemand leidet tatsächlich und beklagt sich darüber – wenn man dem dann vorhält, er würde nur jammern, wird er doch auch wütend.

    @markus S.: @Ralf Kunter: *fremdschäm*

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    @Murgi: Das ist ja ein wahnsinnig tolles Beispiel das Sie hier bringen:

    Der Vorfall liegt bereits vier Jahre zurück.
    ….
    Dabei, das schilderte am Dienstag vor dem Amtsgericht anschaulich ein Zeuge, der selber schwer am Kopf getroffen worden war, kam es zu brutalen Polizeiübergriffen, die im übrigen durch Videoaufnahmen eines Nachbarn dokumentiert wurden.

    Trotz Videoaufnahmen, bestand der Polizist darauf das sein Eingreifen gerechtfertigt war, um eine “Gefangenenbefreiung” zu verhindern.

    Trotz Videoaufnahmen zog sich dieser ganze Vorgang über 4 Jahre hinweg und endete auch nur in einer Bewährungsstrafe.

    Ich weiß nicht zu welchem Zweck Sie dieses Beispiel anführen wollen, aber meiner Meinung nach zeigt dieser Fall mal wieder aufs Neue wie mangelhaft mit dieser Thematik umgegangen wird.

    Wie wäre dieser Fall wohl ausgegangen wenn da nicht zufällig ein Nachbar mit Videokamera anwesend gewesen wäre? Der Mann kann ja auch von Glück reden das er offensichtlich im Abseits dieser Aktion stand, in der Regel halten Polizisten nicht viel davon sich bei ihrer “Arbeit” filmen zu lassen. Da geht auch mal die eine oder andere Kamera zu Bruch bzw. wird so manche SD Karte “beschlagnahmt”.

    Man stelle sich nur vor hier hätte kein Polizist auf Köpfe gehauen sondern einer der Betroffenen, man stelle sich nur mal vor der Betroffene hätte auf Teufel komm raus weiter darauf bestanden “Nichts falsch gemacht zu haben”. Ob da eine ähnlich milde Strafe bei raus gekommen wäre? Ob sich diese Verhandlung auch über 4 Jahre hingezogen hätte?

    Gibt es denn auch nur ein einziges Beispiel, aus jüngster Geschichte, bei dem ein Polizist auch wirklich mit langfristigen Folgen leben musste? Bzw. wie viele Freiheitsstrafen, ohne Bewährung, wurden gegen Polizisten verhängt?

    Da auch nur ein einziges Beispiel zur Hand? Das würde mich dann doch mal ernsthaft interessieren…

    Übrigens als alternative Quelle zum lawblog reicht schon der eine oder andere regelmäßige Besuch auf http://www.copzone.de. Da kann man die Herren und Damen in Grün (oder Blau) mal ganz unter sich erleben, einen besseren Eindruck hinterlässt das ganze trotzdem nicht.

  45. 45

    @Murgi:

    Nur aufgrund der glücklicherweise vorhandenen Videoaufnahme eines Nachbarn (Da haben die Polizisten beim Einsatz wohl nicht aufgepasst. Normalerweise werden solche Aufnahmen nämlich unterbunden.) konnte es dann auch nur zu einer Verurteilung kommen.
    Glauben sie denn wirklich, dass auch nur einer der anderen Polizisten gegen den Täter ausgesagt hätte? Ohne die Videoaufnahme wäre es zu keiner Verurteilung gekommen.
    Auch scheint mir die lange Zeit zwischen Tat und Verurteilung darauf hinzudeuten, dass hier die Staatsanwaltschaft zum Jagen getragen werden musste.

    In anderen Fällen ohne das Glück einer neutralen Videoaufnahme kommt es eher nicht zu Verurteilungen. Bezeichnend ist dabei, dass die Videoaufnahmen der Polizei regelmäßig Verschwinden, sobald eine Anzeige eingeht. Komischerweise jedoch immer nur die Abschnitte mit den Verbrechen der Polizisten. Da kann man schon den Verdacht auf systematische Beweismittelunterdrückung haben.
    Und genau dieser Korpsgeist ist sehr problematisch. es mag sein, dass nur ein Bruchteil der Polizisten als Gewalttäter in Erscheinung tritt. Solange dieser Bruchteil jedoch von der Mehrheit durch falsche Aussagen, Zurückhalten von Beweismitteln etc. aktiv geschützt wird, darf sich kein Polizist über den schlechten Ruf der Polizei beschweren.

  46. 46

    @Densor: Und noch ein kleiner Nachtrag:

    Eine deutliche Sprache gab es hinsichtlich des gesamten Vorgehens: „Der Einsatzleiter hat rechtswidrige Anordnungen getroffen“, stellte das Gericht nüchtern fest.

    Handelt es sich bei dem Einsatzleiter um den selben Beamten der fröhlich aus der zweiten Reihe geprügelt hat? Wenn nicht: Warum gibt es dann keine weiteren Folgen außer einer “nüchternen Feststellung”?

    Geht nun langsam mal ein Licht auf das es sich bei derlei Fällen nicht um “Ausnahmen” handelt, sondern der Korpsgeist derartiges Verhalten geradezu beschwört?

    Auf die Finger geklopft wird im höchst Fall wenn jemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist, übrige Rechtsbrüche werden beiläufig erwähnt und folgenlos toleriert.

  47. 47

    @Murgi:

    So sehe ich das auch. Auch ist die Berichterstattung in diesem Blog nicht unbedingt immer objektiv, was die Bewertung polizeilicher Maßnahmen anbelangt.

    Und ich bleibe nach wie vor dabei: Berechtigte Anliegen (der Polizisten) werden durch die “Mimi”-Haltung der Polizeigewerkschaften entwertet. Genauso wie bei den Lehrern. Auch deren Arbeit ist mit Sicherheit in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden, eher belastender. Aber durch das stänidge Gejammer nimmt es schon keiner mehr ernst.

  48. 48

    @Densor: Ich kenne da ein Beispiel. 6 Leute verprügeln ein Mädchen 2 Jungs greifen ein und werden ebenfalls zusammen geschlagen das ganze wurde gefilmt und es gab keine Bewährung.

    Ach ne warte die Leute die zusammen geschlagen wurden gingen in den Knast und das Video wurde zufällig gelöscht.

    Das war +
    übrigens nicht mal ein Einsatz.

  49. 49

    @Mitlesender
    Da hast Du ja einen schönen Knochen in die Pampa geworfen und (wie immer)die Meute balgt sich. Das war bei unterbelichteten Jurastudenten und mitlesenden Tagedieben auch nicht anders zu erwarten. Eben die üblichen Verdächtigen.

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  51. 51

    @Densor: Mit Ihren Antworten zeigen Sie (mal wieder), dass Sie keine Ahnung von dem haben, worüber Sie schreiben. Ob eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, hängt von vielen Faktoren ab. Vorstrafen, Sozialprognose, weitere Nachteile durch die Verurteilung. Dass jemandem bei der ersten Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann, diese versagt wird, ist der absolute Ausnahmefall. Das betrifft sowohl Normalbürger als auch Polizisten.

    Im Übrigen dürfte das Urteil auch berufliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der Angeklagte muss ernsthaft um seinen Job fürchten.

    @Densor: Auch hier wird deutlich, dass Sie keine Ahnung haben. Die Richterin war zuständig für die Entscheidung, ob sich der Angeklagte strafbar gemacht hat. Was den Einsatzleiter (Der im Übrigen wohl kaum die Schläge angeordnet hat, sondern eher die zugrundeliegende Durchsuchung.) anbelangt, hatte sie schlicht und ergreifend keine Kompetenzen. Ob diesbezüglich etwas veranlasst wurde, steht leider nicht in dem Artikel.

    @simie: Zu den Aussagen der Kollegen steht nichts in dem Arrtikel. Es steht allerdings auch nicht da, dass der Angeklagte nur durch die Videoaufzeichnung überführt werden konnte.

  52. 52

    @Murgi: Welche Antwort? Ich habe eine einfache Frage gestellt, welche Sie offensichtlich nicht in der Lage sind zu beantworten.

    Ist es denn keine berechtigte Frage, wissen zu wollen ob in jüngerer Geschichte ein Polizist für seine Taten eine Freiheitsstrafe absitzen musste? Ist diese Frage wirklich so abwegig für Sie?

    Und wenn diese Frage mit einem “Nein” beantwortet wird: Sollte das einem nicht zu denken geben? Sind Polizisten wirklich die perfekten, unfehlbaren Menschen das man eine derartig markelfreie Vergangenheit vorweisen kann? Wäre diese Vorstellung nicht leicht Naiv?

    Immerhin sind Polizisten ja auch nur “Menschen”. Dieser Umstand wird oft genug als Verteidigung angeführt wenn im Eifer mal wieder die Verhältnismäßigkeit ignoriert wurde. Aber das Polizisten derartig Menschlich sind und auch mal “schlimme” Fehler begehen die auch “schlimme” Konsequenzen haben sollten, darauf kommt anscheinend niemand.

    Es ist ja auch durchaus traurig das Polizisten manchmal mit beruflichen Konsequenzen leben müssen bei Fehlverhalten. Die Konsequenzen mit denen ein Otto-Normal-Angesteller bei einer Verurteilung leben muss sind dagegen bestimmt absolut unbedeutend.. oh Moment.. wohl eher nicht.
    Da kann man nur Kopfschüttelnd nach Rosenheim gucken…

    Übrigens habe ich nicht angedeutet das die Richterin hier sofort den Einsatzleiter einknasten sollte, ich habe lediglich die Frage gestellt warum diese Feststellung offensichtlich wieder keinerlei Folgen haben wird für den Einsatzleiter. Scheint ja selbst Ihnen, als Allwissenden, nicht bekannt zu sein ob dieser irgendwelche Folgen fürchten muss. Die Erfahrung zeigt aber eher: Nein muss er nicht.

    Ansonsten finde ich es sehr schade das außer dem üblichem “Du doofer Bürger hast doch keine Ahnung wovon du redest!” nicht mehr kommt. Die Masche wird langsam doch recht Öde und abgenutzt, mitreden, beurteilen und entscheiden dürfen natürlich nur Polizisten selbst! Alle anderen haben keine Ahnung, die Klappe zu halten und sich im Zweifel offensichtlichem Unrecht zu beugen.

  53. 53

    @Densor: Antworten auf vorhergehende Beiträge, nennen Sie es von mir aus Ihre Kommentare, Ihr Geschwubbel hier ist gemeint…

    Dann versuche ich es, Ihnen nochmal langsam zu erklären, warum Polizisten für im Dienst begangene Taten keine Freiheitsstrafen absitzen:

    Wird jemand in der Bundesrepublik Deutschland erstmals zu einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren verurteilt (was bei den Delikten, die typischerweise im Dienst begangen werden, zu erwarten sind), so wird diese Strafe in aller Regel bei allen (Polizisten und Nicht-Polizisten) zur Bewährung ausgesetzt. Eine längere Bewährungsstrafe für eine im Dienst begangene Tat wird aber regelmäßig dazu führen, dass der Polizeibeamte seinen Job los ist. Er hat dann schlicht keine Möglichkeit mehr im Dienst dafür zu sorgen, dass er “gefängnisreif” wird. Und mit einem Führungszeugnis, das nur in gebundener Ausgabe versandt wird, wird man schlicht und ergreifend nicht eingestellt.

    Woher nehmen Sie das Wissen, dass die Angelegenheit für den Einsatzleiter offensichtlich ohne Folgen geblieben ist? Erfahrung jaja… Dazu steht schlicht und ergreifend nichts in dem Artikel. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Mehr habe ich nicht gesagt. Allwissenheit geben nur Sie vor.

    Mitreden darf im Übrigen jeder. Ich bin ja auch kein Polizist. Ich habe allerdings ein paar juristische Kenntnisse. Dafür halte ich mich mit Aussagen zur Teilchenphysik zurück und behaupte nicht nach Bauchgefühl, irgendwelche Theorien seien offensichtlich falsch.

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    @Murgi: Ah also haben wir nun eine Antwort. Somit besteht für Polizisten wohl “Narrenfreiheit” für das erste Fehlverhalten, zumindest wenn diese nach ihrer Versetzung an den Schreibtisch nicht doch noch größeren Mist bauen. Das deckt sich zwar nicht mit dem was ich so manchmal mitbekomme (Bspl.: http://www.merkur-online.de/aktuelles/bayern/rosenheimer-polizeichef-doch-aktenkundig-1418357.html ) aber na gut..

    Warum Sie aber weiter darauf bestehen mich derartig persönlich angehen zu müssen verstehe ich trotzdem nicht. Immerhin habe ich niemals irgendwelche Juristischen Behauptungen in den Raum gestellt. Es hat mich lediglich interessiert ob es in Deutschland schon den Fall gab das ein Polizist, wegen Vergehen im Dienst, auch wirklich eine Gefängnisstrafe absitzen musste.

    Ihre Antwort nun: Nein, funktioniert rein praktisch gar nicht.

    Kann mich nämlich an einen Fall, ja auch aus dem lawblog, erinnern bei dem einem Polizisten die Gefängnisstrafe erspart wurde, da die Richterin der Meinung war das könnte man einen Polizisten ja nicht antun. Leider kann ich die Geschichte gerade nicht wiederfinden, würde aber wohl keinen Unterschied machen, ist ja alles einseitig hier ;)

  55. 55

    Die FAZ zitiert unabhängige Daten: “Schwer verletzt wurden bei insgesamt 4.040.768 Einsätzen – 13 Polizisten.” Gewalt gegen Polizisten bei 0,1% aller Einsätze. Wenn die Gewalt also zunehmen würde (was sie objektiv nicht tut), dann gibt es mehr Einsätze. Die Polizeigewerkschaften wehren sich gegen unabhängige Untersuchungen und wollen nur Lobby-Politik machen, dabei hampeln sie auch in der Öffentlichkeit in peinlicher Weise herum, wie der Hampelmann Wendt. Wer sich als seriöser Polizist von so jemandem vertreten sieht oder vertreten lassen muss, der tut mir leid. Genauso wie der seriöse Polizist, der gezwungen wird, gewaltätige schwarze Schafe in seinen Reihen zu schützen und quasi Narrenfreiheit zu gewähren, die auch seinen Ruf zerstört.

  56. 56

    @Densor:

    Kann mich nämlich an einen Fall, ja auch aus dem lawblog, erinnern bei dem einem Polizisten die Gefängnisstrafe erspart wurde, da die Richterin der Meinung war das könnte man einen Polizisten ja nicht antun.

    Das war der Polizeichef von Rosenheim, der einen gefesselten Jugendlichen mehrfach mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen leicht gestossen hat.

    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/11/28/links-812/

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    @Densor: Freut mich, dass ich Ihre Frage beantworten konnte. ;-) Wenn Sie mir jetzt noch sagen, was sich an meinen Aussagen nicht mit der Verurteilung des Rosenheimer Polizisten deckt, will ich da auch gerne noch was zu schreiben. Der war wegen der in dem von Ihnen verlinkten Artikel ja auch noch nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Gibt es Vorverurteilungen wegen Geldstrafen, führt das auch nicht automatisch dazu, dass sie Strafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt wird. Man steigert sich bei kleineren Delikten üblicherweise langsam von kleineren Geldstrafen zu größeren, dann zu Bewährungsstrafen und schließlich zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung (außer jemand haut zahlenmäßig zwischendurch mal richtig auf die Kacke oder jemand hat sich in Bayern erwischen lassen). Den Artikeln zu Rosenheim kann ich leider kein Aktenzeichen entnehmen, weswegen ich zu der Begründung nichts sagen kann. Bin aber auch gerade zu faul zum suchen.

  58. 58

    Achso. Wenn Sie Geldstrafen dazuzählen, ist die “Narrenfreiheit” eines Polizisten deutlich größer.

  59. 59

    Ich frage mich, warum Polizisten überhaupt eine Gewerkschaft brauchen. Immerhin sind es Beamte.

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    @Matt
    Wundert mich auch. Bei Lehrern heißt so etwas ja “Verband”. Vermutlich will man damit irgendeinen Bürgernahen Eindruck erwecken.

  61. 61

    Ich bin keine Polizistin habe aber einen “artverwandten” Beruf. Ich frage mich zunächst, wie sich die Polizeigewerkschaft oder wie auch immer dieser Interessenverband zu nennen ist, von anderen Verbänden dieser Art unterscheidet? Deren Aufgabe ist es, immer wieder auf Missstände aufmerksam zu machen und ihren zahlenden Mitgliedern Vorteile zu verschaffen. Streik geht nicht, da ist die Medienpräsenz umso wichtiger. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, den Aufschrei der FAZ gibt es m.E. nicht her.
    Zudem wundere ich mich über diese Streiterei. natürlich gibt es Polizisten, die Mist bauen und die Ihnen übertragene Macht ausnutzen. Solche Menschen soll es in jeder Berufssparte geben (Stichwort Abmahnanwälte, Zockerbanker, Organhandelärzte). Da jetzt eine ganze Berufssparte zu verunglimpfen- irgendwie armselig.
    Aus meinem Berufsalltag kann ich berichten, dass Gewalt, Regellosigkeit, Unverständnis der Normen und Werte unserer Gesellschaft erheblich zugenommen haben. ich arbeite seit 13 Jahren im Vollzug und seit mehreren Jahren im Jugendvollzug. Sicherlich sehe ich nur den Bodensatz der Gesellschaft, aber der hat es in sich und der ist es auch, der den Polizisten zu schaffen macht. Natürlich wusste ich, welche Belastungen auf mich zukommen werden, als ich den Beruf ergriff, kann allerdings in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung der Respektlosigkeit und Gewaltneigung unserer Insassen beobachten, die sich nur diffusen Ehrbegriffen verpflichtet fühlen und mit Toleranz, Verständnis und Kommunikation wenig anzufangen wissen. Und die Zahl derer nimmt in der Tat zu. Immer weniger Intelligenz und Erziehung produzieren immer mehr Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, damit auch Wut und Aggression. Lehrer, Polizisten und Justizbeamte sind einfach die, die diese Folgen am direktesten und meisten zu spüren bekommen. Und die berichten tendenziell alle das Gleiche. Nun kann es sicher daran liegen, dass wir alle Jammerläppchen sind, man kann aber auch auf die Idee kommen, dass die Gewalt und Respektlosigkeit mit der Überalterung der Gesellschaft quantitativ zurückgeht, qualitativ jedoch zunimmt. Könnte man…. wenn man sich interessieren und informieren mag…

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    @Wärterin:

    natürlich gibt es Polizisten, die Mist bauen und die Ihnen übertragene Macht ausnutzen. Solche Menschen soll es in jeder Berufssparte geben (Stichwort Abmahnanwälte, Zockerbanker, Organhandelärzte). Da jetzt eine ganze Berufssparte zu verunglimpfen- irgendwie armselig.

    Keiner Verunglimpft hier die Polizei. Es geht auch nicht primär um die “schwarzen Schafe”. Es geht vielmehr darum, dass die paar schwarzen Schafe von der Organisation gedeckt werden. Und das ist das Kritikwürdige.

    Nebenbei bemerkt haben weder Abmahnanwälte noch “Zockerbanker” oder “Organhandelärzte” eine übertragene Macht wie Polizeibeamte. Ich habe auch noch nicht gehört, dass die Ärztekammer anfängt, den Organhandel zu relativieren.

    Und mir ist es am Ende aller Argumente ehrlich gesagt egal, ob die Situation für die Beamten gefühlt schlechter wird: Das kann nämlich falsches Verhalten nicht entschuldigen.

    Wenn sich jemand der Polizei falsch gegenüber verhält, dann muß er halt mit der angemessenen Reaktion rechnen und kann sich nachher nicht beschweren. Die Betonung liegt aber eben auf angemessenem Verhalten. Und eben bei falschem Verhalten. NIcht einfach so aus Prinzip. Nicht mal bei UNfreundlichkeit. Wenn einem Polizisten (übertrieben ausgedrückt) nicht gleich das Ar… geküsst wird ist das kein falsches Verhalten. Freundlichkeit ist optional.

    Und wenn, wie mir mal passiert, mich bei einer verdachtsunabhängigen Autokontrolle vor der Autobahnauffahrt der Beamte als erstes durchs Fenster anraunzt, was ich denn hier mache, dann muß er sich nicht wundern, wenn ich zurückraunze, dass ihn das nicht zu interessieren habe.

    Der mag vielleicht sich nachher auch über mangelnden “Respekt” beschwert haben – dann hat er allerdings Respekt mit ANgst, EHrfurcht oder Überhöhung verwechselt.

  63. 63

    @Wärterin “Ich frage mich zunächst, wie sich die Polizeigewerkschaft oder wie auch immer dieser Interessenverband zu nennen ist, von anderen Verbänden dieser Art unterscheidet?…”

    Zunächst einmal grundlegend im Fall beider “Verbände” dadurch, daß ihnen nicht wie dort offen rassistische und öffentlich nach ganz rechts außen tendierende Personen vorstehen, was sie z.B. anhand wunderschön gestalteter Gewerkschaftskalender (google) begutachten können. Im Falle von Herrn Wendt gestaltet sich das Ganze noch spezieller, von zweifelhaften Sägeversuchen an bedauernswerten Eisbeinen bis hin zur offenen Ablehnung der Verfassung/FDGO bis über Publikationen in rechtsnationalen Zeitungen und offen zur schau getragenem faschistischem Gedankengut ist dort alles dabei und offenbar genehm und akzeptiert. Es gibt dann ja auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Beamten die das mit ihrer Mitgliedschaft unterstützen. Mit diesem Herrn können Sie bequem einen unterhaltsamen google-Abend verbringen.
    Aber er ist eben nicht irgendwer. Sondern der oberste geistige Brandstifter und Scharfmacher in allen sicherheitspolitischen Fragen und nicht nur Lobbyvertreter seiner Klientel, was viel schlimmer ist, zeitgleich besonders in der Politik. Ausbaden müssen das dann andere, wie ich hin und wieder bei meinem geografisch nordöstlich gelegenen Lieblingsfußballclub eindrucksvoll bewundern kann. Solche Leute sind es, die viele Probleme erst schaffen, ganz bewusst und auch ein hohes Interesse daran haben, sich diese zu erhalten und zu befeuern um ständig Bedarf reklamieren zu können. Es ist bei ihm alles dabei, jammern, pushen, lügen, polarisieren, polemisieren, verunglimpfen, Ängste schüren, nur eines nicht : Interesse an einer Problemlösung. Wendt ist ein Furunkel am Arsch von Demokratie und Rechtsstaat und bei vielen dafür verantwortlich, das sie der Polizei mit Ablehnung, Angst, Mißtrauen, Respektlosigkeit, Mißachtung, Gegenwehr – im besten Fall mit einem miesen Gefühl und Frohsein, wenn sie aus dem Gesichtskreis verschwunden sind, begegnen. Sie sorgen dafür, das viele Pickelträger nur noch als Instrument zum Machterhalt und Gängelei wahrgenommen werden.
    Und Einblicke in all die Vorgänge rund um den NSU und die damit befassten Behörden hinterlassen nicht den Eindruck, als würden sich dort gewisse Mangelerscheinungen nur auf die profane fehlerbehaftete menschliche Natur reduzieren lassen. Inklusive tarnen, täuschen, schreddern – der Befehlsnotstand und das Weiterdelegieren der Verantwortung war ja schon immer beliebtes Rechtfertigungsmittel. Das man in diesem Fall z.B. den Behörden alles zutraut ist auch ein Produkt von Berufsjammerern wie Wendt, bei denen auch sonst im Oberstübchen ziemliche tausendjährige Dunkelheit herrscht. Dabei würde gerade hier das schonungslose Aufdecken mal konkreten Bedarf, Notwendigkeiten etc. aufzeigen, anstatt nur die nächste Eskalationsstufe der Repressionsrakete zu zünden. Es trägt jedenfalls nicht zur Respekterhöhung bei, bei jeder Verkehrskontrolle so lange zu suchen bis man für 15 € fündig wird, nur um dann die gesammelten Monatseinnahmen dem nächsten V(!)ertrauenswürdigen Mann des örtlichen Vereins für nationale Folklore und Heimatschutz in die Hand zu drücken.
    Ein Großteil der Probleme sind einfach hausgemacht und es ist keine Tendenz erkennbar, das man sich dem überhaupt erstmal zumindest mit einer gewissen Wahrnehmung stellen möchte.

  64. 64

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