Kleine Beute, großes Risiko

Eine mutmaßliche Diebin hat am Wochenende für gebrauchte Schuhe ihr Leben riskiert. Die 48-jährige Frau hatte auf einem Flohmarkt in Gelsenkirchen ein Paar benutzte Schuhe gestohlen. Damit flüchtete sie über eine Straße, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten. Nachdem ein Autofahrer sie anfuhr, blieb die Frau regungslos liegen.

Als ihr Passanten zu Hilfe kommen wollten, erwachte sie, schlug wild um sich, flüchtete weiter und konnte erst auf einem Parkplatz gestellt werden. Ihre Kopfverletzungen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei leitete ein Diebstahlsverfahren ein: Der Wert der Schuhe liegt bei drei Euro. (pbd)

Links 18

Eine Zusammenstellung interessanter Links. Jeweils mit Dank an die Einsender:

Peter Turi vs. Don Alphonso;

Stefan Niggemeier über Turi und Don;

Mutiges Impressum (Knud Bielefeld);

Wie ein Jungunternehmer per Mail abzocken will (Sascha Borowski);

Pascal-Prozess: kranke Richter und Geldprobleme (Matthias Hinghaus);

Der Killer und die Totgeglaubten;

Kommentar-Fax;

Deutschland haftet für Flugzeug-Katastrophe von Überlingen;

Sportlehrer: Snowboardkurs kann Steuern sparen (Gerrit Horn);

Sebas bloggt wieder;

Riesenbetrug bei eu-Domains? (Andreas Klein);

Welcher Dienstag?;

Die besten Doping-Ausreden (Mathias Schindler).

Tot, trist, trocken

Brach, einfach, einfallslos, einförmig, fad, felsig, gleichförmig, kahl, karg, langweilig, monoton, nutzlos, phantasielos, reizlos, sinnlos, tot, trist, trocken, trostlos, unbelebt, unergiebig, unfruchtbar, ungenutzt, uninteressant, unoriginell.

Eigentlich wollte ich schreiben, die Zeitschrift Sicherheitsreport ist öde. Sogar an einem Freitagnachmittag, wo man für Ablenkung dankbar ist. Das schien mir aber nur eine leidliche Beschreibung. Deshalb habe ich die Synonyme für öde abgefragt.
In der Gesamtheit trifft das einigermaßen den Punkt.

Herausgegeber des Sicherheitsreports ist die „VBG Ihre gesetzliche Unfallversicherung“, also die Gebührenkrake Berufsgenosschenschaft. Wenigstens eine gute Mitteilung habe ich im Blättchen entdeckt:

Der Bezugspreis für den Sicherheitsreport ist durch den Beitrag abgegolten.

Also, gegen eine Beitragsermäßigung verzichte ich gerne auf den Scheiß. Ach was, sogar ohne.

Gewollte Tränen

Die amerikanische Fotografin Jill Greenberg bringt Kinder zum Weinen – um sie dann abzulichten. Ihre Bilder haben in den USA Entrüstung ausgelöst. Sogar der Vorwurf des Kindesmissbrauchs wird erhoben, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Meine Meinung schwankt: zwischen entsetzlich und lasst die Kirche im Dorf.

Wird verfolgt

060728a.jpg

Die Vorschrift ist zwar verschärft worden. Aber da muss man schon an einen wirklich harten Strafverfolger kommen, damit sich das Drohpotenzial verwirklicht. Oder vielleicht an einen frustrierten. Siehe vorheriger Beitrag.

(Danke an den Berliner Kollegen Henning Krieg für das Bild)

Staatsanwälte sortieren Post

Kreative Zustände herrschen momentan bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach: Hoch dotierte Amts- und Staatsanwälte öffnen und sortieren dort neuerdings die eingehende Post, weil sie dazu aufgefordert worden sind.

Behördensprecher Norbert Jansen bestätigte, auch Rechtspfleger beteiligten sich an der Aktion: In einer „Service-Einheit“ sei es zum konkreten Engpaß gekommen, deshalb seien „erhebliche Rückstände“ entstanden. Die Behörde hofft, in „absehbarer Zeit“ mit der Arbeit fertig zu werden. (pbd)

Nackte Aggression

Die Hamburger Bürgerschaft macht es sich einfach:

Die um 17 Euro erhöhte Büropauschale soll die GEZ-Gebühr ausgleichen, die die Abgeordneten künftig für Computer mit Internet-Zugang zahlen müssen.

So wird ein Apoleget der Diätenerhöhung im Hamburger Abendblatt zitiert. Wahlweise wird von „popeligen Beträgen“ gesprochen.

Ich sag’s nur ungern. Aber bei jemandem wie mir, der ab Januar 2007 den Unsinn bezahlen muss, weckt solche Arroganz schon lange keine Debattierlust mehr. Sondern nackte Aggression.

(Link gefunden in Hokeys Blog)

Soziale Kompetenz

Aus einem Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf:

Das Gericht mißt der Aussage dieses Zeugen große Bedeutung bei, weil er ruhig und besonnen aussagte und sichtlich über eine große soziale Kompetenz verfügte. Diese hat er sich nicht nur durch seine Tätigkeit als Taxifahrer erworben. Er arbeitet zusätzlich als Tauchlehrer und wird in dieser Eigenschaft auch dieses Jahr wieder für mehrere Monate am Roten Meer arbeiten.

Demnächst: Josef Ackermann liebt seine Frau, deshalb hat er keine Untreue begangen. Und Tony Soprano kommt in den Himmel, weil er katholisch ist.

Wasserstandsmeldung

Heute definitiv den heißesten Gerichtssaal erwischt. Auch wenn ohne Robe verhandelt wird, ist es einfach nicht auszuhalten. Es war eine gute Entscheidung, ein T-Shirt unters Hemd zu ziehen. Das saugt erst mal ordentlich was weg, so dass ich wenigstens nicht ganz so mehrfarbig im Brust-, Schulter- und Achselbereich dasitze wie andere Prozessbeteiligte.

Ja, sitze. Um 14 Uhr geht es weiter.