10.6.2010

Links 517

Merkels Pläne: Ab 1. Juli beginnt die Operation Wortbruch

Steuer-CD: Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestreitet Panne

Emmely darf wieder arbeiten gehen

Die Justiz und die kleinen Leute

BP kauft bei Suchmaschinen das Wort Ölkatastrophe

Spam-Abmahnung in einer Minute

Schweiz: Vergewaltigung von Prostituierten darf nicht milder bestraft werden

43 Kommentare zu “Links 517”

  1. Frank Sommer meint: (10.6.2010 um 18:05) AntwortenReply to this comment

    Und U.V. ? Ist das jetzt eine Ermittlungspanne der StA Düsseldorf oder nicht ?

  2. Sebastian Salzgeber meint: (10.6.2010 um 18:12) AntwortenReply to this comment

    Das mit dem Spam-Abmahnung ist so das dümmste was man machen kann, da Spammer soetwas garnicht interessiert, sie durch die Antwortemail allerdings ein feedback bekommen welche Email-Adressen besonders potent sind weil eine reaktion erfolgte. Gleichen gilt oft für Newsletter-Abmeldungs-Links am unteren Rand der Email. Erstmal eine gute Idee, doch wird der Abmeldelink oft vom Versender als Zeichen dafür benutzt, dass die Emailadresse wenigstens gescheckt wird, was den Wert für eine Email-Adresse in der Datenbank steigert. Denn jede X'te Spammail landet "leider" in toten Postfächern, weshalb Mail-Adressensammler da hinterher sind aktive Adressen von toten filtern zu können.

  3. Christian meint: (10.6.2010 um 18:39) AntwortenReply to this comment

    Zudem war vor nicht all zu langer Zeit auch ein Fall aus den USA in den Medie wo Spammer auch Firmen beworben haben mit denen sie nichts direkt zu tun hatten… Gewinn wurde nur dadurch erzielt das der Aktienwert der Firma stieg durch die vermehrte Werbung und wohl auch Umsatz…

    (Gefängnisstrafe für alle die Aufgrund von Spam wo einkaufen könnte helfen! ;-))

  4. Sebastian Salzgeber meint: (10.6.2010 um 18:45) AntwortenReply to this comment

    Im Grunde wäre die Lösung so einfahc wie simpel, nur leider nicht umsetzbar: Porto.
    Die idee wurde schon mehrfach an diversen Stellen beschrieben und würde funktionieren. Wenn jeder, der mir eine Email schickt, 50cent zahlen müsste, und ich jeder Email, die ich bekommen wollte oder lesen möchte, die 50cent erlassen kann, so würde sich das Problem schnell lösen. Wenn ejder Spammer pro Email 50cent verleiren würde… ja gar nur 5cent… das wäre das aus. Man könnte Whitelists anlegen von Menschen denen man automatisch die 50cent "zurücküberweisen" oder erlassen könnte, jeder andere muss "eintritt" zahlen.

    Es sei erwähnt, dass ich nicht zwangsläufig hinter dieser Idee stehe. Das Theorem gefällt mir allerdings.

  5. Niko meint: (10.6.2010 um 19:01) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber: Eine Strafgebühr fürs Email-Schreiben. Nicht schlecht, aber noch nicht perfekt. Wir fesseln einfach alle Bundesbürger ganztags in ihren Kellern ein. Erstens gäbe es keinen Spam mehr und man denke mal an die zurückgegangenen Gewaltverbrechen!

    Im Ernst, der Versuch, kostenlose Email praktisch abzuschaffen würde die Lebensqualität in der Republik deutlich senken. Schon jetzt gibt es praktisch kein freies WiFi, quer durch die Republik, was das Leben schlechter macht. Im Gegenzug gibt es weniger Leute, die anonym online Straftaten begehen können. Die Kosten sind halt, dass Amerikaner in Deutschland uns für fassungslos rückständig halten, weil man one Mega-Super-Vertrag nirgends ins Netz kann. Dahinter steckt ein echter Verlust an Lebensqualität.

  6. Wolf-Dieter meint: (10.6.2010 um 19:03) AntwortenReply to this comment

    Die Entscheidung im Fall Emmely hat mich positiv überrascht.

    Wenn das entscheidende Kriterium (boshafter Diebstahl oder fahrlässige Pflichtverletzung?) — im Unterschied zum Strafprozess — trotz Einspruch eben nicht präzise ermittelt wird, ist und bleibt der Fall Emmely eine Verdachtskündigung.

  7. Sebastian Salzgeber meint: (10.6.2010 um 19:09) AntwortenReply to this comment

    @Niko:

    Wie gesagt, ich stehe nicht derart felsenfest hinter dieser Idee. Dass ein wegfall von kostenlosen Emaisl allerdings die Lebensqualität beeinträchtigen würde, halte ich im mindestens für Diskutabel, wenn nicht gar unsinnig. Allerdings würde der wegfall von "kostenlosen Emails" sicherlich eine Hemmung bedeuten. Der Apparat der dort anhängend wäre, mit Geldtransfers und dergleichen wäre einfach zu aufwendig und auch zu komplex. Wer will kann sich einen eigenen Mailserver aufsetzen. Das wäre nichtmehr so einfach wenn man die Idee umsetzen würde (weswegen ich nicht wirklich hinter der Idee stehe). Dass es zumindest in etwa funktioniert sieht man ja am eigenen Briefkasten: Was ich da im sogenannten Real Life an Spam raushole sind meisstens sachen die nicht per Porto kommen, sondern per Niedriglöhner-Hand dort eingeworfen werden.

  8. anonym meint: (10.6.2010 um 19:10) AntwortenReply to this comment

    @ Wolf-Dieter
    Was mich an dem Fall aufregt (andere vielleicht auch), ist, daß wirklich zweifelhaft ist, ob die Frau tatsächlich die Täterin ist. Sie bestreitet es. Warum genau sollte ich ihr nicht glauben?

    Und: Wenn ein Kunde die Pfandbons verloren hat, wieso reklamiert sie Kaiser's als sein Eigentum? Das Verhalten von Kaiser's ist hochgradig verlogen (man denke nur an den Streik). Da ist es gut, wenn ein solches unmoralisches Verhalten nicht noch offiziell unterstützt wird.

  9. heinrich meint: (10.6.2010 um 19:10) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber:

    Genauso ist es: Vor Jahren habe ich auch immer wieder den Fehler gemacht und weiter Mails verbeten.
    Folge: Noch mehr Spam.

  10. derRösrather meint: (10.6.2010 um 19:43) AntwortenReply to this comment

    zu Emmely:

    Gratulation an Benedikt Hopman! RA Carsten Hoenig aus Berlin hat in seinem Blog seinen Kollegen richtig penetrant "runtergemacht", sein Zitat zu RA Hopman: In der Psychopathologie gibt es dafür einen technischen Begriff: Realitätsverlust.

    Tja, es erübrigt sich wohl ein Kommentar zu seiner Kompetenz!

  11. Martin meint: (10.6.2010 um 19:46) AntwortenReply to this comment

    @spam diskussion
    Ein andere weg gegen Spam geht dieses Thunderbird Addon:
    https://addons.mozilla.org/de/thunderbird/addon/5553/

    Aehnlich wie bei der Idee mit der Ueberweisung, der Grundgedanke ist an sich ganz nett. :)

  12. Dieter meint: (10.6.2010 um 19:48) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber: Den Artikel auf der Seite der Kanzlei Hoenig hast Du aber schon gelesen? Und den Hintergrund dazu verstanden?

    "Bereits zum dritten Mal erhielt ich per eMail Post vom VdSRA – Verband deutscher StrafrechtsAnwälte e. V.; als wenn die Herrschaften dort nichts zu tun haben, als andere Leute von der Arbeit abzuhalten."

    Die darauf verschickte Mail, die aus den nun kommunizierten Textbausteinen bestand, schlug ein wie eine Bombe.

    "Dass Sie von 14.000 Empfängern nun mit nur einem weiteren Kollegen die Einzigen sind, die meinen, diesen Weg gehen zu müssen, während alle anderen Kolleginnen und Kollegen nur darum bitten, aus dem Verteiler genommen zu werden, spricht schon für sich selbst und Ihr mangelndes kollegiales Verständnis."

    Insofern kann der vorgeschlagene Text wirken, wenn er dosiert und wohlüberlegt eingesetzt wird. Deshalb steht dort

    "Den juristischen Laien, die sich dieses Bausteins bedienen möchten, sei warnend auf den Weg gegeben:

    Mit einem Messer kann man Zwiebeln schneiden, wenn man weiß, wie man mit dem scharfen Eisen umgehen muß. Weiß man das nicht, ist das Risiko recht groß, sich damit böse in die Finger zu schneiden. Genauso funktioniert das auch mit der praktischen Rechtsanwendung."

    Also sicher keine Lösung für den anonymen Massenspam für medizinische Mittelchen, die beim anschließenden Genuss der beworbenen Bildchenseite garantierte Verlängerung des männlichen Vergnügungsstäbchen versprechen.

  13. Kand.in.Sky meint: (10.6.2010 um 19:50) AntwortenReply to this comment

    Noch ein Link:
    Sarrazin, seines Zeichens erfolgreicher Finanzsenator in Berlin (knapp 70Mrd. Schulden) mit multipler Physis (46 Nebenjobs, die am höchsten in Berlin gezahlten) von der SPD (das Projekt "Sozialdemokraten in der SPD", läuft das noch?) weiss um die Zukunft Deutschlands:
    Einwanderer bedrohen die unnachahmliche Klugheit der Deutschen!
    http://welt.de/article7994783/

    Die Zuhörer hätten bei seinem Vortrag geschmunzelt (vielleicht auch bei Franco oder Honecker wenn diese aus ihrer Kindheit erzählt hätten?).
    Zum Schmunzel ist aber eher der letzte Absatz im Artikel:

    Bei seinem Vortrag in Darmstadt kritisierte er auch die Qualität der Schulen in Deutschland, die stetig abnehme. Grundschüler lernten nicht richtig rechnen und schreiben. „Und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, meinte Sarrazin.

    Na dann freut sich ja Berlin über die späte Einsicht seines Finanzsenators, der übrigens für 2020 Schuldenabbau versprochen hat…

    #k.

  14. reko meint: (10.6.2010 um 20:09) AntwortenReply to this comment

    Wie schön-Emmely darf wieder arbeiten gehen…
    Emmely wäre nicht entlassen worden,wenn Emmely ihre klebrigen fingerchen unter kontrolle gehabt hätte.
    Ganz unverständliches urteil.

  15. hiro meint: (10.6.2010 um 21:28) AntwortenReply to this comment

    Na super – dann kann ich mich ja jetzt auf die Mails von den Deppen freuen, die noch nicht begriffen haben, daß der gewöhnliche Wald-und-Wiesen-Spammer einfach meine Adresse als Absender benutzt hat.

    Danke, Herr Anwalt, daß Sie die Spamabwehr wieder ein kleines bißchen schwerer machen.

  16. 5zjunge meint: (10.6.2010 um 21:29) AntwortenReply to this comment

    @Frank Sommer:
    Das ist schon ein merkwürdiges Rechtsstaatsverständnis, eine Panne darin zu sehen, daß Beschuldigtenanwälte Akteneinsicht erhalten können.

  17. Alle meine Entchen meint: (10.6.2010 um 21:50) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber:
    > Allerdings würde der wegfall von "kostenlosen Emails"
    > sicherlich eine Hemmung bedeuten. Der Apparat der dort
    > anhängend wäre, mit Geldtransfers und dergleichen wäre
    > einfach zu aufwendig und auch zu komplex.

    Und leider versagt die schöne Idee schon bei Spam, der aus dem Ausland zu uns hereinschwappt…

  18. Sebastian Salzgeber meint: (10.6.2010 um 22:01) AntwortenReply to this comment

    @Alle meine Entchen:
    Was ich ja selber erkannte, es niederschrieb und weswegen ich nach wie vor NICHT hinter dieser Idee stehe SONDERN die Idee nur als Theorie interesant finde. Mein Gott. Wie weit muss man sich eigentlich von etwas distanzieren, wenn man bloss mal einen Theoretischen Ramen spannen will. Einem Lehrer der in der Schule das Prinzip der Abtreibung erklärt, würde man doch auch nicht ständig vorhalten, er wäre ein "Fan" von Abtreibungen. Grotesk.

    Ich gehe daher über zum ersten Link mit Frau Merkel, weil dies schon serh geshcickt ist, die WM Phase, die morgen beginnt zu nutzen, um wieder ein par unbequeme Korrekturen vorzunehmen. Das getöse um die WM dürfte auch dieses mal so laut sein dass sogar die Bild auf dem Titel keine Zeile für Politisches verschwenden wird.

  19. Abmahner meint: (10.6.2010 um 22:18) AntwortenReply to this comment

    Leute, die gleich mit juristischen Spitzfindigkeiten wegen einer deutschen Werbemail (die sie zu 99,9% erhalten weil sie sich selbst dort angemeldet haben, oder mit der Weitergabe ihrer Daten einverstanden waren) sind sowieso die größten Kracher.
    Das Forum von Antispam ist voll mit solchen.
    Man sollte seine Energie, wenn man schon nichts besseres zu tun hat, dann mal lieber auf Viagra-Spam aus Nicaragua beschränken. Das machen die Hobby-Ermittler von Antispam & Co. aber nicht, weil das zu schwierig ist.
    Dann lieber mit § drohen bei deutschen Firmen, in deren Verteiler man sich mal eingetragen, das aber vergessen hat.

  20. Niko meint: (10.6.2010 um 23:13) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber: Wir können dazu einen einfachen Feldversuch vornehmen. Wir suchen uns 30 Freiwillige (du nimmst bestimmt gern teil, oder?) und untersuchen ihre Zufriedenheit durch einen Fragebogen. Dann verpflichten wir sie, in den nächsten zwei Monaten für jede Email 50 Cent zu bezahlen, direkt an den Staat. Und dann testen wir später noch einmal. Ich weiß schon, was herauskommen würde, deswegen zahle ich diese Studie nicht. Aber wenn du sie zahlst (und die Hauptarbeit erledigst), ich gebe mich kostenlos als Ko-Autor her.

    Ich weiß schon, was herauskommt, weil Leute gewöhnlich das tun, was sie glücklich macht. Die Leute wissen ganz allein, was sie brauchen. Das ist ja gerade die Stärke des Kapitalismus. Leute geben nicht einfach Geld aus. Wenn sie für jede Nachricht Geld zahlen wollten, könnten sie Briefe schreiben oder SMS verschicken. Sie benutzen aber lieber Email.

    Und das ist nicht nur der Bequemlichkeit wegen. Leute geben ihr Geld am liebsten für Dinge aus, die sie glücklich machen. Also für Dinge, die Status und Wohlbefinden bringen. Schopenhauer geht noch etwas weiter: nach Schopenhauer ist Glück die Befriedigung aller Bedürfnisse. Weiter kann man praktisch jedes Bedürfnis durch Einwurf von genügend Geld befriedigen (nicht ganz, aber doch annähernd). Folgerichtig ist Geld materialisiertes Glück und man wäre ein Trottel, würde man es verschenken, ohne wenigstens Status zu bekommen (Deswegen spendet man lieber an das örtliche Tierheim als an einen Säufer, der in der Fußgängerzone bettelt).

    Also, die Behauptung, dass eine Email-Gebühr die Lebensqualität senkt, ist nicht "zweifelhaft". Das ist einfach derzeitiger Konsens. Wenn du eine bessere Idee hast, brauchst du 1. eine gute Erklärung UND 2. empirische Evidenz. Bei 2. helfe ich, aber 1. musst du allein beisteuern :)

  21. Klaus meint: (11.6.2010 um 00:39) AntwortenReply to this comment

    @Kand.in.Sky: Gegen Sarrazin kann man viel sagen, aber die Schulden sind nun wirklich nicht sein "Verdienst". Hier sind allein 20 Mrd. durch den Bankenskandal aufgehäuft worden.
    Ansonsten wurde es geschafft 2008 wirklich eine Vollbremsung zu machen und einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Da hat man sogar ein paar Mio. tilgen können. Die Rezession hat nun wieder etwas zugeschlagen, aber wenn wirtschaftlich wieder besser geht, dann sieht das alles eher positiv aus und die Berliner können aus einen weiteren Schuldenabbau hoffen. Zum Vergleich kann man sich Bremen anschauen, wo die hohen Herrn noch bis 2013 lustig weiter Schulden einplanen.

  22. PNK meint: (11.6.2010 um 09:41) AntwortenReply to this comment

    @Fall Emme:

    Ich hoffe ja, dass das BAG demnaechst eine Wertetabelle oder eine Formel beifuegt. Wie waere es mit: Betriebszugehoerigkeit in Monaten geteilt durch Wert der gestohlenen Ware in Euro = Toleranzfaktor (TF). Liegt der TF unter 1 ist die fristlose berechtigt, darueber eine Abmahnung.
    Ernsthaft, was das Urteil in der Praxis bedeutet, mag man sich gar nicht ausmalen. Ich waere ja so langsam fuer ein echtes neues Kuendigungsrecht. Mein Vorschlag fuer das neue KueSchG:
    Paragraf 1: Das Arbeitsverhaeltnis wird auf Lebenszeit des Arbeitnehmers geschlossen.
    Paragraf 2: Es kann durch Kuendigung des Arbeitnehmers jederzeit mit einer Frist von xx Wochen beendet werden.
    Paragraf 3: Eine arbeitgeberseitige Kuendigung ist nur in Ausnahmefaellen zulaessig. Diese Ausnahmefaelle sind gerichtlich voll ueberpruefbar.

    Weniger Rechtssicherheit als jetzt haette es nicht.

  23. Autolykos meint: (11.6.2010 um 10:34) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber: Die Idee ist wahrscheinlich genauso alt wie Spam selbst. Ich würde sie aber anders aufziehen: Wir basteln einen neuen E-Mail Standard, der den Absender zwingt, alle Mails (mit einem asymmetrischen Verfahren ausreichender Schlüssellänge – bei einem symmetrischen kann man die selbe Nachricht einmal verschlüsseln und millionenmal schicken, das wäre nicht im Sinne des Erfinders) zu verschlüsseln und zu signieren (wenn es freiwillig ist, wie jetzt, tut es keiner). Wenn man eine Mail an einen (oder an zehn) Leute schickt, merkt man nichts von dem Aufwand, aber die Durchsatzrate von Spammern wird wesentlich reduziert. (Und man kann sie leichter finden – wer fragt ungewöhnlich viele Public Keys ab? – und leichter aussperren – einfach den Key nicht rausrücken).

  24. Klaus meint: (11.6.2010 um 11:19) AntwortenReply to this comment

    @PNK: Was würde denn der "Toleranzfaktor" 0 Euro bedeuten? Muss dann der Mitarbeiter gehen, weil er seine Lohnsteuerkarte an seine letzte Lohnabrechnung tackert? Ist das schon eine Vertragsverfehlung, die eine sofortige und fristlose Auflösung ermöglicht? Vielleicht ist es ja dann auch schon der Dreck unter den Fingernägeln, den er von der Arbeit mit nach hause trägt!

    Ein Arbeitsvertrag ist ein Vertrag, der von beiden Seiten eingehalten werden muss. Wie bei anderen Verträgen kann ich jede kleine Vertragsverfehlung den Vertrag hinfällig machen. Es gibt die Möglichkeiten Vertragsverfehlungen abzumahen und bei andauernden Verfehlungen den Vertrag zu kündigen. Ansonsten wären allgemein Verträge das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurden. Denn irgendeine Kleinigkeit könnte von einer Partei immer gefunden werden, um einen Vertrag außerordentlich zu kündigen.

  25. me meint: (11.6.2010 um 11:26) AntwortenReply to this comment

    @rösrather

    die gratulation an Benedikt Hopman ist wohl ein wenig voreilig. jeder der den prozeß verfolgt hat weiß, dass der fall nicht wegen sondern trotz Hopman gewonnen wurde.

    ein schöner hinweis darauf findet sich auch in der pressemitteilung des bag. dort wird von ungschickter verteidigung geredet. die sache hätte schon in den ersten beiden instanzem gewonnen werdn müssen.

  26. derRösrather meint: (11.6.2010 um 12:04) AntwortenReply to this comment

    @25 me

    Die allgemeine Rechtssprechung war bisher immer auf Seiten der Arbeitgeber, deshalb ein Erfolg in der 1. Instanz so sicher wie ein Lotto-Sechser. Ich verweise auf das Maultaschenurteil und die diversen anderen Kopfschüttel-Urteile wie Handyaufladung am Arbeitsplatz. Und in den beiden Beispielfällen hatte Hopman seine Finger nicht im Spiel.
    Was in der 2. Instanz gelaufen ist, müsste ich jetzt erst mal wieder nachschlagen. Aber durch Hopman/Emmely ist der ganze Kündigungswahnsinn erst mal in die Medien gekommen.
    Profitiert haben danach alle anderen die wegen Lapalien gekündigt wurden, denn man schenkte ihnen jetzt die nötige Aufmerksamkeit.

    Können Sie mir erklären, was an der Verteidigungsführung von Hopman schlecht gewesen sein soll? Papier ist Geduldig, auch Gerichtssprecher reden manchmal ein Blödsinn daher und veröffentlichen das als Pressemitteilung.

  27. MarcoM meint: (11.6.2010 um 12:50) AntwortenReply to this comment

    @PNK:
    Ich verstehe bis zum heutigen Tage nicht, wieso niemand begreift dass es darum geht dass ein Arbeitnehmer erst abgemahnt werden muss und bei wiederholter Verfehlung gekündigt werden kann. Ist es um die Verständniskompetenz in unserem Land so schlecht gestellt oder wollen sich die Arbeitgeber einfach nur mal ausheulen, weil eine über Jahrzehnte liebgewonnene Praxis, Mitarbeiter schnell und einfach loszuwerden nun erstmals einen Dämpfer erhielt? Auch die Arbeitgebervertreterin sagte im Fernsehinterview dass sie "bezweifle dass eine Abmahnung einen Täter von zukünftigen Straftaten abhalte."
    Nach einer Abmahnung kommt die Kündigung so wie auf die gelbe Karte gelb/rot folgt, wenn es nochmal zu einem solchen Vorfall kommt. In das Urteil hineinzuinterpretieren dass in Zukunft nur noch abgemahnt und nie mehr gekündigt werden darf ist albern.

  28. notwendig meint: (11.6.2010 um 15:09) AntwortenReply to this comment

    Zum Thema Spam:
    Wenn jeder seinen SMTP Server entsprechend konfugieren würde, hätten wir weitaus weniger Probleme. Nehmen wir einfach an, dass jeder SMTP Server bei der Annahme der Mail von einer IP Adresse diesen in der Warteschleife für 1 – 2 Minuten hält. Die Mail kommt beim Empfänger vielleicht 2 Minuten später an als sonst, was in den seltensten Fällen etwas ausmacht (ggf. Whitelists einrichten für No-Delay-Absender).

    Der Spammer jedoch hat dann pro versendeter Mail 2 Minuten Wartezeit, was bei 140.000 versendeten Mails (Peanuts für Spammer – die versenden einige Millionen pro Schub) dann etwa 5000 (hochgerechnet) Stunden in der Warteschleife der SMTP Server bedeutet (ein Warteslot pro IP).

    Die Kleinigkeiten wie Freemailer (web, googlemail, etc.) oder Timeouts, nur 65k freie Ports usw. lassen sich mit ein bisschen Tricksen sicherlich auch lösen.

  29. ich meint: (11.6.2010 um 15:13) AntwortenReply to this comment

    @notwendig:

    Klar und wenn man dann wirklich mal ein 100 E-Mails versenden muss, dann wartet man halt 200 Minuten. Alles klar!

  30. notwendig meint: (11.6.2010 um 15:16) AntwortenReply to this comment

    @ich:
    Wenn Du 100 Mails verschicken musst, dann tut das wahrscheinlich dein Mailserver und Du musst nicht vor deinem $Mailprogramm hocken. Da sind 200 Minuten nach nicht wirklich viel…

  31. foobar meint: (11.6.2010 um 16:40) AntwortenReply to this comment

    Derartige Praktiken nennen sich Greylisting und helfen nicht gegen Spam, nur gegen sehr sehr bescheuert programmierte Spambots, die inzwischen immer weniger werden. Dafuer verursachen sie riesige Probleme, weil Mail oft sehr verspaetet ankommt.

    Aehnliches gilt fuer die Bezahlung fuer Email. Derartiger Quark wurde schon Millionen mal in diversen Variationen durchgekaut. Kann alles unmoeglich funktionieren.

    Spam ist ein gesellschaftliches Problem. Fuer gesellschaftliche Probleme gibt es keine gute technische Loesung, aber eigentlich immer eine gesellschaftliche: Spammer aechten, Gewinne abschoepfen, Firmen rigoros zumachen. Das sind die Loesungswege um die sich Juristen kuemmern sollten, mit der Technik kommt man nicht weit.

  32. Schlaumeier meint: (11.6.2010 um 16:46) AntwortenReply to this comment

    Prostituierte vergewaltigt?Vaginal und Anal?

    also anal ist doch keine Vergewaltigung sondern NUR sexuelle Nötigung.
    Vaginal Verkehr ist wohl Standard bei Prostituierten.

    Mich würden die Einzelheiten interessieren.
    Erst einen Werkvertrag mit einem Kunden abschliessen und dann einfach davon zurück treten geht doch nicht.

  33. Flying Circus meint: (11.6.2010 um 16:50) AntwortenReply to this comment

    @PNK:

    Boah, ja, furchtbar!! Man stelle sich vor, man muß einen Mitarbeiter erst abmahnen, ehe man ihn rauswerfen kann! Auch, wenn der Lump nach 30 Jahren Wohlverhaltens endlich sein schändliches Wesen offenbart und angeblich (!) etwas im Wert von 2 Euro klaut.

    Warum dürfen Arbeitgeber solche miesen Typen eigentlich nicht gleich erschießen?

    Im Gegenzug würde ich allerdings erwarten, daß mein Arbeitgeber sich seinerseits seinen Allerwertesten aufreißt, um mein Vertrauen in ihn zu rechtfertigen. Die Tür schwingt bekanntlich in beide Richtungen. Aber hey, klar, wir haben Massenarbeitslosigkeit und Hartz IV, da darf man als Arbeitnehmer nicht mehr so zimperlich sein, näh?

  34. notwendig meint: (11.6.2010 um 17:11) AntwortenReply to this comment

    @foobar:
    Greylisting: "Zurzeit ist damit eine sehr effektive Spambekämpfung möglich, die den Spam auf bis zu ein Zehntel reduziert." (Wikipedia)

    Und das hat nichts mit "bescheuert programmiert" zu tun. Es liegt einfach an der Tatsache, dass die meisten Spambots nicht auf Antwort wartet sondern einfach alles so schnell wie möglich abfeuert, da seine Lebenszeit begrenz ist.

    Zudem spreche ich nicht von temporärem Abweisen, so dass der versendende Mailserver noch einmal einen Zustellversuch unternehmen muss (was je nach Zeiteinstellug für den Zweitversand durchaus 10-30 Minuten dauern kann, was für eine Mail nicht hinnehmbar ist), sondern dass der versendende Mailserver für 1-2 Minuten in einer Queue gehalten wird (z.B. zwischen RCPT TO und DATA) und erst dann verschicken darf.

    Wenn der Bot 100 Mails gleichzeitig an 100 verschiedene SMTP Server verschickt wird er sie alle in einer Minute los. Sobald er jedoch n > 1 an den gleichen Provider versendet muss er warten.

    Aber sollen sich mal Leute drum kümmern, die sich gut genug damit auskennen. Bis jetzt fahre ich mit "reject_*_* *.spamhaus.org" ganz gut. Das einzige was stört sind die Spams, die meinen eig. keine zu sein (aktuelle gcforum.com Welle).

  35. foobar meint: (11.6.2010 um 18:14) AntwortenReply to this comment

    Wenn der Mailserver die Mail vor DATA verzoegert interessiert das den Spambot reichlich wenig, der Mailserver hingegen wird an der zu grossen Anzahl anhaengiger Verbindungen verrecken. Spambots haben immer weit mehr Resourcen als der Mailserver

    Wenn der Mailserver aber die Mail nicht annimmt ist es Greylisting, halt erst ab er zweiten Mail…

    Und das mit dem "Zehntel Spam" bei Greylisting war vielleicht mal in der Anfangszeit vor 10 Jahren so, inzwischen hat man Glueck wenn man ueberhaupt eine merkbare Delle in den Graphen kriegt. Das einzige wo es noch hilft ist Spam von Dialup-Kisten, aber die hat man eh auf einer RBL.

  36. allo meint: (11.6.2010 um 20:46) AntwortenReply to this comment

    WENN man schon das Konzept E-Mail umstürzen möchte, dann gibt es eine gute Lösung:
    Der Versender speichert die E-Mail bei sich, bis der Empfänger sie abholt, und es wird nur mitgeteilt "hier gibt es eine Mail für dich".

    Dann muss der Spammer nämlich möglicherweise lange Zeit auf statischer IP die Nachricht vorhalten, und man könnte ermitteln wo wer das macht. Fast-Flux wäre damit nicht mehr möglich. Auch würde das massenhafte Versenden von E-Mails den Sender Ressourcen kosten, nicht die Empfänger.

  37. Raw Barbar meint: (11.6.2010 um 21:55) AntwortenReply to this comment

    Jurist bleib bei deinen Paragraphen!

  38. Name meint: (12.6.2010 um 10:03) AntwortenReply to this comment

    @allo:
    Nicht machbar. Dann könnte fast Niemand, der einen Provider mit 24h-Zwangstrennung (oder instabiler Leitung, oder Modem, oder GPRS/UMTS, oder ein Internetcafe) benutzt, mehr verlässlich eine Email verschicken, denn es ist illusorisch anzunehmen, dass jeder mindestens alle 24 Stunden (bzw noch viel öfter) sein Postfach prüft, nur um dann haufenweise Emails anzuklicken, dass sie abgeholt werden sollen, wobei er nichtmal entscheiden kann, ob die Email wirklich abholwürdig ist oder nicht. Das Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass viele Leute eben KEINE statische IP für längere Zeit haben, und zwar völlig unabhängig davon, ob sie Spam versenden oder nicht. Mit anderen Worten: damit kann man durchaus Spam verhindern, aber man verhindert damit auch jegliche andere Kommunikation per Email. Die andere Seite des Problems ist, dass man unmöglich allen Leuten, die Emails versenden wollen, beibringen kann, dass und wie sie ihre Technik dafür einstellen müssen, Stichwort NAT.

  39. Snuff meint: (12.6.2010 um 12:56) AntwortenReply to this comment

    Ich halte das Urteil des BAG für falsch. Fakt ist: Das BAG ist keine Berufungsinstanz, die Tatsachenfeststellung erfolgt in den vorangegangenen Instanzen. Dort wurde – rechtswirksam, mag es auch falsch sein – festgestellt, dass sie den Bon eingelöst hat. Zudem hat das Bundesarbeitsgericht mitgeteilt, dass die Verfehlung schwerwiegend ist, weil sie in den Kernbereich der Aufgabe einer Kassiererin eingreift. Und dann wird gesagt, dass das Vertrauen nicht zerstört ist, weil sie ja 30 Jahre unbeanstandet gearbeitet habe? Die Frau kann man – wenn man davon ausgeht, dass sie die Tat begangen hat – nicht mehr an der Kasse arbeiten lassen. Natürlich ist das Vertrauen dann zerstört.
    Wenn man so ein Urteil im Maultaschenfall oder bei dem Kinderbett – welches für den Sperrmüll gedacht war – gefällt hätte, wäre es vollkommen korrekt gewesen. Ganz einfach, weil in solchen Fällen die Handlung sozial eher anerkannt wird. Aber ein faktischer "Griff in die Kasse" ist nichts, was man ohne weiteres übergehen könnte. Eine Abmahnung ist in so einem Fall zu milde.

    Das einzig positive, was ich an dem Urteil finden kann ist, dass der Vertrauensverlust einer stärkeren Einzelfallabwägung unterliegt. Die hier freilich falsch zu Lasten des Arbeitgebers ausgefallen ist.

  40. fh meint: (12.6.2010 um 13:35) AntwortenReply to this comment

    @Name: Das Konzept ist durchaus machbar – die ausgehende Mail wird bei dieser Idee ja nicht auf dem Benutzer-Rechner, sondern auf dem versendendem Mailserver gespeichert. Und die sind eigentlich immer mit statischer IP und dauerhaft online unterwegs.

  41. gurke meint: (12.6.2010 um 15:17) AntwortenReply to this comment

    Zu den Pfandbons.
    Warum gehören die Pfandbond eigentlich der Firma ?
    Ich möchte wirklich einmal eine Falle aufstellen.
    Gekenneichnete Pfandbons unter Notaraufsicht dem Gescäftsführer als angeblich gefunden geben und 6 Monate später danach fragen und gegebenenfalls eine Anzeige wegen Fundunterschlagung machen.

  42. reko meint: (12.6.2010 um 16:39) AntwortenReply to this comment

    @gurke:
    Das ist ja mal eine richtig gute idee.Dass Walraff da noch nicht drauf gekommen ist.Oder bist Du´s gar,Günter?

  43. Alle meine Entchen meint: (12.6.2010 um 18:48) AntwortenReply to this comment

    @Sebastian Salzgeber:
    > Wie weit muss man sich eigentlich von etwas distanzieren,
    > wenn man bloss mal einen Theoretischen Ramen spannen will.

    Gar nicht. Ich finde es gut, Ideen zur Lösung zu entwickeln. Aber dazu gehört natürlich auch, daß man sich überlegt, wo die Schwächen sind…

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