„Penner-Palast“

In Düsseldorf hat ein persischer Geschäftsmann Ärger mit dem Namen seines Bekleidungshauses, dem „Penner-Palast“. Dabei will der Unternehmer laut RP-Online an Kunden gedacht haben, die „die länger schlafen und später zum shoppen kommen“.

Doch die Vermieterin stört sich an dem Einfall. Sie will notfalls gegen den Namen klagen, wenn nicht noch ein Kompromiss gefunden wird. Da es in dem Laden „gute Hemden und Krawatten“ geben soll, könnte man sich doch auf „Menner-Palast“ einigen.

Kundendaten nur für Behörden

Ein Webspace-Provider muss nur gegenüber Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden sowie Gerichten Auskunft über Daten seiner Kunden geben. Eine Auskunftsverpflichtung oder auch nur ein Auskunftsrecht gegenüber zivilrechtlichen Anspruchstellern besteht normalerweise nicht.

heise online berichtet über ein Urteil des Kammergerichts Berlin, das diese Grundsätze bestätigt. Eine Fernsehmoderatorin hatte geklagt, weil sie von einem Provider die Adressdaten eines Kunden haben wollte. Dieser soll auf seiner Homepage gefälschte Nacktbilder der Frau veröffentlicht haben.

Retromedia: Mit Tempo zurück

Das neue Tempo liegt noch ungelesen im Auto, das ich gestern Abend heute früh wegen aufgehobener Fahrtüchtigkeit jenseits der Bahngleise stehen gelassen habe.

Das ist vielleich ganz gut so, denn im neuen Blog retromedia.de erzählt Jens Schröder die Geschichte der Zeitschrift – und ihres Scheiterns. So gerüstet, begreift man vielleicht ein wenig besser den Rummel ums Jubiläumsheft.

Unabhängig vom glänzenden Auftakt mit Tempo ist retromedia.de natürlich was für Nostalgiker wie mich:

… entstand die Idee, eine Website ins Leben zu rufen, die sich ausschließlich mit Medien beschäftigt, die es nicht mehr gibt. Nicht unbedingt, um noch einmal hinterherzutreten, sondern um sie zu würdigen, in alten Zeiten zu schwelgen und sich zu erinnern. Schließlich gibt es einen solchen Friedhof der Medienbranche noch nirgends so richtig. Nicht einmal ein vernünftiges Museum existiert. Das soll sich nun ändern.

Gericht verbietet Prozessberichte

Ein Gericht verbietet einer Zeitung, über einen Prozess zu berichten, der vor eben jenem Gericht geführt wird. Begründung: Es bestehe kein öffentliches Interesse an dem Verfahren.

Um was geht es? Im Detail um einen deutschen Geheimdienstmann. Über ihn diskutierte schon ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss. Er trat bereits im Fernsehen auf; außerdem soll über seine Arbeit ein Buch erschienen ist, auch wenn er darin anders heißt. Hintergrund ist der Fall des Deutschen El Masri, der von der CIA verschleppt und möglicherweise von deutschen Geheimdienstmitarbeitern in der Gefangenschaft verhört worden ist.

Kein öffentliches Interesse? Darauf muss man erst einmal kommen.

Abgesehen davon ist es ein beunruhigender Vorgang, wenn ein deutsches Gericht so nebenbei die Berichterstattung über seine eigene Arbeit untersagt.

Hintergründe bei Telepolis und der betroffenen Zeitung.

Prozesberichte: R-Archiv, Marcel Bartels.

Gar nicht blöd

Ich hatte mit einem Mieter Folgendes besprochen: Er kümmert sich selbst um einen neuen Kühlschrank, dafür bezahle ich das Gerät. Jetzt hat er mir die Rechnung geschickt. Er war – völllig unaufgefordert – nicht beim Media Markt.

Gut, der Mann.

Killerspiele: Gesetze reichen aus

Die heutige Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums:

„Das Strafgesetzbuch gewährleistet mit § 131 StGB den notwendigen Schutz vor Killerspielen“, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in der aktuellen Debatte um Amokläufe. „Es besteht keine Strafbarkeitslücke. Seit der Gesetzesänderung 2004 kann wirksam gegen die Verbreitung von Killerspielen vorgegangen werden. Voraussetzung ist, dass die Spiele grausame Gewalttätigkeiten verherrlichend darstellen. Unter Schriften versteht das Gesetz auch Datenspeicher. Aktuelle Forderungen der Minister Beckstein und Schünemann bringen keinen strafrechtlichen Mehrwert“, betonte Zypries.

Eine Politikerin, die nicht mit den Wölfen heult. Das beeindruckt, sicher nicht nur mich.

Jahresabschluss

Eine Überweisung vom Finanzamt? Wir haben im Jahr 2005 zu viel Umsatzsteuer abgeführt, nämlich 27,89 €.

Irgendwie die korrekte Summe für einen kleinen Glühweinschwips.

Jura kann so spannend sein

Der Kollege vom Weblog „Das interessiert doch wieder keine Sau“ hat mit einem prickelnden Fall zu tun. Es geht um die Auflösung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Zitat aus dem Anspruchsschreiben des Gegners:

Sehr geehrter Herr *****,

unsere Mandantin hat uns eine weiterer Aufstellung über die ihr zustehenden Gegenstände hereingegeben. Diese überlassen wir anliegend in Kopie.

Für die Herausgabe dieser weiteren Gegenstände setzten wir eine Frist auf den 29.11.06

Und dann geht es los:

– 2 x 24 Rollen WC-Papier
– 14 Rollen Zewa
– 15 Shampoo
– 17 Duschzeug
– 120 Konservendosen
– 30 Dosen Pilze
– 30 Dosen Kidney Bohnen
– 12 x WC Duft
– 70 P Soßenzusatz
– ….

Falschparken kostet Führerschein

In zwei Jahren 27-mal falsch geparkt. Dazu noch zwei Tempoverstöße. Das reichte der Stadt Düsseldorf nach diesem Bericht, einem Autofahrer die Fahrerlaubnis zu entziehen. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat die Entscheidung bestätigt: Der Betroffene habe sich als ungeeignet erwiesen, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Huberdiepolter

Stefan Niggemeier hat sich die „tagesaktuelle“ Kommerzseite first.info von Dr. Frank Huber etwas näher angesehen. Oder besser gesagt: sie auf Änderungen in den letzten Monaten geprüft.

Die geradezu klinische, mit Belegen unterfütterte Untersuchung (Tatsachenbehauptungen! Bildzitate!) möchte Dr. Huber jetzt gelöscht haben. Sonst, ja sonst lässt er einen Anwalt prüfen, ob Stefan Niggemeier gegen Urheber-, Persönlichkeits- und Wettbewerbsrecht verstößt.

Hoppla, wäre es andersrum nicht besser? Erst prüfen und dann poltern. Obwohl, geht auch nicht. Dann wäre nämlich das Poltern ausgefallen…

Interessantes Urteil zum Äußerungsrecht: Bezeichnung von Bettina Röhl als «Terroristentochter» kann zulässig sein

Fünf Anzeigen gegen Mannesmann-Richter

Eine Woche nach der vorläufigen Einstellung des Mannesmann-Strafverfahrens gegen Zahlungen von insgesamt 5,8 Millionen Euro liegen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf fünf Strafanzeigen vor. Darin heisst es zumeist, die Richter hätten eine strafbare Rechtsbeugung begangen. Den Staatsanwälten, die der Einstellung zugestimmt haben, wird Strafvereitelung im Amt vorgeworfen.

Der Hamburger Rechtsanwalt Andreas W. Dimke aus der Kanzlei Dommel, Schlosser & Partner geht noch weiter. Er bezichtigt in seinem vierseitigen Schreiben die drei Berufsrichter und die beiden Staatsanwälte auch der Anstiftung und Beihilfe zur Rechtsbeugung und Strafvereitelung: „Die Haltlosigkeit der richterlichen Argumentation ist offensichtlich“, heißt es. Außerdem sei das öffentliche Interesse an einer weiteren Verfolgung im Mannesmann-Verfahren „überragend“ – es könne nicht durch Zahlungen der Angeklagten beseitigt werden.

Behördensprecher Johannes Mocken sagte gestern, alle Anzeigen würden aus Gründen der Objektivität sofort an die vorgesetzte Generalstaatsanwaltschaft abgegeben. Deren amtierender Leiter betonte: „Wir prüfen, ob Anlaß zur Aufnahme von Ermittlungen besteht“. Das entspreche auch, so Heiko Manteuffel, dem gesetzlichen Legalitätsprinzip. (pbd)

Polizeiliche Härte: Fußballfans gründen Fonds

Fußballfans wollen einen Spendenfonds gründen, mit dem rechtlich gegen überzogene Polizeiaktionen vorgegangen werden soll. Aufgeschreckt scheint die Fans vor allem der Umstand zu haben, dass sie bei einem Eintrag in die polizeiliche Gewalttäter-Kartei sogar mit Meldeauflagen und Reisesperren rechnen müssen. Mitunter soll es hierfür schon ausreichen, dass der Name des betreffenden Fans nur oft genug bei Polizeikontrollen aufgenommen wird.

Spiegel online berichtet Einzelheiten.

Wie die Polizei mit Fans umgeht, haben wir auch im law blog schon ausführlich diskutiert.