TÜV vermittelt MPU-Kredite

Der TÜV Rheinland vermittelt Kredite. Damit sich mehr Leute die MPU aka Idiotentest leisten können. In der Pressemitteilung klingt das sehr selbstlos:

Wem der Führerschein entzogen wurde, der hat viele Sorgen und meist nur ein Ziel: den Führerschein so schnell wie möglich zurückzuerlangen. Mit dem neuen Angebot wollen wir Betroffenen auch bei einem finanziellem Engpass den sofortigen Einstieg ermöglichen.

Der TÜV Rheinland wird als „Vermittler der Finanzdienstleistungen“ tätig. Das bringt Provisionen von der Partnerbank. Zu der Sorge um finanziell angeschlagene Bevölkerungskreise gesellt sich also auch ein gesundes Profitinteresse.

Alles kein Problem? Nun ja, die Begutachtung ist so was wie outgesourcte hoheitliche Tätigkeit. Mit dem Ergebnis der MPU steht in der Regel fest, ob der Proband auf dem Straßenverkehrsamt seine Fahrerlaubnis zurückbekommt. Kreditvermittlung passt für mich nicht so recht in diesen halbamtlichen Rahmen.

Allerdings immer noch besser als Riester-Renten.

(Link gefunden im Finblog)

„Volksstimme“: Interview zu Mikado

Die Magdeburger Volksstimme hat mich zur Mikado-Fahndung befragt.

Link zum Interview.

Weitere Beiträge zum Thema:

– AG Halle-Saalkreis 395 Gs 34/07

– Falscher Kinderporno-Verdacht gegen Kreditkartenbesitzer

– 20 Anträge gegen „Mikado“

– Mikado: Weiterer Antrag, neue Argumente

– Kartenscreening für Datenschützer kein Problem

– Citibank garantiert: Mikado war rechtmäßig

– Mikado: Gefahr strafrechtlicher Verfolgung;

– Telepolis: Fragen zu Mikado

– Mikado: Strafanzeige gegen Verantwortliche und SAT 1

– Weiterer Antrag gegen Mikado

– Kinderpornografie: ein Blick ins Gesetz

– Mikado: Stäbchen für Stäbchen

– Vorfeldermittlungen

– Mikado

Bis an die Decke

Die neue Anschnallpflicht bei der Lufthansa lässt mich ziemlich kalt. Ich habe als Kind auf einem Iberia-Flug gesehen, wie in einem Gewitter nicht angeschnallte Fluggäste gegen die Decke geknallt sind. Seitdem lege ich den Gurt an, wenn ich im Flugzeug sitze.

Es ist auch gar nicht erforderlich, den Gurt stramm zu ziehen. Darauf weist der Lufthansa-Sprecher in diesem Interview dankenswerterweise hin. Aber wir wären ja nicht in Deutschland, wenn es jetzt nicht auf jedem Flug Diskussionen gäbe.

Volle Kanne raus

Aus einem Telefonat von heute Morgen:

Wenn sie bei Volle Kanne Aktientipps geben, ist der Zeitpunkt wohl gekommen.

Für den Ausstieg.

Den habe ich gerade konsequent vollzogen; mit der Sessions-TAN eine Sache von fünf Minuten.

Finanznachrichten lese ich voraussichtlich wieder, wenn der DAX bei 4.500 steht.

Ausschuss soll Tod in Siegburg klären

Nach der qualvollen Tötung eines jungen Mannes durch zwei Mithäflinge in einem Siegburger Gefägnis vor zwei Monaten werden die Hintergründe jetzt durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufgearbeitet: Die SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf begründete heute ihren Beschluss mit dem Verhalten der Landesregierung. Die sei zu viele Fragen schuldig geblieben.

„Um diesen in seiner Grausamkeit einzigartigen Vorfall aufzuklären und die dringend notwendigen Konsequenzen zu ziehe, bleibt nur die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses als parlamentarisches Mittel. Es muss aufgeklärt werden, wie ein Mensch in der Obhut des Staates zu Tode gequält werden konnte“, betonte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ralf Jäger. (pbd)

Bundespolizisten auf Abwegen?

„Zieh dich aus, oder wir wenden Gewalt an.“ Das sollen zwei Bundespolizisten gesagt haben, die alleine mit einer 24-Jährigen in einer Ausnüchterungszelle waren. Die eingeschüchterte Frau zog sich daraufhin aus.

Der Vorfall hat Konsequenzen. Rechtsanwalt Bert Handschumacher schildert sie in seinem Blog:

Sogar wir waren fassungslos, als uns der Sachverhalt geschildert wurde. Es gab weder einen Grund, eine derartige Leibesvisitation durchzuführen, noch ist es zulässig, daß Männer diese bei Frauen durchführen. Offensichtlich wollten die beiden Bundespolizisten die Studentin gezielt erniedrigen bzw. sich an ihrem Anblick sexuell erregen.

Diesen unglaublichen Sachverhalt haben wir im Auftrage unserer Mandantin der Staatsanwaltschaft Berlin geschildert; verbunden mit der Bitte um Überprüfung, ob ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Mißbrauchs von behördlich Verwahrten unter Ausnutzung der Amtsstellung gemäß §§ 174a und/oder 174b StGB, Nötigung im Amte gemäß § 240 IV Nr. 3 und Beleidigung, § 185 StGB einzuleiten ist. Erforderliche Strafanträge sind gestellt worden.

Die Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen aufgenommen.

Erschwerniszulage

Aus der Rechnung einer Entrümpelungsfirma:

Matratzenentsorgung, Erschwerniszulage 15,00 €

Wenn man die Fotos gesehen hat, wird man darüber nicht diskutieren wollen.

Bargeldregen

„Der Gewinner erhält garantiert 1.500.- Euro in Bar ausgezahlt.“

„Tatsache ist und bleibt, Sie haben gewonnen.“

„Der Gewinner … erhält ohne wenn und aber 1.500.- Euro in Bar ausgezahlt.“

Und so weiter. Blubberdiblubb.

Bei so einer dreisten Masche kann ich es meinem Mandanten nicht verdenken, dass er dem Butterfahrten-Veranstalter juristisch auf die Füße treten möchte. § 661a BGB bestimmt ja nicht ohne Grund:

Ein Unternehmer, der Gewinnzusagen oder vergleichbare Mitteilungen an
Verbraucher sendet und durch die Gestaltung dieser Zusendungen den
Eindruck erweckt, dass der Verbraucher einen Preis gewonnen hat, hat
dem Verbraucher diesen Preis zu leisten.

Problem wird eher sein, festzustellen, welcher Unternehmer bzw. welche Firma hinter dem „Service-Center“ in Bremen steckt. Hat jemand vielleicht sachdienliche Informationen?

Eine alternative Überlegung geht dahin, sich diese Leute am 15. Februar 2007 persönlich zur Brust zu nehmen. Zwei Leute könnten wir ja noch als Verstärkung mitnehmen…

Ausziehen – und zwar sofort

Das Bauaufsichtsamt schickt meiner Mandantin eine Anhörung. Angeblich entspricht die von ihr bewohnte Etage nicht den feuerpolizeilichen Vorschriften. Deshalb sei beabsichtigt, die Nutzung des Objekts zu untersagen. Die Ordnungsverfügung soll sogar für „sofort vollziehbar“ erklärt werden. Was auf einen sofortigen Auszug hinauslaufen könnte.

Prekärer als für meine Mandantin ist die Situation für die Vermieter. Die haben bei Abschluss des Mietvertrages mit keinem Wort auf die Probleme hingewiesen. Was jetzt zur Folge hat, dass sie im Ernstfall Schadensersatz zahlen müssen.

Sofern der Vermieteranwalt den Sofortvollzug nicht abwenden kann, wäre schon mal das Hotel zu kalkulieren. Außerdem die Umzugskosten. Und wohl auch der Betrag, um den eine vergleichbare Wohnung teurer sein wird.

Das allein tröstet meine Mandantin allerdings nicht. Den Ärger wird ihr wohl niemand ersetzen.

Lückenlose Kontrolle der Autofahrer

Die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) wenden
sich gegen sogenannte Event-Data-Recorders (EDS), die die gesamten
Daten der Fahrt aufzeichnen. Damit bestehe die Gefahr der lückenlosen
Überwachung der Verkehrsteilnehmer. Die Auswertung der Daten führe zu
der Verpflichtung, durch die Herausgabe der gespeicherten Daten den
Behörden die Strafverfolgung gegen sich selbst zu ermöglichen. Dies
stehe im Widerspruch zu dem in Deutschland tragenden
verfassungsrechtlichen Grundsatz, wonach sich niemand selbst belasten
muss. Dass trotz zunehmenden Verkehrs die Anzahl der Unfälle und der im
Straßenverkehr Getöteten und Verletzten sinkt, beruhe nicht auf einer
stärkeren Überwachung, sondern vor allem auf dem technischen
Fortschritt der Fahrzeuge.

»Der verfassungsrechtlich verbriefte Datenschutz muss auch bei
der Fahrzeugdatenerfassung und –verarbeitung strikt eingehalten
werden«, so Rechtsanwalt Dr. Henner Hörl von der Arbeitsgemeinschaft
Verkehrsrecht des DAV. Ohne gesetzliche Grundlage und ohne Einwilligung
des Betroffenen dürfen auf keinen Fall personenbezogene Fahrzeugdaten
verarbeitet werden, auch nicht für Zwecke der Unfallanalyse.

Falls der Gesetzgeber für Neufahrzeuge den Einbau eines
sogenannten Event-Data-Recorders (EDS) in Fahrzeuge vorschreibt, der
die gesamten Daten der Fahrt aufzeichnet, muss unter allen Umständen
auch die Art und der Umfang der Berechtigung der Datenverwertung genau
geregelt werden. Die verfassungsmäßigen Grundsätze müssen dabei
unbedingt eingehalten werden.

Pressemitteilung

20 Anträge gegen Mikado

Mittlerweile liegen 20 Anträge beim Amtsgericht Halle vor, mit denen das Massenscreening von Kreditkarten im Rahmen der Aktion Mikado für rechtswidrig erklärt werden soll. Eine Entscheidung des Gerichts sei noch nicht absehbar, zitiert heise online die Magdeburger Volksstimme.

Bislang ist auch nicht bekannt, ob und wann sich die Staatsanwaltschaft zu den Anträgen äußern wird. Das Amtsgericht Halle hat nach eigenen Angaben nicht nur die Ermittlungsakte, sondern auch eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft angefordert.

Weitere Beiträge zum Thema:

– AG Halle-Saalkreis 395 Gs 34/07

– Falscher Kinderporno-Verdacht gegen Kreditkartenbesitzer

– “ Volksstimme“: Interview zu Mikado

– Mikado: Weiterer Antrag, neue Argumente

– Kartenscreening für Datenschützer kein Problem

– Citibank garantiert: Mikado war rechtmäßig

– Mikado: Gefahr strafrechtlicher Verfolgung;

– Telepolis: Fragen zu Mikado

– Mikado: Strafanzeige gegen Verantwortliche und SAT 1

– Weiterer Antrag gegen Mikado

– Kinderpornografie: ein Blick ins Gesetz

– Mikado: Stäbchen für Stäbchen

– Vorfeldermittlungen

– Mikado